Weilheim verteilt 2. „DIALOG“

Eine Mitteilung des Staatlichen Bauamtes Weilheim:

„Zwei Wochen nach Publikation der Erstausgabe des neuen DIALOG meldet sich das Tunnelteam des Bauamts Weilheim bereits mit der zweiten Ausgabe erneut in den Briefkästen der Starnberger Bevölkerung. Am 14. August erfolgt die Verteilung der DIALOG-Zweitausgabe mit „Fragen & Antworten Teil 2“ an 10.600 Haushalte in neun Gebieten.

„Die Beantwortung der in jüngster Zeit häufig gestellten Fragen setzen wir mit diesem zweiten DIALOG fort. Der Kontext der Anliegen reicht von fundamentalen Themen bis hin zu detaillierten Fragestellungen eines Spezialbereichs. Für uns wie für die Starnberger Bürgerinnen und Bürger ein spannender Themenfächer“, skizziert der Abteilungsleiter des Bergmännischen Tunnelbaus am Staatlichen Bauamt Weilheim, Herr Raphael Zuber, die Hintergründe für die zweite DIALOG-Ausgabe. „Wir gehen diesmal auch noch einmal gezielt auf den Nutzen für die Stadt Starnberg sowie auf die Tatsache ein, dass die derzeit von der Stadt geplante Nord-Ost-Umfahrung weder vom Bund noch vom Freistaat Bayern finanziert werden kann“, betont Zuber.

„Unsere Zweitausgabe wird am kommenden Mittwoch, 14. August 2019 an 10.600 Haushalte in Hadorf, Hanfeld, Landstetten, Leutstetten, Percha, Perchting, Söcking, Starnberg und Wangen verteilt. Für uns ist dies bereits die vierte, direkte Verteilaktion in die Briefkästen der Starnberger Bevölkerung“, erklärt Zuber. „Ab Freitag, 16. August 2019 liegt der neue DIALOG „Ausgabe: Fragen & Antworten Teil 2“ auch im Rathaus, dem Landratsamt, bei der Polizei und im Infocenter, das ab 12. September 2019 wieder öffnet, aus“, ergänzt Zuber.“

Die BI antwortet auf DIALOG:

