Restarbeiten

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Die Bauarbeiten im Kreuzungsbereich der Gautinger Straße, Petersbrunner Straße und Leutstettener Straße sind fast beendet.
Der östliche Teil der Kreuzung und die Petersbrunner Straße wurden am Mittwoch, 30. September fertig asphaltiert.

Dieser Bereich der Kreuzung kann nun für den Verkehr wieder freigegeben werden und die Petersbrunner Straße wird wieder, bis zum Ende der Baumaßnahme, zur Einbahnstraße in Richtung Moosstraße.

Nun wird der westliche Bereich der Kreuzung für Fräs- und Asphaltierungsarbeiten gesperrt. Diese Arbeiten erfolgen nachts ab 20.30 Uhr bis zum nächsten Morgen 06.00 Uhr. Ein Abbiegen in die Leutstettener Straße ist während dieser Sperrzeiten nicht möglich.

Die Busse aus Richtung Leutstetten und Berg weichen über die B2 und dann über die Leutstettener Straße zum Bahnhof Nord aus.

Tagsüber ist der Kreuzungsbereich beschränkt befahrbar.

In der Nacht von Montag, 5. Oktober auf Dienstag, 6. Oktober ab 20.30 Uhr muss der Kreuzungsbereich zur Leutstettener Straße wegen des Aufbringens der Deckasphaltschicht wieder gesperrt werden.
Diese Arbeiten dauern bis Dienstag 06.00 Uhr. Die Markierungsarbeiten erfolgen bei laufendem Verkehr am Dienstag.

Somit werden die von der Stadt Starnberg durchgeführten Arbeiten im Kreuzungsbereich rechtzeitig fertig, so dass der am Mittwoch, 7. Oktober beginnende Schienenersatzverkehr nicht beeinträchtigt ist.“

Honorarstreit: Vergleich angenommen

Der Stadtrat hat Montagabend den im Honorarstreit zwischen dem Rechtsanwalt Walter Georg Leisner und der Stadt Starnberg am 12. August dieses Jahres vor dem Oberlandesgericht München in der öffentlichen Berufungs-Sitzung (siehe Stadt geht in Berufung) ausgehandelten Vergleich mit 23:3 Stimmen zugestimmt. Damit muss die Stadt nun 155000 Euro an Leisner bezahlen, statt der von diesem ursprünglich geforderten 212000 Euro, beziehungsweise im Urteil der ersten Instanz vor dem Landgericht München II festgelegten rund 188000 Euro plus Zinsen und Gerichts- sowie Anwaltsgebühren. Noch nicht entschieden ist damit, ob und inwieweit die Stadt die im Jahr 2017 beim Vertragsabschluss mit Leisner amtierende Bürgermeisterin Eva John in Regress nehmen kann. Mit 21:4 Stimmen entschied der Stadtrat die Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber John vorzubereiten und dann dem Gremium vorzulegen. Der Rechtsanwalt der Stadt, Christian Langgartner, empfahl: „Der Regress sollte erst noch einmal geprüft werden.“ Frage sei, ob der Stadtrat diesen geltend machen müsse. Die Antwort gab er allerdings auch gleich selbst: „Nach herrschender Literaturmeinung muss der Stadtrat den Regress geltend machen. Er kann nicht auf Geld, was der Stadt zusteht, verzichten ohne sich selbst strafbar zu machen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Langgartner damit so manchen Stadtrat in Angst und Schrecken versetzt hat (siehe Mehrheit will John “bluten” sehen und Tauche: “Berufung zwingend”). Diesmal traf es besonders Stefan Kandler (BMS), der unter diesen Bedingungen argumentierte, er sei damals noch gar nicht im Stadtrat gewesen, somit auch nicht mit diesen Dingen befasst und sehe sich deshalb außerstande zu entscheiden. Da es ein Recht auf Enthaltung bei der Stimmabgabe nicht gibt, blieb ihm nichts anderes übrig als kurzfristig den Saal zu verlassen. Den Antrag von Anton Summer (BMS), namentlich abzustimmen, lehnte die Mehrheit wie schon in der Vergangenheit lieber ab. Nichts mit der Abstimmung zu tun haben wollten vermutlich Bürgermeister Patrick Janik und UWG-Stadtrat Otto Gaßner, die nach der Kommunalwahl im März einzigen beiden im Stadtrat verbliebenen Juristen, die in der Vergangenheit die Mehrheit der Fraktionen federführend dazu veranlasst hatten, den in der ersten Instanz vor dem Landgericht ausgehandelten Vergleich – von Leisner damals übrigens angenommen – zu widerrufen. Sie waren gar nicht erschienen. Was ihren Rat anging, ist der Schuss wie man sieht nach hinten los gegangen: Es ist erheblich teurer für die Stadt Starnberg geworden und jetzt zahlt auch keine Rechtsschutzversicherung mehr. Die jeweiligen Richter hatten mehrfach auf diese Gefahr hingewiesen (siehe Gericht wirbt für Vergleich und Stadt verliert und muss draufzahlen). Dass nochmals 30000 bis 60000 Euro oben drauf kommen könnten, wollte auch Langgartner nicht verantworten, weshalb er die Annahme des Vergleichs empfahl.

