VGH entscheidet über Bürgerbegehren

Auf Nachfrage hat die Pressestelle des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes München (VGH) dem Blog mitgeteilt, dass die mündliche Verhandlung im Berufungsverfahren wegen des Bürgerbegehrens „Kein Tunnel für Starnberg“ am 13. März 2019 um 14 Uhr im Sitzungssaal 3, Ludwigstraße 23, stattfindet.

Wie berichtet hatten Stadtratsmehrheit und das Bayerische Verwaltungsgericht München das von der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI)“ und dem Bürgerverein „Starnberg bleibt oben“ initiierte Begehren trotz Vorliegen einer ausreichenden Zahl von Unterstützer-Unterschriften für unzulässig erklärt. Die Fragestellung führe die Bürger „in die Irre“ urteilte das Gericht im März letzten Jahres. Die BI und der Verein „Starnberg bleibt oben“ beantragten deshalb, die Berufung gegen das Urteil zuzulassen, was der VGH am 7. September 2018 so entschied. Begründet hatte er dies mit den „besonderen rechtlichen Schwierigkeiten der Rechtssache“. Die Fragestellung für das Bürgerbegehren hätte lauten sollen: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Starnberg alles unternimmt, damit der planfestgestellte B2-Tunnel in unserer Stadt nicht gebaut wird?“

Meisterwerke von Lehrern präsentiert

Am Samstag, 23. Febrauar, 19 Uhr  präsentieren Lehrkräfte der Musikschule Meisterwerke aus vier Jahrhunderten. So zum Beispiel das Doppelkonzert d-Moll für Violine und Oboe von J. S. Bach, das Konzert für Blockflöte und Querflöte e-Moll von G. Ph. Telemann, Kompositionen von L. Kaiser, N. Paganini, S. Gxaras, Zequinha de Abreu u. a.

Mit A. Altenberger / Violine, Bence Barla-Szabó / vocals, guitar, Patrick Bethke / Gitarre, Doris Gurowski / Blockflöte, Ulrike Huber / Cembalo, Blockflöte, Anne Krafft / Querflöte, Cornelia Lee-Winser / Viola, Annabell Opelt / Blockflöte, Maria Hörner / Cembalo,
L. Kaiser / Percussion, Diego Sanz-López / Posaune, Katharina Schuller / Violine, Miriam Ströher / Oboe, Ensemble Windcraft x 10 und andere.

Schlossberghalle Starnberg, kleiner Saal. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Karten und Reservierung:

Kulturamt der Stadt Starnberg, Vogelanger 2, 82319 Starnberg, Tel.: 08151 772-136 oder 08151 772-170, Mo, Mi, Fr 7.30 bis 12 Uhr, Di, Do 7.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie an der Abend- kasse.
Städtische Musikschule Starnberg, Mühlbergstr. 4, 82319 Starnberg, Tel.: 08151 999542, Mo-Do 13 – 17 Uhr, Fr 8 – 12 Uhr.

