Auf Ardelt folgt Landwehr

Einen Wechsel hat es Ende Juli in der Stadtratsfraktion der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) gegeben. Aus gesundheitlichen Gründen hatte der 82jährige Maximilian Ardelt Anfang des Monats gebeten, sein Mandat niederlegen zu dürfen. Am 25. Juli 2022 vereidigte Bürgermeister Patrick Janik Ardelts Nachfolger, den 48jährigen Unternehmensberater Michael Christian Landwehr im Stadtrat.

Ardelt hatte dem Gremium und seinen Ausschüssen seit der Kommunalwahl 2014 angehört. Er war außerdem Vorsitzender des Bürgervereins „Schöner zum See“, der nun von der ehemaligen FDP-Stadträtin Iris Ziebart geführt wird. In diesen Eigenschaften war Ardelt auch viele Jahre Mitglied des Verhandlungsteams des Stadtrates mit der Bahn in Sachen Seeanbindung gewesen.

Landwehr kam nach dem denkwürdigen Stadtratsbeschluss vom Februar 2017 in Berührung mit der Starnberger Stadtpolitik. Damals setzte eine von CSU und UWG angeführte Mehrheit dank fünf Umfallern entgegen der Mehrheitsverhältnisse nach der wegen Auszählungsfehlern wiederholten Kommunalwahl 2015 durch, dass sich der Stadtrat für den Bau des B2-Tunnels aussprach und den Bund um Baubeginn und Finanzierungszusage dafür bat. Die von BLS, WPS, BMS und FDP ursprüngliche Mehrheit für die Realisierung einer ortsfernen Umfahrung für Starnberg war damit verloren. Landwehr sagte dazu, der Wählerwille und Wählerauftrag sei so ins Gegenteil verkehrt worden, denn die Kommunalwahl 2015 sei eine Richtungswahl gewesen. Mit Gleichgesinnten gründete er den Verein „Starnberg bleibt oben“, der sich die Verhinderung des Tunnels auf die Fahne geschrieben hatte. Sein Ziel, gemeinsam mit der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel ein entsprechendes Bürgerbegehren durchzuführen, scheiterte nach der Ablehnung der Zulässigkeit durch die Stadtratsmehrheit auch vor dem Verwaltungsgericht München. Gegen dessen Entscheidung erhoben jedoch beide Bürgervereine Klage. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) schrieb der Stadt in der zugelassenen Berufungsverhandlung ins Stammbuch, dass eine Kommune sehr wohl das Recht habe, ungeliebte Bauvorhaben übergeordneter Staatsgliederungen – in diesem Fall des Bundes – abzulehnen und diese nicht zu unterstützen. Der VGH riet zu einem neuen Bürgerbegehren mit neuer Fragestellung, für das die beiden Vereine 1700 Unterschriften einsammeln konnten. Doch erneut verhinderte die um die fünf  Umfaller verstärkte Stadtratsmehrheit dessen Durchführung, indem sie unter Federführung von Stefan Frey (CSU) die Anliegen des Bürgerbegehrens übernahmen. Sie hoben den Stadtratsbeschluss pro Tunnelbau von Februar 2017 auf  – weil der Bund den Bau ohnehin bereits begonnen habe, das damalige Ziel also erreicht sei – und beschlossen „umgehend“ weitere Schritte zur Realisierung der ortsfernen Umfahrung vorzunehmen. Was daraus geworden ist, konnte man jüngst sehen, als alle weiteren Schritte in Richtung Umfahrung auf Eis gelegt wurden (siehe Umfahrung bleibt untot). Seither hat die Starnberger Stadt- und Verkehrspolitik Michael Christian Landwehr nie wieder losgelassen. Ab sofort sitzt er jetzt als Mitentscheider am Ratstisch.

 

 

Wer noch mal genauer wissen will, wie das mit den beiden Bürgerbegehren damals war, kann es hier nachlesen:

Rat verweigert 2. Bürgerbegehren (11.10.19)

 

Die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat müssen heftige Angst vor dem Votum der Starnberger Bürger haben. Es wird am 24. November 2019 erneut keinen Bürgerentscheid  „Kein Tunnel in Starnberg“ geben. Zum zweiten Mal hat die Mehrheit der Stadtratsfraktionen aus CSU, UWG, SPD, Grünen und DPF die Zulassung des Bürgerbegehrens verweigert, das im Gegensatz zum ersten Anlauf zuvor vom Anwalt der Stadt, Volker Gronefeld, und dem Landratsamt für zulässig erklärt worden war. Diesmal mittels eines juristischen Schachzugs, der von langer Hand gut vorbereitet gewesen sein muss. Kritiker sprechen von „Winkelzügen“. Wortführer der Mehrheit war erneut CSU-Stadtrat Stefan Frey, der im kommenden Jahr bei der Kommunalwahl am 15. März als Kandidat für die Nachfolge von Landrat Karl Roth antritt. Die Reaktionen unter den Zuschauern der Ratssitzung waren gemischt. Aus dem Lager hinter Freys Sitzplatz gab es für seine Ausführungen Beifall, aus dem gegenüber sitzenden Lager mit vielen Mitgliedern der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ ungläubiges Staunen und deutliche Missfallensbekundungen beziehungsweise Beifall zu den Äußerungen der Vertreter von WPS, BMS und FDP, die das Vorgehen der Mehrheit kritisierten.

Die Zeitungen und eigenen Mitglieder waren offensichtlich schon vor der Sitzung informiert worden, der Stadtverwaltung und den Ratskollegen von WPS, BMS und FDP präsentierte Frey den zwei Din A 4-Seiten langen Antrag, den auch Johannes Bötsch von der BLS unterstützt hatte, erst in der Sitzung. Bürgermeisterin Eva John, genauso überrascht, unterbrach die Sitzung für ein paar Beratungsminuten. Im ersten Schritt setzte die Mehrheit durch, dass der Tagesordnungspunkt, der den Neuerlass der Satzung zur Durchführung von Bürgerbegehren bringen sollte, zunächst nach hinten verschoben wurde, später dann zur Vorberatung in die Fraktionen verwiesen und somit zurückgestellt wurde. Frey verteilte den Antrag zum Bürgerbegehren im Saal und sagte dann, er habe diesen erst so kurzfristig auf den Tisch legen können, weil ihm die Beurteilung von Gronefeld und Landratsamt zur Zulässigkeit dieses Bürgerbegehrens erst vor zwei Tagen vom Rathaus zugesandt worden sei. Er und seine Mitstreiter wollten nun dem Anliegen der Unterstützer des Begehrens nachkommen, und den Beschluss des Stadtrates vom 20. Februar 2017 aufheben.