Nachdem das Staatliche Bauamt Weilheim derzeit Flyer unter dem Titel „DIALOG“ an Starnberger Haushalte verteilt und darin Informationen über den geplanten B2-Tunnel abdruckt, hat nun die Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ (BI) mit der unten abgedruckten Presseerklärung reagiert:
„Sicherheitskonzept des B2-Tunnels ohne Akzeptanz
Das Staatliche Bauamt in Weilheim erläutert in seinem Flyer „Dialog“ Teil 1 unter anderem das Sicherheitskonzept des B2-Tunnels so: „Nach Durchschreiten der Notausstiegstüre betritt man den Rettungsstollen. Bereits hier befinden sich flüchtende Personen im sicheren Bereich.“ „Durchschreiten“ kann ein Flüchtender diese Notausstiegs- bzw. Fluchttüre aber nur, wenn diese geöffnet werden kann. Das setzt voraus, dass die zweite Türe der Schleuse geschlossen ist. Andernfalls kann er im Tunnel geduldig warten bis er schwarz wird.
Die brennende Frage im Brandfall ist aber speziell: Wie kommen Gesunde, Verletzte
oder Menschen mit Mobilitätseinschränkung überhaupt bis zu den Fluchttüren? Deren
Abstand von 300 m bei einer Fahrbahn-Längsneigung von 3,5 % ist einfach tödlich! Das
Argument, die Entfernung zum nächsten Notausstieg sei maximal nur die Hälfte von 300 m, ist falsch. Im Brandfall gibt es nur eine sichere Flucht-Richtung, nämlich die vom Feuer weg.
München hat sich die Sicherheit im Luise-Kiesselbach-Tunnel Millionen kosten
lassen. Dort trennt eine massive Stahlbetonwand die beiden Fahrbahnrichtungen. Alle 60
Meter (i.W. sechzig) ist eine Fluchttür in der Trennwand, durch die man im Katastrophenfall auf die rettende andere Fahrbahn gelangt. Entsprechend können die Fluchttüren zur Selbstrettung bei einem Rettungsstollen, einer Fahrbahntrennwand oder einem zweiten Richtungstunnel in akzeptabler Entfernung eingeplant werden. Das ist bei dem System mit Rettungsschächten ausgeschlossen.
Das System der Rettungsschächte ist wegen zu langer Fluchtwege nicht mehr Stand
der Technik. Deshalb bekommt die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München nach aktueller Umplanung eine Rettungsröhre. Einröhrige Straßen-Tunnel werden bundesweit mit einer Fahrbahn-Trennwand als Brandwand nachgerüstet.
Die Mehrheit der Tunnelfreunde im Stadtrat haben aber im Jahr 2011 einen parallel
laufenden Rettungsstollen abgelehnt, weil sie neue juristische Einsprüche und
Verzögerungen befürchteten. So sind bis heute – 12 Jahre nach Baugenehmigung –
keinerlei Verbesserungen festzustellen. Es werden auch keine mehr folgen, weil die Mehrheit der Tunnelfreunde im Stadtrat jede Planänderung scheut wie der Teufel das Weihwasser.
Der Brandschutzexperte Dr. Schneider hat im Stadtrat erklärt, dass er persönlich den
Tunnel mit seinen so genehmigten Unzulänglichkeiten nie benutzen würde. Entsprechend
werden auch viele Pendler diesen Tunnel nicht akzeptieren, weil sie bei einer Hin-und
Rückfahrt an 220 Arbeitstagen mehrere brenzliche Situationen pro Jahr erwarten dürfen.
Zum Schutz der Amphibien wurden kürzlich bei der Umfahrung Weßling die
Amphibientunnel einer „Akzeptanz-Untersuchung“ unterworfen. Es wurde festgestellt, dass Frösche Tunnel gerne meiden. Eine „Akzeptanz-Untersuchung“ beim Starnberger B2-Tunnel wäre nur recht und billig, denn „auch der Mensch ist eine Kröte“ (nach Prof. B.
Winkler).“

Richtfest am Kinderhaus Perchting

Genau 145 Tage nach dem so genannten „Baggerbiss“ (18. März 2019), also dem ersten Eintauchen einer Baggerschaufel in den Baugrund, konnte am Freitagvormittag das Richtfest für das künftige Kinderhaus in Perchting gefeiert werden. Bürgermeisterin Eva John begrüßte nicht nur die am Bau beteiligten Planer und Handwerker, sondern auch einige Stadträte sowie eine kleine Gruppe des derzeitigen Kindergartens mit Leiterin Margarete Haseidl, Anwohner, und natürlich für die katholische Kirche, deren Katholische Pfarrkirchenstiftung Perchting Träger der Einrichtung sein wird, Pfarrer Tamás Czopf. „Wirklich eine ganz tolle Leistung“, freute sich John. Sie hofft, dass der Neubau, in dem neben dem Kindergarten auch eine Kinderkrippe und ein Hort Platz finden werden, weiterhin so gut „im Plan“ bleibt, damit er im April oder Mai nächsten Jahres einzugsbereit ist.

