Der vom alten Stadtrat noch beschlossene öffentliche Namenswettbewerb für den Erholungspark am Nepomukweg, im Volksmund von Beginn an als „Bürgerpark“ bezeichnet, hat insgesamt 99 Namensvorschläge gebracht, aus denen eine Jury drei Vorschläge für den Stadtrat vorausgewählt hatte: Schiffswiesn, Nepomukwiesn und Bucentaurpark. „Schiffswiesn“ hieß das Gelände schon 1970 als dort noch Bedienstete der Staatlichen Schifffahrt ihre Wohnungen hatten. Am Bürgerpark stand seit seiner Einweihung vor fast vier Jahren auch ein Schild, auf dem zu lesen ist „Bürgerpark Schiffswiesn“ (siehe Ein Jahr Bürgerpark). Doch das gefiel nicht allen Stadträten, auch wenn sich einige vehement dafür ins Zeug legten.

Ludwig Jägerhuber (CSU) hielt ein Plädoyer für „Bucentaurpark“. Der Vorschlag stammt von der Starnbergerin Elisabeth Breit-Schröder, die zum Dank von Bürgermeister Patrick Janik ein Paket mit allen Bänden der vom stadteigenen Kulturverlag herausgegebenen Buchreihe zur Starnberger Stadtgeschichte erhielt. Es gehe hier um ein einmaliges Grundstück, „die schönste Fläche, die Starnberg hat“, sagte Jägerhuber. Dass einige Fraktionen diese gern für die Bezahlung der großen Seeanbindung versilbern würden, sagte er nicht. Das historische Prunkschiff „Bucentaur“ – 1665 unter Kurfürst Ferdinand Maria auf dem Starnberger See in Dienst gestelltes größtes Ruderschiff auf einem deutschen Binnengewässer – habe ganz in der Nähe seinen Liegeplatz gehabt, so Jägerhuber. Franz Heidinger (BLS) sprach von einem „Diamant“. Ein anderer Name werde der Lage des Parks nicht gerecht. Mit 19:10 Stimmen fiel die Wahl am Ende also auf „Bucentaurpark“.

Zum historischen Hintergrund des Namens teilte das Rathaus mit:

„Bereits im 16. Jahrhundert wurde der Starnberger See von einer herzoglichen „Lustflotte“ befahren, die den Herrschern für Seefeste und Jagden zur Verfügung stand. Auch Kurfürst Ferdinand Maria und seine Frau Henriette Adelheid von Savoyen fanden Gefallen am Starnberger See und seiner Umgebung. Um möglichst standesgemäß den See befahren zu können, gab Ferdinand Maria 1662 den Auftrag zum Bau eines Schiffes nach venezianischem Vorbild. Zur Realisierung des Projekts wurde auf die Dienste der Venezianer Francesco Santurini, Francesco Mauro und Pietro Renner zurückgegriffen, mit deren Hilfe das Schiff nach nur sechs Monaten im Juni 1663 fertiggestellt wurde, der endgültige Ausbau war aufgrund der aufwendigen und prunkvollen Ausstattung erst im Juli 1664 abgeschlossen.
Das Schiff, welches den Namen Bucentaur erhielt, war knapp 29 m lang, 7,30 m breit und sein Oberdeck ragte ungefähr 5 m aus dem Wasser (zum Vergleich: der Katamaran Starnberg hat eine Länge von 56 m und ein Breite von 15 m). Auf ihm konnten verteilt auf drei Stockwerke etwa 500 Personen Platz finden, wobei das mittlere Stockwerk dem Hof vorbehalten war. Im untersten mussten die Ruderer ihre Arbeit verrichten, während auf dem obersten die Musiker und das geringere Gefolge Platz fanden. Begleitet wurde das Schiff stets von einer Flotte kleinerer Beiboote, welche teilweise auch die Versorgung der Flotte sicherstellten. Auf diese Weise waren bis zu 2.000 Personen bei den aufgeführten Seeschlachten, Feuerwerken, Hirschjagden, Bootsrennen, Schwimmwettbewerben oder Neptunstaufen dabei. Neben den Kosten für diese Veranstaltungen verschlang auch der Erhalt der Flotte große Summen. Regelmäßig mussten Schiffsböden erneuert oder die Inneneinrichtung restauriert oder ersetzt werden. Als dem Kurfürsten Max III. Joseph eine Erneuerung des Bucentaur für 20.000 Gulden nahegelegt wurde, entschloss sich dieser daher auch im Hinblick auf das Alter des Schiffes, das einstige Leibschiff im Februar 1758 abwracken zu lassen.“