Mehrheit bremst Entwicklung Schorn

Der Bauausschuss hätte heute Abend grünes Licht geben können, dafür, dass das Rathaus das weiter entwickelte Planungskonzept für das Gewerbegebiet Schorn beim Landratsamt vorlegen kann. Dies wäre nämlich Voraussetzung dafür, dass der zuständige Ausschuss des Kreistages am 9. Juli 2019, also noch vor der Sommerpause, entscheiden kann, ob er der Herausnahme der Erweiterungsflächen in Schorn aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung zustimmen will. Daraus wird nun nichts, denn obwohl vor allem Ludwig Jägerhuber (CSU), aber auch andere Stadträte mehrfach nachdrücklich versicherten, sie seien – „schon immer“ – für dieses Projekt, das der Stadt auf lange Sicht zu mehr Gewerbesteuereinnahmen verhelfen könnte, hat die Mehrheit aus CSU, UWG, SPD und Grünen dem Antrag von Otto Gaßner (UWG) zugestimmt, die Entscheidung zurückzustellen. Gaßner wünschte Zeit, die Angelegenheit in den Fraktionen zu besprechen.

Hintergrund: In Schorn und Umgebung organisieren sich Bürgerinitiativen gegen das Projekt, die von den Grünen und dem Bund Naturschutz unterstützt werden. In den Unterlagen, die dem Kreisausschuss als Grundlage für seine Entscheidung übermittelt werden sollten, gibt es  die Angabe einer maximalen Höhe für spätere Gebäude von 25 Meter. Das Bauamt und Bürgermeisterin Eva John versuchten in der Bauausschusssitzung anhand von Grundlagen, die für den im Verfahren unabdingbaren Umweltbericht erarbeitet worden waren, Sorgen zu zerstreuen, dass es in der Realität nach der Umsetzung der Pläne tatsächlich zahlreiche Gewerbebauten mit dieser Höhe geben werde. Vielmehr gehe es nur um das Baufeld Nummer 2, das im Übrigen so tief im Gelände liege, dass solche Bauten trotz ihrer Höhe immer noch unter der sichtbaren Baumgrenze liegen würden. Außerdem handele es sich nur um einen „Vor-Vor-Entwurf“, sagte John. Also noch lange nicht um das öffentlich durchzuführende Bebauungsplanverfahren, in dem Betroffene und Träger öffentlicher Belange beteiligt würden.

SPD-Stadträtin Christiane Falk lehnte das Gesamtprojekt als „nicht nachhaltig“ und wegen massiver Bebauung ab. Jägerhuber meinte mit Blick auf die stellenweise eventuell möglichen 25 Meter hohen Bauten: „Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie sich das in die Landschaft eingliedert. Wir müssen da sensibel vorgehen.“

Stadtbaumeister Stephan Weinl  warb: „Es ist nichts zementiert. Diese Höhenangabe soll den sparsamen Umgang mit Grund und Boden ermöglichen. Er widersprach Falk. Es sei sehr wohl nachhaltig, wenn man ein Baugebiet in wirtschaftlich und städtebaulich sinnvollen Abschnitten ermögliche und sich über deren Erschließung auf mehrere Jahrzehnte im voraus Gedanken mache.

Gaßner verlangte nun, nach jahrelangen, am Ende von Erfolg gekrönten Bemühungen, vom Bund und der Autobahndirektion einen Autobahnhalbanschluss genehmigt zu bekommen, es müsse doch ein Vollanschluss an die A95 werden ( siehe Bauleitplanung für Schorn). Sonst werde Starnbergs Ortsteil Wangen tangiert. Dort leben einige UWG-Mitglieder. „Das Vorliegende ist für mich keine Erschließung“, so Gaßner.

Franz Heidinger (BLS) stellte sich uneingeschränkt hinter das Projekt: „Das ist für die nächsten 50 bis 100 Jahre genau das Richtige.“ Man solle das nicht wieder verschieben. Angelika Kammerl (DPF) berichtete von ihren Erfahrungen aus der Teilnahme an diversen Workshops zur Erarbeitung des Schorn-Konzeptes: „Man macht sich dort viel Mühe. Auf Befürchtungen aus der Bevölkerung wird man reagiern.“

Iris Ziebart (FDP) brach eine Lanze für die Projektentwickler der „Asto Campus Starnberg GmbH“: „Wir müssen verstehen, dass dort nicht mehr Geld für konkretere Planungen in die Hand genommen wird, solange überhaupt noch nicht geklärt ist, ob die nötigen Flächen aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden.“ Wie hoch dann am Schluss tatsächlich gebaut werde, entscheide doch der Bauausschuss selbst im Bebauungsplanentwurfsverfahren.

