3G-plus im Seebad

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Endlich wieder schwimmen und in die Sauna gehen wie vor Corona: Das Seebad Starnberg führt die 3G-plus-Regel ein und kann somit zu einem normalen Betrieb ohne pandemiebedingte Einschränkungen zurückkehren. Ab Freitag, 22. Oktober entfällt damit die Abstands- und Maskenpflicht im Seebad und die Besucherinnen und Besucher können wieder alle Bereiche im Hallenbad inklusive Dampfbad sowie Infrarotkabinen und der Saunalandschaft wie vor der Corona-Zeit nutzen. Dadurch entfällt auch die Regelung, dass sich nur eine bestimmte Anzahl an Gästen gleichzeitig in Hallenbad und Sauna aufhalten darf.

3G-plus bedeutet, dass die Gäste „Geimpft, Genesen oder PCR-Getestet“ sind und einen entsprechenden Nachweis an der Kasse bzw. am Empfang vorzeigen müssen. Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres und darüber hinaus auch Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren, die regelmäßig Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, erhalten Zugang, ohne dass diese über einen Impf-, Genesenen oder Testnachweis verfügen müssen. Die 3G-plus-Regelung ist in der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung als freiwilliges Instrument festgeschrieben, um wieder einen normalen Betrieb gewährleisten zu können.

Lage bei der Gewerbesteuer

Eine Mitteilung der IHK:

Starnberg – Die Corona-Krise hat im vergangenen Jahr die Gewerbesteuereinnahmen im Landkreis Starnberg deutlich einbrechen lassen. Das Aufkommen schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um rund 23 Prozent auf mehr als 87 Millionen Euro, vor Abzug der Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder. Keiner der Kommunen im Landkreis erhöhte oder senkte den Gewerbesteuerhebesatz im Jahr 2020. Dieser lag im Landkreis im Durchschnitt bei 309 Prozent, so eine Auswertung der IHK für München und Oberbayern.
In ganz Oberbayern lag der Durchschnitts-Hebesatz unverändert bei 335 Prozent. Sechs von 500 oberbayerischen Gemeinden erhöhten im Vergleich zu 2019 ihre Gewerbesteuerhebesätze. Senkungen des Hebesatzes gab es dagegen in zwei Gemeinden. Mit einem Hebesatz von 340 Prozent ist Gilching Spitzenreiter bei der Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes im Landkreis. Am anderen Ende der Skala steht Pöcking. Dort liegt der Hebesatz bei 240 Prozent. Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben.
„Die Corona-Krise hat die Betriebe in vielen Branchen äußerst stark belastet. Keinesfalls darf die aufkeimende Erholung durch ein unzeitgemäßes Drehen an der Steuerschraube bedroht werden. Die Betriebe brauchen ihre Liquidität jetzt vor allem für Investitionen. Die Wirtschaft setzt auf das Augenmaß der Kommunen, da diesen bei finanziellem Bedarf Bund und Länder unter die Arme greifen können“, sagt Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg. „Ein niedriger Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren und führt nachhaltig zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung mit entsprechenden Steuereinnahmen.“
Grundlage der IHK-Auswertung sind die Daten zu den Gewerbesteuerhebesätzen und Gemeindefinanzen, die regelmäßig vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlicht werden.

Moosaik Pläne öffentlich

Wie im Amtsblatt Nummer 29 vom 11. August 2021 angekündigt sind die Grundlagen für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Projektes „Moosaik“ im Starnberger Gewerbegebiet zwischen Münchner-, Petersbrunner- und Moosstraße jetzt für die Öffentlichkeit einsehbar, ebenso für die dafür auch notwendige Änderung des Flächennutzungsplans. In Letztgenannter ist schon ersichtlich, wo die gemeinsame Rettungsleitzentrale für das Bayerische Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr situiert werden soll, nämlich außerhalb des bisher festgelegten Umgriffs für die Bebauungsplanänderung, im Südosten an der Ecke Petersbrunner-/Münchner Straße auf der Percha zugewandten Seite.

In der Zeit vom 16. August bis zum 1. Oktober 2021 können die Pläne und zugehörigen Unterlagen im Foyer des Rathauses zu den allgemeinen Öffnungszeiten angesehen werden. Im Verfahren ist dies die „Frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele, Zwecke und voraussichtlichen Auswirkungen der Planung“. Interessierte Bürger und Anlieger erhalten hier die Möglichkeit zur Einsichtnahme in den Planentwurf zum Umbau dieses Bereiches des Gewerbegebietes in ein Gebiet, in dem künftig vielfältige Nutzungen und Gebäude möglich sein sollen (siehe auch Moosaik – Beteiligung der Öffentlichkeit und Einstimmig für “moosaik”). Die Planentwurfsfassungen können auch digital unter dem Stichwort „Bekanntmachungen 81A18“ über die Homepage der Stadt Starnberg abgerufen werden. Zu den abrufbaren Unterlagen gehören genauso die fachplanerischen und gutachterlichen Ausarbeitungen. So finden sich dort zum Beispiel Gutachten zum Verkehr, Schall, Altlasten, Grundwasser und mehr.

Innerhalb der oben genannten Frist haben die Interessierten außerdem Gelegenheit zur Äußerung gegenüber und Erörterung mit dem städtischen Bauamt. Dafür sollten sie vorab Kontakt aufnehmen unter der Mail-Adresse bauleitplanung(at)starnberg.de oder per Telefon unter 08151/772-173.

Einstimmig für „moosaik“

Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Bauausschuss des Stadtrates gestern Abend die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für den Umbau eines Teils des Starnberger Gewerbegebietes zum Vorzeigeprojekt „moosaik – das verbindende Quartier“ abgesegnet. Statt des ursprünglich beabsichtigten Angebotsbebauungsplans wird jetzt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan weiter verfolgt. Die vom Rathaus noch verlangten Nachweise, zum Beispiel dass die neu gegründete „Moosstraße Immobilien GmbH & Co KG“ sowie die „Petersbrunner Straße Immobilien GmbH & Co KG“ Eigentümerinnen der zu beplanenden Flächen sind, es zum Abschluss eines Durchführungsvertrages zwischen den Gesellschaften und der Stadt kommt und die GmbH & Co KGs über die notwendige finanzielle, personelle und organisatorische Leistungsfähigkeit verfügen, dürfte nur noch reine Formsache sein (siehe vorheriger Bericht Moosaik – Beteiligung der Öffentlichkeit). Damit ist der Weg frei zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange. Grundlage der weiteren Schritte ist die mit der Stadt im jetzigen Verfahrensstand abgestimmte Planung.

