Markus Lehmann-Horn kämpft weiter gegen den aus seiner Sicht und der Sicht zahlreicher anderer Starnberger Bürger unnützen Abluftkamin samt unterirdischem Betriesgebäude am Schlossberg. Er wendet sich mit dem folgenden Brief an die Öffentlichkeit:

„Russische Verhältnisse?
unter Ausschluss der Öffentlichkeit gibt man es zu: das einzige, verbleibende Argument des staatlichen Bauamtes für das geplante Lüftungsbauwerk im Schlossberg ist die Planfeststellung. Weilheim will die veraltete Planung aber partout nicht nachbessern, obwohl die gigantische Baustelle in schwierigstem Baugrung viele Millionen verschlingen und über Jahre Lärm und Stau verursachen wird. Wer das in 2018 vom Bauamt beauftragte Ergänzungsgutachten zur Tunnelentlüftung aufmerksam liest, wundert sich: erscheint doch die Erforderlichkeit des Mittenkamins hier schon äußerst fraglich- auch wenn man in Weilheim das Gegenteil mantrahaft in einer fehlerhaften Standardantwort wiederholt. Der alte Stadtrat hatte daher, beaufauftragt durch einen Bürgerantrag, mit großer Mehrheit (!) beschlossen, von Weilheim eine gutachterliche Präzisierung mit aktuellen Zahlen zu fordern- sind doch einige Vorgaben des Gutachtens augenscheinlich falsch, wie z.B. der Tunneleröffnungstermin in diesem Jahr 2020. Obwohl manche Fachleute die Großbaustelle Mittenkamin sogar als grundsätzlich fehlgeplant erachten, war die aktuelle Reaktion aus Weilheim bemerkenswert: man wiederholte einfach wieder die bekannte (und für die geforderte Nachberechnung ursächliche!) Standardantwort. Eine Aktualisierung der Gutachterparameter wird abgelehnt, da die Ergebnisse sich ja sowieso nicht ändern würden, und das ganze sei ja nun mal genehmigt. Um also weitere Diskussionen zu vermeiden, hat das ausführende Gutachterbüro von der staatlichen Behörde Redeverbot auferlegt bekommen- obwohl der Gutachter nach eigenen Angaben die Vorgaben aus Weilheim ebenfalls nicht nachvollziehen kann. Rechtsstaatliche Verhältnisse eben; oder, um Projektmanager Herwig Ludwig zu zitieren: ein bewährtes Verfahren seit Kaiserzeit. So kommen, vor aller Augen, neue Problembaustellen wie der BER oder Stuttgart21 zu Stande!“

(siehe auch Kamin: Rat fordert neues Gutachten)