Zur Erinnerung:

An diesem Datum hatte Frey mit Hilfe von fünf ihre Ablehnung des Tunnels aufgebenden Stadträten dafür gesorgt, dass dem damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) von der Stadt mitgeteilt werden musste, dass sich die Stadt für den Bau des B2-Tunnels entschieden habe und der Bund  um dessen Realisierung gebeten werde (siehe Eine denkwürdige Sitzung). Dobrindt gab in der Folge die Bundesmittel für den Bau frei und erteilte die Genehmigung zum Baubeginn. Im Juli 2018 folgte der Spatenstich, begleitet von heftigen Protesten aus der Bürgerschaft (siehe Spatenstich – ausgepfiffen). Seitdem wurde am Finanzamt eine neue Zisterne gebaut und am nördlichen Stadteingang nahm das Staatliche Bauamt Weilheim Veränderungen an der Münchner Straße vor. Ob dies als Baubeginn für den Tunnel gewertet werden kann, ist umstritten. Der Starnberger Zahnarzt Johannes Glogger hat Klage erhoben, dass die Baugenehmigung schon am 7. September 2018 ablief und die Arbeiten, zumindest die an der B2, folglich ein Schwarzbau seien. Die Klage wird, wie gestern berichtet, im Juli nächsten Jahres vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht verhandelt. Der Ratsbeschluss vom 20. Februar 2017 – zusammengefasst unter dem Titel „B2-Tunnel bauen – ortsferne Umfahrung planen“ – hatte mehrere Teile. Das zweite Bürgerbegehren – das erste war vor dem Verwaltungsgericht und Verwaltungsgerichtshof ebenfalls nicht für zulässig erklärt worden, weil der Begriff, die Stadt solle „alles“ unternehmen, damit der Tunnel nicht gebaut wird, zu unbestimmt sei – hätte den Bürgern folgende Frage zur Abstimmung vorgelegt:

„Sind Sie gegen den Bau des geplanten B2-(Entlastungs-)Tunnels – und somit dafür, dass der Stadtratsbeschluss vom 20.02.2017 aufgehoben und an dessen Stelle die Stadtverwaltung beauftragt wird, umgehend weitere Schritte zur Realisierung einer ortsfernen Umfahrung einzuleiten?“

Im Antrag der Mehrheitsfraktionen heißt es jetzt:

„Der Stadtrat hebt unter Bezug auf die Ziffern 1 bis 3 seinen Beschluss vom 20.02.2017 formell auf. Der Stadtrat erneuert anstelle dessen seinen seit dem 20.02.2017 zu einer ortsfernen Nordostumfahrung gefassten Beschlüsse in Sinne des Bürgerbegehrens.

Der Stadtrat hat damit den Anliegen des Bürgerbegehrens gemäß Artikel 18a Absatz 14 Gemeindeordnung abgeholfen. Der Bürgerentscheid entfällt.“

Unter den Punkten 1 bis 3 des Antrags stellt die Ratsmehrheit fest:

  • Es liege im Interesse der Stadt, Starnberg zeitnah vom Durchgangsverkehr zu entlasten
  • Der Beschluss vom Februar 2017 sei ein politisches Signal gewesen an den Bund, Finanzmittel und Bau des Tunnels freizugeben. Darüber entscheide allein der Bund, der daraufhin mit der Tunnelrealisierung begonnen habe. Der Ratsbeschluss vom Februar 2017 sei insofern umgesetzt.
  • Die Bayerische Staatsregierung betrachte die Umfahrung als städtisches Projekt. Schritte zur Realisierung habe der Stadtrat der Stadtverwaltung aufgegeben. Eine Vorstudie sei beschlossen und erste Planungsleistungen vergeben worden.

Frey sagte nun, er und seine Unterstützung wollten mit diesem Vorgehen eine weitere Vertiefung der Gräben in der Stadt verhindern. Tatsächlich zieht sich der Streit, was für Starnberg besser wäre – Tunnel oder Umfahrung –  schon über 30 Jahre hin.

Michael Mignoli (BLS) sprach von „Winkelzügen“, mit denen der Bürgerentscheid umgangen werde. Seine Prognose: „Die Gegner werden sich damit nicht zufrieden geben.“ Auch Günther Picker (WPS) sprach von „Winkelzügen“, die er als rechtswidrig beurteilt: „Sie wollen verhindern, dass die Bürger in einer so wichtigen Frage ihre Meinung sagen dürfen. Die Bürger sollen geleimt werden. Das ist ein Verstoß gegen die Grundrechte der Starnberger Bürger. Wir werden deshalb auf Durchführung des Bürgerentscheids bestehen. Wenn die Mehrheit der Starnberger dann sagt, sie will den Tunnel, dann ist es okay. Wir werden das akzeptieren.“ Die Vorgehensweise der Mehrheit ist in Pickers Augen „ein ganz linker Zug“, der die Wirkung des Artikels 18a der Gemeindeordnung unterlaufe. „Herr Frey, Kompliment, sehr tricky, aber rechtswidrig“, so Picker. Er warf der CSU vor, keine Bürgerpartei zu sein, sondern im Zweifelsfall zu Gunsten der Partei zu entscheiden. Das Rechtsschutzbedürfnis der Bürger bleibe auf der Strecke..

Der den Mehrheitsfraktionen gemeinsame Bürgermeisterkandidat für den 15. März 2020, Patrick Janik (UWG), hält das Bürgerbegehren zwar auch für zulässig, aber dessen Fragestellung für „kraftlos“. Der Tunnelbau werde davon nicht aufgehalten. Hätte der Bürgerentscheid Erfolg gehabt, wäre „nichts“ passiert, und das wäre der Schaden für die Stadt gewesen. „Wir sollten nach vorn schauen. Das Thema hat uns lange genug beschäftigt“, sagte er.