Damals im ersten Verfahren gleich den Vergleich (120000 Euro) anzunehmen, wäre negativ für das Regressverfahren gegen John gewesen, so rechtfertigte sich Langgartner jetzt. Nun gehe es um die Frage, welches Risiko die Stadt eingehe, wenn sie den in der Berufung vor den Oberlandesgericht ausgehandelten neuen Vergleich über 155000 Euro brutto annehme. Dieses Gericht habe bereits neun Seiten mit Hinweisen an die Parteien herausgegeben, die deutlich machten, wie ein eventuelles  Urteil ausfallen werde. So werde Leisner wohl für den Honorarvertrag vom 20. Juli 2017 133000 Euro berechnen können, für den Honorarvertrag vom Dezember 2017 nur 24000 Euro. Zu diesem Gesamtbetrag von 157000 Euro kämen aber noch Zinsen und Gebühren hinzu, so dass sich das am Ende auf 190000 bis 220000 Euro für die Stadtkasse belaufen könnte. Der Vorteil, wenn der Stadtrat den Vergleich nicht annehme, bestehe darin, dass man die Auffassung des Gerichtes ja schon kenne und bis zum Bundesgerichtshof in die Berufung gehen könnte. Da wisse man aber nicht, ob das gelingt. Ein solches Urteil erhöhe eventuell die Chancen der Stadt Teile der Summe von John im Wege des Regressverfahrens zurückzuholen. Wieder machte Langgartner Anspielungen auf das noch nicht abgeschlossene Disziplinarverfahren gegen John. Nicht abgeschlossen, weil die Landesanwaltschaft und John gegen das erstinstanzliche Urteil in Berufung gegangen sind. Mit seiner Aussage, man könne noch nicht sagen, wie das ausgehe, suggerierte er, die Frage, ob John im Juli 2017 den Honorarvertrag mit Leisner vorsätzlich oder grob fahrlässig, weil ohne Beteiligung des Stadtrates abgeschlossen habe, spiele in diesem Verfahren noch eine Rolle, was aber nicht der Fall ist (siehe Honorarstreit: Schwere Vorwürfe). Die Landesanwaltschaft hatte die damalige Bürgermeisterin bezüglich dieser Vorwürfe freigestellt. Sie haben in der Verhandlung über die Disziplinarklage in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht keine Rolle gespielt.

Die Landesanwaltschaft schrieb damals dazu:

„Es kann vor diesem Hintergrund nicht angenommen werden, dass die Beamtin als Nichtjuristin gewusst hätte oder auch nur hätte wissen müssen, dass durch den Abschluss des Anwaltsvertrags und der Vergütungsvereinbarung am 20.7.2017 eine Honorarforderung in Höhe von 141903,83 Euro oder auch nur eine über der Wertgrenze von 50000 Euro (Anm. d. Red.: bis zu 50000 Euro ist ein Bürgermeister laut gültiger Geschäftsordnung berechtigt solche Vereinbarungen zu unterschreiben) liegende Forderung entstehen würde. … Die Beamtin wird daher von diesem Vorwurf freigestellt.“

Dies hat Langgartner dem Stadtrat inzwischen mehrmals nicht mitgeteilt. Der müsste es jedoch längst aus Schreiben von Johns Anwalt Hans Peter Tauche wissen. Dennoch: Niemand sagte etwas dazu.

Für die Annahme des Vergleichs spreche, so Langgartner, die Erkenntnis, dass die Stadt nicht in allen Punkten Recht bekommen werde. Für das Regressverfahren gegen die damalige Bürgermeisterin lägen nun aber schon alle relevanten Tatsachen auf dem Tisch, da komme nichts mehr hinzu. „Wir würden nichts verlieren, könnten den Regress auch ausdehnen. Der sollte aber erst noch geprüft werden.“ Er selbst, so der Anwalt, sei für die Annahme des Vergleichs.

