Ein verkaufsoffener Sonntag mehr

Auf Antrag der City Initiative Starnberg e.V., dem Zusammenschluss Starnberger Einzelhändler, hat der Stadtrat einstimmig grünes Licht dafür gegeben, dass am 13. Oktober 2019 ein dritter verkaufsoffner Sonntag im Rahmen des Streetfood-Festivals am Kirchplatz stattfinden kann. Schon bisher genehmigt waren diese Ausnahmen vom Ladenschlussgesetz am 2. Juni und 15. Septemberg diesen Jahres. Die entsprechende Verordnung über die verkaufsoffenen Sonntage in der Stadt Starnberg wird geändert. Über diese Ausnahmen muss der Stadtrat jedes Jahr neu entscheiden.

Schorn – wie es weiter geht

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität des Kreistages hat sich am 9. Juli 2019 wie angekündigt mit der Frage beschäftigt, ob rund 37 Hektar im Bereich der geplanten Erweiterung des schon bestehenden Gewerbegebietes in Schorn für die Erweiterungspläne der „Asto Campus Starnberg GmbH“ aus der Landschaftsschutzgebietverordnung herausgenommen werden sollen. Das hatte die Stadt Starnberg wie berichtet beantragt (siehe Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand und Schorn: Die Debatte). Gegen die Stimmen von Grünen und SPD stimmte eine Mehrheit dafür, die Herausnahme zu ermöglichen, wenn weitere Unterlagen vorliegen, die diesen Schritt rechtfertigen. Die Grünen lehnen das Projekt komplett ab, die SPD will es deutlich kleiner. Der von der Stadt dem Ausschuss vorgelegte Vor-Vorentwurf müsse auch nach Ansicht der Kreisräte von CSU, Freien Wählern und FDP konkreter in Richtung Bebauungsplanentwurf ausgearbeitet werden, hieß es laut Berichten in der Lokalpresse.

Strom tanken in der Innenstadt

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„In der Starnberger Innenstadt gibt es jetzt zwei neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Standorte befinden sich am Rathaus (Vogelanger 2) sowie an der Maximilianstraße 2. Betrieben werden die neuen E-Ladestationen durch die Charge-On GmbH aus München.

Mit den zwei neuen E-Ladestationen gibt es in Starnberg nun insgesamt sieben Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Die weiteren Standorte befinden sich an der Ludwigstraße 6, am Hans-Zellner-Weg (Parkplätze vor dem Parkdeck am Bahnhof Nord) sowie am Nepomukweg 4, zwischen Jugendtreff Nepomuk und Seebad Starnberg.

„Mit den in Starnberg verteilten Standorten der Ladestationen möchten wir Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos eine benutzerfreundliche Infrastruktur bieten und gleichzeitig alle Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, einen Umstieg auf Elektromobilität zu wagen“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Für das „Tanken“ von Strom stehen den Elektro-PKW‘s an jeder Ladesäule so genannte Typ 2-Steckdosen mit maximal 22 Kilowatt Leistung zur Verfügung. Um die Ladestationen der Stadt Starnberg nutzen zu können, benötigen Interessierte eine E.ON Drive- Ladekarte (die auch durch Roaming für andere Ladesysteme gilt) mit so genanntem RFID-Chip (radio-frequency identification chip). Die Nutzung der Ladesäulen und deren Stromabgabe an Kunden ist im Stadtgebiet Starnberg aktuell kostenfrei.

Die Herstellung der Ladestationen wird von der Stadt Starnberg finanziert. Sie hat dabei rund 60.000 Euro investiert. Förderung in Höhe von insgesamt 22.400 Euro (für die Ladestationen am Vogelanger, an der Maximilianstraße sowie am Nepomukweg) erhält die Stadt durch das Programm „Bayern Innovativ“ im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie sowie durch die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen.“

Gymnasiasten kreieren Starnberger Monopoly

Auch in diesem Jahr haben Schüler des Gymnasiums Starnberg für ihr P-Seminar ganze Arbeit geleistet. Mit der Unterstützung des Projekts „Junior“, entwerfen derzeit 13 Schüler der Oberstufe ein Monopoly-Spiel für ihre Stadt Starnberg.

Umsetzbar wird die Idee dank der Unterstützung von Starnberger Unternehmen und der Stadt. Erste Bürgermeisterin Eva John freute sich über den Kauf ihrer Aktie: „Es ist toll, die engagierten und kreativen Jugendlichen auf ihrem Weg zum Erfolg unterstützen zu dürfen. Ich bin begeistert vom Ideenreichtum und der Arbeitsweise der Jungunternehmer. Selbstverständlich werde ich auch eine Ausgabe des Starnberger Monopolys erwerben“.