„Wir haben das Haus, für dessen Bau die Stadt 4,5 Millionen Euro leistet, für die Zukunft und auf Zuwachs ausgerichtet“, so die Bürgermeisterin. Aber auch ohne nochmalige Erweiterung würden jetzt Kinder jeder Altersgruppe – „von den Minis bis zum Hort“ – hier eine zweites Zuhause finden. Der bisherige Kindergarten platzte aus allen Nähten und war im Oktober vergangenen Jahres wie berichtet etwas erweitert worden (siehe Ausbau für Kinderkrippe Perchting). Im November 2018 wurde dann der entsprechende Bebauungsplan rechtskräftig (siehe Kita-Perchting: Satzungsbeschluss), dem eine lange Diskussion um die besten Zufahrtsmöglichkeiten vorausgegangen war (siehe Pläne Kinderhaus sind öffentlich). Dass man überhaupt bauen konnte, verdanke man dem Privateigentümer, der seinen Grund und Boden an die Kirche übertragen habe, lobte John. Den von der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb hatte das Starnberger Büro „Raumstation“ gewonnen. Architekt Walter Waldrauch war beim Richtfest dabei.

Vor dem Richtspruch war noch ein kleiner Nadelbaum mit bunten Bändern geschmückt worden. Mit mehrfachen „Hauruck“-Rufen wurde er von vier Zimmererleuten auf das Dach hochgezogen und dort festgenagelt. Den Richtspruch hielt Zimmerer Wolfgang Maurus von der Firma Hubert Schmid aus Marktoberdorf. Daraus sprach durchaus ein gewisser Stolz darauf, dass hier wieder einmal mit dem traditionnellen Baustoff Holz gezeigt wird, was damit möglich ist. „Große Kindermengen soll es fassen“, wünschte Maurus dem neuen Gebäude. „Hoch lebe das Kinderhaus aus Holz“. Nach dem Leeren des obligatorischen Weinglases wünschte er diesem auf dem Segelflug Richtung Boden hinterher: „Nun soll das Glas am Boden zerspringen und seinen Nutzern viel Segen bringen.“ Mit einem dreifachen „Hoch“ war der Tradition Genüge getan, zu der natürlich auch ein zünftiges Mittagessen gehörte, dass die Stadt als Bauherrin den Gästen spendierte.

Das neue Kinderhaus befindet sich in der Jägersbrunner Straße gegenüber dem TSV-Parkplatz und ist multifunktional. Laut Mitteilung aus dem Rathaus wird es eine Krippengruppe für ein- bis dreijährige Kinder, eine Kindergartengruppe sowie den Hort für die Sechsjährigen anbieten. Es enthält ausreichend Bewegungsraum, Platz zum Werken und Essen, eine Küche sowie Räume für die Verwaltung oder Elterngespräche. Für die verschiedenen Altersgruppen werden im Außenbereich Spielflächen geschaffen. Dafür zeichnet das Landschaftsarchitektenbüro Grabner-Huber-Lipp aus Freising verantwortlich. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Pelletheizung und auf den südwärts ausgerichteten Dächer werden Photovoltaikanlagen installiert.

Abstufung Perchting-Hadorf

Wie Bürgermeisterin Eva John im Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität berichtete, steht das Landratsamt dem Begehren der Stadt, die Verbindungsstraße zwischen Perchting und Hadorf (bisher Staatsstraße STA 3) in städtische Verantwortung zu übernehmen inzwischen positiv gegenüber. Nach einer Ortsteilbürgerversammlung in Perchting, bei der die Bürger sich heftig beklagt hatten darüber, dass die Kreisbehörde trotz der inzwischen erfolgten Inbetriebnahme der neuen Westumfahrung auf dem Straßenabschnitt Tempo 30 verweigert, und gefährliche Situationen vor allem für Kinder und Radfahrer geschildert wurden, hatte John den Stadträten vorgeschlagen, die Abstufung zur Ortsstraße zu beantragen. Dafür erhielt sie die Mehrheit der Stimmen.