Josef Pfister (BMS) erinnerte daran, dass gerade die Tunnelbefürworter immer gefordert hätten, die Gegner des Bauwerks sollten einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen, dessen Ergebnis man dann akzeptieren wolle. „Ich war schon sehr gespannt auf die Kapriolen, diesem Verfahren nun aber doch aus dem Weg zu gehen. In der Demokratie soll der Bürger entscheiden dürfen. Der Bund wollte ursprünglich nichts unternehmen, was die Starnberger Bürger nicht wollen.“ Pfister fragte: „Was ist diesem Gremium der Starnberger Bürger eigentlich wert?“ Ob der Tunnel technisch wirklich durchführbar sei, diese Entscheidung sei noch ganz weit weg.

Iris Ziebart (FDP) erinnerte daran, dass es in dem Beschluss von 2017 nur geheißen habe, die ortsferne Umfahrung zu „planen“. „Wollen Sie sie jetzt bauen, den Tunnel und die Umfahrung?,“ fragte Sie Frey, erhielt darauf aber keine Antwort. Der Wähler habe sich bei der letzten Kommunalwahl klar für die Bevorzugung der Umfahrung ausgesprochen. Es wäre demokratische Pflicht gewesen, ihn abstimmen zu lassen. „Um die Spaltung in der Stadt aufzuheben brauchen wir diesen Bürgerentscheid. Wir halten ihn zwingend für erforderlich“, so Ziebart. Erledigt sei die Angelegenheit erst, wenn das Votum der Bürger gefallen sei.

Tim Weidner (SPD) warf der Bürgermeisterin vor, sie und die Stadtverwaltung hätten die Umfahrung verzögert, weil herauskommen könnte, dass sie sich gar nicht realisieren lässt. John konterte, in der nächsten Sitzung des Projektausschusses Verkehrsentwicklung, werde man berichten, dass der Freistaat zugestimmt habe, eine Umfahrung in kommunaler Sonderbaulast zu realisieren, und dass diese im Gegensatz zu dem mehr als 200 Millionen Euro verschlingenden Tunnel nur rund 50 Millionen Euro kosten werde.

Stefan Frey lehnte es ab „auf die hier geäußerten Emotionen einzugehen“. Der Bürgerentscheid könne nichts mehr bringen, weil mit dem Tunnelbau bereits begonnen worden sei. „Wir kommen Ihrem Anliegen entgegen, ich verstehe nicht, warum Sie dem nicht Folge leisten wollen?“, sagte er.

Franz Heidinger (BLS) fand es „fast schon unverschämt“, wie die Parteien mit dem Bürger umgehen und wollte sich von denen distanzieren. Tatsache ist aber, dass die BLS gerade erst Janik als ihren Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hat. Johannes Bötsch (BLS), der den Frey-Antrag mit unterschrieben hat, erklärte, er werde diesmal nicht mit Frey stimmen. Er sei allerdings auch überzeugt, dass der Bürgerentscheid verloren gegangen wäre und die Bürger den Tunnel wollten. Maximilian Ardelt (WPS) bezweifelte, dass mit Freys Antrag dem Anliegen der Bürger nach einem Bürgerentscheid abgeholfen sei. „Mir ist unverständlich, warum ihnen diese Entscheidung vorenthalten werden soll?“

Bürgermeisterin Eva John betonte: „BMS und WPS ist es wichtig, dass der Bürger gefragt wird. Wir haben immer gesagt, dass wir das Ergebnis eines Bürgerentscheids akzeptieren werden.“

Heidinger beantragte namentliche Abstimmung, was einstimmig befürwortet wurde, Frey, dass sein Antrag zuerst abgestimmt wird (17:11). Otto Gaßner (UWG) war eigens für diese Abstimmung in den Stadtrat gekommen und verließ die Sitzung anschließend wieder. Der Frey-Antrag erhielt dann die erwartete Mehrheit von 17 zu 11 Stimmen. Der das Bürgerbegehren zulassende Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde mit dem genau entgegengesetzten Stimmenverhältnis abgelehnt (11:17). Es folgten einige Protokollnotizen. Zum Beispiel die von Ludwig Jägerhuber (CSU): „Wir haben den Beschlussvorschlag der Verwaltung abgelehnt, weil dem Anliegen des Bürgerbegehrens Rechnung getragen wird.“ Er erntete erboste Äußerungen aus dem Publikum. Picker stellte fest, das Rechtsschutzbedürfnis des Antrags der Bürger bleibe bestehen. Die Voraussetzungen für Artikel  18a Absatz 14 Gemeindeordnung seien nicht erfüllt. Pfister ließ festhalten, dass die Landratskandidaten Frey und Martina Neubauer (Grüne) sowie Bürgermeisterkandidat Janik die Bürgerrechte mit Füßen träten. Frey bedauerte diese Emotionen und sprach von „persönlichen Beleidigungen“. Ziebart beurteilte die Entscheidung als „sehr, sehr schlechtes Zeichen gegenüber der Bürgerschaft und ihrem Demokratieverständnis“. Gaßner monierte, John hätte Beifalls- und Missfallenskundgebungen aus dem Publikum unterbinden müssen. Die reagierte: „Ich empfand es nicht als störend. Dass die Besucher ihre Reaktionen kundtun, halten Sie glaube ich aus.“