Samstag, 23. Februar 2019, 19 Uhr

Schlossberghalle Starnberg, kleiner Saal 82319 Starnberg

VERANSTALTER
Städtische Musikschule Starnberg

Eintritt frei

Reservierung: Tel.: 08151/999542 oder

contakt(at)musikschule-starnberg.de

Erneut Entlastung von John verweigert

Zum dritten Mal in Folge hat der Rechnungsprüfungsausschuss (RPA) nach 2015 und 2016 Bürgermeisterin Eva John heute nun auch die Entlastung für das Haushaltsjahr 2017 verweigert. Das Abstimmungsergebnis fiel mit 2:3 Stimmen knapp aus. Die endgültige Entscheidung fällt allerdings der Stadtrat, bei dem aufgrund der Mehrheitsverhältnisse jedoch mit keinem anderen Ergebnis gerechnet werden kann. Anlass für die Versagung der Entlastung sind laut Thomas Beigel (CSU) die Verstöße gegen die Geschäfts- und Gemeindeordnung durch die Verwaltung im Zusammenhang mit dem Bauprojekt Seebad. Wie berichtet sind dringliche Anordnungen nicht wie vorgeschrieben zeitnah bekannt gegeben worden, und Kosten-Nachträge hätten teilweise durch den Stadtrat oder Bauausschuss genehmigt werden müssen (siehe John entschuldigt sich für Verwaltung und Genehmigung von Nachträgen verweigert). Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Markus Mooser (WPS), machte zum wiederholten Mal deutlich, dass er keine im Sinne des Artikels 106 der Bayerischen Gemeindeordnung „wesentlichen“ Verstöße der Verwaltung habe feststellen können, die eine Versagung der Entlastung  rechtfertigen würden (Wortlaut der Vorschrift der Gemeindeordnung siehe Empfehlung: Keine Entlastung).

Für das Jahr 2015 verweigerte die Ausschuss- und Stadtratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS  John die Entlastung wegen einer damals noch nicht abgeschlossenen staatsanwältlichen Untersuchung des Verkaufs des Wangener Weihers. Die Staatsanwaltschaft hatte die Prüfung aber gar nicht erst aufgenommen. Eine neue Entscheidung von RPA und Stadtrat ist dennoch nicht erfolgt. Für 2016 hatte Beigel als Wortführer der Mehrheit als Argument gegen die Entlastung Unklarheiten in Sachen Anwendung der Straßenausbaubeitragssatzung angeführt, darüber hinaus eine nicht hinreichende Dokumentation des Umbaus Wasserpark bemängelt (Vertagung behindert Prüfung). Im Stadtrat stellte er dann den Antrag, die Entscheidung über die Entlastung der Bürgermeisterin so lange zurückzustellen, bis die zu dem Zeitpunkt bereits aufgenommene überörtliche Prüfung durch den Kommunalen Prüfungsverband abgeschlossen sei. Nach Auskunft von Mooser schließt der Prüfungsverband seine Arbeit noch jetzt im Februar ab. Deshalb werde er das Thema dann nochmals in die Beratung bringen. Grundsätzlich war Mooser nach den Entscheidungen über 2015 und 2016 bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt vorstellig geworden, um zu klären, ob die von der Ratsmehrheit angeführten Gründe für die Versagung der Entlastung durch den Artikel 106 Gemeindeordnung gedeckt sind. „Bisher bin ich da nicht weiter gekommen“, so der Ausschussleiter heute auf Anfrage. Er werde das Landratsamt erneut einschalten, wenn der Stadtrat zu 2016 und 2017 ebenfalls ablehnende Beschlüsse fassen sollte.

In der heutigen Ausschusssitzung ging es zunächst um die Genehmigung der Protokolle über die nicht öffentlichen Sitzungen des vergangenen Prüfungszeitraums. Der Vertreter der BLS, Johannes Bötsch, fehlte unentschuldigt. Martina Neubauer (Grüne) ließ sich durch Franz Sengl vertreten. Klaus Rieskamp (DPF) und Sengl verließen die Sitzung wegen anderer Verpflichtungen vorzeitig, weshalb am Ende bei der Abstimmung von den regulär sieben Mitgliedern des Ausschusses nur noch fünf anwesend waren. Rieskamp wollte das Protokoll über die Sitzung vom 11. Januar 2019 nicht genehmigen, weil er der Ansicht war, dass der Ausschuss sich nicht in das „schwebende Verfahren“ bei der Rechtsaufsicht und Landesanwaltschaft einmischen sollte, das er selbst im Auftrag des Stadtrates zu den Themen dringliche Anordnungen und Nachträge beim Seebad angestoßen hat. „Ich möchte mich davon lossagen, nicht über den Rechnungsprüfungsausschuss da hineingezogen werden“, so Rieskamp. Laut Mooser ging es jedoch nur um die Billigung der Empfehlung des RPA, der Stadtrat möge feststellen, dass nachträgliche Genehmigungen nicht einholbar seien. Schlussendlich wurde dieses Protokoll gegen die Stimme von Rieskamp gebilligt.