Die Verwaltung erhielt vom Bauausschuss genauso einstimmig den Auftrag mit den Vorhabenträgern noch einige Dinge zu verhandeln, zum Beispiel städtebauliche Bindungen hinsichtlich der künftig zugelassenen Wohnungen, Gewerbeeinheiten und mehr. Ziel ist auch eine vertragliche Vereinbarung für einen neuen Standort für Feuerwehr und Rettungsdienst im Rahmen des Projektes. Zur Höhenentwicklung im geplanten neuen Stadtteil sah nur Ludwig Jägerhuber (CSU) noch weiteren Gesprächsbedarf. Wie berichtet könnten am zentralen Platz bis zu zwei achtstöckige Gebäude entstehen. Zu den Rändern des Baugebietes fallen die Höhen dann auf drei bis vier Geschosse ab. Auf Wunsch von Marc Fiedler (FDP) wurde die Staffelung mit 11:1 Stimmen begrüßt.

Die Stadträte, die sich zu Wort meldeten, waren voll des Lobes für das Projekt „moosaik“. So bezeichnete es Jägerhuber als „revolutionierende Planung, bei der die neuen Höhen eine Zäsur bedeuten“. Franz Sengl (Grüne) sprach sich dafür aus, anderen Eigentümern im Gewerbegebiet zu signalisieren, „dass wir ähnliche Planungen auf ihren Flächen begrüßen würden“. Christiane Falk (SPD) sprach von einem „einzigartigen, mutigen und modernen Projekt“. Wenn man nicht immer mehr Fläche versiegeln wolle, müsse man das Bauen in die Höhe – das im Übrigen auch schön sein könne –  erlauben. „Dass ich das in meiner Zeit als Stadtrat noch erleben darf“, freute sich Josef Pfister (BMS) über das in seinen Augen „zukunftsweisende Projekt“. In den letzten 20 Jahren seien nämlich alle Versuche, das Gewerbegebiet zu verbessern, stets an den zahlreichen Einzeleigentümern und ihren Interessen gescheitert. Er mahnte aber auch, es bedürfe noch einiger Anstrengungen des Bauausschusses, zum Beispiel zur Realisierung des sehr wünschenswerten, verbindenden Steges zwischen dem moosaik-Hauptplatz über die B2 hinweg zum Gelände des Landratsamtes gegenüber. Bürgermeister Patrick Janik glaubt, dass es Probleme mit der Urheberrechtskonformität gegen könnte, wenn das Steg-Ende nahe des architektonisch preisgekrönten Landratsamtgebäudes lande. Dem mit viel Holz und Glas niedrig neben der Wassersportsiedlung konzipierten Behördenbau der Architekten „Auer+Weber“ war 1989 der Deutsche Architekturpreis verliehen worden. Unter anderem wegen der „perfekten Synthese aus Natur, moderner Architektur und sich stets verändernden Anforderungen der Gesellschaft“. Es ist nicht ersichtlich, in welchen Punkten ein in der Bauweise angepasster Steg hier zum Problem werden könnte. Eva Pfister (BMS) schlug vor, die fragliche Fläche auf der Südseite der B2, also im Bereich der Parkplätze des Landratsamtes, in das Bebauungsplanverfahren einzubeziehen. Stadtbaumeister Stephan Weinl will allerdings erst später über solche Dinge verhandeln. Für Eva Pfister war auch noch wichtig, dass der Bürgermeister angesichts des personell ausgedünnten Bauamtes der Stadt versicherte, das Projekt „moosaik“ genieße unter den mit Priorität eins ausgestatteten Vorhaben nochmals erste Priorität. Den Wunsch  von Otto Gaßner (UWG), schon sofort in den Beschluss aufzunehmen, dass die Stadt mit der Planung der beiden KGs einverstanden ist, erfüllte der Rathauschef nicht. Weinl hatte zuvor darauf hingewiesen, dass wesentliche Punkte noch offen seien, die sich erst im Laufe des Bauleitplanverfahrens klären würden. Deshalb könne jetzt noch nicht von einer mit der Stadt abgestimmten Planung gesprochen werden. Janik nahm als Kompromiss in den Beschluss auf, abgestimmt sei die Planung nach dem Stand des Verfahrens.

Ebenso einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, für das Projekt „moosaik“ den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass der Bebauungsplan sich daraus entwickeln lässt.

Moosaik – Beteiligung der Öffentlichkeit

Als „Paukenschlag“ für Starnberg hatte die damalige Bürgermeisterin Eva John das Projekt „moosaik – das verbindende Quartier“, das in den nächsten Jahren einen beträchtlichen Teil des heutigen, eher unansehnlichen Gewerbegebietes in ein städtebauliches Vorzeigequartier verwandeln wird, Ende 2019 bei der ersten Präsentation der Pläne bezeichnet. Nach laufenden Gesprächen zwischen dem Rathaus und den beteiligten Flächen-Eigentümern ab April 2015 war eine Planung herausgekommen, „die begeistert“. Beitrag der Stadt werde sein, so versprach es John, „das Projekt gern und zügig auf seinem Weg zu begleiten. Das ist bisher geschehen und wurde ab Mai 2020 auch von John’s Amtsnachfolger Patrick Janik so fortgeführt.  Ergebnisse stellten die Vertreter der Investoren-Familien Houdek und Baasel heute Vormittag der Presse vor. Heute Abend soll der Bauausschuss des Stadtrates den Startschuss in das notwendige Verfahren zur Änderung von Bebauungs- und Flächennutzungsplan geben, mit dem 80000 Quadratmeter Geschossfläche möglich werden könnten. Die Ziele dafür hatte der Ausschuss bereits im Dezember 2020 festgelegt (siehe Moosaik – wichtiger Schritt geglückt). Erster Schritt ist nun die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, sprich der Bürger sowie der Träger öffentlicher Belange.