Offener Brief von SzS

See and the City ….. gut gemeint

  1. August 2022
    Der Bürgerverein „Schöner zum See e.V.“ hat sich für den gesamten Bereich von der Undosa-Unterführung bis zum MRC see- und stadtseitig vorgenommen eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Gestaltung zu erreichen.
    Wir wollen die derzeitige Aktion „See and the City“ nicht mit weiterer Kritik überziehen, sondern stellen fest: Mit dem Projekt „See and the City“ sollte wohl eine Verkehrsberuhigung am Bahnhofsvorplatz versucht werden. Eine Verkehrsberuhigung, „Shared space“ oder „Begegnungsverkehr“ (aller Teilnehmer!) ist Voraussetzung für die Aufenthaltsqualität. Sie ist dringend notwendig und auch zentraler Bestandteil aller Vorschläge, die Stadt- und Verkehrsplaner, wie z.B. schon Dipl.-Ing. Andrea Gebhard, Mahl-Gebhard Konzepte (Stadtentwicklungsplan 2009), Dipl.-Ing. Janssen SHP (Verkehrsentwicklungs- plan 2016) und zuletzt („Lebendiges Starnberg“) Dipl.-Ing. Helm Andreas Heigl zusammen mit Stagenda und Dipl.-Ing. Rauscher ausgearbeitet haben. Jede Verkehrsberuhigung scheitert, solange der Durchgangsverkehr, der die Hauptstrasse umgehen will durch die Wittelsbacher und Kaiser-Wilhelm-Strasse ungehindert fahren kann!
    Leider ist dies mit dem Projekt „See and the City“ nicht gelungen. Absperrungen mit Warnbacken signalisieren Baustelle! Die Ausführungen werden dem Anspruch unserer kostbaren Lage am See und der umgebenden Denkmäler nicht gerecht, die Gestaltung ist einer Stadt wie Starnberg unwürdig.
    Das sollte allerdings nicht dazu führen, dass das Ziel der Beruhigung des Bahnhofvorplatzes und letztlich der Innenstadt, wieder aufgegeben wird. Nachdem sich nun der B2- Tunnel verzögert und in den nächsten zehn Jahren nicht damit zu rechnen ist, ist es umso wichtiger, dass Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung jetzt umgesetzt werden. Sehr viele Varianten an Vorschlägen dazu ruhen in den Schubladen im Rathaus. Es würde sich lohnen diese mit den Planern und heute gewählten Stadträten wieder aufzurufen und eine Entscheidung zu wagen!
    Jetzt und nicht erst kurz vor der nächsten Wahl, denn dann verläßt manchen der Mut.
    Die Qualität der Gestaltung des dann verkehrsberuhigten Bahnhofsplatzes wollen wir als Verein konstruktiv begleiten mit Anregungen und konkreten Vorschlägen. Dazu erwarten wir frühzeitig teilnehmen zu können, gehört zu werden und wenn nötig kontrovers mitdiskutieren zu können.

Gut essen in der Kita

Der Irmgard Stadler Kindergarten in Starnberg hat erfolgreich am Coaching der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern West teilgenommen.
Im Herbst 2021 hatte sich der Irmgard Stadler Kindergarten aus Starnberg neben drei weiteren Kindertageseinrichtungen auf den Weg gemacht, ihre Mittagsverpflegung zu optimieren. Bei der Abschlussveranstaltung auf dem Erlebnisbauernhof Hartl in Esting konnten die Verantwortlichen nun ihre Urkunde in Empfang nehmen und gemeinsam auf das vergangene Coachingjahr zurückschauen.
Mit Unterstützung von Coach Irmgard Hollering vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck identifizierten und formulierten die Einrichtungsleitung und die Verpflegungsbeauftragte des Kindergartens zunächst ihre Ziele für das Coaching sowie geeignete Maßnahmen, diese zu erreichen. Durch regelmäßige Treffen und der Teilnahme an verschiedenen Workshops konnten die gesteckten Ziele erreicht werden. Alle konnten stolz sein, dass aufgrund guter Kommunikation gemeinsam mit dem Speisenanbieter ein Speiseplan erstellt wurde, der die Empfehlungen der Bayerischen Leitlinien Kitaverpflegung zu nahezu 100% erfüllt und bei den Kindern gut ankommt. Es gelang auch, die Nachhaltigkeit in der Einrichtung deutlich zu erhöhen, indem verstärkt auf regionale und saisonale Produkte beim Einkauf geachtet wurde.
Bayernweit haben dieses Jahr 37 Kitas und 14 Schulen am kostenfreien Coaching der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Bayern teilgenommen. Ein Coach begleitet dabei die Kitas und Schulen ein Jahr bei der Optimierung ihrer Mittagsverpflegung. Bestandteil ist immer die Speiseplanoptimierung und ein Ziel zur Nachhaltigkeit, wie z.B. regionaler Einkauf, weniger Speisereste oder mehr Bioprodukte. Daneben formuliert der Coach mit dem Essensgremium individuelle Ziele, die dann im Laufe des Coachingsjahres von allen Beteiligten umgesetzt werden. So vielfältig wie die Einrichtungen waren auch dieses Jahr die Ergebnisse. Die neue Runde im Coaching Kita- und Schulverpflegung startet wieder im September.
Weitere Informationen zum Coaching und zur Arbeit der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung finden Sie im Internet unter „aelf-ff.bayern“.

Starnberger in Eckernförde

Die Stadt Starnberg verbindet seit über 50 Jahren eine Patenschaft mit der Besatzung eines U- Boots aus Eckernförde. Die Patenschaft ist lebendig und das nicht zuletzt, weil seit Jahren regelmäßige gegenseitige Besuche zwischen der U-Boot-Besatzung Delta und der Stadt Starnberg auf dem Plan stehen.
Vom 22. bis zum 25. Juli 2022 war eine zehnköpfige Delegation aus Starnberg zu Besuch in Eckernförde. Fregattenkapitän Nils Kirschall und seine Mannschaft haben den Gästen ein abwechslungsreiches Programm geboten, unter anderem eine Führung und ein Frühstück an Bord des U-Bootes, eine kleine Ausbildung für die Starnberger Gäste im U-Boot-Simulator, eine Wattwanderung in Büsum und ein Besuch des Marine-Ehrenmals in Laboe.
Dritte Bürgermeisterin Christiane Falk dankte der Mannschaft für den herzlichen Empfang und die gemeinsame Zeit: „Ich freue mich auch bereits auf den Gegenbesuch bei uns in Starnberg, der für nächstes Jahr schon fest eingeplant ist.“ Einen Stand beim Starnberger Christkindlmarkt kann die Besatzung Delta dieses Jahr voraussichtlich nicht umsetzen, da für sie demnächst ein mehrmonatiger Einsatz auf See ansteht. Die Besatzung beabsichtigt allerdings in 2023 wieder Glühwein und nordische Spezialitäten zu Gunsten wohltätiger Zwecke auf dem Christkindlmarkt anzubieten. Als Gastgeschenke hatte die Delegation Bier vom Starnberger Brauhaus und Geld zur Aufbesserung der Bordkasse dabei.