Eine weitere Empfehlung an den Rat, die Ergebnis der örtlichen Prüfung ist, lautet: „Bei Kostenüberschreitungen von Bauvorhaben ist der Stadtrat oder zuständige Ausschuss in nächstmöglicher Sitzung zu informieren und die entsprechenden Genehmigungen der Arbeiten sind vor Vergabe einzuholen. Außerdem sollen Kosten für die Entsorgung von Altlasten und dazu gehörigen Gutachten zu den Projektkosten gerechnet werden.“ Bürgermeisterin Eva John, die Gast im Rechnungsprüfungsausschuss war, kündigte noch eine schriftliche Stellungnahme der Verwaltung zu den eingeräumten Verstößen gegen die Geschäftsordnung an. Sie machte nochmals klar, dass sie als Bürgermeisterin jederzeit Entscheidungen treffen darf. Sie müsse diese dann aber bekannt geben und bei Nachträgen über einem bestimmten Grenzwert die Genehmigung einholen. Da habe sich die Bauverwaltung aus entschuldbaren Gründen vertan. Die einzelnen Nachträge zum Seebad seien jedoch in jedem einzelnen Posten begründet gewesen. Sengl war der Meinung, alles wäre nicht vorgefallen, wenn es „eine vernünftige Gesprächsebene zwischen Stadtrat  und Verwaltung“ gäbe. Dem widersprach John. Es gehe weder um eine bestimmte Haltung der Verwaltung noch um irgendwelche Gräben, die zu überwinden seien. Ein Mitarbeiter habe einfach einen Fehler gemacht. Rieskamp meinte: „Königsweg wäre gewesen, wenn der Stadtrat bei absehbaren Kostensteigerungen die Erhöhung zur Zustimmung für einen neuen Kostenrahmen vorgelegt bekommen hätte.“

An dieser Stelle zog Mooser eine Auflistung aus der Tasche, mit der er belegte, wie oft das Thema Seebad vom Rathaus auf die Tagesordnung der Gremien gesetzt worden ist: 13 mal im Bauausschuss, 19 mal im Stadtrat, dazu sechs Ortsbesichtigungen und zehn Informationssitzungen. Oft habe die Politik aber entschieden, die Punkte von der Tagesordnung zu nehmen oder gar nicht behandeln zu wollen. Er verneine deshalb einen kompletten Alleingang der Verwaltung, auch wenn in einzelnen Punkten gegen die Geschäftsordnung verstoßen worden sei. Mooser erinnerte besonders an den einen Fall, in dem das Rathaus nach erfolgter Ortsbesichtigung eine nichtöffentliche Sitzung anberaumt hatte,  in der es um Detailaufträge und Auftragnehmer gegangen wäre. Entgegen der Geschäftsordnung, die in diesem Fall eine nichtöffentliche Beratung vorschreibe, habe eine Stadträtin (Anm. d.Red.: Neubauer) beantragt die Beratung öffentlich durchzuführen, wohl wissend, dass die Sitzung dann nicht stattfinden kann, weil die Öffentlichkeit gar nicht geladen worden war. Beigel kritisierte dennoch, die Gesamtkosten seien erst Anfang 2017 in den Blick genommen worden, als nichts mehr beeinflussbar gewesen sei. „Hätte man gewusst, wo man am Ende landet, wären Entscheidungen, wie der Verzicht auf den Fitnessbereich, der die Stadt eine dreiviertel Million gekostet habe, vielleicht anders gefallen“, überlegte er laut. Mooser bestätigte, dass die Gesamtkosten von 22,5 Millionen Euro (Prognose bei Baubeginn waren 18,58 Millionen Euro gewesen) erst im September 2017 bekannt geworden waren. Da wäre eine Erhöhung des Gesamtkostenrahmens durch den Stadtrat nötig gewesen. Mooser erinnerte aber an den Bau des Bahnhofs Nord, der 2001 doppelt so teuer wie prognostiziert mit 41,5  Millionen Deutsche Mark abgeschlossen wurde. Damals sei der Verwaltung die Entlastung nicht verweigert worden, konnte sich Anton Summer (BMS) nicht verkneifen zu sagen. Beim Seebad betrage die Steigerung dagegen nur 22 Prozent. Beigel bestand auf „26 Prozent“, weil die überraschend nötig gewordene Entsorgung des kontaminierten Bodens dazugerechnet werden müsse. Sengl: „Man muss es der Verwaltung hinter die Ohren schreiben, dass sie eine Genehmigung brauchen, sonst dürfen sie nicht weiter machen. Sie darf sich nicht dahinter verschanzen, dass der Stadtrat Tagesordnungspunkte vertagt hat.“