Rudolf Houdek umriss noch einmal die Aufgabe, die es zu schultern gilt, wenn „moosaik“ Wirklichkeit werden soll. Harte Arbeit liege bereits hinter den beteiligten Planern und den sie begleitenden Experten, die sich mit einem hochkarätig zusammengesetzten Beirat eingebracht hätten. In Zukunft solle der Bereich zwischen dem Rand zum Leutstettener Moos im Norden und der Moos- sowie der Münchner Straße (B2) bis auf Höhe der abbruchreifen Fleischfabrik Houdek kein reines Gewerbegebiet wie heute mehr sein, sondern auf den insgesamt 35000 Quadratmetern Raum für Wohnen, inklusive Seniorenwohnen und Pflege, Arbeiten und Leben bieten. Wie berichtet ist auch ein neuer Standort für Feuerwehr und Rettungsdienst in dem Quartier Wunsch der Stadt. „Wir sind uns der verantwortungsvollen Aufgabe bewusst“, versicherte Rudolf Houdek und nannte die Bereiche Städtebau, Wegeführung, Nutzungen, Gestaltung, Grün und Anbindung des Quartiers an das Leutstettener Moos, bei dem es sich um eine höchst geschützte FFH-Fläche handelt. Sein Cousin Robert Houdek berichtete, man habe die letzten 18 Monate „richtig angepackt“. Durch die Diskussionen und den Rat der Experten sei das Projekt „wesentlich besser geworden“. Während man zu Beginn mit einer Interessensgemeinschaft mehrerer Grundeigentümer angetreten sei, würden nun alle Interessen in der „Moosstraße Immobilien GmbH & Co KG“ gebündelt. Die dafür notwendigen notariellen Verträge seien inzwischen abgeschlossen, so dass man in der Lage sei, das vorbildliche, auf den Schultern ganz vieler Menschen entwickelte Quartier auch wirklich durchzuführen.

Flächen und Engagement eingebracht haben auch der Laserphysiker Carl Baasel und seine Tochter Susy. Der 80Jährige Baasel erinnerte sich an die Anfänge des Starnberger Gewerbegebietes: „Es wuchs wie Kraut und Rüben, weil es am Moos viel Platz gab. Gebaut wurde nach dem freien Spiel der Kräfte.“ Ihm, der jahrelang seine Firma an der Petersbrunner Straße hatte, habe die Gestaltung „nie  so richtig zugesagt“. Auch seien ihm die bisherigen Bebauungsplanvorgaben zu restriktiv erschienen: „Man durfte keine Kindertagesstätte bauen, nicht hoch bauen und nicht wohnen.“ So sei für ihn die Idee des „moosaik“ eine Erlösung gewesen. Er bedankte sich bei den ursprünglichen Eigentümer-Familien, auch der Familie Hauser, die über ihren Schatten gesprungen seien um das neue Stadtquartier zu ermöglichen. Susy Baasel legt nach eigenen Worten als Architektin lange schon den Fokus auf soziale Fragen: „Welche Funktion muss Architektur übernehmen, wie kann man ein Gebiet mit Leben füllen?“ Ihr und dem federführenden Büro „Kehrbaum Architekten“ seien die folgenden Dinge besonders wichtig: Gebaut werden solle mit viel Holz und Grün Ressourcen schonend, Gebäude müssten für verschiedene Nutzungen offen sein, sich ansiedelnde Betriebe Ressourcen schonen, Grünflächen wirklich durchgängig sein und hohe Aufenthaltsqualität bieten. Die Oberfläche im Quartier solle autofrei werden, Wohnen, Arbeiten und sonstiges Leben miteinander vereinbar machen und zudem die 15-Minuten-Stadt, also eine Stadt der kurzen Wege bieten. Der Einsatz des Expertenbeirates habe zu einer „Schärfung des Projektes“ geführt, lobte sie.

Architekt Klaus Kehrbaum erläuterte die Abkehr von der früher maßgeblichen „Charta von Athen“, die Quartiere getrennt nach Nutzungen propagiert habe, verbunden durch Verkehrswege. Heute gelte es dagegen, Nutzungen zu stapeln und Verkehr so weit es geht zu vermeiden. Für ihn sei der Expertenbeirat, bestehend aus den Professoren für Städtebau, Architektur und Landschaftsarchitektur, Franz Pesch, Markus Allmann sowie Susanne Burger, dem Experten für Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik Thomas Auer, für den Bereich Verkehr und Mobilität Klaus Bogenberger und für Landschaftsarchitektur und Ökologie Michael Schober, „ein Geschenk“ gewesen. Dank ihnen traue man sich jetzt unter anderem, im Zentrum des Quartiers auf einen belebten Platz eine städtebauliche Dominante in Form eines achtstöckingen Gebäudes zu setzen – „vielleicht mit Aussichtsplattform oder Gastronomie auf dem Dach“. Die öffentlich gemachten Planungen hätten bereits zu zahlreichen Anfragen von Starnbergern, aber auch nationalen und internationalen möglichen künftigen Nutzern geführt. Deshalb sei es, so Kehrbaum, auch möglich „schon ganz bald“ mit dem 1. Bauabschnitt zu beginnen. Geplanter Fertigstellungstermin 2025. Für ihn ist auch begrüßenswert, andere Architekten auf dem Projektgebiet tätig werden zu lassen. Das garantiere den Investoren höchste Qualität. Funktions- und Parkdeck würden in ein erstes und zweites Untergeschoss verlegt, wobei Kehrbaum schon ankündigte, sich nicht an den Starnberger Stellplatzschlüssen halten zu wollen, denn es solle ein „ganz ausgeklügeltes Mobilitätskonzept“ geben, das das Auto eher überflüssig mache. Ziel ist ebenfalls ein energieautarkes, klimaneutrales Quartier. Das Landschaftsarchitekturbüro „TOPOTEK1“ arbeitet an „Moosgärten (Feuchtbereiche), Plänen mit Klimabäumen gegen drohende Überhitzung, einem Birkenhain und Dachbegrünungen“. Der Steg, der 2019 bei der ersten Vorstellung so viel positive Resonanz erzeugt hatte, ist laut Kehrbaum „noch in der Diskussion, muss aber noch einige Hürden nehmen, weil er südlich der B2 auf fremden Grund landet“. Zur Erläuterung: Ursprungsidee war, ganz im Sinne des Namensteils „verbindendes Quartier“ einen Steg für Fußgänger und Radfahrer vom Hauptplatz des moosaik über die verkehrsreiche Münchner Straße (B2) hinüber auf den Geh- und Radweg entlang des Landratsamtes münden zu lassen, somit das neue Quartier gut an Stadt und See anzubinden. Dafür müsste der Landkreis  Fläche zur Verfügung stellen, was bisher dem Vernehmen nach von der Behörde nicht gern gesehen wird. Aber der Steg würde für die Öffentlichkeit und die Bürger gerade nach der Verschlechterung ihrer Querungsmöglichkeiten über die B2 durch den bereits erfolgten Umbau des Nordzulaufs zum geplanten B2- Tunnel eine enorme Verbesserung bedeuten. Eigentlich eine Aufforderung an die Starnberger Stadträte, sich ganz besonders für diesen Steg und seiner Realisierung einzusetzen. Kehrbaum hofft, dass die Änderung des Bebauungsplanes in eineinhalb Jahren Planungsreife erlangt hat, damit mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden kann (Abbruch der Altgebäude ab 2022). Nach früherer Aussage von Rudolf Houdek soll dies der Bereich am Rand des Mooses sein, wo heute noch ein leerstehendes Hochhaus und andere mehr oder weniger ungenutzte Gebäude stehen. In drei bis fünf Jahren hoffe man, dass das gesamte neue Stadtquartier zur Verfügung stehe. Eigentumswohnungen solle es übrigens kaum geben. Die Investoren wollen vermieten. Der Anteil der neu geschaffenen Wohnungen könnte bis zu 50 Prozent des Gebietes ausmachen. Kosten wollte Kehrbaum nicht nennen. Das verbiete sich schon wegen dem bekanntermaßen schwierigen Starnberger Untergrund. Man wisse bereits, dass von Kies bis Seeton und Schlick alles angetroffen werde, weshalb spezielle Tiefbaumaßnahmen nötig würden.