Auch Josef Pfister (BMS) mahnte: „Es liegt in unserer Hand, welche Höhen wir am Ende zulassen. Es ist ein denkbar schlechtes Zeichen, wenn wir heute nicht entscheiden und die Frist sausen lassen.“ Befürchtungen, dass solche Höhen im gesamten Gewerbegebiet realisiert würden, seien „völlig gegenstandslos“.

Das Votum für die Zurückstellung fiel denkbar knapp mit 6:5 Stimmen aus. Damit ist völlig offen, ob noch heuer über die Frage der Herausnahme aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung entschieden werden kann. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Diskussion über die Höhen nur vorgeschoben ist, weil hier ein Erfolg noch in dieser Bürgermeisterperiode verhindert werden soll.

Seebad erwartet Besucherrekord

Das neue, der Stadt gehörende Seebad Starnberg läuft ausgezeichnet und erfreut sich seit seiner Eröffnung im Juli vergangenen Jahres enormer Beliebtheit. Das ist Ergebnis des ersten Erfahrungsberichtes, den der Chef des Seebades, Christian Herrmann, jetzt vor dem Hauptausschuss des Stadtrates über die zehn ersten Betriebsmonate abgab. So kamen im Mai dieses Jahres 15623 Besucher ins Hallenbad und 4412 Gäste nutzten die neue Saunalandschaft. Im Januar waren es noch mehr: 16481 im Hallenbad und 5665 in der Sauna. Verglichen mit dem alten Wasserpark vor dem Umbau und der Erweiterung ab dem Jahr 2015/2015: Im Hallenbad 9519 im Januar (9808 im Mai) und 2460 im Januar  (1327 im Mai) in der Sauna. Ohne die kalkulatorischen Kosten wie Abschreibung und Zinsen betrug der Einnahmenüberschuss im Zeitraum seit der Eröffnung 94100 Euro. Auch die Besucheranzahl im Strandbad ist seit Inbetriebnahme des Seebades gestiegen: Auf 43245 Gäste gegenüber 22036 vor der Schließung für den Umbau des Bades, während dem das Strandbad jedoch reduziert weiter laufen konnte. Herrmann sprach von deutlichen Steigerungen, mahnte jedoch auch, man komme mit diesen Zahlen an die Kapazitätsgrenze. Bürgermeisterin Eva John: „Man kann sich über die positive Entwicklung nur freuen.“

Freude war allerdings nur seitens der Fraktionen BMS, WPS und FDP zu vernehmen. So dankte Christine Lipovec (BMS) den 22 Teammitgliedern des Seebades dafür, „dass sich alle so toll ins Zeug legen“. Verglichen mit dem alten Wasserpark könne man nun „wesentlich mehr Leute glücklich machen“ und habe obendrein ein viel geringeres Defizit. Markus Mooser (FDP) nannte die Zahlen „außerordentlich erfreulich“. Das komme eben daher, dass alles funktioniere, und weil das Team freundlich zu den Gästen sei. Mooser zeigte sich froh, dass sich das „bashing (öffentliche Beschimpfung) in den sozialen Medien“ inzwischen auch gelegt habe. Anton Wiesböck (FDP) sagte, er sei von den Zahlen positiv überrascht.

Winfried Wobbe (UWG) bemängelte dagegen, dass das Seebad nicht mehr den ganzen Vormittag den Schulen zur Verfügung steht, sondern stets nur eine Anzahl von Bahnen in den Schwimmbecken. Auch der Sportverein TSV habe eine Warteliste für 60 Schwimmer, die mehr Zeit im Hallenbad benötigten, betonte er. Herrmann sagte, sein Team werde alles versuchen, so lange es keine großen Einschränkungen bei der Nutzung durch die Öffentlichkeit gebe.

Franz Heidinger (BLS) verlangte, eine Familien-Jahreskarte neu einzuführen. Herrmann will das kalkulieren lassen. Eine Absage erteilte er Heidingers Forderung, die dürfe nur für Starnberger Familien gelten. Das widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz.

Eine längere Diskussion gab es noch über den Antrag von Stefan Frey (CSU), den Aktiven der Feuerwehr den kostenlosen Zutritt zum Seebad zu ermöglichen. In der Sitzung dehnte Frey diesen Antrag auch auf Angehörige der Ortsgruppen der Wasserwacht, des BRK-Rettungsdienstes und des THW sowie der DLRG aus. Trotz Bedenken bei zahlreichen Stadträten, ob dies wiederum der Gleichbehandlung Ehrenamtlicher widerspreche und die bisher schon bayernweit ausgegebene Ehrenamtskarte für ermäßigten Eintritt nicht ausreiche und die bessere Lösung sei, sprach sich der Ausschuss am Ende einstimmig für eine solche Sonderregelung aus. Allerdings muss die Verwaltung dafür die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen versuchen, bevor der Stadtrat endgültig eine Entscheidung trifft.