Jetzt ging es um die Modalitäten der Übernahme. Die Verwaltung erhielt vom Ausschuss den Auftrag, mit dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt Weilheim die Straße in Augenschein zu nehmen, ihren baulichen Zustand prüfen zu lassen und eine Einigung hinsichtlich von Ausgleichszahlungen oder Reparaturen anzustreben. Die Ausschussmitglieder billigten das Muster einer Umstufungsvereinbarung und gaben grünes Licht, damit ein Fachbüro beauftragt werden kann. Nur Franz Heidinger (BLS) stimmte dagegen. Zum Jahresende rechnet die Bürgermeisterin mit der offiziellen Abstufung, die der Stadt dann erlaubt Tempobeschränungen anzuordnen. (Siehe auch Hadorf: Frey’s Deal ohne Mehrheit)

Kitas: Fast alle Stellen besetzt

Ein Zwischenbericht über den Erfolg der permanenten Suche nach Personal für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen fiel positiv aus. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sagte Bürgermeisterin Eva John, lediglich eine Springerstelle sei bei den Erziehern derzeit noch vakant. Ansonsten seien alle Stellen besetzt. In den städtischen Einrichtungen gebe es für das kommende neue Betreuungsjahr keine freien Plätze mehr, wohl aber bei den freien Trägern, die in der Stadt Einrichtungen unterhalten. Tim Weidner (SPD) glaubt, die Kommunen hätten weniger unter Personalnot zu leiden, wenn sie eigene Wohnungen für diese Beschäftigten anbieten könnten. Er verwies bei der Gelegenheit auf den Antrag seiner Frakion, eine eigene städtische Wohnungsgesellschaft zu gründen (siehe Eigene Gesellschaft gründen?), über den im Herbst beraten werden soll. Der Ausschuss erteilte der Verwaltung einstimmig den Auftrag, am Ende des Jahres erneut zu berichten.

Auftrag an die Rechnungsprüfung

Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass die Jahresrechnung innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Haushaltsjahres aufzustellen und dem Stadtrat vorzulegen ist. Um der Vorschrift zu genügen, hatte das Rathaus genau dies mit der Jahresrechnung 2018 am 1. Juli 2019 getan. Doch die Ratsmehrheit wollte an diesem Tag die überplanmäßigen Ausgaben im Zusammenhang mit der Ufersanierung und dem Landschaftsbau am neuen Seebad, die in Höhe von 698641,45 Euro entstanden waren, nicht genehmigen (siehe Stadtrat verweigert Genehmigung). In der Folge kam es nicht dazu, dass der Rat die Vorlage der Jahresrechnung bestätigte und den Auftrag an die örtliche Rechnungsprüfung, die aus Stadträten besteht, zur Prüfung des Abschlusses erteilte. Bürgermeisterin Eva John setzte den Punkt deshalb auf die nachfolgende Sitzung des Ferienausschusses am 31. Juli 2019 und fragte zuvor bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt nach, ob die Genehmigung der überplanmäßigen Ausgaben Voraussetzung dafür ist, die Prüfung angehen zu können. Die Antwort stand bis zum Tag der neuerlichen Behandlung noch aus.

„Wir sind der Ansicht, dass die Nichtgenehmigung dieser Ausgaben keine Auswirkung auf die Jahresrechnung hat. Heute kam die Mitteilung von der Rechtsaufsicht, dass sie unsere Ansicht teilt“, berichtete John den Ausschussmitgliedern am 31. Juli 2019. Somit stehe nichts entgegen, die Vorlage der Jahresrechnung durch den Stadtrat zu bestätigen und die Prüfung in Auftrag zu geben, was dann einstimmig geschah.

Die Bürgermeisterin freute sich wie zuvor schon beim Haushaltsjahr 2017 über die positiven Aspekte im Verlauf des Haushaltsjahres 2018: So habe sich hier ein Überschuss in Höhe von fast 8,9 Millionen Euro ergeben, der dem Vermögenshaushalt (Gesamtumfang 76,78 Millionen Euro) zugeführt werden konnte. Geplant gewesen waren lediglich 1,7 Millionen Euro. Statt der geplanten Kreditaufnahme in Höhe von fast 1,6 Millionen Euro konnte auf diese ganz verzichtet werden. Als Entnahme aus der allgemeinen Rücklage waren 7,5 Millionen Euro geplant gewesen, tatsächlich wurden nur rund 5,5 Millionen Euro entnommen. Damit liegt das Rechnungsergebnis 2018 um insgesamt 3,6 Millionen Euro günstiger als geplant. Die allgemeine Rücklage betrug am Jahresende rund 3,1 Millionen Euro, der Schuldenstand sank von 13,82 auf 12,15 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 520 Euro entspricht. Diese liegt damit unter der des Landesdurchschnitts vergleichbar großer Gemeinden (557 Euro, Stand 31.12.2017).