Ferienprogramm im Jugendtreff

Auch in diesem Jahr gibt es ein vielseitiges Angebot des Jugendtreffs Nepomuk in den Sommerferien, neben der Teilnahme am Sommerferienprogramm der Stadt Starnberg.
Geplant sind in der langen Ferienzeit unterschiedliche Themenwochen, wie „Urlaub im Nepomuk“ oder ein „Nepomuk Upgrade“. So können die Besucherinnen und Besucher fast jeden Tag an einer anderen Aktion teilnehmen, wenn sie möchten.
In der ersten Woche der Ferien können sich so zum Beispiel alle jungen Menschen, die das Nepomuk besuchen, fühlen wie im Urlaub. Aktionen wie Sonnencreme selbst herstellen,
Cocktails mixen oder Eis selber machen stehen auf dem Programm.
In der zweiten Woche sind alle kreativen Köpfe gefragt! ‚Was wolltet ihr schon immer in eurem Jugendtreff verändern?! Wir streichen, malern und werkeln. Ihr gestaltet euren Jugendtreff!
In der dritten Woche der Ferien findet vorrausichtlich ein Kooperationsprojekt mit dem Kreisjugendring Starnberg statt. Ein Tanz- und Theaterworkshop ist geplant. (Weitere Infos folgen, siehe Homepage des Kreisjugendring).
In der vierten und fünften Woche geht auch der Jugendtreff in die Sommerpause und startet ab dem 07.09.22 wieder mit einer „WelcomeBack“-Aktion und Burger-Grillen.
Der Jugendtreff Nepomuk freut sich sehr über eine entspannte und spannende Ferienzeit mit allen, die in den Ferien noch keine Pläne haben.
Natürlich können alle Interessierten auch so in den Jugendtreff Nepomuk kommen und das Team, sowie das Haus kennen lernen, Fragen zu den Angeboten stellen oder eigene Ideen mitbringen. Alle Angebote und Termine sind unter „nepomuk-starnberg“ im Internet oder auf Social Media zu finden.

Schaukasten im Museum

Heimat, das ist nicht nur gestern, das ist nicht nur vergangen und verstaubt, sondern auch Hier und Jetzt. Ganz in diesem Sinne haben vier Kuratorinnen insgesamt zwölf Künstlerinnen und Künstler aus der erweiterten Region eingeladen zu einer besonderen Ausstellungsreihe. Präsentationsort und Gegenstand der Auseinandersetzung ist das älteste Museumsmöbel des Museum Starnberger See – eine Vitrine, die zur Gründung des Museums angefertigt wurde. Sie trägt bis heute noch ein Schild in verschnörkelter Schrift: „Schaukasten 4“. Diesen Namen trägt auch das Projekt, für das monatlich wechselnd, jeweils Werke einer Künstlerin oder eines Künstlers in das wunderbare alte Möbelstück einziehen. Im August wird das Werk „Die zweite Umkehrung“ von der Starnberger Künstlerin Ina Kohlschovsky im „Schaukasten 4“ zu sehen sein.


Über die Künstlerin:
Ina Kohlschovsky in Starnberg geboren und aufgewachsen, studierte in München Grafik und Malerei. Sie arbeitete nach ihrem Studium vorerst als Art Direktorin in einer Agentur für CI, widmete sich jedoch auch während dieser Zeit immer wieder der Malerei. Nach 9 Jahren entschied sie sich beruflich hauptsächlich zu malen. Als Künstlerin erhielt sie einige namhafte Kunstpreise wie z. B. der Stadt Starnberg, der Kulturstiftung Karlsruhe und Esslingen und jüngst den ersten Revierkunstpreis.
In ihrer realistischen Malerei transportiert sie oft Themen, die bewegen, zum Nachdenken zwingen und Fragen aufwerfen. Aktuell entwickelte sie, angelehnt an die Fotoausstellung Wörsching, eine neue Werkreihe, die ihre Heimat in den Mittelpunkt rückt. Auch hier stellt sich die Frage: Was
tun wir Menschen? Können wir noch umkehren?


Die Auswahl für diesen „Schaukasten“ traf Annette Kienzle.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, 04. August 2022 um 18 Uhr im Museum Starnberger See in Anwesenheit der Künstlerin statt.

Moosaik vom Rat gebilligt

Eine Presseerklärung der „textbau.media“:

moosaik – das verbindende Quartier: 

 

Votum für die Vielfalt: Stadtrat billigt Konzept für Quartiersentwicklung einstimmig

 

Mit einem einstimmigen Votum hat der Starnberger Stadtrat das städtebauliche Konzept für moosaik – das verbindende Quartier gebilligt. Im Rahmen des Beschlusses wurde die Verwaltung darüber hinaus beauftragt, die Planungen für den Steg über die Münchner Straße fortzuführen. Um ein weitgehend autofreies Quartier zu ermöglichen, hat der Stadtrat auch für das Mobilitätskonzept grünes Licht gegeben. 

 

Der Starnberger Stadtrat hat die Vorarbeit der Initiatorengruppe für moosaik – das verbindende Quartier am Donnerstag, den 21. Juli 2022 im Bauausschuss mit einem einstimmigen Votum gewürdigt. Das durch Stadtbaumeister Stephan Weinl vorgestellte städtebauliche Konzept wurde seit der letzten Behandlung im Stadtrat vor rund einem Jahr insbesondere im Bereich Wohnen und Landschaftsplanung vertieft und weiterentwickelt. “Es wurde ein halbes Jahr intensiv am Städtebau gearbeitet und wir haben ein sehr gutes Ergebnis”, erklärt Stephan Weinl. Die Herausforderungen bei der Freiraumplanung sowie hinsichtlich der Verschattungen und emissionsfreier Wohnlagen konnten von den Architekten gelöst werden.

Auch Starnbergs Erster Bürgermeister Patrick Janik zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung der Planungen. “Die hohen Ansprüche der Initiatoren mit den komplexen Anforderungen an Nutzung und Gestaltung verlangen von den Planerinnen und Planern für moosaik nichts weniger als ein wahres Meisterstück für Städtebau. Von der dafür versammelten Exzellenz profitieren wir alle. Mit dem hochrangig besetzten Gestaltungsbeirat und den renommierten Architekturbüros wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt, das zweifelsfrei als Vorbild für zukunftsfähige Quartiere gelten kann. Ich freue mich, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist, um die schöne Visionen auch Realität werden zu lassen”, so Bürgermeister Janik.