Die Projektgruppe hatte die Idee, an Stelle von den Bahnhöfen im Original-Spiel, Stege im Sinne des Starnberger Sees zu verkaufen. Nun hoffen sie auf die Unterstützung von Seeanlieger-Gemeinden oder der Bayerischen Seenschifffahrt. Wer eine Straße oder ein anderes Feld erwirbt, darf sich mit seinem Logo, seinem Namen, sowie einem Bild seiner Wahl präsentieren. Einige Unternehmen bringen sich bereits in das Projekt mit ein, dennoch hoffen die Schüler auf weitere interessierte Firmen.

Wer Teil des Starnberger Monopolys sein möchte, sollte die Chance nutzen und sich baldmöglichst mit der Projektgruppe in Verbindung setzten, da die „Deadline“ bereits Anfang August ist. „Es sollte sich keiner entgehen lassen, sein Firmenlogo auf der Starnberger Ausgabe des beliebten Familienspiels Monopoly präsentieren zu dürfen“, so Projektsprecher Maximilian Picker. Für die erste Auflage des Spiels sind 4.000 Stück geplant. Sollte der Verkauf erfolgreich sein, so ist mit einer weiteren Auflage zu rechnen. Die Projektgruppe plant die Herausgabe des Starnberger Monopolys für das Weihnachtsgeschäft.

Schorn: Die Debatte

Im vorherigen Bericht (siehe Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand) wurde dargestellt, worum es bei dem Nachprüfungsantrag zum Thema „Erweiterung Gewerbegebiet Schorn“ im Stadtrat ging. Die Nachprüfung korrierte am Ende die Entscheidung des Bauausschusses, der verhindert hätte, dass noch vor der Sommerpause im Kreisausschuss über die Herausnahme der Erweiterungsflächen aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Starnberger See – Ost“ beraten wird. Mit dieser Entscheidung steht oder fällt das komplette Projekt, weshalb die Projektentwickler  und Investoren großes Interesse haben, so schnell wie möglich zu erfahren, ob es Sinn macht, die Pläne weiter zu verfolgen. Der Bauausschuss hätte eventeuell das ganze Projekt ins Hintertreffen geraten lassen. Hier nun der versprochene Bericht über die neuerliche Debatte im Stadtrat am 1. Juli 2019.

Tim Weidner (SPD) klagte nochmals über die in seinen Augen „überdimensionierte Planung“, gegen die sich seine Fraktion schon mehrfach ausgesprochen habe. Wer das komplette Projekt wolle, befinde sich auf dem „Irrweg“. Lob gab Weidner für  Bauausschussmitglieder, die eine nochmalige Vertagung gewollt hatten: „Dort sind Teile der CSU und UWG endlich aufgewacht.“

Patrick Janik (UWG) sagte, er teile die Bedenken der Mehrheit im Bauausschuss. Aber die Erschließung und die Höhenentwicklung bezüglich des Gewerbegebietes seien beides Punkte, „die wir im Bebauungsplanverfahren reparieren müssen“. Sie rechtfertigten nicht die Rücknahme des beim Kreis gestellten Antrags der Stadt auf Herausnahme der nötigen Flächen aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung.

Winfried Wobbe (UWG), der den Nachprüfungsantrag der DPF unterstützt hatte, machte jetzt einen Rückzieher. Er fand die Erschließung unbefriedigend und warnte, die Besucher der Betriebe müssten durch die Dörfer fahren, so durch Wangen und Percha, aber auch Schäftlarn und Neufahrn seien betroffen. Zudem sei ein „unvorstellbar großes Gebiet“ geplant, nämlich 1 Kilometer auf 500 Meter. Das sähen die Wangener, zu denen er selbst auch zähle, „schon ein bissel kritisch“. Deshalb sei er, Wobbe, für einen Aufschub der Entscheidungen.

„Wir sind dagegen“, war die klare Auskunft von Martina Neubauer (Grüne). Kein Mensch wisse, ob sich die dort geplanten Investitionen auszahlen werden und die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen für den Stadtsäckel ergäben. Stattdessen werde wertvolle Natur zerstört. „Der Widerstand der Bürger wird ganz massiv sein“, kündigte Neubauer an. Das Projekt sei „Nonsens – Arbeitsplätze, die wir nicht brauchen und mehr Verkehr“.

