Nach momentanem Stand darf das Hackschnitzelheizwerk für das Einheimischenmodell Am Wiesengrund nun doch gebaut werden. Wie berichtet hatte das Verwaltungsgericht München die Wirkung der Baugenehmigung zunächst in einer von Nachbarn verlangten Eilentscheidung  „aufgeschoben“, bis über die Hauptsache entschieden ist (siehe Wiesengrund: Genehmigung heilen?). Die Eilentscheidung wurde geändert. Die Nachbarn befürchten Lärm- und Geruchsbelästigung durch das Heizwerk.

Wie der Sprecher des Verwaltungsgerichtes auf Anfrage mitteilte, ist der ursprünglich ausgesprochene Baustopp nicht mehr gültig. Vielmehr dürfe von der Baugenehmigung für das Heizwerk „wieder Gebrauch gemacht werden“. Einen weiteren Antrag von anderen Nachbarn auf Eilentscheidung in gleicher Sache habe das Verwaltungsgericht ebenfalls abgelehnt. Den Klägern stehe aber noch die Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof offen, so der Gerichtssprecher.

Über dem Einheimischenmodell der Stadt Starnberg schwebt aber noch ein weiteres Damoklesschwert. Auf Anfrage hat die Sprecherin des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes München (VGH) bestätigt, dass dort bereits ein Antrag auf Normenkontrolle gegen den zugrunde liegenden Bebauungsplan der Stadt vorliegt sowie ein Normenkontrollteilverfahren anhängig ist. In solchen Verfahren wird der Bebauungsplan nochmals von A bis Z überprüft. Finden sich Fehler, die zu seiner Ungültigkeit führen, würden schon erteilte Baugenehmigungen unwirksam, es sei denn, die Stadt könnte die aufgetauchten Fehler heilen. Wann die beantragte Eilentscheidung in diesem Verfahren oder die Entscheidung in der Hauptsache ergeht, konnte die Sprecherin des VGH noch nicht sagen.