Für Marc Fiedler (FDP) ist es „wahrscheinlich der beste Vergleich den wir aushandeln können“. Dass John einen Vertrag ohne den Stadtrat geschlossen habe, habe er selbst immer als „skandalös“ empfunden. „Das kann nicht folgenlos sein“, resümierte Tim Weidner (SPD). Er folge dem Vorschlag, den Vergleich anzunehmen, wenn damit keine Wege zur In-Regress-Nahme von John verbaut werden. „Ich will unbedingt, dass wir in Regress gehen“ ereiferte sich Franz Sengl (Grüne). Für Langgartner war es nach eigenem Bekunden „keine leichte Frage“, ob die Vergleichsannahme die Chancen auf Regress schmälern. Der Richter könnte sagen, warum habt ihr gezahlt, obwohl es sich um eine Handlung ohne Vertretungsmacht gehandelt hat?, überlegte er laut. Aber es werde wohl jeder Richter verstehen, dass man aus prozessökonomischen (finanziellen) Gründen so entschieden habe. Auch Bürgermeister Janik sei in der gemeinsamen Besprechung mit ihm der Meinung gewesen, dass die zu erwartende  Urteilssumme von bis zu 220000 Euro zu viel Geld für ein eigentlich kleines Risiko sei, berichtete Langgartner. Maximal könnte der Regressanspruch geschmälert werden. Dazu Sengl mit erhobener Stimme: „Es soll auf jeden Fall weh tun.“ Gemeint hat er John.

Thomas Beigel (CSU) fasste zusammen: „Wir stehen vor einem Riesenschaden von 155000 Euro. Wir müssen den Vergleich annehmen, aber unbedingt klären, ob wir die damalige Bürgermeisterin in Regress nehmen. Für die ganze Summe gehe das vermutlich ohnehin nicht, fragte er in Richtung Langgartner, der bestätigte, dass die Stadt für die Begleitung der zu der Zeit anstehenden Verhandlungen mit der Deutschen Bahn auf jeden Fall einen Rechtsanwalt benötigt hätte. Es ging damals wie berichtet um die drohende Verjährung des Vertrags zwischen der Deutsche Bahn und der Stadt aus 1987 (Seeanbindung). Den Vertrag hatte Gaßner für die Stadt ausgehandelt und will ihm auch heute noch unbedingt zur Umsetzung verhelfen. „Eine Differenz wird es geben, ja, aber die wird schon noch erheblich sein“, beruhigte Langgartner die auf den Regress wilden Stadträte.

Maximilian Ardelt (WPS) plädierte für die Annahme des Vergleichs: „Im April 2019 haben wir fast die gleiche Diskussion gehabt. Da ging es nur um 120000 Euro.  Janik, Gaßner, Angelika Kammerl und Sengl hätten aber dafür plädiert, sich auf das Risiko der Ablehnung einzulassen, nur um John in Regress nehmen zu können. Für die Stadt hätte es also durchaus billiger sein können.“ Christiane Falk (FDP) wollte nochmals Sicherheit und fragte den Anwalt: „Wenn wir den Vergleich annehmen, geht uns der Regressanspruch nicht verloren? Wir müssen sicher sein, dass wir Stadträte keine Straftat begehen!“ Antwort Langgartner: „Wenn die Stadt den Vergleich annimmt, muss das Verwaltungsgericht alles noch mal neu prüfen.“ Gegen die Annahme des Vergleichs haben die Grünen- Stadträte Sengl, Annette Kienzle und Angelika Fränkel votiert. Gegen die Vorbereitung des Regressverfahrens gegen die ehemalige Bürgermeisterin stimmte die WPS sowie Anton Summer (BMS). Nach der Abstimmung gab Michael Mignoli (BLS) zu Protokoll: „Die BLS hat dem Vergleich zugestimmt, um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden.“

Gelöbnis ohne Stil und Ton

Dem Starnberger Stadtrat gehören ab sofort zwei neue Mitglieder an. Es sind Johannes Glogger und Raphael Felber, die auf die ausgeschiedenen WPS-Stadträte Günther Picker und Markus Mooser folgen. Der öffentlichen Vereidigung fehlte jedoch jegliche Feierlichkeit, die sonst bei solchen Anlässen üblich ist.

