Stefan W. Zeil lässt nicht locker. Das Mitglied des Starnberger Ortsverbandes der FDP hat nicht nur eine erfolgreiche Online-Petition mit der für sich selbst sprechenden Überschrift „DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS „SCHÖNSTEN“ SEEBAHNHOF!“ gestartet und betreut sie weiter, sondern hat sich jetzt auch mit Hilfe eines offenen Briefes an den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG, Richard Lutz, gewandt. Zeil hat diesen nach Starnberg eingeladen, damit er ihm am Ort seiner Kritik und Forderungen die Unterschriften der Petenten übergeben kann.

Hier der Wortlaut seines Briefes an Lutz:

„Sehr geehrter Herr Dr. Lutz,

seit acht Jahren hat der Starnberger Seebahnhof kein Dach mehr. Barrierefrei war der Bahnhof noch nie. Ich bin Kunde der Deutschen Bahn AG und habe im Januar 2020 die Petition DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS “SCHÖNSTEN” SEEBAHNHOF! … gestartet. Die Petition fordert den Starnberger Bürgermeister Patrick Janik und den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, auf, sich kurzfristig abzustimmen und dafür zu sorgen, dass der Starnberger Seebahnhof noch im Jahr 2020 ein Dach und einen barrierefreien Bahnsteigzugang bekommt.

Der Blick von Starnbergs Seebahnhof in Richtung Zugspitze ist einzigartig schön. Der Bahnhof selbst ist leider ein Schandfleck für Starnberg und die Deutsche Bahn AG. Es fehlt ein Dach und ein barrierefreier Gleiszugang. Bürger*innen, die auf Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle angewiesen sind oder mit Fahrrädern und Gepäck reisen, müssen diese selbst die Treppen herauf oder herunter tragen.

Lebensgefährliche Situationen für Kunden der Bahn

Im Winter vereisen die Treppenstufen, so dass lebensgefährliche Situationen entstehen. Letzten Winter habe ich selbst erlebt, wie ein Bahnfahrer die vereisten Treppenstufen heruntergestürzt ist. Der aktuelle Zustand des Bahnhofs ist eine Gefahr für Leib und Leben und daher untragbar.

Am 5. Februar 2020 habe ich die Petition an die damalige Starnberger Bürgermeistern Eva John und den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern Klaus-Dieter Josel übermittelt. Leider wurden in den letzten sechs Monaten bisher offenbar nicht einmal Gespräche zwischen der Stadt Starnberg und der Deutschen Bahn geführt.

Bereits über 500 Bahnkunden unterstützen die Petition

Mittlerweile haben über 525 Personen die Petition unterzeichnet – darunter auch Kommunalpolitiker sowie Abgeordnete aus dem Bayerischen Landtag und dem Deutschen Bundestag.

Ich wende mich vor diesem Hintergrund nun an Sie als Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG mit der Bitte, um entsprechende Rückmeldung bis

31. August 2020,

wie eine zeitnahe Lösung aussehen kann. Es ist unbestritten dass eine Gesamtlösung der Seeanbindung in Starnberg noch Jahrzehnte auf sich warten lassen wird. Umso dringender ist eine möglichst unmittelbare Lösung bezüglich eines provisorischen Dachs und eines barrierefreien Bahnsteigzugangs. Insofern bitte ich Sie – auch im Namen meiner über 500 Mitpetenten – hier im Laufe der nächsten Wochen eine tragfähige Lösung zu finden. Dies sollte auch im Interesse einer bürgerfreundlichen Stadt Starnberg und einer kundenorientierten Deutschen Bahn sein. Stimmen Sie sich mit der Stadt Starnberg ab.

Die Deutsche Bahn kann Abhilfe schaffen

Sie haben als Bahn das Baurecht und können jederzeit Abhilfe schaffen. Angesichts von rund 12,2 Milliarden Euro, die nach Angaben Ihres Unternehmens allein in diesem Jahr in Erhalt und Ausbau von Netz, Bahnhöfen und Energieanlagen fließen, sollten ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sein. Wir greifen einen Vorschlag aus dem Deutschen Bundestag auf und fordern Sie auf in Vorleistung zu gehen. Der Millionenrechtsstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Starnberg ist keine Rechtfertigung die Starnberger Bahnkund*innen nicht länger im Regen stehen zu lassen.

Tun Sie etwas für die Barrierefreiheit – insbesondere Rollstuhlfahrer, Senioren und Eltern erwarten zurecht, dass Sie Ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Barrierefreiheit (§ 8 Absatz 3 Personenbeförderungsgesetz) nachkommen.

Starnberger Pendler zahlen rund 1000 Euro im Jahr, um sich bei Regen in die Bahnunterführung stellen müssen. Dort drängen sich die Fahrgäste auch während der aktuellen Pandemie um nicht naß zu werden.

Einladung zur Übergabe der Petition an die Deutsche Bahn

Am 15. Juli 2020 wurde die Petition offiziell an Starnbergs
1. Bürgermeister Patrick Janik übergeben. Herr Janik hat öffentlich mitgeteilt, dass auch er das Anliegen der Petition eines provisorischen Daches für den Starnberger Seebahnhof unterstützt. Gerne möchte ich – gemeinsam mit weiteren Mitpetenten – auch Ihnen die Petition übergeben und lade Sie hiermit ein diese am Starnberger Seebahnhof persönlich entgegenzunehmen. Bitte teilen Sie mir mit, wann eine persönliche Übergabe zeitlich möglich ist (Kontakt: seebahnhof(at)posteo.de).

Wir werden hier nicht lockerlassen bis der Starnberger Seebahnhof ein Dach hat und barrierefrei ist.“