Günther Picker (WPS) erinnerte daran, dass sich der Stadtrat und somit auch seine Fraktion mit den Plänen für die Erweiterungen in Schorn schon seit Juli 2009 befasse. „Wir halten das Projekt weiterhin für nötig.“ Bisher sei die CSU immer mitgeschritten und habe unterstützt, dass das Gebiet entwickelt werden müsse. Ohne die Herausnahme aus dem Landschaftsschutz gehe es aber nicht weiter.

Iris Ziebart (FDP) lobte die Entwickler: „Da ist eine sehr zukunftsweisende Planung.“ Es sei wichtig, zunächst das gesamte Entwicklungspotenzial abzubilden, damit dieses dann schrittweise wie vorgeschlagen realisiert werden könne. Der Landkreis Starnberg sei ein Hochtechnologie-Standort. Ein solches Projekt wie das in Schorn (siehe Bauleitplanung für Schorn) ermögliche auch noch in 40 Jahren, dass Stadt und Landkreis die Infrastrukturkosten vom Verkehr bis zur Kinderbetreuung erwirtschaften könne. Ziebart bat um die Unterstützung einer deutlichen Mehrheit: „Nur so haben wir die Chance, den Kreistag zu überzeugen.“

Bürgermeisterin Eva John rief in Erinnerung, dass das Planungskonzept für die Erweiterung des schon bestehenden Gewerbegebietes genauso wie die Entscheidung, den Antrag auf Herausnahme aus dem Landschaftsschutz zu stellen, mit großer Mehrheit beschlossen worden sei.

Michael Mignoli (BLS) warf den Unterstützern des Vertagungsantrags im Bauausschuss vor, sie wollten Starnberg „gewerbefrei“. Es sei doch jetzt schon so, dass große Firmen weggingen und alle anderen Orte rund um Starnberg herum schöne neue Gewerbegebiete bauten. Mit Blick auf die zuvor behandelten Vorschläge der STAgenda für mehr Qualität in Starnberg für Fußgänger und Radfahrer fragte Mignoli: „Und wer bezahlt dann Fuß- und Radwege?“ Wer die Vorlage im Kreisausschuss ablehne müsse sich fragen, wo er sich eine Entwicklung in Starnberg überhaupt noch vorstellen könne.

Stefan Frey (CSU) mahnte, man solle den Standort Schorn nicht grundsätzlich in Frage stellen. Er sei der geeignetste für eine solche Planung, weil er auch am wenigsten Betroffenheit auslöse. „Wir müssen vielen Firmen was Vernünftiges anbieten können.“

Gerd Weger (CSU), der wie sein Fraktionskollege Ludwig Jägerhuber im Bauausschuss „Nein“ gesagt hatte, gestand zwar zu, man brauche ein Gewerbegebiet, er habe aber immer nur im Auge gehabt, innerstädtische Betriebe aus der Stadt herauszubekommen. Die könnten sich die hochwertig geplanten Flächen in Schorn jedoch nicht leisten. Außerdem vermisste Weger, dass für Zuziehende entsprechender Wohnraum ausgewiesen worden wäre.

„In diesem Stadtrat ist niemand gegen Gewerbe“, glaubt Otto Gaßner (UWG). Er hatte mit seinem Antrag auf Vertagung im Bauausschuss den Dissens ausgelöst. Er verlangte einen Ausgleich zwischen Wohnen und Gewerbe, sah allerdings den Überhang beim Wohnen. Die „Brachen“ im Gewerbegebiet an der Petersbrunner Straße müssten überplant und in Schorn die noch nicht gelösten „Haken“ beseitigt werden. Die bisherige Erschließung mit einem Halbanschluss an die A95 bezeichnete er als „kümmerlich“ und prophezeite, dass auch der Landkreis es so sehen werde, dass Starnberg mit München gemeinsam eine bessere Lösung suchen müsse.

Die Abstimmung erbrachte Unterstützung für den Weg, zunächst doch den Kreis über die Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutz entscheiden zu lassen (19:11). Dagegen votierten Jägerhuber und Weger, die Grünen, Gaßner, Angelika Wahmke (UWG) und Wobbe, die SPD und Sieglinde Loesti (DPF).

Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand

Gestern war fast ein historischer Tag für Starnberg. Was nach den ständigen Auseinandersetzungen im Stadtrat und mit der Bürgermeisterin niemand mehr für möglich gehalten hatte, ist dennoch eingetreten. Jenseits der üblichen Front mit CSU, UWG, SPD, Grünen, DPF und teils BLS gegen WPS, BMS, FDP und Bürgermeisterin zog eine deutliche Mehrheit quer durch alle Fraktionen an einem Strang, um zu verhindern, dass das von Stadt und Landkreis als höchst bedeutend bewertete Projekt der Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn auf die lange Bank geschoben wird. Vielmehr will man schnelle Klarheit, ob der Kreistag zu einer Herausnahme der nötigen Flächen aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Starnberger See Ost“ bereit ist und die Planungen im Fall, dass es grünes Licht dafür gibt, in die konkretere Phase eintreten können.

Das alles geschah quasi in letzter Minute, nachdem der Bauausschuss sich wie berichtet (siehe Mehrheit bremst Entwicklung Schorn) letzte Woche mit knapper Mehrheit quer gestellt hatte. Die Beratung im Ausschuss des Kreistages für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität findet nämlich am 9. Juli 2019 statt. Die Stadt hatte die entsprechenden Unterlagen bereits vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates an das Landratsamt übersandt, weil der Rat sich im März noch mehrheitlich für die Herausnahme und dementsprechende Antragstellung beim Landkreis ausgesprochen hatte. Gestern Abend billigte der Rat mit 19:11 Stimmen die inzwischen vertiefte Planung für das Gewerbegebiet – „Bebauungsplan-Vor-Vorentwurf“ -, die aber noch nicht die Qualität einer endgültigen Bauleitplanung hat. Damit ist der Weg zur Beratung im Kreisausschuss frei.

Vollkommen unerwartet waren Ludwig Jägerhuber und Gerd Weger (CSU) im Bauausschuss dem Antrag von UWG-Stadtrat Otto Gaßner gefolgt, der den Zeitplan gesprengt hätte, nämlich die Angelegenheit zunächst zurückzustellen und in den Fraktionen zu beraten sowie eine neue Erschließung zu verhandeln (6:5). CSU und UWG waren bisher stets hinter dem Projekt gestanden. Ihre Vertreter im Ausschuss beklagten nun aber Bauchschmerzen über eine Aussage in den Unterlagen, wonach in einem kleinen Teilbereich Gebäude mit einer maximalen Höhe von 25 Meter entstehen können sollen, was aber wie gesagt endgültig erst Thema im öffentlichen Bebauungsplanverfahren sein wird. SPD und Grüne haben sich schon länger gegen die Entwicklung in Schorn, entweder ganz (Grüne) oder in diesem Umfang (SPD), ausgesprochen.

Zahlreiche Telefonate müssen nach der Entscheidung des Bauausschusses geführt worden sein, denn am Wochenende zeichnete sich bereits ab, dass eine Mehrheit der Ratsmitglieder darüber entsetzt waren und das Projekt retten wollten. So ergab sich eine völlig ungewohnte Allianz um Angelika Kammerl (DPF), die sich im Bauausschuss vehement für die Billigung der Unterlagen für den Kreisausschuss eingestetzt hatte. Sie reichte am Samstag per E-Mail den Antrag bei Bürgermeisterin Eva John ein, den Beschluss des Bauausschusses vom Stadtrat in seiner Sitzung am 1. Juli 2019 nachprüfen zu lassen und diesen Antrag als dringliche Angelegenheit, die keinen Aufschub dulde, außerplanmäßig auf die Tagesordnung zu nehmen. „Eine Vertagung führt vor diesem Hintergrund höchstwahrscheinlich zu weiteren Verfahrensverzögerungen, die nicht im Interesse der Stadt sind“, heißt es in ihrem Antrag. Kammerl kündigte an, die Unterschriften der Unterzeichner – Stefan Frey, Thomas Beigel, Katja Fohrmann und Fritz Obermeier (alle CSU), Patrick Janik und Winfried Wobbe (UWG), Michael Mignoli, Johannes Bötsch und Franz Heidinger (BLS), Josef Pfister und Chistine Lipovec (BMS), Günther Picker, Maximilian Ardelt, Klaus Huber und Markus Mooser (WPS) sowie Iris Ziebart und Anton Wiesböck (FDP) – am Sitzungsabend nachreichen zu wollen. Das hätte aber den formalen Anforderungen an einen solchen Nachprüfungsantrag nicht voll entsprochen, weshalb Bürgermeisterin Eva John am Sonntag beim Stadtrat schriftlich den Antrag auf Nachprüfung stellte und ihn mit ihrer Unterschrift versehen bei der  Stadtverwaltung einreichte. John bat Kammerl, ihren, Kammerls Antrag in der Stadtratssitzung nochmals mündlich zu stellen, was auch so geschah. Der Rat stimmte daraufhin der Aufnahme in die Tagesordnung zu, so dass ein anderslautender Beschluss als der des Bauausschusses gefasst werden konnte. Wobbe votierte, trotz seiner Unterstützung für Kammerls Antrag, nun gegen die Billigung des Konzeptes. Der Bericht über den Verlauf der Debatte folgt. Die große Übereinstimmung in diesem Punkt bedeutete allerdings nicht, dass das „Klima“ auch bei der Beratung der weiteren Punkte dieser Sitzung besser war als sonst gewohnt.

