Der Starnberger Rechtsanwalt Hans-Peter Tauche hat im Namen einer Mandantin, die auch in der kalten Jahreszeit ihrem Hobby, dem Schwimmen und Kneipen im Starnberger See nachgeht, einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht München gestellt. Ziel ist die Aufhebung der Sperrung der Stege am See, die nun schon seit mehreren Wochen ununterbrochen besteht. Insbesondere geht es um die Stege am Undosa und am Steininger Grundstück.

Das Landratsamt hatte die Sperrung aus Infektionsschutzgründen anlässlich der Corona-Pandemie verfügt. Die Kommunen im Landkreis sind dem nachgekommen. Vorangegangene Versuche, sich mit Landrat Stefan Frey über die Aufhebung der Maßnahme zu verständigen, sind laut Tauche fehlgeschlagen. Der Rechtsanwalt verweist auf neuere Berichte, nach denen Aerosolforscher kein relevantes Ansteckungsrisiko sehen, wenn sich Menschen im Freien treffen. „Die ungehinderte und unkontrollierte Bewegung im öffentlichen Raum gehört zu den grundlegenden bürgerlichen Freiheiten in einem demokratischen Gemeinwesen.“ schreibt er dem Gericht. Er halte das Verhalten für „willkürlich“ und „unverhältnismäßig“. Die Stege seien durchgehend gesperrt, also auch dann wenn es wegen schlechten Wetters nicht zu Ausflugsverkehr an die Seen komme. Zudem gebe es bisher keine Aussagen, wie lange die Sperrungen noch aufrecht erhalten bleiben sollen. Dies obwohl die Badesaison nahe. Einige Bürger hätten bereits Bußgelder berappen müssen, weil sie die Sperren missachtet hatten.