Nach Abschluss der Rechnungsprüfung muss der Stadtrat entscheiden, ob er Verwaltung und Bürgermeisterin für das Haushaltsjahr 2018 entlastet. Für die Vorjahre hatte die Ratsmehrheit dies verweigert (siehe Entlastung zum dritten Mal versagt). Im Disziplinarverfahren gegen John, das am 3. Juli 2019 vor dem Verwaltungsgericht München verhandelt wurde, haben diese Dinge jedoch nicht die von der politischen Mehrheit erhoffte Rolle gespielt (siehe Verwaltungsgericht: Tenor des Urteils und Verwaltungsgericht: Die Verhandlung). Der Bericht über das Ergebnis der vom Kommunalen Prüfungsverband durchgeführten überörtlichen Prüfung der Haushaltsabschlüsse für 2015 bis 2017 wurde einstimmig von der Tagesordnung der Stadtratssitzung vom 31. Juli 2019 genommen, weil die Aufbereitung für den Rat noch nicht abgeschlossen war.

Arbeiten Südseite abgeschlossen

Das Staatliche Bauamt Weilheim teilt zu den Bauarbeiten am Nordzulauf zum geplanten B2 Tunnel mit:

„Am kommenden Freitag, 9. August 2019 wird die Perchastraße beim Landratsamt wieder für den Verkehr geöffnet. Zwei Fußgängerüberwege ebenfalls wieder frei.

„Ab voraussichtlich Freitagmittag, 9. August 2019 werden wir die Perchastraße wieder für den Verkehr öffnen. Derzeit laufen noch Restarbeiten im Bereich der Perchastraße, die wir bis dahin abgeschlossen haben“, kündigt Oliver Schneider, Oberbauleiter beim Staatlichen Bauamt Weilheim und zuständig für den Straßenbau zum künftigen Tunnel-Nordportal, an. „Danach kann wieder aus der Perchastraße nach rechts in die B 2 ausgefahren werden, wie früher auch“, ergänzt Schneider.

Der Fußgängerüberweg über die B 2 an der Percha- und Moosstraße ist ab kommenden Freitag ebenfalls wieder offen. Der Gehweg zwischen Percha- und Uhdestraße auf der südlichen Seite der B 2 ist für die Fußgänger ab 9. August 2019 auch wieder frei.“

Stadtrat verweigert Genehmigung

Obwohl schon in der vorgeschalteten nichtöffentlichen Sitzung dem Vernehmen nach ausgiebig über den Punkt debattiert und die Hintergründe für die auf der Tagesordnung zur Genehmigung anstehenden überplanmäßigen Ausgaben aus 2018 in Höhe von 698641,45 Euro erläutert worden waren, verweigerte der Stadtrat die Genehmigung (8:21). Lediglich BMS, WPS, FDP und die Bürgermeisterin Eva John hatten dafür gestimmt. Laut John hat die Entscheidung zur Folge, dass die Jahresrechnung für das Jahr 2018 nicht festgestellt, und somit auch nicht von der Rechnungsprüfung unter die Lupe genommen werden kann, weder von der durch den Stadtrat eingesetzten, noch durch die externe Prüfung.