Die Stadtratssitzung gestern Abend wurde von Vizebürgermeisterin Angelika Kammerl geleitet, weil Bürgermeister Patrick Janik nach ihren Angaben verhindert war. Kokettierend griff sich Kammerl schon zu Beginn der Sitzung immer wieder an die auffällige goldene Kette um ihren Hals: „Sie haben ja schon gesehen, dass ich heute aus besonderem Anlass die Amtskette trage“, ließ sie die Stadträte mehrmals wissen. Es sei ihr eine Ehre heute zwei neue Stadträte zu vereidigen. Bevor man in die Tagesordnung einstieg erläuterte die Vizebürgermeisterin noch, dass sich aus Kostengründen immer zwei Stadträte ein Mikrofon der Sprechanlage teilen müssten: „Wir haben nur 15 Stück. Nochmals 15 zu mieten kostet rund 650 Euro pro Sitzung. Wir müssen sparen. Würden wir die selbst kaufen, würde es noch teurer.“ Da die Stadträte bedingt durch die Coronakrise im großen Saal der Schlossberghalle wie in der Schule jeder einzeln an einem weit vom Nachbarn abgesetzten Tisch sitzen, ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Es waren allerdings auch mehrere Saalmikrofone aufgestellt, doch die wollte außer Bürgern, die vor der Sitzung noch Fragen stellen wollten, niemand nutzen.

Als der Tagesordnungspunkt der Vereidigung der beiden neuen Stadträte aufgerufen wurde, überlegte Kammerl laut, dass sie wohl am besten auf ihrem Platz vorn vor dem Gremium stehen bleibe. Glogger und  Felber sollten sich erheben und ihr die Gelöbnisformel nachsprechen. Kein anderer Stadtrat hielt es für angebracht, sich ebenfalls zu erheben, geschweige denn Glogger und Felber ein Mikrofon zu geben, denn auf ihren Plätzen befand sich keines. Auch wurden die Beiden nicht einzeln vereidigt, sondern sozusagen „in einem Abwasch“. Zu verstehen waren sie nicht. Selbst Kammerl ulkte: „Ich weiß jetzt gar nicht genau was Sie gesagt haben.“ Es wäre durchaus anders gegangen, wäre Kammerl mit dem Saalmikrofon zu den beiden zu Vereidigenden gegangen oder hätte diese damit zu sich gebeten. Selbst der geforderte Corona-Abstand wäre dabei einhaltbar gewesen.

Gipfel der Stillosigkeit war die „Nicht-Überreichung“ der Blumensträuße an Glogger und Felber. Zwei in Zeitungspapier eingewickelte Sträuße standen in Vasen hinter Kammerl auf der Bühne. Sie zeigte auf die vorbereiteten Geschenke und meinte, am besten lasse man die so eingewickelt in der Vase hier stehen, denn die Blumen brauchten ja Wasser, und sonst müssten Glogger und Felber die nachher nur wieder einwickeln.

Die Amtskette blieb übrigens danach für den ganzen weiteren Sitzungsverlauf um Kammerls Hals.

11. Band Stadtgeschichte

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Am Dienstag, 22. September wurde im großen Saal der Schlossberghalle der elfte Band der Starnberger Stadtgeschichte „Gotteshaus und Totenacker. Die Ausgrabung der ehemaligen Pfarrkirche St. Benedikt in Starnberg (2007-2009)“ vorgestellt. „Mit dem neuen Band der Starnberger Stadtgeschichte wird ein Stück weit Licht ins Dunkel der Besiedelungsgeschichte Starnbergs gebracht. Ich bedanke mich besonders bei Herrn Dr. Christian Later, der die Grabungen für die Stadt durchgeführt und anschließend diese spannenden Erkenntnisse mit weiteren engagierten Autoren zu Papier gebracht hat“, so Erster Bürgermeister Patrick Janik.

Das Werk beschäftigt sich mit der wohl ältesten Starnberger Pfarrkirche St. Benedikt sowie dem dazugehörigen Friedhof, deren Relikte bei Bauarbeiten in der Possenhofener Str. im Jahr 2007 wieder zu Tage traten. Bei anschließend durchgeführten Grabungen wurden die Überreste von mindestens drei Kirchen sowie über 350 Gräber gefunden und anschließend mordernsten wissenschaftlichen Standards entsprechend untersucht. Detailliert werden in dem Buch daher sowohl die Geschichte des Gotteshauses als auch die Grabungen und deren Ergebnisse präsentiert.

