Die Bürgerinitiative, die sich gegen den aus ihrer Sicht unnützen Bau des für den B2-Tunnel geplanten Lüftungsbauwerks samt Abluftkamin am Schlossberg wendet, gibt nicht auf. Im Rahmen des Planänderungsverfahrens für das Tunnelprojekt hat die Initiative um das Ehepaar Wolfgang und Iris Ziebart einen neuerlichen Versuch unternommen, die Verantwortlichen zum Umdenken zu bewegen. So schreibt Iris Ziebart an die das Verfahren führende Regierung von Oberbayern:

Betrifft: 1. Änderungsverfahren B2-Tunnel Starnberg – Lüftungsbauwerk

Sehr geehrte Damen und Herren,

anläßlich des 1. Änderungsverfahren zur Planfeststellung B2-Tunnel in Starnberg bitten wir die Regierung von Oberbayern um Anhörung und Prüfung des bisherigen Vorgehens, mit dem Ziel, dass die aufwändige Mittenentlüftung des Tunnels entfallen kann.

Das Lüftungsbauwerk stellt einen massiven Eingriff in das GEOTOP Schlossberg dar. Die geologische und bautechnische Komplexität führt zu Kosten von mindestens 30 Mio. Laut Aussage des Staatlichen Bauamtes Weilheim wird ein Lüftungsbetrieb aufgrund der gesunkenen und weiter sinkenden Abgasbelastung nicht stattfinden.

Mit über 200 Unterschriften von Starnberger Bürgern, überwiegend vom Baustellen-betrieb über ca. 4 Jahre betroffenen Anwohner der Schloßberg- und der Vordermühl-Straße haben wir bereits 2018 die Aktualisierung des Lüftungsgutachtens von HBI Härter aus Zürich 2002, das mit einer Tunneleröffnung in 2010 gerechnet hatte, gefordert. Dem kam zwar das Staatliche Bauamt Weilheim nach, hat jedoch völlig unverständlich dem Gutachter im August 2018 einen Tunnel- eröffnungstermin in 2020 vorgegeben.

In den Unterlagen zum 1. Planänderungsverfahren zum B2-Tunnel Starnberg heißt es im Erläuterungsbericht auf Seite 14 :

„Ebenso sind Gutachten, die sich gegenüber den planfestgestellten Unterlagen nicht geändert haben, nicht Gegenstand des Verfahrens.“

Der oben zitierte Satz aus dem Erläuterungsbericht erklärt jetzt, warum nicht ein korrekter Eröffnungstermin – z.B. geplant 2026 – dem Gutachter vorgegeben worden ist. Heißt es doch bereits im „aktualisierten“ Gutachten:

 

Immissionen der Luftschadstoffe 2018-09-19 / 1.0 – 30.89201.01.03.01 – 89-201-019

5      Zusammenfassung und Empfehlung

5.1   Schadstoffbelastung

„…In der Umgebung des Nordportals kann im Prognosejahr 2020 der Grenzwert für NO2 überschritten werden. Betroffen ist dabei der Einflussbereich der Portalabluft…………….

.………In den weiteren Jahren nach Tunneleröffnung (2020!!!) wird eine Abnahme der Schad- stoffbelastung erwartet. Die Prognose der Emissionen (vgl. Kapitel 2.7.3) ergibt in den Jahren 2020 bis 2025 bereits eine Senkung der NOX-Emission eines durchschnittlichen Fahrzeugs um etwa 40%. Gleichzeitig ist eine leichte Senkung der Vorbelastung zu erwarten.

Das Umweltbundesamt kommt zu vergleichbaren Prognosen!
Vor dem Hintergrund der anstehenden nicht unerheblichen Änderungen erscheint es uns absehbar, dass der Eröffnungstermin kaum 2026 stattfinden wird.

Daher fordern die Unterzeichner eine Aktualisierung des Immissionsgutachtens auf einen realistischen Eröffnungstermin.
Ebenso bitten wir um Prüfung, ob ein Entfall des Lüftungsbauwerks am Schloßberg in die Planänderung aufgenommen werden kann, wenn das neu-aktualisierte Gutachten andere Ergebnisse bringt als das bisherige.“

Die Presse hat sie mit folgenden Zeilen gebeten, ihre Einwendungen zu veröffentlichen:

Seit über 2 Jahren schon haben Starnberger Bürger Einzeln, in einer Unterschriften-Aktion und zuletzt in der Bürgerversammlung im November 2019 mit großer Mehrheit den Entfall des Großen Lüftungsbauwerks auf dem Schlossberg gefordert.
 
Jetzt wenden sie sich an die Regierung von Oberbayern zur 1.Änderung B2-Tunnel Starnberg. Stellvertretend für viele Bürger rund um den Schlossberg haben zehn Anwohner von Augusten-/Vordermühl-/Schloßbergstrasse/Schlossweg und Vogelanger den nachfolgenden Brief unterzeichnet. Sie appellieren an die Verantwortlichen den Schlossberg nicht mehr zu durchlöchern und zu verletzen als nötig, das Lüftungsbaiuwerk ist nicht mehr erforderlich! Die Anwohner dürfen nicht mit mehr als dem ohnehin schon belastenden Baubetrieb über 4 oder mehr(?) Jahre der zwei Notausstiege an der Vordermühlstrasse drangsaliert werden.