Unter großer Anteilnahme hat gestern am Waldfriedhof die Trauerfeier für den in der vergangenen Woche verstorbenen ehemaligen Geschäftsführer des Bayerischen Bankenverbandes, langjährigen Starnberger Stadtrat und Vorsitzenden der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS), Professor Dr. Günther Picker, stattgefunden (siehe auch Nachruf für Prof. Dr. Günther Picker). Die Trauergäste waren so zahlreich, dass gut die Hälfte von ihnen in der Aussegnungshalle keinen Platz fanden und die Feier von draußen verfolgten.

Der evangelische Pfarrer der Gemeinde Berg, Johannes Habdank, bezeichnete den Verstorbenen als „voll präsent, wie er es immer war“. Nun lebe er eben in der Erinnerung weiter. Pickers Bestreben sei stets gewesen, „dass es allen gut geht“. Und vor nicht langer Zeit habe dieser sein persönliches Resümee so gezogen: „Ich habe viel erlebt und viel aus meinem Leben gemacht.“ Dies spiegelten die verschiedenen Trauerreden wider. So sagte Pickers ältester Sohn Günther: „Unser Vater hat aus seinem Leben herausgeholt, was möglich war.“ Alles habe ihn mit großer Leidenschaft erfüllt. Ihm sei es immer um Gerechtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit und eine gewisse Dankbarkeit gegangen. Unstimmige Argumentationen konnten ihn auf die Palme bringen. Der Sohn gewährte Einblicke in das Pickersche Familienleben, bezeichnete seinen Vater als „gesellig, mit einer Schwäche für Witze und Zaubertricks“. Er erinnerte sich an die ausgedehnten Reisen der Familie zu weltweiten Zielen, vor allem in Asien und Afrika, oder glückliche Zeiten am Genfer See und daheim in Starnberg. Aber auch an zahlreiche Schicksalsschläge, die seine Eltern erlitten hätten.

Bürgermeister Patrick Janik konzedierte dem Verstorbenen, dass dieser sein Stadtratsmandat zu allen Zeiten „richtig ernst“ genommen, der Starnberger Kommunalpolitik seinen Stempel aufgedrückt habe. Mit dem Talent ausgestattet, den Finger in die richtige Wunde zu legen, sei Picker „ein großer Kaliber der Stadtpolitik“ geworden, stets mit offenem Visier unterwegs. Der Erfolg der WPS habe ihm Recht gegeben.

Dr. Klaus Huber, Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro  Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI), und ebenfalls ehemaliger WPS-Stadtrat, erinnerte an die zwölf Jahre, die Picker mit „scharfem juristischen Verstand und wortgewaltig“ Mandatsträger gewesen war. „Starnberg war seine Stadt. Er wollte sie erhalten wissen, vor allem für die Starnberger Bürger“, so Huber. Bürgerinteressen hätten für Picker stets Vorrang vor Immobilieninteressen gehabt: „Er ließ sich nicht beirren und scheute keine Auseinandersetzung. Für seine Mitstreiter war er unermüdlich im Einsatz“, schloss Huber.

Pfarrer Habdank zitierte am Ende der Trauerfeier Gedanken von Dietrich Bonhöffer zum Thema Abschiednehmen. „…Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das Vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich …“