Als „Paukenschlag“ für Starnberg hatte die damalige Bürgermeisterin Eva John das Projekt „moosaik – das verbindende Quartier“, das in den nächsten Jahren einen beträchtlichen Teil des heutigen, eher unansehnlichen Gewerbegebietes in ein städtebauliches Vorzeigequartier verwandeln wird, Ende 2019 bei der ersten Präsentation der Pläne bezeichnet. Nach laufenden Gesprächen zwischen dem Rathaus und den beteiligten Flächen-Eigentümern ab April 2015 war eine Planung herausgekommen, „die begeistert“. Beitrag der Stadt werde sein, so versprach es John, „das Projekt gern und zügig auf seinem Weg zu begleiten. Das ist bisher geschehen und wurde ab Mai 2020 auch von John’s Amtsnachfolger Patrick Janik so fortgeführt.  Ergebnisse stellten die Vertreter der Investoren-Familien Houdek und Baasel heute Vormittag der Presse vor. Heute Abend soll der Bauausschuss des Stadtrates den Startschuss in das notwendige Verfahren zur Änderung von Bebauungs- und Flächennutzungsplan geben, mit dem 80000 Quadratmeter Geschossfläche möglich werden könnten. Die Ziele dafür hatte der Ausschuss bereits im Dezember 2020 festgelegt (siehe Moosaik – wichtiger Schritt geglückt). Erster Schritt ist nun die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, sprich der Bürger sowie der Träger öffentlicher Belange.

Rudolf Houdek umriss noch einmal die Aufgabe, die es zu schultern gilt, wenn „moosaik“ Wirklichkeit werden soll. Harte Arbeit liege bereits hinter den beteiligten Planern und den sie begleitenden Experten, die sich mit einem hochkarätig zusammengesetzten Beirat eingebracht hätten. In Zukunft solle der Bereich zwischen dem Rand zum Leutstettener Moos im Norden und der Moos- sowie der Münchner Straße (B2) bis auf Höhe der abbruchreifen Fleischfabrik Houdek kein reines Gewerbegebiet wie heute mehr sein, sondern auf den insgesamt 35000 Quadratmetern Raum für Wohnen, inklusive Seniorenwohnen und Pflege, Arbeiten und Leben bieten. Wie berichtet ist auch ein neuer Standort für Feuerwehr und Rettungsdienst in dem Quartier Wunsch der Stadt. „Wir sind uns der verantwortungsvollen Aufgabe bewusst“, versicherte Rudolf Houdek und nannte die Bereiche Städtebau, Wegeführung, Nutzungen, Gestaltung, Grün und Anbindung des Quartiers an das Leutstettener Moos, bei dem es sich um eine höchst geschützte FFH-Fläche handelt. Sein Cousin Robert Houdek berichtete, man habe die letzten 18 Monate „richtig angepackt“. Durch die Diskussionen und den Rat der Experten sei das Projekt „wesentlich besser geworden“. Während man zu Beginn mit einer Interessensgemeinschaft mehrerer Grundeigentümer angetreten sei, würden nun alle Interessen in der „Moosstraße Immobilien GmbH & Co KG“ gebündelt. Die dafür notwendigen notariellen Verträge seien inzwischen abgeschlossen, so dass man in der Lage sei, das vorbildliche, auf den Schultern ganz vieler Menschen entwickelte Quartier auch wirklich durchzuführen.