Für andere Empfehlungen des Prüfungsausschusses an den Stadtrat erhielt Mooser einstimmige Unterstützung. Sie lauten: Zur besseren Steuerung bei großen Bauvorhaben sollte der Bauausschuss vierzehntägig  tagen, und dringliche Anordnungen sollten in Fraktionsvorsitzendenbesprechungen vorab bekannt gegeben werden.

Keine Beanstandungen hat die Prüfung der Anwalts- und Gutachterkosten der Stadt aus 2017 ergeben, nur den Hinweis, dass bei Vergaben an Rechtsanwaltskanzleien darauf geachtet werden soll, Kostenvereinbarungen nach dem Streitwert zu treffen und auf jeden Fall die für die Stadt kostengünstigere Variante zu nehmen (einstimmig). Ebenso gab es keine Beanstandungen bei den Ausgaben für Partner- und Patenschaften der Stadt. Das Wasserwerk wurde als „vorbildlich geführt“ gelobt. Keine Beanstandungen. Aber bei der Prüfung der Sanierung des Gymnasiums habe eine Fehlplanung des Architekten dazu geführt, dass der Stadt Fördermittel entgangen sind, weil die Kosten zu niedrig prognostiziert worden waren. Für Beigel „ein klassischer Haftpflichtfall“. Der Stadtrat muss entscheiden, ob die verlorenen Zuschüsse zivilrechtlich eingefordert werden.

Das Ergebnis des Haushaltsjahres 2017 stellte der Ausschuss einstimmig mit rund 94 Millionen Euro fest. Mooser empfahl der Bürgermeisterin die Entlastung zu erteilen, was Winfried Wobbe (UWG), Sengl und Beigel ablehnten. Nur Mooser und Summer stimmten dafür. „Die Bürgermeisterin ist bei solchen Maßnahmen wie dem Seebad deutlich mehr in der Verantwortung. Als Chefin der Verwaltung hat sie sich nicht genug einbinden lassen“, urteilte Beigel. Mooser erkannte jedoch nicht die in Artikel 106 Gemeindeordnung genannten „wesentlichen Verstöße“, die eine Nichtentlastung der gesamten Verwaltung rechtfertigen würden. Zudem habe das Rathaus versucht die politischen Gremien einzubeziehen, die sich jedoch den wesentlichen Beschlüssen und Informationen entzogen habe. Die Nichtentlastung sei in keiner Weise verhältnismäßig, so Mooser. Wobbe und Beigel bestanden aber darauf, die Informationspflicht sei „wesentlich“. Der Projektsteuerer sei dem Wunsch des RPA nur sehr zurückhaltend näher gekommen. Das Argument, man hätte bei öffentlicher Bekanntgabe der Kostensteigerungen nicht mehr so gut mit Handwerkern über Preise verhandeln können, wolle er, Beigel, nicht gelten lassen. Mooser betonte, für ihn als Rechnungsprüfer sei „wesentlich“, wie mit öffentlichen Finanzmittel umgegangen worden sei: „Aus meiner Sicht ist das eine großartige Leistung der Verwaltung gewesen, die die Mittel sehr bedacht eingesetzt hat, damit ein so hervorragendes Produkt wie das inzwischen super angenommene Seebad herauskommen konnte. Wir haben ein einzigartiges Seebad und das ist eine Leistung von uns allen.“ Summer erinnert ebenfalls noch einmal an die hohe Akzeptanz des neuen Bades in der Bevölkerung und mahnte: „Hätten wir das nicht in Angriff genommen, hätten wir den alten Wasserpark irgendwann schließen müssen.“ Beigel: „Ich weigere mich solche Kostensteigerung zu akzeptieren. In der freien Wirtschaft könnten wir uns das nicht leisten. Ich sage nicht, dass eine Begrenzung nicht versucht worden ist. Aber das Know How von Stadträten ist auch nicht abgerufen worden.“

