Weil nach Ansicht der Anwälte von Nachbarn des Einheimischenmodells Am Wiesengrund  im diesbezüglichen Bebauungsplanverfahren keine ausreichend genauen Angaben zur Feuerungswärmeleistung des geplanten Hackschnitzelheizwerkes gemacht worden sind, wenden sie sich weiterhin und erneut an den Verwaltungsgerichtshof München. Ziel ist, die Baugenehmigung für die zentrale Heizung für das neue Baugebiet zu Fall zu bringen (siehe auch Wiesengrund: Gericht ändert Entscheidung). Wie berichtet hatte das Verwaltungsgericht die Baugenehmigung kürzlich wieder in Kraft gesetzt, nachdem das Landratsamt als für die Genehmigung zuständige Behörde nachgebessert hatte. Diese Entscheidung akzeptieren die Anwälte jedoch nicht und haben dagegen Ende November Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt. Dort sind inzwischen auch zwei Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan Am Wiesengrund, und zwar gegen die 1. Änderung der Bauleitplanung, eingegangen.

Das Vorhaben Heizwerk widerspreche den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Somit sei die Baugenehmigung des Landratsamtes rechtswidrig, heißt es bei den Anwälten der Nachbarn. Unter anderem benenne der Bebauungsplan keine konkrete Zufahrt zum Heizwerk. Was die 1. Änderung der Bauleitplanung Am Wiesengrund angeht, meinen sie einen Fehler in der Öffentlichkeitsbeteiligung festgestellt zu haben. Bei der öffentlichen Auslegung der Pläne für das Baugebiet gab es ihrer Ansicht keinen Hinweis, dass die Heizart hin zur Verwendung von Hackschnitzeln geändert worden sei. Für die Nachbarbebauung gehe es dabei jedoch um eine tiefgreifende Änderung der Planung, die im von der Stadt durchgeführten vereinfachten Verfahren nach Paragraph 13 Baugesetzbuch so nicht hätte vorgenommen werden dürfen.

Die Sprecherin des Verwaltungsgerichtshofes München geht davon aus, dass über die Beschwerde und das Normenkontroll-Eilverfahren zeitnah nach Ablauf der Stellungnahmefristen und zeitgleich entschieden wird. In diesem Jahr sei jedoch nicht mehr mit einer Entscheidung zu rechnen. Noch gar nicht absehbar sei, wann Entscheidungen in der Hauptsache fallen. Fazit: Es ist immer noch offen, ob und wie die Bauherren Am Wiesengrund zur ihnen zugesicherten Fernwärme kommen.