„Mit diesem Buch können wir den Starnbergerinnen und Starnbergern ein bislang unbekanntes, spannendes Stück Stadtgeschichte an die Hand geben. Und es ist gleichzeitig der Schlusspunkt einer eigenen, neuen Geschichte, die zeigt wie Bodendenkmalpflege im Optimalfall funktioniert“, betonte Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.

Die Anfänge des Gotteshauses können dank der archäologischen Grabungsergebnisse bis in das 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden und setzen somit wesentlich früher an als die überlieferten schriftlichen Quellen zur Starnberger Geschichte, welche erst ab dem 13. Jahrhundert zu finden sind.

Interessierte können die gesammelten Erkenntnisse ab sofort in Buchform für 29,80 Euro im Buchhandel erwerben.

Offener Brief an Janik

Stefan W. Zeil, FDP- Mitglied, hat einen offenen Brief an Bürgermeister Patrick Janik geschrieben, in dem er diesen bittet, die Verbesserung der Situation am Starnberger Seebahnhof zur Chefsache zu machen. Zeil schreibt:

„…seit über acht Jahren hat der Starnberger Seebahnhof kein Dach mehr. Barrierefrei war der Bahnhof noch nie. Deshalb habe ich – bekanntermaßen – im Januar 2020 die Petition DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS “SCHÖNSTEN” SEEBAHNHOF! unter Webseite „openpetition.de/!Seebahnhof“ gestartet. Die Petition fordert den Starnberger Bürgermeister Patrick Janik und den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, auf, sich kurzfristig abzustimmen und dafür zu sorgen, dass der Starnberger Seebahnhof noch im Jahr 2020 ein Dach und einen barrierefreien Bahnsteigzugang bekommt.
Am 15. Juli 2020 wurde die Petition offiziell an Sie als Starnbergs 1. Bürgermeister übergeben. Dabei haben Sie öffentlich gegenüber dem Starnberger Merkur mitgeteilt, dass auch Sie das Anliegen der Petition, ein provisorisches Dach für den Starnberger Seebahnhof, unterstützen.
Mit Schreiben vom 21. August 2020 hat der Konzernbevollmächtigte für den Freistaat Bayern der Bahn, Klaus-Dieter Josel, mitgeteilt, “dass bis zur Klärung des […] juristischen Sachverhaltes kein barrierefreier Ausbau sowie weitere bauliche Maßnahmen erfolgen können.”
Die Stadt Starnberg ist in der Pflicht
Mit dieser Rückmeldung der Bahn sind nun Sie in der Verantwortung, auf eine kurzfristige Lösung beim Seebahnhof im Sinne der Petition hinzuwirken. Die Ausrede der Bahn ist für die Starnberger*innen nicht akzeptabel und entbehrt auch jeder Grundlage, da der von der Bahn eingereichte Rechtsstreit Jahre dauern kann und davon keinerlei Beitrag zu einer kurzfristigen Lösung zu erwarten ist. Dieser Prozess dürfte wohl mehr Kosten verursachen, als für eine kurzfristige Lösung überhaupt aufzuwenden wären.

Mit dem Programm „Bayern barrierefrei“ treibt der Freistaat Bayern den Abbau von Barrieren voran. Der Freistaat stellt dafür allein von 2015 bis 2020 mehr als 656 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ziel der Staatsregierung ist klar: Bayern soll bis 2023 im öffentlichen Raum und im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) barrierefrei werden.
Ich fordere Sie daher konkret auf:
– Machen Sie das Thema “Kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition“ zur Chefsache.
Handlungsmöglichkeiten der Stadt Starnberg
– Zeigen Sie den Starnberger*innen, dass Sie die Interessen der Seebahnhofnutzer*innen beim Thema “Kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition” vertreten, indem auch Sie sich öffentlichkeitswirksam an die Bahn wenden.
– Setzen Sie das Thema “Kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition” bei jeder Stadtratssitzung auf die Agenda des öffentlichen Teils und berichten Sie der Öffentlichkeit zum Sachstand.
– Nutzen Sie die Möglichkeiten der Prozessordnung (unabhängig vom Streitgegenstand Schadensersatz), um die Bahn zur Vernunft zu bringen: z.B. mit einem Teilvergleichsvorschlag oder ggfs. einer Widerklage bzgl. einer kurzfristigen Lösung im Sinne der Petition.
– Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, um politischen Druck auf die Bahn aufzubauen (Ihre Gruppierung stellt in Bayern fünf Mitglieder der Staatsregierung; die Partei Ihrer Stellvertreterin stellt die Verkehrsminister*innen in Freistaat und Bund)
– Schreiben Sie – wie andere Stadtratsmitglieder auch – an den Ministerpräsidenten und bitten Sie ihn, hier für Starnberg aktiv zu werden.
– Treiben Sie die konkrete Planung einer kurzfristigen Lösung im Sinne der Petition voran und prüfen Sie, welche Fördergelder es hier unter welchen Voraussetzungen gibt (Stichwort: „Bayern barrierefrei“ – Hat die Stadt Starnberg hier bereits eine Förderung beantragt?). Für das Dach stehen Ihnen zudem bereits ca. 50.000 Euro zur Verfügung.
– Richten Sie einen Infostand am Bahnhof ein, an dem die Bürger*innen die Petition unterschreiben können.
Es gibt viele weitere Möglichkeiten, juristisch und politisch das Thema “Kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition” voranzutreiben.