Bürgermeister Janik sieht im Projekt „moosaik“ ein „Viertel mit Entwicklungsmöglichkeiten“. Für einen Bürgermeister sei es ein „dankbares Projekt“, denn er habe es mit professionellen Partnern zu tun. Erfreulich nannte Janik auch die einhellige Unterstützung aller politischen Fraktionen im Stadtrat. Den Schritt heute Abend im Bauausschuss  bezeichnete er als „Baustein der Starnberger Wirtschaftspolitik“. Er wollte sich aber vorerst nicht auf einen festen Zeitplan für das Bauleitplanverfahren festlegen.

Der Öffentlichkeit werden die Investoren umfangreiche Möglichkeiten zur Information und Teilhabe anbieten. Anfang August 2021 erscheint das „moosaik-Journal“, das Fakten und Hintergründe der Planung darstellt sowie über den Baufortschritt informiert. Unter dem Projektnamen „moosaik“ ist zudem eine Webseite geplant, mit deren Hilfe sich Interessierte einen digitalen Infobrief per E-Mail bestellen können. Infos über Social Media werden alles ergänzen. Auch auf der Homepage der Stadt Starnberg werden im Rahmen der frühzeitigen Bürger- und Trägerbeteiligung alle Pläne, die das Rathaus sechs Wochen lang öffentlich auslegen wird, einsehbar sein.

 

 

 

Lesen Sie auch den Bericht des Blogs „Lokales aus Starnberg“, der nach der ersten Präsentation von „moosaik“ erschienen war:

Gewerbegebiet Nord – Ein Stück Zukunft (13.1.20)

Es tut sich etwas sehr Positives in Starnberg. Statt des durch jahrzehntelangen Stillstand im Gewerbegebiet Nord entstandenen eher unerfreulichen Anblicks der alten Produktionshallen der Firma Houdek und der benachbarten „vereinigten Hüttenwerke“ soll, wenn alle Beteiligten weiter an einem Strang ziehen, bis 2028 ein völlig neues, nachhaltig entwickeltes Quartier mit Angeboten an Arbeitsplätzen, Firmenstandorten, Wohnraum, Freizeiteinrichtungen und voraussichtlich sogar einer neuen Bleibe für Feuerwehr und Rotes Kreuz entstehen. „Das neue Jahr beginnt mit einem Paukenschlag“, formulierte es Bürgermeisterin Eva John heute vormittag bei der ersten Präsentation der Familie Houdek für die Öffentlichkeit. Dem Stadtrat waren die Ideen bereits im November in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt worden. Die Reaktionen der Fraktionen sind durchwegs positiv ausgefallen. Große Freude auch bei Christoph Winkelkötter, dem Chef der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusförderung des Landkreises.

Initiatoren des Projektes, das den Namen „moosaik – das verbindende Quartier“ trägt, sind die beiden Cousins Rudolf und Robert Houdek, die Enkel des legendären, 2008 verstorbenen Firmengründers auf Starnberger Boden und Mäzäns für den Fußballverein Bayern München, Rudolf Houdek und dessen Bruder Robert. Die gleichnamigen Enkel führen seit 2004 die „Rudolf und Robert Houdek GmbH“ mit Sitz an der Moosstraße 8 in Starnberg als Geschäftsführer. Herausragendes Markenprodukt, mit dem schon der Großvater und sein Cousin 1926 bei den Firmenanfängen in Böhmen Erfolg hatten, ist die heißgeräucherte Salami mit dem bekannten Namen „Kabanos“. Dazu kamen andere Wurstspezialitäten. Nach dem Zweiten Weltkrieg landeten die damaligen Houdeks als Flüchtlinge in Starnberg und bauten hier schnell, ausgehend von ihrer Metzgerei, eine eigene Ladenkette im Starnberger Umland auf. Die Firma brauchte Platz, und so entstand ab 1962 der Produktionsstandort an der Moosstraße im heutigen Gewerbegebiet. Als in den 90er Jahren Investitionsentscheidungen zu treffen waren, wogen die Firmeninhaber ab. Bessere Bedingungen als in Starnberg wurden ihnen in Arzberg in Nordbayern angeboten. „Eine Erweiterung am hiesigen Standort schien damals von der Stadt Starnberg nicht so gewünscht“, sagte Rudolf Houdek heute. Die Produktion ging also nach Norden, aber die Muttergesellschaft mit Verwaltung und Vertrieb blieb in Starnberg, was auch so bleiben soll. Insgesamt macht die GmbH pro Jahr 125 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 480 Mitarbeiter. Sie gehört zu den Top 20 ihrer Branche in Deutschland. Mit Blick auf die Zukunft wollen Rudolf und Robert Houdek nun aber für sich und ihre Familien ein zweites Standbein entwickeln, das „moosaik“. Der neue GmbH-Firmensitz, möglichst konzentriert auf der Fläche des schon lange leer stehenden Wohnheims für damalige Mitarbeiter sowie der beiden Alu-Garagen nördlich der Petersbrunner Straße, sollte, wenn es nach ihren Wünschen geht, bereits in sechs Jahren fertig sein. Dann feiert die Firma Houdek nämlich ihr 100jähriges Bestehen. Dem fast