Lebendige Vielfalt nach dem Vorbild des Werksviertels  

Ein neues Quartier zu schaffen, das sowohl tagsüber als auch abends von Leben erfüllt ist und dadurch ein beliebter Ort wird, hört sich in der Theorie einfach an, ist in der Praxis aber eine große Herausforderung. In vielen Neubaugebieten kann man beobachten, dass diese Herausforderung nicht leicht zu meistern ist: oft entstehen Schlafstädte, die tagsüber leer gefegt sind oder Geschäftsviertel, die abends und am Wochenende ausgestorben sind.

“Die Trennung von Arbeiten, Leben und Wohnen ist schon längst nicht mehr zeitgemäß”, sagt Architekt Prof. Johannes Ernst. Mit seinem Büro steidle architekten hat er den Masterplan für das Münchner Werksviertel entwickelt. Die vielfältige Mischung der Nutzungen auf dem ehemaligen Gelände der Pfanni-Werke gilt heute europaweit als Vorzeigeprojekt einer Stadt der kurzen Wege. “Wir bringen gerne unsere Erfahrung ein, um auch in Starnberg die richtige Mischung und Anordnung der Nutzungen zu finden. Nur mit Vielfalt kann man ein Viertel schaffen, in dem sich die Menschen wohl fühlen. Denn dort wo sich Menschen aufhalten, kommen auch andere Menschen dazu. So entsteht ein lebendiges Quartier, das nachhaltig funktioniert”, so Prof. Ernst, der an der TU Darmstadt das Institut für Entwerfen und Wohnungsbau leitet und für die klare Strukturierung und zugleich Flexibilität seiner Planungen bekannt ist. Es gehe ihm darum, für die späteren Nutzungen bewusst Freiräume zu bewahren, die im Entstehungsprozess Platz für Individualität lassen.

Neben steidle architekten hat die Initiatorengruppe um die Familien Houdek, Baasel und Scherbaum mit Maier Neuberger Architekten und Riepl Kaufmann Bammer Architekten zwei weitere Büros hinzugezogen. So wird das von Klaus Kehrbaum entwickelte Konzept mit verschiedenen Schwerpunkten gemeinsam geschärft. Durch die unterschiedlichen Handschriften der Büros soll die inhaltliche Diversität des Viertels auch gestalterisch sichtbar werden.

 

Nachhaltige Quartiersentwicklung 

Aus dem Kreis der Initiatoren gibt es große Anerkennung für die Leistungen der Architekten-Teams. Susy Baasel ist selbst Architektin und legt ein großes Augenmerk auf die bunte Vielfalt im Viertel. Das nun einberufene Kollektiv aus Architekten steht für sie auch für einen zeitgemäßen Ansatz der Quartiersplanung. “Ich bin davon überzeugt, dass ein lebendiges Stadtquartier nur in mehreren Köpfen gedacht und entwickelt werden kann. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir das Team für moosaik im vergangenen Jahr um die gewünschten Partnern erweitern konnten”, so Susy Baasel.

Prof. Ernst sei es andernorts bereits gelungen, aus einem tristen Gewerbegebiet ein lebendiges Viertel zu machen, betont Susy Baasel: “steidle architekten sind grandiose Städtebauer und haben im Werksviertel gezeigt, was alles möglich ist und wie man eine Stadtbrache mit bunten Leben füllen kann.”

Auch das Thema Nachhaltigkeit der Gebäude nimmt Susy Baasel durch ihren fachlichen Hintergrund sehr ernst. Aus ihrer Wahlheimat Wien hat Susy Baasel zum Beispiel das Büro Riepl Kaufmann Bammer mitgebracht. Die Österreicher haben eine besondere Expertise im Bauen mit Holz. Ein Material, das im moosaik einen besonderen Stellenwert haben soll. Auch den Wohnungsbau könne das Büro mit seinen Referenzen befruchten. “Wien ist sicherlich im Wohnbau eine der führenden Städte in Europa”, betont Susy Baasel.

Das vierte nun beteiligte Büro, Maier Neuberger Architekten, überzeugte die Initiatoren mit seiner Klarheit: “Das Büro denkt wunderbar strukturiert und macht klare, im besten Sinne einfache Architektur”, hebt Susy Baasel hervor. Es ist ein großes Glück für uns, nun in einem so vielfältigen Team zu diskutieren und Ideen entwickeln zu können. Denn unserem Ziel, ein wirklich gutes Quartier zu schaffen, können wir nur im Kollektiv näher kommen.

Viel Anerkennung fand im Stadtrat auch das weiterentwickelte Konzept der Grünplaner. Das Berliner Büro TOPOTEK1 widmete sich den Fragen, wie kann neues Grün in einem Quartier entstehen, das sowohl zur umliegenden Natur als auch zur urbanen Dichte im Neubau passt? Wie können sich Pflanzenarten harmonisch in die natürliche Umgebung eingliedern und gleichzeitig auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet sein?

Laut dem landschaftsplanerischen Konzept von TOPOTEK1 gilt es, die ortsspezifischen Identitäten, die erkennbaren Eigenheiten des Viertels, und den benachbarten Naturraum über eine zeitgemäße und nachhaltige Konzeption in Einklang zu bringen. Das neue Quartier gliedert sich in Bereiche mit verschiedenen Nutzungen – bei den Architekten spricht man von „unterschiedlichen Programmierungen“. Eine das Wohnquartier im Norden säumende grüne Achse führt den Landschaftsraum des Leutstettener Moos als ‚Moosachse‘ in westlicher Richtung fort. Die Bepflanzung der Achse orientiert sich mit Erlen, Weiden und Eschen am bestehenden Lebensraum des Landschaftsschutzgebiets. Weitere Moosgärten sowie durch die Starnberger Birkenwälder inspirierten Birkenhaine erweitern und stärken die ‚Moosachse‘ im Quartier. Eine mehr städtisch angelegte Bepflanzung prägt den Grünraum der Quartiersmitte aus der westlichen Richtung der Stadtseite kommend mit so genannten Klimabäumen, die auch den zukünftigen, erschwerten Bedingungen unter Hitze und Trockenheit gewachsen sind.

