Eine Mitteilung der IHK:

Starnberg – Die Corona-Krise hat im vergangenen Jahr die Gewerbesteuereinnahmen im Landkreis Starnberg deutlich einbrechen lassen. Das Aufkommen schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um rund 23 Prozent auf mehr als 87 Millionen Euro, vor Abzug der Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder. Keiner der Kommunen im Landkreis erhöhte oder senkte den Gewerbesteuerhebesatz im Jahr 2020. Dieser lag im Landkreis im Durchschnitt bei 309 Prozent, so eine Auswertung der IHK für München und Oberbayern.
In ganz Oberbayern lag der Durchschnitts-Hebesatz unverändert bei 335 Prozent. Sechs von 500 oberbayerischen Gemeinden erhöhten im Vergleich zu 2019 ihre Gewerbesteuerhebesätze. Senkungen des Hebesatzes gab es dagegen in zwei Gemeinden. Mit einem Hebesatz von 340 Prozent ist Gilching Spitzenreiter bei der Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes im Landkreis. Am anderen Ende der Skala steht Pöcking. Dort liegt der Hebesatz bei 240 Prozent. Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben.
„Die Corona-Krise hat die Betriebe in vielen Branchen äußerst stark belastet. Keinesfalls darf die aufkeimende Erholung durch ein unzeitgemäßes Drehen an der Steuerschraube bedroht werden. Die Betriebe brauchen ihre Liquidität jetzt vor allem für Investitionen. Die Wirtschaft setzt auf das Augenmaß der Kommunen, da diesen bei finanziellem Bedarf Bund und Länder unter die Arme greifen können“, sagt Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg. „Ein niedriger Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren und führt nachhaltig zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung mit entsprechenden Steuereinnahmen.“
Grundlage der IHK-Auswertung sind die Daten zu den Gewerbesteuerhebesätzen und Gemeindefinanzen, die regelmäßig vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlicht werden.