Heute Abend läuft die Frist aus, bis zu der die Starnberger Anträge im Rahmen der diesmal wegen Corona nur digital möglichen Bürgerversammlung einreichen können. Rathauschef Patrick Janik hat versprochen, jeden der eingehenden Anträge den dafür zuständigen Stadtratsgremien zur Entscheidung vorzulegen. Von dieser Möglichkeit hat jetzt auch Helm Andreas Heigl, Mitglied im STAgenda Arbeitskreis Verkehr (Sprecherin Irmgard Franken), Gebrauch gemacht.

Im Folgenden sein Antrag im Wortlaut:

„Sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

 

Ihnen allen ist das Stagenda Konzept ‚Lebendiges Starnberg’ gut bekannt, das Ziel ist es, die Verkehrsbelastung Starnbergs nachhaltig und deutlich zu senken und insbesondere den Durchgangsverkehr konsequent vom gesamten Stadtgebiet abzuhalten.

Einzelne Vorschläge aus dem Konzept haben inzwischen Einzug in die  Beschlussfassung des Stadtrates und die Arbeit der Stadtverwaltung gefunden, insbesondere der Rückbau von Münchner- und Hauptstrasse nach Fertigstellung des B2-Tunnels, mit einer gerechteren Platzaufteilung insbesondere für Fussgänger und Radfahrer, sowie der Schaffung von Stadtraum für die Aufenthaltsqualität z.B. vor Gastronomie oder Einzelhandel dort und in dem Geschäftsstrassen Richtung See.

 

Der Kern des Konzeptes ist jedoch noch nicht auf den Weg gebracht: Den Zufluss des Autoverkehrs in das Stadtgebiet aus allen Richtungen herunterzuregeln.

Dazu lege ich diesem Anschreiben noch einmal den umfassenden Massnahmenkatalog zum Konzept ‚Lebendiges Starnberg’ bei, der dem Stadtrat am 10.02.2020 von Frau Franken übersandt wurde (Anlage 1) und stelle folgende Anträge:

 

  1. Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung mit der vertiefenden Planung zu den im Konzept vorgeschlagenen Massnahmen – von Groß nach Klein 

 

1.1  Großräumige Alternativen für regionalem und überregionalem Verkehr abseits Starnbergs

1.2  Einfahrt nach Starnberg für Durchgangsverkehr verlangsamen und ablenken

1.3  Nutzung der Westtangente und des Tunnels erleichtern

1.4  Angrenzende Stadtgebiete im Süden und Norden Starnbergs an den Tunnel anbinden

1.5  Tunnelzufahrten optimieren um ein Ausweichen durch die Stadt zu verhindern

1.6  Schleichwege schließen, um den Durchgangsverkehr zu bündeln

1.7  Vorrang für den ÖPNV, optimieren und beschleunigen

1.8  Vorrang für den Fuß- und Radverkehr

1.9  Vorrang für die Aufenthaltqualität

 

Da vieles für den Erfolg einer nachhaltigen Verkehrsberuhigung davon abhängig ist, dass Autofahrer den Weg über die West-Umfahrung (und später den Tunnel) wählen, muss die Stadtdurchfahrt verlangsamt werden, also länger dauern als das Umfahren Starnbergs. s. Anlage 2 (Seiten 26 ff)

Deshalb mein weiterer Antrag:

 

  1. Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung mit der Planung des nachhaltigen Umbaus der radialen Einfallstrassen (Possenhofener, Weilheimer, Andechser, Hanfelder, Gautinger und Leutstettener Strasse) gem. den Vorschlägen aus dem Konzept ‚Lebendiges Starnberg’ mit Radwegen –oder schutzstreifen bei Platzmangel, Querungen und Ampeln, Fahrbahnverschwenkungen, Bäumen und Parkbuchten – s. Anlage 2 (Seiten 33 ff)

 

2.1. Priorität 1 hat die Hanfelder- und Andechser Strasse, da diese bereits jetzt in Gemeindehand sind und nach der B2 die zweithöchste Belastung durch Durchgangsverkehr erzeugen, hier sollte im kommenden Jahr mit der Planung zum Rückbau begonnen werden.

2.2. Priorität 2 hat die Possenhofener Strasse, da diese Durchgangsverkehr direkt in das Geschäftsviertel im Zentrum führt (Seiten 36 f)

2.3. Priorität 2 hat auch die Leutstettener Strasse Nord, mit Anbindung Gautinger Strasse, da diese Durchgangsverkehr an der B2 vorbei durch die Wohnviertel leitet (Seiten 38 f)

2.4. Priorität 3 hat der Verlauf der ehemaligen B2, da diese erst nach Tunnelfertigstellung zurückgebaut werden kann.

 

Ein Anfang ist gemacht, in dem der Stadtrat im Jahr 2020 erste Einzelmaßnahmen auf den Weg gebracht hat. Gemeinsam sollten wir es schaffen, für Starnberg eine nachhaltige Verkehrswende einzuleiten, den lokalen und globalen Trends zu entsprechen – und von einem Nachzügler, vielleicht einmal zu einem Vorreiter für lebenswerte Stadtplanung zu werden.

Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung und stelle die Einzelmassnahmen auf Wunsch noch einmal im Stadtrat vor.

 

Mit den besten Wünschen,

Helm Andreas Heigl“

 

(Siehe auch “Lebendiges Starnberg” ist das Ziel und  Innenstadt verkehrsberuhigen?)