Inzwischen hat das Rathaus eine Pressemitteilung zu ihrer neuen Einrichtung und deren Erfolg herausgegeben:

‚„Wir sind sehr zufrieden“, fasst Erste Bürgermeisterin Eva John die Jahresbilanz des neuen Seebads Starnberg nach der Wiedereröffnung vor gut einem Jahr zusammen. 140.000 Besucherinnen und Besucher sprangen im Hallenbad von Juli 2018 bis Mai 2019 in die Fluten – ganze 57.658 Gäste mehr als im selben Zeitraum in der Saison 2014/2015 vor Sanierung des Bades.

Auch das Angebot der neuen Saunahütten direkt am Seeufer lockte zahlreiche Saunaliebhaber an. Im Zeitraum von Juli 2018 bis Mai 2019 nutzten 48.425 Gäste das Saunaangebot des Seebads, im vergleichbaren Zeitraum von 2014 bis 2015 waren es vergleichsweise wenig Gäste, nämlich ca. 15.838 Saunagänger. Im beliebten Saunamonat Januar besuchten 5.665 Gäste die Saunahütten im Seebad, vor der Sanierung waren es im Januar mit 2.460 Besuchern weniger als die Hälfte.

Auch das Strandbad hat eine gestiegene Besucherzahl zu verzeichnen: Von Juli 2018 bis Mai 2019 tummelten sich dort 43.245 Sonnenanbeter, von Juli 2014 bis Mai 2015 waren es insgesamt 22.036.

„Die gestiegenen Zahlen sind auf das vielseitige und wirklich attraktive Angebot unseres neuen Starnberger Seebads zurückzuführen. Es freut mich, dass mit dem neuen Seebad eine Freizeiteinrichtung geschaffen wurde, die viele Zielgruppen vor Ort anspricht. Großen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seebads Starnberg, die mit viel Einsatz für unsere kleinen und großen Besucher da sind und die Gesichter unseres Seebads sind“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Die Gastronomie, das Strandhouse Starnberg, rundet mit den vielen und leckeren Köstlichkeiten das Angebot des Seebad Starnberg ab.‘

Programm Französische Woche

Eine Mitteilung der Stadt Starnberg:

Die Französische Woche findet vom 27. Mai bis zum 02. Juni auf dem Kirchplatz mit einem attraktiven Musik- und Unterhaltungsprogramm von Künstlern aus Frankreich und der Region sowie vielen kulinarischen Spezialitäten statt. Am 02. Juni können sich die Besucher auf den verkaufsoffenen Sonntag mit vielen Aktionen freuen. An diesem Tag haben die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Auf Grund der französischen Woche entfällt der Samstagswochenmarkt auf dem Kirchplatz am 25.05.2019 und am 01.06.2019. Am 30.05.2019 entfällt der Donnerstagswochenmarkt wegen des Feiertags Christi Himmelfahrt.
Wegen des Marktsonntags am Sonntag, 02.06.2019, sind folgende Straßen gesperrt beziehungsweise gilt an folgenden Straßen ein Haltverbot:
– Wittelsbacherstraße
– Maximiliansstraße
– Tutzinger-Hof-Platz
– Kirchplatz
– Zweigstraße
– Josef-Jägerhuber-Straße (ab Hauptstraße bis Tiefgarage SMS)
– Ludwigstraße (ab Hauptstraße bis Maximilianstraße)

Starnberg wird Fairtrade-Stadt

Eine Mitteilung aus dem Starnberger Rathaus:

„Im Rahmen der internationalen Kampagne von TransFair „Fairtrade-Towns“ fördert auch die Stadt Starnberg den fairen Handel auf lokaler Ebene. Die Bewerbung der Stadt Starnberg um den Titel „Fairtrade-Stadt Starnberg“ war erfolgreich, sie wurde von TransFair erfolgreich bestätigt. Voraussichtlich im Sommer dieses Jahres wird die offizielle Auszeichnungsfeier mit Übergabe des Zertifikats durch TransFair e.V. in Starnberg stattfinden.