 

Steg und Stellplätze: Weichenstellung für wichtige Bausteine des Konzepts 

Im Rahmen der Bauausschusssitzung hat sich Stadtbaurat Stephan Weinl auch die Zustimmung für das von den Initiatoren ausgearbeitete Mobilitätskonzept abgeholt. Um eine autofreie Oberfläche zu erreichen, sollen die Autos im Untergrund verschwinden. Zwei unterirdische Ebenen erscheinen nach den nun beschlossenen Plänen ausreichend für eine gute Versorgung des Quartiers. Ginge es nach der Stellplatzsatzung, müssten bis zu vier Ebenen vorgesehen werden. Das sei wirtschaftlich, technisch vor allem aber auch ökologisch im Sinne der Ressourcenverbrauchs für Stahl und Beton nicht zielführend, so Weinl. Mit dem von stattbau ausgearbeiteten Konzept gibt der Stadtrat nun grünes Licht für einen reduzierten Stellplatzschlüssel im neuen Quartier. Die nicht gebauten Stellplätze können demnach abgelöst werden, die dafür aufgebrachte Summe wiederum zur Förderung der Alternativen für Mobilität genutzt werden wie Sharing-Angebote, die Einrichtung von Shuttle-Bussen und den Ausbau der Rad- und Fußwege

Ein Übergang vom autofreien Quartier direkt zum See – ohne Ampel.

Der Steg über die Münchner Straße hat viele Befürworter*innen, seit die Vision des “verbindenden Quartiers” im Dezember 2019 im Stadtrat erstmals präsentiert wurde. Mit dem nun bestätigten Beschluss erhält die Verwaltung den Auftrag, eine mögliche Einbeziehung des staatlichen Grundstücks am Landratsamtes intensiv zu sondieren und in Verhandlungen mit dem Freistaat einzutreten. Die Expert*innen sind sich einig: Ein neuer Steg könnte Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sicher über die viel befahrene Münchner Straße bringen und würde der Mitte des neuen Stadtquartiers einen zusätzlichen Impuls geben, wo der Steg auf einem belebten Platz mit Spielbrunnen auslaufen könnte.

Nächster Meilenstein: Offenlegungsbeschluss 

Die Weiterentwicklung der Planungen erfolgte im Anschluss an die frühzeitige Bürger- und Trägerbeteiligung. Am 22. Juli 2021 hatte der Starnberger Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für moosaik – das verbindende Quartier verabschiedet, in deren Folge eine sechswöchige Offenlegung stattfand. Im Anschluss an den nun erfolgten Beschluss beginnen die Ausarbeitungen für die nächste Offenlegung, die voraussichtlich Ende 2022 oder Anfang 2023 durchgeführt werden kann.

“Wir freuen uns, dass die Abstimmung zwischen Politik, Verwaltung, Expertenrat,  Initiatorenkreis und unter uns Planenden so konstruktiv geführt wird”, betont Architekt Klaus Kehrbaum. “Die gute Zusammenarbeit ist ein wichtiges Fundament, damit die hohen Ansprüche an ein nachhaltig funktionierendes Quartier Wirklichkeit werden. Ich freue mich auf die nächsten Schritte in Richtung dieses grünen und bunten Viertels zum Arbeiten, Leben und Wohnen am Starnberger See.”

 

Fakten auf einen Blick:  

Name: moosaik – das verbindende Quartier

Initiatoren: Familien Baasel, Houdek, Scherbaum

Lage: östlicher Ortseingang Starnbergs; zwischen Moosstraße, Petersbrunner Straße und Münchner Straße

Größe des Areals: 3,5 Hektar

geplante Geschossfläche: ca. 80.000 qm

Nutzungen: Gewerbe, Praxen, Hotellerie, Gastronomie und sonstige Nutzungen inklusive einer Kita und möglicher öffentlicher Einrichtungen, Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten, darunter auch besondere Wohnformen wie zum Beispiel Wohnen im Alter inklusive Pflege

Architekten: Kehrbaum Architekten, Maier Neuberger Architekten, Riepl Kaufmann Bammer Architekten, steidle architekten, TOPOTEK1

Gestaltungsbeirat: Prof. Dr. Franz Pesch (Pesch Partner Architekten Stadtplaner),  Prof. Markus Allmann (Allmann Sattler Wappner Architekten, Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens (IRGE) an der Universität Stuttgart), Prof. Susanne Burger, (Burger Landschaftsarchitekten, Lehrgebiet für Entwerfen in der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Dr. Michael Schober (Dr. Schober Gesellschaft für Landschaftsplanung), Prof. Thomas Auer (Transsolar Energietechnik, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der TU München), Prof. Dr. Klaus Bogenberger (Lehrstuhl für Verkehrstechnik an der TU München)

 

 

Appell für Rückschnitt

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Bäume, Sträucher und Hecken verschönern unser Ortsbild. Häufig kommt es jedoch vor, dass sie in den öffentlichen Verkehrsraum hineinragen. Hierdurch können Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer behindert werden. Überhängender Bewuchs schränkt die Sicht massiv ein und verdeckt Straßenlampen, Verkehrsschilder oder Straßennamensschilder. Darüber hinaus stellt auch die Einengung der Gehsteige durch überwachsende Gehölze für die Fußgänger nicht nur eine Erschwernis dar, sondern manchmal auch eine Gefährdung.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verkehrssicherung nicht nur eine Sache der Straßenverkehrsbehörde ist, sondern dass auch die Besitzer der Grundstücke entlang der Straßen für die Verkehrssicherheit mitverantwortlich sind. Die Stadt Starnberg bittet deshalb alle Grundstückseigentümer, ihre Bäume, Hecken und Sträucher zu überprüfen und erforderlichenfalls so weit zurück zu schneiden, dass das vorgeschriebene Lichtraumprofil eingehalten wird. Dürre Bäume und Äste können dabei ebenfalls eine erhebliche Gefahr bedeuten und müssen, wenn sie den öffentlichen Verkehrsraum gefährden, beseitigt werden.
Für die Freihaltung von Bewuchs im öffentlichen Verkehrsraum gilt folgendes:
 Auf Geh- und Radwegen ist eine lichte Durchgangshöhe von mindestens 2,50 m einzuhalten.
 Für den Kfz-Verkehr muss die lichte Höhe mindestens 4,50 m betragen.
 Die Bäume sind auf ihren Zustand, insbesondere auf Standsicherheit, zu untersuchen
und dürres Geäst bzw. dürre Bäume ganz zu entfernen.
 Beachten Sie schon vor dem Anpflanzen, welches Ausmaß Sträucher, Bäume und Hecken im Laufe der Zeit annehmen können. Halten Sie ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze und entscheiden Sie sich für schwach wachsende Pflanzen.
 Vom Verbot des Naturschutzgesetzes, in der Zeit vom 1. März bis 30. September das Schneiden von Gehölzen zu unterlassen, sind die Eigentümer in diesem Falle befreit, weil es sich um eine aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend notwendige Maßnahme handelt.