Unser Landrat Stefan Frey kritisierte bereits 2017 in seiner Funktion als Stadtrat eine zu “passive Haltung der Stadt” gegenüber der Bahn und gab den Ratschlag “dringend Kontakt zur Bahn aufnehmen.”
Aus Ihrer Gruppierung kommt übrigens deutliche Unterstützung von Herrn Prof. Gaßner, der bekanntlich mit den Bahnverträgen gut vertraut ist, und mir mitgeteilt hat: „Ich kann Ihnen zusichern, dass ich mich mit vollen Kräften für die Ziele Ihrer Petition einsetzen werde.“
Einladung zum Gedankenaustausch
Der anhängige Rechtsstreit zwischen Stadt und Bahn kann die politischen Entscheidungsträger in Starnberg nicht aus der Verantwortung für eine kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition entlassen.
Es braucht nun beherztes Handeln durch die Stadt Starnberg, insbesondere durch ihren ersten Bürgermeister. Insofern bitte ich Sie – auch im Namen meiner über 500 Mitpetenten – hier zeitnah konkrete Handlungsschritte zu benennen.
Wir werden Ihren Bericht zum Sachstand “Kurzfristige Lösung am Seebahnhof im Sinne der Petition” in der Stadtratssitzung vom 28. September 2020 bewerten und abhängig davon weitere Schritte und Aktionen planen. Es würde uns darüber hinaus sehr freuen, wenn Sie uns als Gesprächspartner zu einer Diskussion bzgl. der kurzfristigen Lösung am Seebahnhof zur Verfügung stehen würden.
Seien Sie versichert: Meine Mitstreiter*innen und ich werden nicht lockerlassen, bis der Starnberger Seebahnhof ein Dach hat und barrierefrei ist.“

Seebahnhof – gemeinsame Veranstaltung

Stefan W. Zeil, der Initiator der Petition, die dem Starnberger Seebahnhof endlich zu Bahnsteigdächern und einem Aufzug verhelfen soll, sowie Maximilian Ardelt, Vorsitzender des Bürgervereins “ Schöner zum See“, der seit vielen Jahren für Verbesserungen an diesem Bahnhof samt Umfeld kämpft und eine Gleisverlegung wie von UWG-Stadtrat Otto Gaßner 1987 für Stadt und Bahn ausgehandelt ablehnt, ziehen jetzt an einem Strang. Sie laden zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein:

„…die Zukunft des Starnberger Seebahnhofs und dabei insbesondere eine kurzfristige Lösung seiner unhaltbaren gegenwärtigen Zustände ist ein Anliegen aller Starnberger*innen. Aus diesem Anlass laden der Verein SCHÖNER ZUM SEE e.V. (SzS) und die Petition “DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS “SCHÖNSTEN” SEEBAHNHOF! zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch zum Thema „Dach und Aufzug für unseren Seebahnhof: Jetzt!“ ein:
Wo: Hotel Bayerischer Hof, 

Wann: 03.10.2020, 16:00 Uhr

Eine Anmeldung ist vor dem aktuellen Hintergrund erforderlich unter seebahnhof(at)posteo.de oder info(at)schoener-zum-see.de. Zudem können Sie uns unter diesen E-Mailadressen auch Ihre Forderungen / Wünsche / Vorstellungen zum Thema kurzfristige Lösung am Seebahnhof zukommen lassen.