Flächen und Engagement eingebracht haben auch der Laserphysiker Carl Baasel und seine Tochter Susy. Der 80Jährige Baasel erinnerte sich an die Anfänge des Starnberger Gewerbegebietes: „Es wuchs wie Kraut und Rüben, weil es am Moos viel Platz gab. Gebaut wurde nach dem freien Spiel der Kräfte.“ Ihm, der jahrelang seine Firma an der Petersbrunner Straße hatte, habe die Gestaltung „nie  so richtig zugesagt“. Auch seien ihm die bisherigen Bebauungsplanvorgaben zu restriktiv erschienen: „Man durfte keine Kindertagesstätte bauen, nicht hoch bauen und nicht wohnen.“ So sei für ihn die Idee des „moosaik“ eine Erlösung gewesen. Er bedankte sich bei den ursprünglichen Eigentümer-Familien, auch der Familie Hauser, die über ihren Schatten gesprungen seien um das neue Stadtquartier zu ermöglichen. Susy Baasel legt nach eigenen Worten als Architektin lange schon den Fokus auf soziale Fragen: „Welche Funktion muss Architektur übernehmen, wie kann man ein Gebiet mit Leben füllen?“ Ihr und dem federführenden Büro „Kehrbaum Architekten“ seien die folgenden Dinge besonders wichtig: Gebaut werden solle mit viel Holz und Grün Ressourcen schonend, Gebäude müssten für verschiedene Nutzungen offen sein, sich ansiedelnde Betriebe Ressourcen schonen, Grünflächen wirklich durchgängig sein und hohe Aufenthaltsqualität bieten. Die Oberfläche im Quartier solle autofrei werden, Wohnen, Arbeiten und sonstiges Leben miteinander vereinbar machen und zudem die 15-Minuten-Stadt, also eine Stadt der kurzen Wege bieten. Der Einsatz des Expertenbeirates habe zu einer „Schärfung des Projektes“ geführt, lobte sie.

Architekt Klaus Kehrbaum erläuterte die Abkehr von der früher maßgeblichen „Charta von Athen“, die Quartiere getrennt nach Nutzungen propagiert habe, verbunden durch Verkehrswege. Heute gelte es dagegen, Nutzungen zu stapeln und Verkehr so weit es geht zu vermeiden. Für ihn sei der Expertenbeirat, bestehend aus den Professoren für Städtebau, Architektur und Landschaftsarchitektur, Franz Pesch, Markus Allmann sowie Susanne Burger, dem Experten für Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik Thomas Auer, für den Bereich Verkehr und Mobilität Klaus Bogenberger und für Landschaftsarchitektur und Ökologie Michael Schober, „ein Geschenk“ gewesen. Dank ihnen traue man sich jetzt unter anderem, im Zentrum des Quartiers auf einen belebten Platz eine städtebauliche Dominante in Form eines achtstöckingen Gebäudes zu setzen – „vielleicht mit Aussichtsplattform oder Gastronomie auf dem Dach“. Die öffentlich gemachten Planungen hätten bereits zu zahlreichen Anfragen von Starnbergern, aber auch nationalen und internationalen möglichen künftigen Nutzern geführt. Deshalb sei es, so Kehrbaum, auch möglich „schon ganz bald“ mit dem 1. Bauabschnitt zu beginnen. Geplanter Fertigstellungstermin 2025. Für ihn ist auch begrüßenswert, andere Architekten auf dem Projektgebiet tätig werden zu lassen. Das garantiere den Investoren höchste Qualität. Funktions- und Parkdeck würden in ein erstes und zweites Untergeschoss verlegt, wobei Kehrbaum schon ankündigte, sich nicht an den Starnberger Stellplatzschlüssen halten zu wollen, denn es solle ein „ganz ausgeklügeltes Mobilitätskonzept“ geben, das das Auto eher überflüssig mache. Ziel ist ebenfalls ein energieautarkes, klimaneutrales Quartier. Das Landschaftsarchitekturbüro „TOPOTEK1“ arbeitet an „Moosgärten (Feuchtbereiche), Plänen mit Klimabäumen gegen drohende Überhitzung, einem Birkenhain und Dachbegrünungen“. Der Steg, der 2019 bei der ersten Vorstellung so viel positive Resonanz erzeugt hatte, ist laut Kehrbaum „noch in der Diskussion, muss aber noch einige Hürden nehmen, weil er südlich der B2 auf fremden Grund landet“. Zur Erläuterung: Ursprungsidee war, ganz im Sinne des Namensteils „verbindendes Quartier“ einen Steg für Fußgänger und Radfahrer vom Hauptplatz des moosaik über die verkehrsreiche Münchner Straße (B2) hinüber auf den Geh- und Radweg entlang des Landratsamtes münden zu lassen, somit das neue Quartier gut an Stadt und See anzubinden. Dafür müsste der Landkreis  Fläche zur Verfügung stellen, was bisher dem Vernehmen nach von der Behörde nicht gern gesehen wird. Aber der Steg würde für die Öffentlichkeit und die Bürger gerade nach der Verschlechterung ihrer Querungsmöglichkeiten über die B2 durch den bereits erfolgten Umbau des Nordzulaufs zum geplanten B2- Tunnel eine enorme Verbesserung bedeuten. Eigentlich eine Aufforderung an die Starnberger Stadträte, sich ganz besonders für diesen Steg und seiner Realisierung einzusetzen. Kehrbaum hofft, dass die Änderung des Bebauungsplanes in eineinhalb Jahren Planungsreife erlangt hat, damit mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden kann (Abbruch der Altgebäude ab 2022). Nach früherer Aussage von Rudolf Houdek soll dies der Bereich am Rand des Mooses sein, wo heute noch ein leerstehendes Hochhaus und andere mehr oder weniger ungenutzte Gebäude stehen. In drei bis fünf Jahren hoffe man, dass das gesamte neue Stadtquartier zur Verfügung stehe. Eigentumswohnungen solle es übrigens kaum geben. Die Investoren wollen vermieten. Der Anteil der neu geschaffenen Wohnungen könnte bis zu 50 Prozent des Gebietes ausmachen. Kosten wollte Kehrbaum nicht nennen. Das verbiete sich schon wegen dem bekanntermaßen schwierigen Starnberger Untergrund. Man wisse bereits, dass von Kies bis Seeton und Schlick alles angetroffen werde, weshalb spezielle Tiefbaumaßnahmen nötig würden.