Auch im Bereich von Straßenlampen, Verkehrsschildern und Straßennamenschildern sind Bäume, Hecken und Sträucher so weit zurück zu schneiden, dass die Lampen ihre Beleuchtungsfunktion erfüllen können und die Beschilderung mühelos erkannt und gelesen werden kann. Bitte bedenken Sie, dass bei Unfällen und Sachbeschädigungen der Grundstückeigentümer für Schäden haftbar gemacht werden kann. Durch Ihr pflichtbewusstes Handeln können Sie als Grundstückseigentümer mithelfen, Unfälle und Sachbeschädigungen zu vermeiden und sich selbst unter Umständen viel Ärger, Unannehmlichkeiten und Entschädigungsansprüche erspa- ren.

FDP gegen Satzung

Der Vorstand der FDP Starnberg hat am 14.07.2022 folgenden Beschluss gefasst:
„Die FDP Starnberg lehnt die geplante Grünanlagensatzung mit Alkohol- und Glasflaschenverbot ab. Einem Alkoholverbot hatte bereits der Stadtrat am 28.03.2022 eine Absage erteilt. Dabei sollte es bleiben. Die kurzfristig vorgelegte Grünanlagensatzung löst keine Probleme, die nicht mittels Polizei und Ordnungsamt bereits gelöst werden könnten. Daher fordert die FDP Starnberg die Mitglieder des Stadtrates auf, die Grünanlagensatzung abzulehnen. Der Vorstand der FDP Starnberg sieht höchste Priorität in der Sicherheit der Starnberger Badegäste. Diese wird jedoch nicht durch unkontrollierbare Verbote erreicht, sondern durch Entscheidungen mit Vernunft und Menschenverstand. Bereits in Art. 141 der bayerischen Verfassung heißt es: „Der Genuß der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen.“ Damit ist eine Grünanlagensatzung in der vorgelegten Form obsolet.“

Hierzu erklärt Ortsvorsitzende und Stadträtin Anke Henniger:

„Bereits am 28. März 2022 hatte der Starnberger Stadtrat mehrheitlich ein Alkoholverbot abgelehnt. Nach zahlreichen Gesprächen (insbesondere mit Anwohnern) und Ortsbesichtigungen kann ich als Stadträtin nur zu dem Schluss kommen, dass die vorgelegte Satzung nicht notwendig ist, da sich die Situation entspannt hat. Starnberg hat viele drängende Themen, warum die Stadt Starnberg anders als andere Gemeinden im Landkreis, eine bürokratische und lebensfremde Verbotssatzung erhalten soll, erschließt sich nicht. Ich werde daher am 27.07.2022 gegen die vorgelegten Grünanlagensatzung stimmen.“

Ortsvorsitzender Stefan W. Zeil ergänzt:

„Die ausgereizten Kräfte der Stadtverwaltung sollten nicht auch noch dazu benutzt werden, Bevormundungen für die Starnbergerinnen und Starnberger auszuarbeiten. Starnberg soll attraktiver werden, warum soll also das Anstoßen mit Seeblick verboten werden? Warum soll, in einer Zeit in der alle versuchen nachhaltiger zu leben, eine Plastikflasche erlaubt sein aber kein Starnberger Helles als Feierabendbier?“ 

Gemeinsam erklärten die FDP Ortsvorsitzenden Anke Henniger und Stefan W. Zeil:

„Für die Freien Demokraten Ortsverband Starnberg steht fest: Wenn es notwendig ist keine Satzung zu erlassen, ist es notwendig keine Satzung zu erlassen. Im Zweifel für Freiheit und Eigenverantwortung und gegen Bürokratie und Verbote.”

Sommerferien-Leseclub 2022

Ab Dienstag, 19. Juli ist es wieder soweit: der beliebte Sommerferien-Leseclub der Stadtbücherei Starnberg startet dieses Jahr bereits zum sechsten Mal.

Alle Kinder der 1. bis 6. Klasse können Mitglied im Sommerferien-Leseclub werden.
Die Stadtbücherei stellt 550 ausgewählte Bücher exklusiv Clubmitgliedern zum Ausleihen zur Verfügung.

Alle Kinder, die im Aktionszeitraum vom 19.07 bis zum 10.09.2022 mindestens drei Bücher lesen, erhalten für ihr Lese-Engagement eine Urkunde und nehmen an einer Verlosung teil. Der Hauptgewinn sind zwei Eintrittskarten für das Legoland Günzburg.

Das Sommer-Journal, das die Clubmitglieder bei der Anmeldung zum Sommerferien-Leseclub erhalten, kann auch wieder kreativ gestaltet werden. Unter allen Teilnehmern werden dazu auch folgende Preise vergeben: für den Story-Check, die Kreativ-Pinnwand und einen Gesamtpreis für das schönste Sommer-Journal.

Über den Sommerferien-Leseclub:

Im letzten Jahr haben rund 17.500 Kinder in den Sommerferien 139.700 Medien genutzt. Damit ist der Sommerferien-Leseclub das erfolgreichste Ferienprogramm in Bayern!
Der Sommerferien-Leseclub in Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Bibliotheksverbandes e.V. und wird von der Bayerischen Staatsbibliothek / Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen konzipiert.

Bei Fragen können Sie sich während der Öffnungszeiten unter Tel: 08151/3049 an uns wenden oder Sie schreiben eine E-Mail an buecherei(at)starnberg.de.