Überplanmäßig sind Ausgaben, wenn sie die im Haushaltsplan veranschlagten Beträge plus die aus dem Vorjahren übertragenen Haushaltsausgabereste übersteigen. Es ging wieder einmal um das Projekt Seebad und es half auch nicht, dass John mehrmals darauf hinwies, es handele sich nicht um die Abrechnung dieses Projektes, sondern nur um die im Haushaltsjahr 2018 nicht in dieser Höhe eingeplanten Ausgaben, darunter für die Ufermauersanierung, die Außenanlagen, die Entsorgung von Altlasten und die Straßenzufahrt.

„Die Ufermauer ist eines meiner Lieblingsthemen“, freute sich Angelika Kammerl (DPF) . Im April hatten die Stadträte bereits die von der Verwaltung aufgezeigten Kostennachträge nicht genehmigt (siehe Planer in Regress nehmen?). Das würde man mit der Zustimmung zu den überplanmäßigen Ausgaben jetzt tun und das wolle der Stadtrat nicht, so Kammerl.

Die Bürgermeisterin bedauerte die Entscheidung der Mehrheit, denn wären sie diesen Schritt mitgegangen, hätten sie auch erfahren können, wie „äußerst positiv“ sich das Haushaltsjahr 2018 insgesamt entwickelt habe: „Sieben Millionen Plus und keine Kreditaufnahme.“ Sie kündigte an, die Angelegenheit in der nächstfolgenden Sitzung wieder vorzulegen.

Radschutzstreifen angelegt

Große Aufregung in den sozialen Medien – in der Rheinlandstraße ist auf dem Stück zwischen der Ferdinand-Maria- und Hanfelder Straße ein Fahrradschutzstreifen angelegt worden. Autofahrer, Anwohner, Postkunden und Feuerwehrangehörige müssen sich umgewöhnen, denn durch die Maßnahme ist es auch nötig geworden, die bisher auf der Nordseite der Straße bestehenden Parkmöglichkeiten auf die Südseite zu verlegen. Während die DPF-Stadträtin Angelika Kammerl in der jüngsten Ratssitzung behauptete, die Stadtverwaltung habe unrechtmäßig gehandelt, legte Bürgermeisterin Eva John in einer umfangreichen Stellungnahme den Werdegang bis zur Markierung offen, einschließlich der bei Polizei und Feuerwehr eingeholten Einschätzungen. Es wird wohl bei der Markierung des Radschutzstreifens bleiben.

Am 26. Juni 2019 hatte der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität einstimmig die Planung und Umsetzung genehmigt, mit der Einschränkung, dass der Vorgang erneut vorgelegt werden müsse, wenn Feuerwehr und Polizei eine ablehnende Haltung einnehme (siehe Erst Polizei und Feuerwehr fragen). In einer ersten Befragungsrunde sprachen sich sowohl Feuerwehrkommandant Markus Grasl als auch der Verkehrssachbearbeiter der Polizei gegen die Maßnahme aus. Sie  verwiesen auf mehrere Punkte, die die Umsetzung aus ihrer Sicht als fragwürdig, wenn nicht sogar unzulässig  erscheinen ließen. Daraufhin hatte das Rathaus Änderungen vorgenommen. Statt 1,25 Meter ist der Schutzstreifen nun 1,50 Meter breit. Die Parkplätze der Feuerwehreinsatzkräfte, wurden neu geregelt, so dass es künftig auch nicht mehr nötig ist, dass die privaten Pkw der anrückenden Aktiven zwischen den Hallentoren des Feuerwehrhauses abgestellt werden müssen, was dort zur Behinderung beim Ausfahren der großen Fahrzeuge führte. Die Polizei äußerte jetzt, sie sehe die Anlage des Streifens wegen des aus ihrer Sicht hohen Verkehrsaufkommens im fraglichen Bereich der Rheinlandsstraße nach wie vor für kritisch, aber für „grundsätzlich rechtlich zulässig“. Die Kreisbrandinspektion Starnberg teilte mit, es bestünden ihrerseits keine grundsätzlichen Bedenken. Also wurde markiert. Grasl ist damit nach wie vor nicht glücklich, was dazu führte, dass Kammerl im Stadtrat behauptete, die Feuerwehr lehne den Schutzstreifen ab.