Bürgermeister Janik sieht im Projekt „moosaik“ ein „Viertel mit Entwicklungsmöglichkeiten“. Für einen Bürgermeister sei es ein „dankbares Projekt“, denn er habe es mit professionellen Partnern zu tun. Erfreulich nannte Janik auch die einhellige Unterstützung aller politischen Fraktionen im Stadtrat. Den Schritt heute Abend im Bauausschuss  bezeichnete er als „Baustein der Starnberger Wirtschaftspolitik“. Er wollte sich aber vorerst nicht auf einen festen Zeitplan für das Bauleitplanverfahren festlegen.

Der Öffentlichkeit werden die Investoren umfangreiche Möglichkeiten zur Information und Teilhabe anbieten. Anfang August 2021 erscheint das „moosaik-Journal“, das Fakten und Hintergründe der Planung darstellt sowie über den Baufortschritt informiert. Unter dem Projektnamen „moosaik“ ist zudem eine Webseite geplant, mit deren Hilfe sich Interessierte einen digitalen Infobrief per E-Mail bestellen können. Infos über Social Media werden alles ergänzen. Auch auf der Homepage der Stadt Starnberg werden im Rahmen der frühzeitigen Bürger- und Trägerbeteiligung alle Pläne, die das Rathaus sechs Wochen lang öffentlich auslegen wird, einsehbar sein.

 

 

 

Lesen Sie auch den Bericht des Blogs „Lokales aus Starnberg“, der nach der ersten Präsentation von „moosaik“ erschienen war:

Gewerbegebiet Nord – Ein Stück Zukunft (13.1.20)

Es tut sich etwas sehr Positives in Starnberg. Statt des durch jahrzehntelangen Stillstand im Gewerbegebiet Nord entstandenen eher unerfreulichen Anblicks der alten Produktionshallen der Firma Houdek und der benachbarten „vereinigten Hüttenwerke“ soll, wenn alle Beteiligten weiter an einem Strang ziehen, bis 2028 ein völlig neues, nachhaltig entwickeltes Quartier mit Angeboten an Arbeitsplätzen, Firmenstandorten, Wohnraum, Freizeiteinrichtungen und voraussichtlich sogar einer neuen Bleibe für Feuerwehr und Rotes Kreuz entstehen. „Das neue Jahr beginnt mit einem Paukenschlag“, formulierte es Bürgermeisterin Eva John heute vormittag bei der ersten Präsentation der Familie Houdek für die Öffentlichkeit. Dem Stadtrat waren die Ideen bereits im November in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt worden. Die Reaktionen der Fraktionen sind durchwegs positiv ausgefallen. Große Freude auch bei Christoph Winkelkötter, dem Chef der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusförderung des Landkreises.