Hierzu erklärt Stefan W. Zeil: „Es geht um eine kurzfristige Lösung bzgl. Dach und Barrierefreiheit. Stadt und Bahn sind in der Verantwortung jetzt schnell eine Teileinigung im Sinne aller Betroffenen zu erreichen.“
Maximilian Ardelt erklärt: „Der Verein SCHÖNER ZUM SEE unterstützt ausdrücklich die Petition “DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS “SCHÖNSTEN” SEEBAHNHOF! und fordert alle Starnberger*innen auf diese zu unterschreiben. Konkrete Vorschläge einer kurzfristigen Lösung für besseren Wetterschutz und Barrierefreiheit liegen vor und werden von uns nachdrücklich eingefordert.“
Mit freundlichen Grüßen
Maximilian Ardelt

Vorsitzender, Verein Schöner zum See e.V.
Stefan W. Zeil

Initiator Petition “DACH UND AUFZUG FÜR DEUTSCHLANDS “SCHÖNSTEN” SEEBAHNHOF!“

Schnitzeljagd

Die Stadtbücherei Starnberg holt anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2020 die Buch- Gutschein-Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ nach, die ursprünglich am Welttag des Buches am 23. April stattgefunden hätte.

Alle Kinder, die in der Zeit vom 22. bis zum 26. September 2020 in der Stadtbücherei eine Schnitzeljagd bestehend aus fünf Rätselstationen absolvieren und die richtige Lösung herausfinden, erhalten als Belohnung das Buch „Abenteuer in der Megaworld“ von Sven Gerhardt mit Illustrationen und Bildergeschichte von Timo Grubing.

Über das Buch:

Magnus, Mithat, Vicky und Flora könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben das große Los gezogen und in einem Preisausschreiben eine exklusive Eintrittskarte für den neuen Mega-Erlebnispark gewonnen. Der Park ist am Premierentag nur für die vier geöffnet. Doch es läuft nicht rund: Eine Panne jagt die nächste. Außerdem geht Magnus den anderen mit seinem obercoolen Gehabe tierisch auf die Nerven. Als dann während der atemberaubenden Fahrt auf der Wildwasserbahn auch noch der Strom ausfällt, spitzt sich die Situation zu. Nun ist Teamgeist gefragt, denn nur gemeinsam können sich die Kinder aus dieser brenzligen Situation befreien.

Über den Welttag des Buches:
„Ich schenk dir eine Geschichte“, ist eine deutschlandweite Kampagne zur Leseförderung, die dieses Jahr bereits zum 24. Mal stattfindet. Damit soll Kindern der 4. und 5. Klassen bundesweit die Freude am Lesen geschenkt werden.

Bei Fragen können Sie sich während der Öffnungszeiten unter Tel: 08151/3049 an das Büchereiteam wenden oder Sie schreiben eine E-Mail an buecherei(at)starnberg.de.

Faire Woche

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Im Rahmen der deutschlandweiten „Fairen Woche“ haben engagierte Mitglieder der städtischen Fairtrade-Steuerungsgruppe am gestrigen Donnerstag auf dem Wochenmarkt am Kirchplatz über das Thema Fairer Handel und Nachhaltigkeit informiert.

Stadträtin Kerstin Täubner-Benicke und Ulrike Stockmar vom Starnberger Weltladen hatten aber auch fair gehandelte Schokolade zum Probieren und allerlei Informationsmaterialien rund um den fairen Handel dabei, darunter Rezepthefte von Trans-Fair e.V. Auch der fair produzierte Kaffee aus dem Starnberger Weltladen kam gut an. Viele interessierte Starnbergerinnen und Starnberger informierten sich am Stand der Steuerungsgruppe über den Fairen Handel und worauf man beim Kauf von Lebensmitteln, Kleidung und Textilien achten sollte. Auch erfuhren sie, welche Starnberger Geschäfte und Gastronomen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel im Sortiment haben und welche Aktio- nen die städtische Steuerungsgruppe bisher ins Leben gerufen hat.

Unter der Homepage der Stadt, Rubrik „Gesellschaft und Soziales“ können Interessierte mehr über das Engagement der Fairtrade-Stadt Starnberg erfahren. Dort finden Sie auch eine Liste mit den beteiligten Einzelhändlern und Gastronomen.