wie ein ganz neues Stadtviertel anmutenden Projekt auf dem Gelände der alten Produktions- und Verwaltungsgebäude auf der Südseite sowie auf dessen Nachbarflächen, räumt man noch zwei weitere Jahre Bauzeit ein. Das sollte 2028 bezogen werden können.
Ein schwieriger Weg sei es bis heute gewesen, resümierte Rudolf Houdek. Die Firmengrundstücke waren in der Hand ihrer Väter und sollten nach dem Umzug der Produktion nach Arzberg an einen Investor verkauft werden. Das habe ihm und seinem Cousin Robert Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte beschert, bis sie sich „mutig“ entschlossen hätten, in letzter Minute in den schon fertigen Kaufvertrag einzusteigen. Danach gab es viele Anfragen von Interessenten für die Flächen, deren Einzelhandelsprojekte jedoch nicht auf die Zustimmung der politischen Gremien der Stadt Starnberg stießen. Wer sich erinnert: Damals arbeitete der Stadtrat nach der erfolgreichen Verabschiedung des Rahmenplans für die Stadt an einem „Campus Starnberg Plan“ zur Entwicklung des Gewerbegebietes, hin zu einem hochwertigen Hightech-Standort. Einzelhandel war da nicht erwünscht. Die Pläne waren schön, hatten nur den Schönheitsfehler, dass sie nicht auf die Zustimmung der Grundstückseigentümer stießen und somit nur in äußerst bescheidenem Umfang überhaupt realisiert wurden. Am Ende der Petersbrunner Straße blieb alles wie es war. Der Ausdruck des Volksmunds „Vereinigte Hüttenwerke“ spricht für sich. Dort haben sich zahlreiche kleinere Firmen angesiedelt, denen im geplanten neuen Quartier wieder Flächen angeboten werden sollen. „Uns wurde klar, das wir ohne unsere Nachbarn nichts entwickeln würden können“, so Rudolf Houdek. Gewonnen haben sie inzwischen Carl Ferdinand Baasel, Harald Wimmer, Josef und Peter Kirchmayr sowie Monika und Peter Hauser. Mit ihnen schlossen sie sich zur „Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer“ zusammen und machten sich auf die Suche nach Bauprofis und sonstigen Experten, die helfen können, die Idee für das Projekt, das die Umgebung der Moosstraße aufwertet, das Gebiet mit dem See verbindet, Unternehmen attraktive Standorte und den Menschen Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, öffentliche Einrichtungen und ein vielfältiges Freizeitangebot bietet, zu realisieren. Die sind inzwischen gefunden: Die Scherbaum Unternehmensgruppe, Bernd Schwarz Projektentwicklung, die Kommunikationsberaterin Alexandra Goldfuss und für Kommunikation & Konzepte „textbau.media“. Architekt soll Klaus Kehrbaum aus München sein.
Robert Houdek war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass er und sein Cousin nicht nur ein Studium absolvieren mussten, sondern von ihnen auch der erfolgreiche Abschluss einer Metzgerlehre verlangt worden war, bevor sie ins Geschäft einsteigen durften. Ihre grundlegende Erfahrung deshalb: „Wichtig waren immer die Leute – die Firma besteht nur aus Menschen.“ Motivierte Mitarbeiter bekomme man jedoch nur, wenn man mit besonderem Charme punkten könne, besonders in einem Ballungsraum wie rund um München. Deshalb solle „moosaik“ eben auch Wohnungsangebote und Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie für die Einnahme eines Mittagstisches integrieren. So muss im ersten Schritt nun der Bebauungsplan geändert werden, der diese Nutzungen nicht ohne weiteres zulässt. Eingedenk der Tatsache, dass Houdek der erste Betrieb gewesen sei, der Bio-Produkte auf den Wurstmarkt gebracht und auf Regionalität geschaut habe, der in Arzberg ein Energieeffizienzprogramm auflegte, sprich: an die folgenden Generationen denke, sollen für das neue Quartier nur energiesparende Baukonzepte, Energieeffizienz, naturbelassene, ökologisch vertretbare Baumaterialien und langlebige Innenaustattungen in Betracht kommen. Eine entscheidende Rolle müsse der Baustoff Holz spielen. Teil der Planung sei auch ein hochwertiges Freiraumkonzept. „Wir wollen und stehen für Qualität“, versicherte Robert

Houdek. Ihr Projekt solle Impulse geben für die Entwicklung des Umfeldes. Er und sein Cousin hätten sich zudem Gedanken gemacht über Verbindungen vom neuen Quartier zum See. Erste Visualisierungen ihrer Ideen zeigen eine Brücke, die die Bundesstraße 2 überspannt und so Gelegenheit gibt, vom heutigen Gewerbegebiet zu Fuß oder per Rad den See zu erreichen. Richtig festgelegt sei aber noch nichts. Politik und Bürgerschaft würden einbezogen und sollten ständig über den Stand der Planungen informiert werden. Am 23. Januar 2020 erfolge die Präsentation im Bauausschuss des Stadtrates, bis 2022 hoffe man einen Bebauungsplan als Grundlage für den Baubeginn zu haben, um dann 2028 ferig zu werden. „So unser idealtypischer Pfad“, schloss Robert Houdek. Bürgermeisterin Eva John fand, die Familie sei „sehr, sehr mutig – und Mut muss belohnt werden“. Houdeks hätten nicht nur für sich gedacht, sondern die Nachbarschaft eingebunden und überzeugt, die besonderen Potenziale des Gewerbegebietes zu schätzen. Entstanden sei durch laufende Gespräche zwischen Rathaus und Eigentümern ab April 2015 eine Planung „die begeistert – wirklich absolut schön, was hier entstehen kann. Das wird ein städtebaulich hochwertiger Standort“. Der Stadtrat habe bei der Vorstellung im November schon seine Zustimmung erkennen lassen, auch zu dem Mix an Nutzungen, so dass im 35000 Quadratmeter umfassenden Quartier viele Aufgaben erfüllt werden könnten. John bedankte sich dafür, dass die Eigentümer hohe Verantwortung zeigen. Diese wollen die Grundstück übrigens in eigener Hand behalten. Das Projekt zeuge von großem Unternehmergeist und von Heimatverbundenheit. Beitrag der Stadt werde sein, es gern und zügig auf seinem Weg zu begleiten. Der erste Meilenstein sei bereits erledigt – der Aus- und Umbau der Petersbrunner Straße. „Auftakt für eine ganz besondere Quartiersentwicklung“, freute sich John.