Initiatoren des Projektes, das den Namen „moosaik – das verbindende Quartier“ trägt, sind die beiden Cousins Rudolf und Robert Houdek, die Enkel des legendären, 2008 verstorbenen Firmengründers auf Starnberger Boden und Mäzäns für den Fußballverein Bayern München, Rudolf Houdek und dessen Bruder Robert. Die gleichnamigen Enkel führen seit 2004 die „Rudolf und Robert Houdek GmbH“ mit Sitz an der Moosstraße 8 in Starnberg als Geschäftsführer. Herausragendes Markenprodukt, mit dem schon der Großvater und sein Cousin 1926 bei den Firmenanfängen in Böhmen Erfolg hatten, ist die heißgeräucherte Salami mit dem bekannten Namen „Kabanos“. Dazu kamen andere Wurstspezialitäten. Nach dem Zweiten Weltkrieg landeten die damaligen Houdeks als Flüchtlinge in Starnberg und bauten hier schnell, ausgehend von ihrer Metzgerei, eine eigene Ladenkette im Starnberger Umland auf. Die Firma brauchte Platz, und so entstand ab 1962 der Produktionsstandort an der Moosstraße im heutigen Gewerbegebiet. Als in den 90er Jahren Investitionsentscheidungen zu treffen waren, wogen die Firmeninhaber ab. Bessere Bedingungen als in Starnberg wurden ihnen in Arzberg in Nordbayern angeboten. „Eine Erweiterung am hiesigen Standort schien damals von der Stadt Starnberg nicht so gewünscht“, sagte Rudolf Houdek heute. Die Produktion ging also nach Norden, aber die Muttergesellschaft mit Verwaltung und Vertrieb blieb in Starnberg, was auch so bleiben soll. Insgesamt macht die GmbH pro Jahr 125 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 480 Mitarbeiter. Sie gehört zu den Top 20 ihrer Branche in Deutschland. Mit Blick auf die Zukunft wollen Rudolf und Robert Houdek nun aber für sich und ihre Familien ein zweites Standbein entwickeln, das „moosaik“. Der neue GmbH-Firmensitz, möglichst konzentriert auf der Fläche des schon lange leer stehenden Wohnheims für damalige Mitarbeiter sowie der beiden Alu-Garagen nördlich der Petersbrunner Straße, sollte, wenn es nach ihren Wünschen geht, bereits in sechs Jahren fertig sein. Dann feiert die Firma Houdek nämlich ihr 100jähriges Bestehen. Dem fast

wie ein ganz neues Stadtviertel anmutenden Projekt auf dem Gelände der alten Produktions- und Verwaltungsgebäude auf der Südseite sowie auf dessen Nachbarflächen, räumt man noch zwei weitere Jahre Bauzeit ein. Das sollte 2028 bezogen werden können.
Ein schwieriger Weg sei es bis heute gewesen, resümierte Rudolf Houdek. Die Firmengrundstücke waren in der Hand ihrer Väter und sollten nach dem Umzug der Produktion nach Arzberg an einen Investor verkauft werden. Das habe ihm und seinem Cousin Robert Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte beschert, bis sie sich „mutig“ entschlossen hätten, in letzter Minute in den schon fertigen Kaufvertrag einzusteigen. Danach gab es viele Anfragen von Interessenten für die Flächen, deren Einzelhandelsprojekte jedoch nicht auf die Zustimmung der politischen Gremien der Stadt Starnberg stießen. Wer sich erinnert: Damals arbeitete der Stadtrat nach der erfolgreichen Verabschiedung des Rahmenplans für die Stadt an einem „Campus Starnberg Plan“ zur Entwicklung des Gewerbegebietes, hin zu einem hochwertigen Hightech-Standort. Einzelhandel war da nicht erwünscht. Die Pläne waren schön, hatten nur den Schönheitsfehler, dass sie nicht auf die Zustimmung der Grundstückseigentümer stießen und somit nur in äußerst bescheidenem Umfang überhaupt realisiert wurden. Am Ende der Petersbrunner Straße blieb alles wie es war. Der Ausdruck des Volksmunds „Vereinigte Hüttenwerke“ spricht für sich. Dort haben sich zahlreiche kleinere Firmen angesiedelt, denen im geplanten neuen Quartier wieder Flächen angeboten werden sollen. „Uns wurde klar, das wir ohne unsere Nachbarn nichts entwickeln würden können“, so Rudolf Houdek. Gewonnen haben sie inzwischen Carl Ferdinand Baasel, Harald Wimmer, Josef und Peter Kirchmayr sowie Monika und Peter Hauser. Mit ihnen schlossen sie sich zur „Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer“ zusammen und machten sich auf die Suche nach Bauprofis und sonstigen Experten, die helfen können, die Idee für das Projekt, das die Umgebung der Moosstraße aufwertet, das Gebiet mit dem See verbindet, Unternehmen attraktive Standorte und den Menschen Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, öffentliche Einrichtungen und ein vielfältiges Freizeitangebot bietet, zu realisieren. Die sind inzwischen gefunden: Die Scherbaum Unternehmensgruppe, Bernd Schwarz Projektentwicklung, die Kommunikationsberaterin Alexandra Goldfuss und für Kommunikation & Konzepte „textbau.media“. Architekt soll Klaus Kehrbaum aus München sein.
Robert Houdek war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass er und sein Cousin nicht nur ein Studium absolvieren mussten, sondern von ihnen auch der erfolgreiche Abschluss einer Metzgerlehre verlangt worden war, bevor sie ins Geschäft einsteigen durften. Ihre grundlegende Erfahrung deshalb: „Wichtig waren immer die Leute – die Firma besteht nur aus Menschen.“ Motivierte Mitarbeiter bekomme man jedoch nur, wenn man mit besonderem Charme punkten könne, besonders in einem Ballungsraum wie rund um München. Deshalb solle „moosaik“ eben auch Wohnungsangebote und Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie für die Einnahme eines Mittagstisches integrieren. So muss im ersten Schritt nun der Bebauungsplan geändert werden, der diese Nutzungen nicht ohne weiteres zulässt. Eingedenk der Tatsache, dass Houdek der erste Betrieb gewesen sei, der Bio-Produkte auf den Wurstmarkt gebracht und auf Regionalität geschaut habe, der in Arzberg ein Energieeffizienzprogramm auflegte, sprich: an die folgenden Generationen denke, sollen für das neue Quartier nur energiesparende Baukonzepte, Energieeffizienz, naturbelassene, ökologisch vertretbare Baumaterialien und langlebige Innenaustattungen in Betracht kommen. Eine entscheidende Rolle müsse der Baustoff Holz spielen. Teil der Planung sei auch ein hochwertiges Freiraumkonzept. „Wir wollen und stehen für Qualität“, versicherte Robert

