Eine Mitteilung des Starnberger Wasserwerks:

„Der Trinkwasserbedarf der Stadt Starnberg wird derzeit durch vier Gewinnungsgebiete gedeckt. Um langfristig die Trinkwasserversorgung in hoher Qualität sicherstellen zu können, ist die Erkenntnis über vorhandene Trinkwasservorkommen im Versorgungsgebiet sehr wichtig.
Im Rahmen einer Vorstudie aus dem Jahr 2010 wurde im Bereich nördlich von Wangen zwischen Leutstetten und der A95 ein weiteres Trinkwasservorkommen vermutet.

Das Gebiet ist geprägt von eiszeitlichen Moränenablagerungen. Unter den Moränenablagerungen folgen die grundwasserstauenden Schichten des Tertiärs. Es liegen komplexe hydrogeologische Bedingungen vor, die in der Vergangenheit bisher nicht erkundet wurden.
Um in diesem Bereich einen potenziellen Standort für die Wasserversorgung zu erkunden, wurden in einer ersten Untersuchungskampagne geoelektrische Untersuchungen und sechs Aufschlussbohrungen im Zeitraum vom 08.01.2020 bis 10.07.2020 durchgeführt.

Mit Hilfe von geophysikalischen Multielektrodenmessungen und sechs bis 90 Meter tiefen Aufschlussbohrungen konnten wichtige Erkenntnisse im Untersuchungsgebiet gewonnen werden.
Die Tertiäroberkante (=Grundwasserstauer) zeigt ein ausgeprägtes Relief mit mehreren räumlich begrenzten Rinnenstrukturen. Dabei sind hochgelegene Bereiche frei von Grundwasser. Grundwasservorkommen begrenzen sich auf tief eingeschnittene Rinnenstrukturen.

Mit den gewonnenen Daten konnten potenziell grundwasserführende Rinnenstrukturen identifiziert werden. Die exakte räumliche Erstreckung der Rinnen muss noch im Detail erkundet werden. Hierzu sind weitere geoelektrische Profile und Aufschlussbohrungen erforderlich. Bei ausreichender Quantität und Qualität des Grundwasservorkommens könnte in diesem Bereich ein weiteres Gewinnungsgebiet für die Trinkwasserversorgung der Stadt Starnberg entstehen.“