Bücher in Kühlschränken?

Mit zwei Anträgen hat sich der Kulturausschuss des Stadtrates befasst. Die CSU hatte geeignete Aufstellorte für sogenannte öffentliche Bücherschränke in Starnberg und/oder seinen Ortsteilen beantragt, diesen Antrag laut Bürgermeisterin Eva John aber wieder zurückgezogen. Drei Tage später ging der Antrag der UWG im Rathaus ein, die damit eine private Initiative zur Einrichtung einer oder mehrerer Bücheraustauschstationen („Bücherkühlschränke“) unterstützen wollte. Unentgeltlich sollte die Stadt geeignete Standorte auf öffentlichem Grund zur Verfügung stellen. Die Auswahl der Standorte solle nur im Einvernehmen mit den Vertretern der Initiative erfolgen, verlangte die UWG. Dass die Stadt das Vorhaben unterstützt, befürwortete der Ausschuss einstimmig.

„Bürgerinnen planen in Eigenregie Bücherkühlschränke aufzustellen“, berichtete John und wies darauf hin, dass das Amt für Standortförderung bereits Kontakt mit der Initiative aufgenommen habe. Auch in der letztjährigen Bürgerversammlung war ein solcher Wunsch geäußert worden. Iris Ziebart (FDP) fand, das sei eigentlich eine gute Idee, doch dass nun auch noch „ausrangierte Kühlschränke im öffentlichen Raum rumstehen sollen“, da „dreht sich mir der Magen um“. Sie erinnerte an die vielen Dinge, die bereits viel Platz in Anspruch nehmen, wie Müllbehälter, Verkehrs- und Hinweisschilder und vieles mehr. John beschwichtigte, es würden nur zwei bis vier Standorte gesucht. Das Modell funktioniere anderswo bereits und in Starnberg müsse man Orte dafür finden, die das Erscheinungsbild nicht beeinträchtigen und nicht dem Vandalismus ausgesetzt sind. Patrick Janik (UWG) hielt Ziebart entgegen: „Der öffentliche Raum hat nicht leer zu sein.“ Franz Heidinger (BLS) findet das Bücherangebot gut, „aber nicht mit Kühlschränken“. Er könne sich so ein Angebot im Bürgerpark vorstellen. Laut Franz Sengl (Grüne) funktioniert das in Österreich „super“. Er plädierte dafür, nicht nur leichte Lesekost, sondern „auch bayerische Geschichte“ dort einzustellen. Das rief Günther Picker (WPS) auf den Plan, der verlangte: „Bei der Bestückung ist die Vielfalt der Literatur zu gewährleisten.“

Katja Fohrmann (CSU) berichtete, sie kenne eine solche Inititative, die alte Telefonzellen in Bücherschränke  umgewandelt hätten. Was das Angebot angehe, vertraue sie auf die Initiatorinnen. Anton Summer (BMS) erinnerte daran, dass er schon vor zwei Jahren vorgeschlagen habe, Bücherkisten als Lese-Angebot aufzustellen. Dass jetzt etwas ähnliches komme, freue ihn. Er warnte aber, die Leute dürften die neuen „Bücherschränke“ nicht als zusätzliche Entsorgungsmöglichkeit zur Papiertonne nutzen.