Mehrheit bremst Entwicklung Schorn

Der Bauausschuss hätte heute Abend grünes Licht geben können, dafür, dass das Rathaus das weiter entwickelte Planungskonzept für das Gewerbegebiet Schorn beim Landratsamt vorlegen kann. Dies wäre nämlich Voraussetzung dafür, dass der zuständige Ausschuss des Kreistages am 9. Juli 2019, also noch vor der Sommerpause, entscheiden kann, ob er der Herausnahme der Erweiterungsflächen in Schorn aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung zustimmen will. Daraus wird nun nichts, denn obwohl vor allem Ludwig Jägerhuber (CSU), aber auch andere Stadträte mehrfach nachdrücklich versicherten, sie seien – „schon immer“ – für dieses Projekt, das der Stadt auf lange Sicht zu mehr Gewerbesteuereinnahmen verhelfen könnte, hat die Mehrheit aus CSU, UWG, SPD und Grünen dem Antrag von Otto Gaßner (UWG) zugestimmt, die Entscheidung zurückzustellen. Gaßner wünschte Zeit, die Angelegenheit in den Fraktionen zu besprechen.

Hintergrund: In Schorn und Umgebung organisieren sich Bürgerinitiativen gegen das Projekt, die von den Grünen und dem Bund Naturschutz unterstützt werden. In den Unterlagen, die dem Kreisausschuss als Grundlage für seine Entscheidung übermittelt werden sollten, gibt es  die Angabe einer maximalen Höhe für spätere Gebäude von 25 Meter. Das Bauamt und Bürgermeisterin Eva John versuchten in der Bauausschusssitzung anhand von Grundlagen, die für den im Verfahren unabdingbaren Umweltbericht erarbeitet worden waren, Sorgen zu zerstreuen, dass es in der Realität nach der Umsetzung der Pläne tatsächlich zahlreiche Gewerbebauten mit dieser Höhe geben werde. Vielmehr gehe es nur um das Baufeld Nummer 2, das im Übrigen so tief im Gelände liege, dass solche Bauten trotz ihrer Höhe immer noch unter der sichtbaren Baumgrenze liegen würden. Außerdem handele es sich nur um einen „Vor-Vor-Entwurf“, sagte John. Also noch lange nicht um das öffentlich durchzuführende Bebauungsplanverfahren, in dem Betroffene und Träger öffentlicher Belange beteiligt würden.

SPD-Stadträtin Christiane Falk lehnte das Gesamtprojekt als „nicht nachhaltig“ und wegen massiver Bebauung ab. Jägerhuber meinte mit Blick auf die stellenweise eventuell möglichen 25 Meter hohen Bauten: „Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie sich das in die Landschaft eingliedert. Wir müssen da sensibel vorgehen.“

Stadtbaumeister Stephan Weinl  warb: „Es ist nichts zementiert. Diese Höhenangabe soll den sparsamen Umgang mit Grund und Boden ermöglichen. Er widersprach Falk. Es sei sehr wohl nachhaltig, wenn man ein Baugebiet in wirtschaftlich und städtebaulich sinnvollen Abschnitten ermögliche und sich über deren Erschließung auf mehrere Jahrzehnte im voraus Gedanken mache.

Gaßner verlangte nun, nach jahrelangen, am Ende von Erfolg gekrönten Bemühungen, vom Bund und der Autobahndirektion einen Autobahnhalbanschluss genehmigt zu bekommen, es müsse doch ein Vollanschluss an die A95 werden ( siehe Bauleitplanung für Schorn). Sonst werde Starnbergs Ortsteil Wangen tangiert. Dort leben einige UWG-Mitglieder. „Das Vorliegende ist für mich keine Erschließung“, so Gaßner.