Die Feuerwehr hat aber nun gegenüber ihrem Gerätehaus acht Parkplätze, die durch die entsprechende Beschilderung mit eingeschränktem Halteverbot und Zusatzzeichen „Für Einsatzkräfte frei“ versehen wurden. Dazu drei weitere Stellplätze auf der Südseite der Rheinlandstraße mit gleicher Beschilderung. Auf dieser Seite befinden sich nun auch sämtliche Stellplätze für die Öffentlichkeit, somit auch die für die Postkunden.

Personelle Änderungen

Das Staatliche Bauamt Weilheim teilt mit:

Mit Wirkung zum 1. August 2019 meldet das Staatliche Bauamt Weilheim folgende personelle Veränderungen: Silke Schweigler übernimmt die Abteilungsleitung Straßenbau für den Landkreis Starnberg. Raphael Zuber – der bisherige Abteilungsleiter Straßenbau Landkreis Starnberg – wird neuer Leiter der Abteilung „Bergmännischer Tunnelbau“.

„Das Staatliche Bauamt Weilheim ist mit dem Tunnel Starnberg sowie dem Kramertunnel, dem Wanktunnel und dem Auerbergtunnel im Raum Garmisch- Partenkirchen in den nächsten Jahren für eine Reihe enorm großer Projekte verantwortlich. Die im Jahr 2017 am Staatlichen Bauamt neu geschaffene Abteilung „Bergmännischer Tunnelbau“ muss deshalb sukzessive gestärkt und ausgebaut werden. Herr Zuber wird diesen Prozess als neuer Abteilungsleiter begleiten und die wichtigen Tunnelprojekte vorantreiben.

Frau Schweigler wird die bisherigen Aufgaben von Herrn Zuber übernehmen und weiterführen. Ansprechpartner für das Projekt „Tunnel Starnberg“ verbleibt jedoch Herr Zuber,“ erklärt Behördenleiter Uwe Fritsch.

Herr Zuber, Jahrgang 1989, studierte Bauingenieurwesen, u. a. mit dem Schwerpunktthema Tunnelbau, im Masterstudiengang an der Technischen Universität München. Nach erfolgreich absolvierter zweijähriger Ausbildung für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst am Staatlichen Bauamt Landshut war er bis November 2018 beim Staatlichen Bauamt Krumbach als Abteilungsleiter für Planung und zentrale Aufgaben tätig. Im Dezember 2018 übernahm er die Abteilungsleitung Straßenbau für den Landkreis Starnberg am Weilheimer Bauamt und kümmert sich hier mit seinem Team vordringlich um Straßenbauprojekte sowie den Tunnel Starnberg.

Frau Schweigler, Jahrgang 1965, studierte ebenfalls Bauingenieurwesen an der Technischen Universität München. Von 1991 bis 1993 absolvierte sie erfolgreich das Referendariat des höheren bautechnischen Verwaltungsdienstes am Straßenbauamt Augsburg. Daran schloss sich ab 1994 am damaligen Straßenbauamt Weilheim ihre vierjährige Tätigkeit als Abteilungsleiterin für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen an. Nach ihrer familiär bedingten Auszeit kehrte sie im Oktober 2018 an das Staatliche Bauamt Weilheim in die Gebietsabteilung Straßenbau für den Landkreis Starnberg zurück, wo seither ihr Aufgabenschwerpunkt im Bereich Wasserrecht und Radwegeplanung sowie in der Projektkoordination des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Tutzing liegt. Mit Wirkung zum 1. August 2019 übernimmt Frau Schweigler die Abteilungsleitung Straßenbau für den Landkreis Starnberg. Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben wird sie den Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Mandatsträgern als Ansprechpartnerin bei allen Themen der Bundes- und Staatsstraßen in diesem Landkreis zur Verfügung stehen.