Picker, dessen Antrag zur literarischen Vielfalt mit 3:9 Stimmen abgelehnt worden war, gab am Ende zu Protokoll: „Die WPS hat das beantragt, weil man aus der Geschichte genügend Missbräuche kennt.“ Ziebart gab zu Protokoll, die Standorte und die Gestaltung der öffentlichen Bücherschränke solle jeweils im Bauausschuss geklärt werden. Die Bürgermeisterin will erst noch prüfen, ob der Bauausschuss dafür zuständig wäre.

Die schöne Müllerin

DIE SCHÖNE MÜLLERIN – Eine Performance zu Natur & Kunststoff

KULTURBAHNHOF STARNBERG // Wartesaal für allerhöchste Herrschaften Freitag, 22.2.2019 um 19:30 Uhr | Eintritt 5 EUR

 

Eine Performance der Gruppe „Skulpt“ zwischen Romantisierung und Bedrohung der Natur. Gast des Abends ist der Ökotoxikologe und Jazzpianist Sebastian Höss, der Einblicke in sein derzeitiges Forschungsprojekt „Mikroplastik“ gibt; ein Thema, das buchstäblich in aller Munde ist.

Recycling Objekte: Renata Hirtl und Dazze Kammerl
Projektionen: Reinhard Weber
Performance: Rupert Bopp (Leitung), Verena Fincke, Renata Hirtl, Dazze Kammerl, Reinhard Weber und Sebastian Höss.

Die Gruppe „Skulpt“ trifft sich seit einigen Jahren unter Leitung von Rupert Bopp zum gemeinsamen Improvisieren. „Skulpt“ ist ein Begegnungs-Podium für Freigeister. Ohne Schubladen im Kopf können Beiträge im Performance-Freiraum von Musik, Sprache, Bewegung und bildender Kunst erlebt werden.

Kartenvorverkaufsstellen Kulturamt Starnberg

persönlich: Vogelanger 2, Zimmer 213, 82319 Starnberg, per Telefon: 08151/772-170 oder 08151/772-136
per Email: info(at)schlossberghalle-starnberg.de

Mo, Mi, Fr: 7.30 bis 12 Uhr
Di, Do: 7.30 bis 13 Uhr, 15 bis 18 Uhr

Tourist Information Starnberg

persönlich: Hauptstraße 1, 82319 Starnberg, per Telefon: 08151/90600
per Email: touristinfo(at)gwt-starnberg.de

Mo bis Fr: 9 bis 18 Uhr, Sa: 10 bis 13 Uhr

Verkaufsoffene Sonntage

Der Hauptausschuss des Stadtrates hat für 2019 zwei verkaufsoffene Sonntage genehmigt und sich ohne Gegenstimmen einverstanden erklärt, dass diese am 2. Juni im Zusammenhang mit der Französischen Woche und am 15. September zusammen mit der Veranstaltung „Starnberg bewegt“ stattfinden. Die Geschäfte werden an diesen beiden Sonntagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die endgültige Genehmigung, auch für die dazugehörige „Verordnung über die verkaufsoffenen Sonntage in der Stadt Starnberg“ erteilt der Stadtrat.

Bürgerversammlung Perchting

Mitteilung aus dem Starnberger Rathaus:

„Am Mittwoch, 20. Febrauar 2019, findet die nächste Ortsteil-Bürgerversammlung im Pfarrsaal, Pöckinger Straße 11, in Perchting statt.