Franz Heidinger (BLS) stellte sich uneingeschränkt hinter das Projekt: „Das ist für die nächsten 50 bis 100 Jahre genau das Richtige.“ Man solle das nicht wieder verschieben. Angelika Kammerl (DPF) berichtete von ihren Erfahrungen aus der Teilnahme an diversen Workshops zur Erarbeitung des Schorn-Konzeptes: „Man macht sich dort viel Mühe. Auf Befürchtungen aus der Bevölkerung wird man reagiern.“

Iris Ziebart (FDP) brach eine Lanze für die Projektentwickler der „Asto Campus Starnberg GmbH“: „Wir müssen verstehen, dass dort nicht mehr Geld für konkretere Planungen in die Hand genommen wird, solange überhaupt noch nicht geklärt ist, ob die nötigen Flächen aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden.“ Wie hoch dann am Schluss tatsächlich gebaut werde, entscheide doch der Bauausschuss selbst im Bebauungsplanentwurfsverfahren.

Auch Josef Pfister (BMS) mahnte: „Es liegt in unserer Hand, welche Höhen wir am Ende zulassen. Es ist ein denkbar schlechtes Zeichen, wenn wir heute nicht entscheiden und die Frist sausen lassen.“ Befürchtungen, dass solche Höhen im gesamten Gewerbegebiet realisiert würden, seien „völlig gegenstandslos“.

Das Votum für die Zurückstellung fiel denkbar knapp mit 6:5 Stimmen aus. Damit ist völlig offen, ob noch heuer über die Frage der Herausnahme aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung entschieden werden kann. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Diskussion über die Höhen nur vorgeschoben ist, weil hier ein Erfolg noch in dieser Bürgermeisterperiode verhindert werden soll.

Seebad erwartet Besucherrekord

Das neue, der Stadt gehörende Seebad Starnberg läuft ausgezeichnet und erfreut sich seit seiner Eröffnung im Juli vergangenen Jahres enormer Beliebtheit. Das ist Ergebnis des ersten Erfahrungsberichtes, den der Chef des Seebades, Christian Herrmann, jetzt vor dem Hauptausschuss des Stadtrates über die zehn ersten Betriebsmonate abgab. So kamen im Mai dieses Jahres 15623 Besucher ins Hallenbad und 4412 Gäste nutzten die neue Saunalandschaft. Im Januar waren es noch mehr: 16481 im Hallenbad und 5665 in der Sauna. Verglichen mit dem alten Wasserpark vor dem Umbau und der Erweiterung ab dem Jahr 2015/2015: Im Hallenbad 9519 im Januar (9808 im Mai) und 2460 im Januar  (1327 im Mai) in der Sauna. Ohne die kalkulatorischen Kosten wie Abschreibung und Zinsen betrug der Einnahmenüberschuss im Zeitraum seit der Eröffnung 94100 Euro. Auch die Besucheranzahl im Strandbad ist seit Inbetriebnahme des Seebades gestiegen: Auf 43245 Gäste gegenüber 22036 vor der Schließung für den Umbau des Bades, während dem das Strandbad jedoch reduziert weiter laufen konnte. Herrmann sprach von deutlichen Steigerungen, mahnte jedoch auch, man komme mit diesen Zahlen an die Kapazitätsgrenze. Bürgermeisterin Eva John: „Man kann sich über die positive Entwicklung nur freuen.“

Freude war allerdings nur seitens der Fraktionen BMS, WPS und FDP zu vernehmen. So dankte Christine Lipovec (BMS) den 22 Teammitgliedern des Seebades dafür, „dass sich alle so toll ins Zeug legen“. Verglichen mit dem alten Wasserpark könne man nun „wesentlich mehr Leute glücklich machen“ und habe obendrein ein viel geringeres Defizit. Markus Mooser (FDP) nannte die Zahlen „außerordentlich erfreulich“. Das komme eben daher, dass alles funktioniere, und weil das Team freundlich zu den Gästen sei. Mooser zeigte sich froh, dass sich das „bashing (öffentliche Beschimpfung) in den sozialen Medien“ inzwischen auch gelegt habe. Anton Wiesböck (FDP) sagte, er sei von den Zahlen positiv überrascht.

