Die ehemalige FDP-Stadträtin Iris Ziebart hat in der Sondersitzung des Stadtrates zum Thema Tunnel zu Beginn unter der Rubrik „Bürger fragen“ nachgehakt, warum der Am Wiesengrund seit langem geplante Geschosswohnungsbau sowie Eigentumswohnungen für nicht so betuchte Starnberger schon seit langem auf Eis liegt, sie dagegen in der Zeitung lesen konnte, dass die Flächen der ehemaligen Gärtnerei im Park des Almeida-Anwesens mit noblen Villen für zahlungskräftige Immobilieninteressenten bebaut werden dürfen. Und das schon ziemlich bald. Denn der Bauausschuss hat diese Woche gegen die Stimmen von BMS und WPS trotz überlasteter Bauverwaltung im Rathaus die Aufstellung eines Bebauungsplanes im vereinfachten Verfahren beschlossen. Verwunderlich auch deshalb, weil die Stadt die Gärtnerei-Flächen erst in diesem Jahr mit hohen Kreditmitteln erworben hatte und der Grünzug bisher kein Bauland war. In der lokalen Presse war spekuliert worden, die Stadt könne mit diesem Vorgehen für ihre klammen Kassen bis zu zweistellige Millionenbeträge erlösen. Bürgermeister Patrick Janik versuchte Ziebart abzukanzeln. Sie müsse als langjährige Stadträtin doch den Unterschied zwischen einem rechtskräfigen Bebauungsplan wie am Wiesengrund und einem fehlenden Bebauungsplan wie im Bereich Almeida-Anwesen unterscheiden können. Was dies mit ihrer Frage nach den Prioritäten des Rathauses zu tun habe, machte Ziebart, die selbst erfahrene Architektin ist, ratlos. Welchem der beiden Projekte er nun Priorität einräumt, beantwortete Janik nicht.