Die Bürgerversammlung beginnt um 19 Uhr. Erste Bürgermeisterin Eva John und Mitarbeiter der Stadtverwaltung informieren über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Perchting, nachdem die in der vorherigen Bürgerversammlung eingebrachten Vorschläge geprüft wurden.“

Auf Homepage Bürgerrechte aufzeigen

In der letztjährigen Bürgerversammlung hatte Peter Hauk den Antrag gestellt, die Stadt solle auf ihrer Homepage die Rechte von Bürgern im Rahmen von Bürgerversammlungen darstellen (siehe Elf Bürgeranträge). Die Versammlung wollte darüber zwar damals nicht mehr abstimmen, doch Bürgermeisterin Eva John legte den Vorgang nun trotzdem in der jüngsten Stadtratssitzung zur Kenntnisnahme vor. Sie schlug vor, die Darstellung als laufende Angelegenheit der Verwaltung zu erledigen. Widerspruch gab es keinen. Hauk war es wichtig, den Unterschied zwischen Gemeindebürgern und Gemeindeangehörigen aufzuklären und welche Rechte sowohl die einen als auch die anderen haben. Geregelt ist das in Artikel 15 der Bayerischen Gemeindeordnung. Gemeindeangehörige sind alle Gemeindeeinwohner, die gegenüber der Gemeinde alle die gleichen Rechte und Pflichten haben. Gemeindebürger sind die Gemeindeangehörigen, die in ihrer Gemeinde das Recht haben, an den Gemeindewahlen teilzunehmen.

Kinderfasching und Schlüsselübergabe

Eine Pressemitteilung aus dem Rathaus:

„Die närrische Zeit hat begonnen! Am Sonntag, 17.02.2019, richtet die Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla den zweiten Kinderfaschingsball mit Maskenprämierung in der Starnberger Schlossberghalle aus. Beginn ist um 14 Uhr, Einlass bereits um 13.30 Uhr. Weitere Informationen und Reservierungen über die Homepage der Perchalla. Das Alpina-Parkhaus im Centrum bietet zwischen 13 und 18 Uhr an diesem Tag vergünstigte Preise an.

Um 15 Uhr wartet dann in der Schlossberghalle noch ein weiteres Highlight auf die großen und kleinen Besucherinnen und Besucher: Die Übergabe des Stadtschlüssels durch Erste Bürgermeisterin Eva John an das Prinzenpaar markiert traditionell in Starnberg den Startschuss für die heiße Phase der Faschingszeit. Die Faschingsgesellschaft hat sich wieder ein buntes Programm ausgedacht mit Tanzdarbietungen und Faschingsmusik.“

Neuer Museumsleiter stellt sich vor

Ab 1. Mai 2019 hat das Museum Starnberger See einen neuen Leiter. Gestern hat er sich im Beisein von Bürgermeisterin Eva John der Presse vorgestellt. Bis zu seinem Amtsantritt werde er an zwei Tagen pro Monat schon mal hineinschnuppern in seine neue Aufgabe, sagte Benjamin Tillig, der bis Mai noch in Wiedensahl in Niedersachsen die dortige „Museumslandschaft Wilhelm Busch“ leitet. Wiedensahl ist der Geburtsort von Wilhelm Busch.

Ein kurzer Steckbrief: Beim Amtsantritt wird Tillig 38 Jahre alt sein, er hat eine Partnerin und einen elfjährigen Sohn, ist geboren in Leipzig und hat in Köln studiert. Sein Abschluss ist ein Diplom für audiovisuelle Medien. Darüber hinaus ließ er sich als Künstler (Spezialgebiet Installationen) ausbilden, hat in der Bildhauerei gearbeitet, mit Fotos, Videos und Werken von Mitstudierenden experimentiert. Als Kurator arbeitete er für die städtische Kunsthalle Köln. Ab 2012 war er in München tätig beim Freundeskreis der „Pinakothek der Moderne“ und ging seiner Lebensgefährtin zuliebe vor eineinhalb Jahren ins Niedersächsische Wiedensahl. „Dort habe ich sehr viel gelernt, was ich hier einbringen möchte“, sagte Tillig. Er werde in München wohnen und wolle in der Region bleiben, nicht zuletzt weil Familie in Münsing am Starnberger See wohne.