Zum Hintergrund:

Seit Sommer 2019 ist die Stadt Starnberg offiziell Fairtrade-Stadt. Im Rahmen des Starnberger Stadtfestes wurde die Zertifizierungsurkunde feierlich durch einen Vertreter von Trans Fair e.V. überreicht.

Die Steuerungsgruppe, ein Zusammenschluss aus Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, hat es nach dem positiven Stadtratsbeschluss im Mai 2017 für eine Bewerbung geschafft, alle Kriterien für den Titel zu erfüllen. Neben dem Starnberger Gymnasium konnten die Kirchengemeinden, die STAgenda 21, der Weltladen Starnberg sowie Gastronomen, Einzelhändler und Vereine als Partner gewonnen werden.

Starnberg ist eine von über 2.000 Fairtrade-Städten in 36 Ländern. In Deutschland tragen inzwischen rund 600 Kommunen den Titel. In allen Fairtrade-Städten haben sich Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft vernetzt und fördern den fairen Handel auf kommunaler Ebene.“

Abschlussfest Leseclub gelungen

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Über 179 Anmeldungen gab es dieses Jahr für den zum vierten Mal durchgeführten Sommerferien- Leseclub der Stadtbücherei Starnberg. Zusammen haben die sechs- bis zwölfjährigen Kinder 1.112 Bücher gelesen und bewertet. Damit wurde dieses Jahr erneut ein neuer Rekord aufgestellt.

Als Belohnung für ihr Engagement in den Schulferien haben sich ca. 60 Kinder am Samstag in der kleinen Schlossberghalle eingefunden um von Frau Rund bei dem Theaterstück „Ein Buch – ein Wurm – Ein Bücherwurm“ zum Lachen und Staunen gebracht zu werden.

Im Anschluss fand durch die Zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl die Preisverlosung statt. Es wurden Eintrittskarten für den Bayernpark, Gutscheine für das Seebad, die Eiswerkstatt, Eisdiele Stracciatella, für Spielgolf, die Bücherjolle sowie Badehandtücher, Spielwaren, und Überraschungspakete verlost.

Ein besonderer Dank gilt folgenden lokalen Unternehmen, die wieder Preise für die leseeifrigen Kinder gespendet haben: Bücherjolle, Buchhandlung Rupprecht, Eisdiele Stracciatella, Eiswerk- statt, gwt, Schreibwaren Zwickel, Seebad Starnberg, Spielgolf und Spielwaren Krömer.

Zudem erhielt der 9-jährige Vielleser Sungmin, der im Aktionszeitraum 52 Bücher gelesen hat ein Badehandtuch. Die Kinder mit den drei kreativ gestalteten Bewertungskarten erhielten zusätzlich einen Buchpreis.

Daneben ging kein Kind leer aus. Neben einer Urkunde hat jedes Kind einen Trostpreis erhalten.

Alle Kinder, die am Samstag nicht persönlich anwesend waren, können ihre Urkunde sowie ggf. gewonnenen Preise während der Öffnungszeiten in der Bücherei im 1. OG an der Info abholen.

Bei Fragen können Sie sich während der Öffnungszeiten unter Tel: 08151/3049 an das Büchereiteam wenden oder Sie schreiben eine E-Mail an buecherei(at)starnberg.de.

Fair Trade auf dem Markt

Die Auszeichnungsfeier der Stadt Starnberg zur Fair-Trade-Town ist nun mehr als ein Jahr her. Bis zur Zertifizierung war es ein intensiver Weg und um weiterhin „Fair-Trade-Town“ zu sein, bedarf es vieler Bemühungen.

Die Steuerungsgruppe, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Stadtrates und zahlreichen Ehrenamtlichen aus verschiedensten Bereichen, trifft sich regelmäßig, um neue Aktionen zu planen und sich über das Thema“Fair Trade“auszutauschen.

Aufgrund der Corona-Pandemie war es in diesem Jahr zeitweise leider unmöglich, geplante Aktionen und Veranstaltungen umzusetzen. Die Steuerungsgruppe ist sich jedoch einig, dass es jetzt wieder an der Zeit ist, ihre Arbeit auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Daher dürfen sich die Besucherinnen und Besucher des Starnberger Wochenmarktes im Rahmen der „Fairen Woche“ am Donnerstag, 17.09.2020 ab 9 Uhr auf dem Kirchplatz über einen Stand freuen, an dem sie sich über das Thema Fair-Trade informieren und einige Schmankerl probieren können.