Der Bauausschuss hatte sich diese Woche auf Grund des Bürgerantrags der ehemaligen CSU-Stadträtin Hannelore Hartmann noch einmal mit der Zukunft des Musikschulgebäudes an der Mühlbergstraße zu befassen. Eine Entscheidung haben die Stadträte jedoch nicht getroffen. Bürgermeister Patrick Janik habe berichtet, es würden noch mögliche Alternativ-Standorte geprüft, war heute im Starnberger Merkur zu lesen. Auf Antrag von Eva Pfister (BMS) soll die Angelegenheit nun vor Ablauf von drei Monaten direkt dem Stadtrat vorgelegt werden.

Den Bürgerantrag hatte Hartmann im November vergangenen Jahres im Rahmen der wegen der Coronakrise digital abgehaltenen Bürgerversammlung gestellt. Die Bauverwaltung nahm in ihrer Beschlussvorlage keine eigene Haltung dazu ein. Vielmehr hieß es darin:

„Die Entscheidung, ob dem Bürgerantrag stattgegeben und damit die Verwaltung beauftragt wird, die begonnene Planung fortzuführen, obliegt der Politik.“

In Hartmanns Antrag ging es aber gar nicht so sehr um die Einrichtung der Musikschule und wo sie künftig untergebracht werden soll. Für sie stand das  1843 erbaute beeindruckende Gebäude an der Mühlbergstraße und sein Erhalt im Vordergrund. Es gibt nämlich Vorschläge seitens der Politik, dieses an Investoren zu verkaufen. Unter Denkmalschutz steht es bisher nicht, weshalb in einem solchen Fall auch ein Abriss zu befürchten wäre (siehe auch Mut und Einsatz für Musikschule nötigImmobilienspekulation mit Musikschule? und Musikschule hängt in der Luft).

Hier der Wortlaut von Hartmanns Antrag samt Begründung:

„Antrag

Das Gebäude der Musikschule an der Mühlbergstraße ist zu erhalten. Die notwendigen Sanierungen sind durchzuführen. Evtl. erforderliche Erweiterungen sind harmonisch einzufügen, wobei die Grünfläche zum großen Teil erhalten bleiben soll, da sie ein wichtiger Teil des Grünzuges Schlossberg-Maisinger Bachtal ist.

 

Begründung

In dem Gebäude wurde 1843 das erste sogenannte Distriktskrankenhaus der Stadt Starnberg untergebracht. Nach der Verlagerung des Krankenhauses an die Leutstettener Straße, wurde von Schwestern dort das erste Altersheim der Stadt Starnberg betrieben. Ab 1920 waren dort auch Schulzimmer untergebracht. Seit 1973 lehrt dort die Städtische Musikschule.

 

Das für Starnberg bedeutende historische Gebäude ist ein harmonischer Bau, der wohlproportioniert seit 122 Jahren dort steht. Starnberg hat nur noch wenige Gebäude aus seiner Vergangenheit. Neubauten entsprechen sehr häufig dem Baustil, der durchgängig in ganz Europa zu finden ist. Starnberg hatte in seiner alten Bausubstanz immer harmonische, leicht städtisch geprägte Bauten, die sich gut in die bayerische Heimat einfügten. Sie werden zunehmend ersetzt durch gesichtslose Bauten, die keiner Region mehr zugeordnet werden können.

 

 

Wir appellieren an den Stadtrat Starnberg nicht noch gesichtsloser zu machen, sondern wenigstens historische Gebäude zu erhalten, die in städtischem Besitz sind und damit dem Zugriff von Bauspekulanten entzogen, denen das Erscheinungsbild Starnbergs gleichgültig ist.“