Er betrachte es als Herausforderung, die unterschiedlichen Häuser des Starnberger Museums – das historische Lochmann-Haus und den modernen Neubau – ebenso wie die unterschiedlichen Zeitabschnitte zusammenzubringen. Es brauche Antworten auf die Frage, wie man das historische Gut an das „Hier und Jetzt“ ankoppelt. Der Museumsbesucher solle etwas erleben, erfahren und anders aus dem Haus herausgehen als er hereingekommen sei. Als „ganz interessanten Punkt“ sehe er das Spannungsfeld zwischen Kultur und Natur. Im Lochmannhaus gehe es um Fischerei und Landwirtschaft, im Neubau mehr um den kulturell sehr stark genutzten Naturraum. Beides erlebbar zu machen, dafür gebe es für ihn drei wichtige Säulen:

  • Was die Erlebbarkeit angeht, müsse gefragt werden, welche Geschichte in den einzelnen Museumsräumen erzählt werden soll.
  • In der Museumspädagogik werde es darum gehen, zu vermitteln, was zu sehen ist.
  • Die Anbindung an das „Hier und Jetzt“ müsse helfen, am Ende eines Besuches nicht das Gefühl zu haben, man sei gerade mal schnell zum Mond und wieder zurück geflogen. „Da muss etwas in der Erinnerung bleiben“, stellt sich Tillig vor.

„Wir müssen Geschichten erzählen von dem, was von damals für uns heute relevant ist, und die für die Alteingesessenen, die Zugezogenen und die Touristen gleichermaßen interessant sind“, das sei seine Richtung, in die er mit dem Museum Starnberger See marschieren wolle.

John wies darauf hin, dass sich Tillig in der Bewerbung gegenüber 90 Mitbewerbern durchgesetzt habe. In nichtöffentlicher Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 7. Januar 2019 überzeugte er unter anderem mit seinem Konzept für eine Sonderausstellung, was den Bewerbern der Endrunde als Aufgabe gestellt worden war. Der neue Museumsleiter solle dann die ersten 100 Tage den sogenannten „Welpenschutz“ genießen, bevor die Starnberger ab August dann mit Konkretem rechnen können, so die Bürgermeisterin. Sie sei sehr glücklich, einen sehr qualifizierten Leiter für das Starnberger Museum gewonnen zu haben. „Ich muss erst mal wissen, was die Zukunft sein soll, wie die Museumsräume zum Beispiel gewidmet werden können“, sagt Tillig. Mit dem Rathaus und den Museumsmitarbeitern werde es zunächst darum gehen, die Grundwerte der künftigen Arbeit festzulegen und ein Leitbild zu erstellen, aus dem heraus sich ein Zukunftskonzept entwickeln lasse. „Ich möchte viel Bewegung haben, aber mit Qualität.“

Da müssen sich also noch einige gedulden, die schon Anliegen an den neuen Museumsleiter herantragen wollen. So wie die Stadträtin der Grünen, Martina Neubauer, die möglichst bald entschieden wissen möchte, ob die Exponate von Roland Gröber zur Geschichte der Fischerei angekauft werden, oder dem Wunsch von Professor Günter Steck, der das Prunkstück des Museums, das königliche Ruderboot „Delphin“, von außen im großen Schaufenster des Neubaus „sichtbarer“ gemacht haben möchte (siehe Seenfischerei im Museum? und “Delphin” sichtbarer machen). Laut dem Überblick, den Bürgermeisterin John am Montagabend im Hauptausschuss gab, haben sich die Besucherzahlen im Museum grundsätzlich positiv entwickelt. Begonnen mit rund 6400 Besuchern pro Jahr sei man inzwischen bei 8536 in 2018 angelangt. Die Besucher seien überwiegend aus Starnberg und Umgebung gekommen und hätten zumeist den 50. Geburtstag schon hinter sich. Diesen Durchschnitt zu verjüngen helfe aber die Museumspädagogik und die Angebote an Kindertagesstätten und Schulen. Seit der Eröffnung des Neubaus habe es 36 Sonderausstellungen gegeben, was drei bis vier pro Jahr bedeute.