Winfried Wobbe (UWG) bemängelte dagegen, dass das Seebad nicht mehr den ganzen Vormittag den Schulen zur Verfügung steht, sondern stets nur eine Anzahl von Bahnen in den Schwimmbecken. Auch der Sportverein TSV habe eine Warteliste für 60 Schwimmer, die mehr Zeit im Hallenbad benötigten, betonte er. Herrmann sagte, sein Team werde alles versuchen, so lange es keine großen Einschränkungen bei der Nutzung durch die Öffentlichkeit gebe.

Franz Heidinger (BLS) verlangte, eine Familien-Jahreskarte neu einzuführen. Herrmann will das kalkulieren lassen. Eine Absage erteilte er Heidingers Forderung, die dürfe nur für Starnberger Familien gelten. Das widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz.

Eine längere Diskussion gab es noch über den Antrag von Stefan Frey (CSU), den Aktiven der Feuerwehr den kostenlosen Zutritt zum Seebad zu ermöglichen. In der Sitzung dehnte Frey diesen Antrag auch auf Angehörige der Ortsgruppen der Wasserwacht, des BRK-Rettungsdienstes und des THW sowie der DLRG aus. Trotz Bedenken bei zahlreichen Stadträten, ob dies wiederum der Gleichbehandlung Ehrenamtlicher widerspreche und die bisher schon bayernweit ausgegebene Ehrenamtskarte für ermäßigten Eintritt nicht ausreiche und die bessere Lösung sei, sprach sich der Ausschuss am Ende einstimmig für eine solche Sonderregelung aus. Allerdings muss die Verwaltung dafür die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen versuchen, bevor der Stadtrat endgültig eine Entscheidung trifft.

Inzwischen hat das Rathaus eine Pressemitteilung zu ihrer neuen Einrichtung und deren Erfolg herausgegeben:

‚„Wir sind sehr zufrieden“, fasst Erste Bürgermeisterin Eva John die Jahresbilanz des neuen Seebads Starnberg nach der Wiedereröffnung vor gut einem Jahr zusammen. 140.000 Besucherinnen und Besucher sprangen im Hallenbad von Juli 2018 bis Mai 2019 in die Fluten – ganze 57.658 Gäste mehr als im selben Zeitraum in der Saison 2014/2015 vor Sanierung des Bades.

Auch das Angebot der neuen Saunahütten direkt am Seeufer lockte zahlreiche Saunaliebhaber an. Im Zeitraum von Juli 2018 bis Mai 2019 nutzten 48.425 Gäste das Saunaangebot des Seebads, im vergleichbaren Zeitraum von 2014 bis 2015 waren es vergleichsweise wenig Gäste, nämlich ca. 15.838 Saunagänger. Im beliebten Saunamonat Januar besuchten 5.665 Gäste die Saunahütten im Seebad, vor der Sanierung waren es im Januar mit 2.460 Besuchern weniger als die Hälfte.

Auch das Strandbad hat eine gestiegene Besucherzahl zu verzeichnen: Von Juli 2018 bis Mai 2019 tummelten sich dort 43.245 Sonnenanbeter, von Juli 2014 bis Mai 2015 waren es insgesamt 22.036.

„Die gestiegenen Zahlen sind auf das vielseitige und wirklich attraktive Angebot unseres neuen Starnberger Seebads zurückzuführen. Es freut mich, dass mit dem neuen Seebad eine Freizeiteinrichtung geschaffen wurde, die viele Zielgruppen vor Ort anspricht. Großen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seebads Starnberg, die mit viel Einsatz für unsere kleinen und großen Besucher da sind und die Gesichter unseres Seebads sind“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Die Gastronomie, das Strandhouse Starnberg, rundet mit den vielen und leckeren Köstlichkeiten das Angebot des Seebad Starnberg ab.‘

Programm Französische Woche

Eine Mitteilung der Stadt Starnberg:

Die Französische Woche findet vom 27. Mai bis zum 02. Juni auf dem Kirchplatz mit einem attraktiven Musik- und Unterhaltungsprogramm von Künstlern aus Frankreich und der Region sowie vielen kulinarischen Spezialitäten statt. Am 02. Juni können sich die Besucher auf den verkaufsoffenen Sonntag mit vielen Aktionen freuen. An diesem Tag haben die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Auf Grund der französischen Woche entfällt der Samstagswochenmarkt auf dem Kirchplatz am 25.05.2019 und am 01.06.2019. Am 30.05.2019 entfällt der Donnerstagswochenmarkt wegen des Feiertags Christi Himmelfahrt.
Wegen des Marktsonntags am Sonntag, 02.06.2019, sind folgende Straßen gesperrt beziehungsweise gilt an folgenden Straßen ein Haltverbot:
– Wittelsbacherstraße
– Maximiliansstraße
– Tutzinger-Hof-Platz
– Kirchplatz
– Zweigstraße
– Josef-Jägerhuber-Straße (ab Hauptstraße bis Tiefgarage SMS)
– Ludwigstraße (ab Hauptstraße bis Maximilianstraße)

