Wie berichtet hat Stefan W. Zeil, Mitglied im Starnberger Ortsverband der FDP, eine Petition gestartet, die dem Starnberger Seebahnhof zu einem Aufzug zu den Bahnsteigen und zu deren Bedachung verhelfen soll. Die Petition erfreut sich großer Unterstützung in der Bevölkerung, scheint die Verantwortlichen bei der Bahn aber nicht zum Handeln zu bewegen. Sie pochen wie seit Jahrzehnten stattdessen auf die Erfüllung des von UWG-Stadtrat Otto Gaßner 1987 ausgehandelten Vertrags zwischen der Stadt Starnberg und der Bahn. Da die Stadt diesen Vertrag bisher aus verschiedenen, vor allem aber Gründen der finanziellen Unausgewogenheit nicht erfüllt hat, wurde sie von der Bahn auf Schadensersatz über 170 Millionen Euro verklagt. Der Ausgang des juristischen Verfahrens, das voraussichtlich mehr als zehn Jahre in Anspruch nehmen wird, ist ungewiss. Deshalb hatten Zeil sowie FDP-Vertreter aus Bund und Land, aber auch der Vorstand des Starnberger Bürgervereins Schöner zum See an den Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, geschrieben. 

Zeil erklärt zur Antwort aus München:

„Dazu erkläre ich als Initiator der Petition:
Die Deutsche Bahn verweigert sich in ihrer Stellungnahme zur Petition einer kurzfristigen Lösung beim Starnberger Seebahnhof. Dieses ist nicht hinnehmbar, bedeutet es doch, dass die Bahn ihre Kund*innen noch auf unabsehbare Zeit und auch im kommenden Winter in Regen und Schnee stehen lässt und auch ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofes nicht in Sicht ist. Der pauschale Verweis auf einen juristischen Sachverhalt, der nicht öffentlich nachvollziehbar ist, ist höchst unbefriedigend und lässt den Willen zu einer schnellen Lösung vermissen.
Jetzt ist der Starnberger Stadtrat und insbesondere Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik gefordert auf eine kurzfristige Lösung hinzuwirken. Es haben viele Gruppierungen im Starnberger Stadtrat im Wahlkampf sich für Dach- und Barrierefreiheit am Seebahnhof ausgesprochen, jedoch sind dies nur leere Worte, wenn sich der Stadtrat nun nicht einmütig für eine kurzfristige Lösung im Sinne der Petition ausspricht. Eine konkrete Planung für die Zeit bis eine Gesamtlösung umgesetzt ist muss her und ist von der Stadt Starnberg einzufordern. Sollte der erste Bürgermeister in der nächsten Stadtratssitzung am 28.09.2020 keine öffentliche Erklärung zum Sachstand “Kurzfristige Lösung Seebahnhof” abgeben und weitere konkrete Schritte benennen, wird ein Lösungsvorschlag aus der Zivilgesellschaft erforderlich sein.”
Den Starnberger*innen und allen Freunden des Starnberger Seebahnhofs rufe ich zu: “Unterstützen Sie jetzt die Petition unter openpetition.de/!Seebahnhof . Wir werden bei diesem Thema nicht lockerlassen.”

Hier die Antwort von Klaus Dieter Josel, dem Vertreter der Deutschen Bahn in München:

„Sehr geehrter Herr Zeil,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 02. August dieses Jahres, in welchem Sie die aktuelle Situation am Bahnhof Starnberg ansprechen.
Die DB Station&Service AG ist für den Betrieb und den Ausbau von Bahnhöfen zuständig. Die Rahmenbedingungen der Finanzierung für den barrierefreien Ausbau werden im Allgemeinen von Bund und Freistaat festgelegt.
In diesem speziellen Fall wurde jedoch vor Jahren ein Vertrag mit der Stadt Starnberg geschlossen, der die Finanzierung von wesentlichen Maßnahmen zum barrierefreien Ausbau der Station durch die Stadt Starnberg beinhaltet. Hierzu fordert aktuell die Bahn, wie Sie derzeit auch der Presse entnehmen können, im Rahmen eines Klageverfahrens Schadensersatz wegen Nichterfüllung der genannten Vertragspunkte. Ich kann Ihren Verdruss in der Sache daher sehr gut nachvollziehen.
Das von Ihnen erwähnte Bahnsteigdach musste aus baulichen Gründen abgetragen werden. Um Fahrgästen weiterhin Schutz vor Wind und Regen bieten zu können, wurden vor einigen Jahren zur Kompensation bereits Wetterschutzanlagen errichtet. Ergänzend dazu ist unter der überdachten Treppen-Einhausung ein wettergeschütztes Warten möglich.
Sehr geehrter Herr Zeil, Sie können versichert sein, dass uns die Notwendigkeit des barrierefreien Ausbaus inkl. der damit einhergehenden Neuüberdachung an der Station Starnberg sehr bewusst ist. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass bis zur Klärung des oben angeführten juristischen Sachverhaltes kein barrierefreier Ausbau sowie weitere bauliche Maßnahmen erfolgen können.“