 

 

 

Eickelschulte im Amt bestätigt

Pressemitteilung der IHK:

IHK-Regionalausschuss Starnberg wählt seinen Vorsitz
Konstituierende Sitzung in der Schlossberghalle / Martin Eickelschulte im Amt als Vorsitzender bestätigt


Nach der abgeschlossenen IHK-Wahl 2021 haben sich die neu- und wiedergewählten Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Starnberg zur konstituierenden Sitzung getroffen und den Vorsitz für die kommenden fünf Jahre gewählt. Die Unternehmerinnen und Unternehmer bestätigten den bisherigen Vorsitzenden Martin Eickelschulte im Amt. Der Unternehmer ist Vorstand des IT- Dienstleisters Eickelschulte AG mit Sitz in der Kreisstadt. Er engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Interessensvertretung der heimischen Wirtschaft, seit 2009 auch als Vorsitzender des Parlaments der Wirtschaft auf Landkreisebene.
Bei ihrer Sitzung in der Starnberger Schlossberghalle wählten die Ausschussmitglieder zudem Katja Lindo, Geschäftsführerin der Eventlocation LA VILLA (Exklusive Klausur- und Tagungsstätten EKT GmbH) in Pöcking, zur stellvertretenden Vorsitzenden.
„Ich bedanke mich bei allen bisherigen Mitgliedern des IHK-Regionalausschusses sowie unseren Gästen und Partnern aus Politik und Wirtschaft für die gute Zusammenarbeit und die erfolgreiche Arbeit in der abgelaufenen Wahlperiode und freue mich sehr darauf, das bislang Erreichte in den kommenden Jahren gemeinsam mit den neu- und wiedergewählten Mitgliedern fortzusetzen“, erklärt Martin Eickelschulte. „Wir haben erneut starke, engagierte und regional verwurzelte Unternehmerinnen und Unternehmer in unserem Ausschuss – die beste Voraussetzung uns konstruktiv einzubringen, wie wir unseren Landkreis wirtschaftlich stärken mitgestalten sowie fit für die Zukunft machen können.“
Der IHK-Regionalausschuss Starnberg trifft sich im Herbst zu seiner ersten Arbeitssitzung, um die inhaltlichen Leitplanken für die kommenden fünf Jahre zu diskutieren und festzulegen.
Bei der IHK-Wahl waren zwischen 9. April und 7. Mai mehr als 15.000 Unternehmen aus dem Landkreis aufgerufen, die 17 Sitze im IHK-Regionalausschuss Starnberg zu

vergeben. Zehn Kandidaten zogen erstmals in den neu gewählten Ausschuss ein. Sieben bisherige Mitglieder, die erneut kandidiert hatten, wurden wiedergewählt. Die vollständigen Wahlergebnisse sind über die Homepage der IHK einsehbar.
Um die Wirtschaftsstruktur des Landkreises repräsentativ abzubilden, kommen vier Mitglieder des Regionalausschusses aus der Wahlgruppe „Industrie, Verkehr und Logistik“, vier aus der Gruppe „Handel und Gastgewerbe“ sowie neun aus dem „Sonstigen Dienstleistungsgewerbe“.
Die IHK ist die gesetzliche Vertretung der gewerblichen Wirtschaft. Die Aufgabe der IHK ist es, das Gesamtinteresse der Gewerbetreibenden wahrzunehmen, für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft zu wirken und rund 80 vom Staat übertragene öffentliche Aufgaben zu erfüllen.

IHK Wahl 2021

Alles bereit für die IHK-Wahl 2021: Am 9. April geht es los!
Über 15.000 Unternehmer im Landkreis Starnberg erhalten Wahlunterlagen

Starnberg – Am 9. April fällt der Startschuss für die IHK-Wahl 2021: Bis dahin wird die IHK für München und Oberbayern die Briefwahlunterlagen inklusive der Zugangsdaten für die Online-Abstimmung an mehr als 15.000 wahlberechtigte Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis Starnberg versenden. Diese können dann bis zum 7. Mai darüber entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren die Interessen der heimischen Wirtschaft auf Landkreisebene im IHK-Regionalausschuss Starnberg und für ganz Oberbayern in der IHK-Vollversammlung vertreten soll. Zum ersten Mal kann per Brief oder online abgestimmt werden.
Insgesamt 33 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis bewerben sich bei der Wahl um ein Mandat im Ehrenamt der bundesweit größten Industrie- und Handelskammer. 29 von ihnen kandidieren für einen der 17 Sitze im IHK- Regionalausschuss Starnberg. Drei der 29 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich sowohl um einen Sitz im IHK-Regionalausschuss als auch in der IHK- Vollversammlung, dem obersten Organ der IHK für München und Oberbayern. Vier Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis kandidiert ausschließlich für die Vollversammlung.

Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, ruft die Unternehmerinnen und Unternehmer zur Stimmabgabe auf. „Nutzen Sie Ihr Stimmrecht! Gerade in dieser für weite Teile der heimischen Wirtschaft schweren Zeit ist es heuer so wichtig wie noch nie, der Unternehmerschaft eine Stimme zu geben“, erklärt Eickelschulte. „Damit die IHK auch weiterhin den Finger in die Wunden legen und wichtige Projekte anstoßen kann, brauchen wir sowohl in der Vollversammlung als auch im Regionalausschuss engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer.

