Der Ferienausschuss des Stadtrates hat eine offenbar schnell zu realisierende Änderung am rechtskräftigen Bebauungsplan für das Einheimischenmodell „Am Wiesengrund“ beschlossen und auf den Weg gegeben. Sie soll noch im September 2020 zur Satzung erklärt werden, wenn der Zeitplan des Rathauses einhaltbar ist. Die Änderung betrifft ausschließlich den Haustyp 3. Bisher waren die Schemaschnitte zu den vier verschiedenen Haustypen Teil der verbindlichen Festsetzungen. Für Haustyp 3 bedeutete dies, dass zwei Stellplätze für Pkw unter dem Einfamilien-Reihenhaus in Garagen vorzusehen waren. Dadurch ergab sich im Wohnbereich dieser Häuser eine Planung mit Split Level, also verschiedenen Ebenen innerhalb des Erdgeschosses. Bewerber zum Einheimischenmodell, die sich eines dieser Häuser ausgewählt hatten, waren im Zuge ihrer Planungen und Besprechungen mit Architekten darauf gestoßen, dass ein solches Haus neben Problemen bei der Realisierung zudem zu hohen Baukosten führen würde und hatten um Änderungen am Bebauungsplan gebeten (siehe Am Wiesengrund – vorerst ohne Änderung). Zunächst dachte man an Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans, doch nun geht die Stadt den für die Bewerber günstigeren, weil schnelleren Weg der Bebauungsplanänderung. Somit ist nun doch kein langwierigeres reguläres Bauantragsverfahren bei Stadt und Landratsamt erforderlich, wenn man von den bisherigen Festsetzungen abweicht und die Stellplätze oberirdisch am Haus anordnet. Sondern diese Bauherren können dann wie alle anderen Bewerber ihre Baugenehmigung im Freistellungsverfahren erhalten, somit noch in diesem Jahr, was es ermöglicht, doch noch in den Genuss des staatlichen Baukindergeldes zu kommen. Die Änderung und der Start des dazugehörigen Verfahres wurde vom Ferienausschuss einstimmig beschlossen.

 

Darüber hinaus hat es die letzten Tagen eine Mitteilung aus dem Rathaus gegeben, die den Bewerbern im Einheimischenmodell Hoffnung machen könnte, dass sie bald Eigentümer der von ihnen gewählten Parzellen werden können:

„Das Beschwerdeverfahren im Rahmen des Einheimischenmodells „Am Wiesengrund“ ist beigelegt. Der Beschwerdeführer der sich aufgrund seiner Nichtberücksichtigung im Losverfahren gegen die Vergabe der Grundstücke gewehrt hatte, hat seine Bewerbung zurückgezogen.
Nachdem im August 2019 bekannt wurde, dass durch einen Übertragungsfehler ein Bewerber falsch bewertet wurde und bei der Verlosung der Parzellen 29 bis 51 hätte berücksichtigt werden müssen, stand bis vor wenigen Tagen eine Neuverlosung im Raum. Hierbei hätte mindestens die Verlosung dieser Grundstücke unter sämtlichen Bewerbern mit 75 Punkten wiederholt werden müssen. Dies hätte das gesamte Verfahren aufgrund drohender Schadenersatzansprüche wohl über längere Zeit lahmgelegt und hinderte die Verwaltung daran das Verfahren fortzusetzen.

In Verhandlungen mit dem Beschwerdeführer konnte eine Einigung erreicht werden, als diesem ein Ersatzgrundstück mit Einheimischenbindung in einem bereits im Jahr 2019 abgeschlossenen Bauleitplanverfahren vermittelt werden konnte. Der letztendliche Vertragsschluss in diesem Verfahren erforderte aufgrund der unterschiedlichen Interessenslage der Beteiligten einige Zeit, um eine konsensfähige Vertragsversion zu erarbeiten.

Am 10.08.2020 wurde der notarielle Vertrag in diesem Verfahren unter Beisein eines Vertreters der Stadt Starnberg geschlossen. Mit diesem Vertragsschluss wurde gleichzeitig der Anspruch auf eine Zuteilung eines Grundstückes „Am Wiesengrund “ verwirkt und formal die Bewerbung zurückgezogen. Allen Bewerbern „Am Wiesengrund“ die bereits eine Zusage für ein Baugrundstück erhalten haben dürfte damit ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. Der notariellen Verbriefung der Grundstücke „Am Wiesengrund“ und der Planung und dem Bau der langersehnten Eigenheime steht nun nichts mehr im Wege.

Als nächster Schritt wird den Bewerbern eine Entwurfsfassung des Notarentwurfes zugeleitet. Sobald diese ihre Finanzierung gesichert haben, können die Notarverträge im Herbst diesen Jahres beurkundet werden. Die Fertigstellung der Erschließungsanlagen ist im Zeitplan.

Sobald die Bewerber bzw. die Baugemeinschaften ihre Gebäudeplanung abgeschlossen und einen Freistellungsantrag eingereicht haben, kann auf der Grundlage des rechtsverbindlichen Bebauungsplanes mit dem Bau begonnen werden.“