Starnberg wird Fairtrade-Stadt

Eine Mitteilung aus dem Starnberger Rathaus:

„Im Rahmen der internationalen Kampagne von TransFair „Fairtrade-Towns“ fördert auch die Stadt Starnberg den fairen Handel auf lokaler Ebene. Die Bewerbung der Stadt Starnberg um den Titel „Fairtrade-Stadt Starnberg“ war erfolgreich, sie wurde von TransFair erfolgreich bestätigt. Voraussichtlich im Sommer dieses Jahres wird die offizielle Auszeichnungsfeier mit Übergabe des Zertifikats durch TransFair e.V. in Starnberg stattfinden.

Damit gehört Starnberg zur internationalen Familie der Fairtrade Towns mit über 2.000 Fairtrade-Städten in 36 Ländern. In Deutschland tragen inzwischen über 580 Kommunen den Titel. In allen Fairtrade-Städten haben sich Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft vernetzt und fördern den fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Im Mai 2017 bekannte sich der Starnberger Stadtrat mit einem offiziellen Ratsbeschluss dafür, fairen Handel zu unterstützen. Die Steuerungsgruppe aus Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung nahm ihre Arbeit Anfang 2018 erstmalig auf und erarbeitete einen Projektplan. „Ich begrüße es sehr, dass wir eine aktive Gruppe aus der Starnberger Bürgerschaft gefunden haben, die sich für fairen Handel einsetzt und Synergien und Kräfte bündelt. Ich danke den Mitgliedern der Steuerungsgruppe und den zahlreichen Partnern, die sich für den fairen Handel in Starnberg stark machen und uns die erfolgreiche Zertifizierung ermöglicht haben“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Neben dem Starnberger Gymnasium konnten die Kirchengemeinden, die STAgenda 21, der Weltladen Starnberg sowie Gastonomen, Einzelhändler und Vereine als Partner gewonnen werden.

Im Büro der Ersten Bürgermeisterin werden seither fair gehandelter Kaffee und Zucker ausgeschenkt. Auch die Gastronomiebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte wurden für das Thema sensibilisiert. Viele seien damit ohnehin schon vertraut gewesen. In diversen Starnberger Geschäften und Gastronomiebetrieben werden mittlerweile mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten.

Ein weiteres Kriterium, das die Starnberger auf ihrem Weg zur Fairtrade-Stadt erfüllen mussten: In mindestens einer Schule, einem Verein und einer Kirchengemeinde muss ein Produkt aus fairem Handel verwendet oder es müssen Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt werden. „An Aktionen und Ideen hat es bei uns in Starnberg nicht gefehlt“, freut sich Erste Bürgermeisterin Eva John. So erhält das Starnberger Gymnasium ebenfalls noch in diesem Jahr den Titel „Fairtrade-Schule“. Im letzten Jahr hatte das Gymnasium ein faires Fußballturnier organisiert. Die Stadt hatte dem Gymnasium daraufhin faire Fußbälle für den Sportunterricht gesponsert. Aber auch die Kirchengemeinden und einige Starnberger Vereine engagieren sich bereits.

Und jetzt, mit dem offiziellen Titel im Rücken, will die Stadt weiter dran bleiben, schließlich wird alle zwei Jahre neu zertifiziert. „Es geht nicht nur um Kaffee oder Tee. Die Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Mit der Zertifizierung soll es in Starnberg mit Fairtrade schließlich nicht vorbei sein, sondern erst so richtig losgehen. Nach der offiziellen Auszeichnungsfeier darf die Stadt das Fairtrade-Logo offiziell nutzen, das auch die Mitstreiter für ihre Veröffentlichungen und Aktionen erhalten werden. Die aktuelle Liste der Fairtrader in Starnberg wird auf der städtischen Homepage veröffentlicht. Wenn Sie bei der Steuerungsgruppe mitmachen möchten und sich als Gastromom, Einzelhändler oder Verein beteiligen wollen, können Sie gerne eine E-Mail schreiben an die Pressestelle der Stadt Starnberg.“