Wer genau das sein wird, können in den kommenden vier Wochen die Wahlberechtigten bestimmen.“
Der Unternehmer aus Starnberg betont, dass sich gerade in der aktuellen Corona- Krise zeige, wie wichtig eine Interessensvertretung der Wirtschaft sei. „Die IHK bringt sich mit konstruktiven Vorschlägen gegenüber der Politik ein, wie wirtschaftliches Handeln und effektiver Infektionsschutz Hand in Hand gehen können. Die IHK gibt den betroffenen Unternehmen eine Stimme in der Öffentlichkeit und hilft zugleich als bayernweite Bewilligungsstelle der staatlichen Corona-Hilfen den Betrieben mit einer schnellen Abarbeitung und Bewilligung der Anträge. Die Gelder kommen zum Großteil bereits kurz nach der Antragsstellung bei den Betroffenen an. Das ist ein Verdienst der IHK! Wir sehen derzeit, wie gut die Selbstverwaltung der Wirtschaft funktioniert. Damit das auch so bleibt, ist die IHK auf ein starkes Mandat aus der Unternehmerschaft und eine hohe Rückendeckung bei der IHK-Wahl angewiesen.“

Eickelschulte dankt allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihr Interesse am IHK- Ehrenamt und ihr Engagement, sich für die Zukunft des Landkreises Starnberg als starken Wirtschaftsstandort einsetzen zu wollen.
In ganz Oberbayern sind rund 400.000 IHK-Mitgliedsunternehmen wahlberechtigt. Die bevorstehende Wahlperiode dauert von 2021 bis 2026. Alle Informationen über die Kandidatinnen und Kandidaten sowie persönliche Steckbriefe sind über die Homepage der IHK abrufbar.

Zweiter Workshop Ergebnis

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Am Dienstag, 30. März 2021 beteiligten sich rund 40 Unternehmer, Einzelhändler, Gastronomen und Stadträte am zweiten Online-Workshop „re-STA-rt“, der von den Experten des Cima- Beratungsbüros und der Starnberger Stadtverwaltung durchgeführt wurde. „Gemeinsam haben wir die besprochenen Vorschläge aus dem ersten Workshop erfolgreich weiterentwickelt und nun gehen wir in die Ausarbeitung von Maßnahmen. Wir haben festgehalten, dass die Stadtverwaltung zusammen mit der Unternehmerschaft die nächsten Schritte im Team und in themenspezifischen Arbeitsgruppen realisieren wird“, erläutert Erster Bürgermeister Patrick Janik.
Dass mittlerweile zahlreiche Maßnahmen durch das Team der Standortförderung umgesetzt wurden und in Planung sind, stellte Standortförderin Sarah Buckel vor. Die Buy-Local-Initiative als gemeinsames Projekt der Stadt Starnberg, der gwt Starnberg GmbH und der Cityinitiative Starnberg e.V. ist dabei ein erster Baustein. Seit diesem Monat hängen Banner und Plakate in der Starnberger Innenstadt sowie an den Ortseingängen und es wurden Anzeigen in den lokalen Zeitungen veröffentlicht.
Auch weitere Projekte, die beim ersten Workshop und während der sogenannten Dienstagsstammtische mit Stadtverwaltung, gwt Starnberg, Gewerbereferenten des Stadtrates und Unternehmerschaft angestoßen wurden, sind bereits in der Pipeline: So soll der Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie auf der Homepage der Stadt Starnberg unter dem Reiter „Einkaufen und Erleben“ bis Herbst 2021 mit jeweils einer kurzen Vorstellung dargestellt werden. Um die Attraktivität des Samstagsmarktes auf dem Kirchplatz weiter zu steigern, kommen zusätzliche Marktstände hinzu, wie ein Unverpackt-Stand, eine Champagner Ape und ein Coffee- Bike.
Außerdem ist geplant, ein Leerstandsmanagement aufzubauen. Ein Baustein davon ist es, weitere Pop-Up-Stores nach dem Beispiel des erfolgreichen Stores im Kino Breitwand zu realisieren. Zudem arbeitet die Standortförderung der Stadtverwaltung derzeit ein pandemie-konformes Veranstaltungskonzept unter dem Titel „Sommer am See“ aus. Ein Stadtstrand auf dem Kirchplatz und Open-Air-Veranstaltungen in besonderen Stadträumen, wie zum Beispiel der Museumsgarten und der Bucentaurpark, sind in Planung.
Im Anschluss daran konnten die Teilnehmer zwischen Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern Weihnachtsaktionen, Bestuhlung/Begrünung der Innenstadt, begleitende Aktionen des Handels und der Gastronomie während des Fünfseenfilmfestivals und Gutscheinsystem für die Starnberger Innenstadt wählen. Diese Themeninseln wurden bereits im ersten Workshop und in den Dienstagsstammtischen angestoßen, um sie im zweiten Workshop in konkrete Projekte zu überführen und danach gemeinsam in die Tat umzusetzen. Dabei stand besonders im Fokus, welche Angebote kurzfristig und innerhalb des Jahres 2021 geschaffen werden können, um die Starnberger Innenstadt attraktiver zu gestalten. Außerdem setzten sich die Arbeitsgruppen unter anderem damit auseinander, welche Maßnahmen die Innenstadt zusätzlich stärken und wie man Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit, Kultur und Naturraum besser verknüpfen könnte.
Nach ausgiebiger und angeregter Diskussion stellten die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor. Zusammen erarbeiteten die Gruppen zu den vier Themenfeldern eine erste Sammlung an kreativen Ideen, die kurzfristig, aber auch mittelfristig umgesetzt werden können. Nun geht die gemeinsame Projektarbeit in die nächste Phase. „Da sich die Dienstagsstammtische bereits etabliert haben, werden die einzelnen Arbeitsgruppen nun in diesem Rahmen weitergeführt. Die Stadtverwaltung nimmt dabei eine koordinierende Funktion ein, die praktische Umsetzung erfolgt gemeinsam mit allen Innenstadtakteuren“, erklärt Standortförderin Sarah Buckel. „Ich freue mich auf ein produktives Wiedersehen in unseren Dienstagsstammtischen“, betonte Erster Bürgermeister Janik in seinem Ausblick.
Eine Anmeldung zu den Dienstagsstammtischen ist jederzeit möglich über standortfoerderung(at)starnberg.de. Der nächste Dienstagsstammtisch findet online am 6. April 2021, um 18 Uhr statt.