Houdek. Ihr Projekt solle Impulse geben für die Entwicklung des Umfeldes. Er und sein Cousin hätten sich zudem Gedanken gemacht über Verbindungen vom neuen Quartier zum See. Erste Visualisierungen ihrer Ideen zeigen eine Brücke, die die Bundesstraße 2 überspannt und so Gelegenheit gibt, vom heutigen Gewerbegebiet zu Fuß oder per Rad den See zu erreichen. Richtig festgelegt sei aber noch nichts. Politik und Bürgerschaft würden einbezogen und sollten ständig über den Stand der Planungen informiert werden. Am 23. Januar 2020 erfolge die Präsentation im Bauausschuss des Stadtrates, bis 2022 hoffe man einen Bebauungsplan als Grundlage für den Baubeginn zu haben, um dann 2028 ferig zu werden. „So unser idealtypischer Pfad“, schloss Robert Houdek. Bürgermeisterin Eva John fand, die Familie sei „sehr, sehr mutig – und Mut muss belohnt werden“. Houdeks hätten nicht nur für sich gedacht, sondern die Nachbarschaft eingebunden und überzeugt, die besonderen Potenziale des Gewerbegebietes zu schätzen. Entstanden sei durch laufende Gespräche zwischen Rathaus und Eigentümern ab April 2015 eine Planung „die begeistert – wirklich absolut schön, was hier entstehen kann. Das wird ein städtebaulich hochwertiger Standort“. Der Stadtrat habe bei der Vorstellung im November schon seine Zustimmung erkennen lassen, auch zu dem Mix an Nutzungen, so dass im 35000 Quadratmeter umfassenden Quartier viele Aufgaben erfüllt werden könnten. John bedankte sich dafür, dass die Eigentümer hohe Verantwortung zeigen. Diese wollen die Grundstück übrigens in eigener Hand behalten. Das Projekt zeuge von großem Unternehmergeist und von Heimatverbundenheit. Beitrag der Stadt werde sein, es gern und zügig auf seinem Weg zu begleiten. Der erste Meilenstein sei bereits erledigt – der Aus- und Umbau der Petersbrunner Straße. „Auftakt für eine ganz besondere Quartiersentwicklung“, freute sich John.