Buy Local Initiative

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Die Stadt Starnberg, die City Initiative Starnberg e.V. und die gwt starnberg gmbH haben eine Buy- Local-Initiative ins Leben gerufen, die unsere Starnberger Geschäfte und Gastronomiebetriebe unterstützen soll. Die Aktion ist ein Auftakt, um wachzurütteln, denn gerade der Einzelhandel und die Gastronomie leiden momentan besonders unter temporären Geschäftsschließungen, schwierigen Rahmenbedingungen und dem Online-Boom. Weitere Aktionen zur Belebung der Innenstadt sind bereits in Planung.
Seit Anfang März 2021 hängen im Stadtgebiet Transparente mit der Aufschrift „sei loyal, kauf lokal“. Am heutigen Dienstag ist die Plakataktion „Wir für Starnberg“ mit der Hängung des ersten Plakats an Litfaßsäulen angelaufen. „Wir für Starnberg“ zeigt im Laufe der nächsten Wochen pro Plakat zwei Starnbergerinnen und Starnberger, die gerne in unserer Innenstadt einkaufen und zum Essen gehen. Dabei erklären die Testimonials persönlich in einem Zitat, warum ihnen Starnberg und seine Betriebe am Herzen liegen. Demnächst folgen zusätzlich Plakathängungen in Schaufenstern und Anzeigen in Starnberger Zeitungen.
Die Buy-Local-Initiative ist an den sogenannten digitalen „Dienstagsstammtischen“ entstanden, an denen die Gewerbereferenten, Stadtverwaltung, gwt starnberg gmbH, City Initiative Starnberg e.V., Einzelhändler, Gastronomie sowie interessierte Unternehmerinnen und Bürgerinnen teilnehmen (Eine Anmeldung ist jederzeit möglich unter standortfoerderung(at)starnberg.de). Finanziert wird die Buy-Local-Initiative von der City Initiative Starnberg e.V.

Das Wir-Gefühl stärken

Ein Bericht aus dem Rathaus:

„Beim Online-Workshop „re-STA-rt“ am Donnerstag, 4. März 2021 mit Unternehmern, Einzelhändlern, Gastronomen, Vertretern von Stadtverwaltung und Stadtrat haben die Berater der „cima Beratung + Management GmbH“ erste Sofortmaßnahmen für die Belebung der Starnberger Innenstadt gesammelt. Mit fast 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das Interesse sehr groß und es gab einen offenen und produktiven Austausch zur aktuellen Lage. Ein besonderer Fokus wurde aber auf die Zukunftsperspektiven für die Starnberger Innenstadt gelegt.

Christian Hörmann, Büroleiter der „cima Beratung + Management GmbH“, der den rund zweistündigen Workshop moderierte, betonte gleich zu Beginn, dass eine enge Allianz zwischen Stadt und Unternehmern der entscheidende Faktor sei, um wieder durchstarten zu können. Der Corona-Lockdown, wenig Frequenz und Leerstand machen der Starnberger Innenstadt schwer zu schaffen. „Man benötigt eine starke Gemeinschaft und Solidarität, denn wir kommen nur gemeinsam durch die aktuell angespannte Situation“, erläuterte Christian Hörmann.

Ganz im Sinne eines Workshops konnten die Teilnehmer Handlungsräume auf einer interaktiven Karte des Innenstadtbereiches markieren, bei denen sie gute Möglichkeiten für kurzfristige dezentrale Maßnahmen sehen. In den Bereichen Bucentaurpark, Kirchplatz, Maximilianstraße, Seepromenade und Tutzinger-Hof-Platz wurde von den Akteuren das größte Potenzial gesehen.

Danach folgte ein offener Austausch über die Erwartungen der Starnberger Unternehmerinnen und Unternehmer. Ein großer Konsens herrschte darüber, dass das Flair einer Stadt ein ausgewogener Branchenmix ausmacht, damit alle in der Innenstadt auf ihre Kosten kommen. Viele wünschten sich zum Beispiel in der Maximilianstraße mehr inhabergeführten Einzelhandel und Gastronomie und zusätzlich sogenannte Ankergeschäfte als Frequenzbringer.

Im Anschluss ging es an die Herausarbeitung von kurzfristigen Sofortmaßnahmen zur Belebung der Innenstadt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprudelten nur so vor Energie und hatten eine Vielzahl von Ideen. Viele waren sich einig, dass  die Aufenthaltsqualität in der Stadt gesteigert werden sollte. Um das zu erreichen, wünschte sich der Großteil weitere Sitzmöglichkeiten, mehr Begrünung im Innenstadtbereich oder beispielsweise dezentrale Aktionen auf beliebten Plätzen.

Grundtenor bei den meisten Wortmeldungen war, dass das „Wir-Gefühl“ zwischen Innenstadtakteuren und Stadt gestärkt werden sollte. Ein erster Baustein für ein besseres „Wir- Gefühl“ ist bereits gelegt, denn seit Kurzem finden jeden Dienstag mit den Handelsreferenten des Stadtrats und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sogenannte „Dienstagsstammtische“ statt (zurzeit online), um gemeinsame Aktionen zur Belebung der Innenstadt kurzfristig umsetzen zu können. Eine Anmeldung ist jederzeit über standortfoerderung(at)starnberg.de möglich.

Erster Bürgermeister Patrick Janik dankte allen Beteiligten für den produktiven Austausch und das gute Feedback, auf dem alle weiter aufbauen können. „Wir haben heute gemeinsam einen bunten Strauß an kreativen und umsetzbaren Vorschlägen gesammelt. Die Stadt ist mehr als bereit, ihren Teil mit Elan und Schwung beizutragen, damit gemeinsame Maßnahmen erfolgreich realisiert werden können“, sagte Erster Bürgermeister Janik.

Die Vorschläge für Sofortmaßnahmen werden in den Dienstagsstammtischen und beim nächsten Workshop am 30. März 2021 konkretisiert und im Anschluss umgesetzt.“