Damit gehört Starnberg zur internationalen Familie der Fairtrade Towns mit über 2.000 Fairtrade-Städten in 36 Ländern. In Deutschland tragen inzwischen über 580 Kommunen den Titel. In allen Fairtrade-Städten haben sich Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft vernetzt und fördern den fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Im Mai 2017 bekannte sich der Starnberger Stadtrat mit einem offiziellen Ratsbeschluss dafür, fairen Handel zu unterstützen. Die Steuerungsgruppe aus Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung nahm ihre Arbeit Anfang 2018 erstmalig auf und erarbeitete einen Projektplan. „Ich begrüße es sehr, dass wir eine aktive Gruppe aus der Starnberger Bürgerschaft gefunden haben, die sich für fairen Handel einsetzt und Synergien und Kräfte bündelt. Ich danke den Mitgliedern der Steuerungsgruppe und den zahlreichen Partnern, die sich für den fairen Handel in Starnberg stark machen und uns die erfolgreiche Zertifizierung ermöglicht haben“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Neben dem Starnberger Gymnasium konnten die Kirchengemeinden, die STAgenda 21, der Weltladen Starnberg sowie Gastonomen, Einzelhändler und Vereine als Partner gewonnen werden.

Im Büro der Ersten Bürgermeisterin werden seither fair gehandelter Kaffee und Zucker ausgeschenkt. Auch die Gastronomiebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte wurden für das Thema sensibilisiert. Viele seien damit ohnehin schon vertraut gewesen. In diversen Starnberger Geschäften und Gastronomiebetrieben werden mittlerweile mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten.

Ein weiteres Kriterium, das die Starnberger auf ihrem Weg zur Fairtrade-Stadt erfüllen mussten: In mindestens einer Schule, einem Verein und einer Kirchengemeinde muss ein Produkt aus fairem Handel verwendet oder es müssen Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt werden. „An Aktionen und Ideen hat es bei uns in Starnberg nicht gefehlt“, freut sich Erste Bürgermeisterin Eva John. So erhält das Starnberger Gymnasium ebenfalls noch in diesem Jahr den Titel „Fairtrade-Schule“. Im letzten Jahr hatte das Gymnasium ein faires Fußballturnier organisiert. Die Stadt hatte dem Gymnasium daraufhin faire Fußbälle für den Sportunterricht gesponsert. Aber auch die Kirchengemeinden und einige Starnberger Vereine engagieren sich bereits.

Und jetzt, mit dem offiziellen Titel im Rücken, will die Stadt weiter dran bleiben, schließlich wird alle zwei Jahre neu zertifiziert. „Es geht nicht nur um Kaffee oder Tee. Die Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Mit der Zertifizierung soll es in Starnberg mit Fairtrade schließlich nicht vorbei sein, sondern erst so richtig losgehen. Nach der offiziellen Auszeichnungsfeier darf die Stadt das Fairtrade-Logo offiziell nutzen, das auch die Mitstreiter für ihre Veröffentlichungen und Aktionen erhalten werden. Die aktuelle Liste der Fairtrader in Starnberg wird auf der städtischen Homepage veröffentlicht. Wenn Sie bei der Steuerungsgruppe mitmachen möchten und sich als Gastromom, Einzelhändler oder Verein beteiligen wollen, können Sie gerne eine E-Mail schreiben an die Pressestelle der Stadt Starnberg.“

E-Mobilität: Stadt will sich beraten lassen

Die Stadt Starnberg verfügt bereits über einen E-Smart und vier Fahrräder mit Elektromotor-Unterstützung. Nach einem Antrag der SPD-Fraktion soll nun grundsätzlich immer geprüft werden, ob es Sinn macht, bei künftigen Anschaffungen für den städtischen Fuhrpark noch mehr auf E-Mobilität zu setzen.

Umweltingenieur Thomas Bachmann hat Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen und geprüft, welche Fördertöpfe die Stadt für Anschaffungen von Fahrzeugen, aber auch für den Aufbau von Ladeeinrichtungen anzapfen könnte. Mit dem städtischen Wasserwerk war er sich einig, dass dieses sich wegen zu geringer Batteriekapazitäten noch nicht auf die ständige Einsatzbereitschaft der E-Fahrzeuge verlassen kann, insbesondere nicht bei nächtlichen Notfalleinsätzen. Zudem fehlt die Ladeinfrastruktur. Bisherige Angebote waren für die Anforderungen des Wasserwerks nicht ausreichend leistungsfähig.

Der Vorschlag der SPD, den Taxiverkehr auf E-Fahrzeuge umzustellen, scheitert bisher daran, dass es am Bahnhof See noch keine Schnellladestation gibt. Das Rathaus empfahl dem Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität deshalb, einen externen Fachmann einzuschalten, mit dem gemeinsam nach Beratung ein Antrag auf Zuschussfinanzierung zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen gestellt werden könnte. Gebe es dann eine Förderzusage, bekomme der Ausschuss erneut Gelegenheit, darüber zu beraten, ob man von dem Angebot Gebrauch machen will. Vergleichbar soll bei Möglichkeiten zur Förderung der Ladeinfrastruktur vorgegangen werden, insbesondere die Förderung einer Schnellladestation am Bahnhof See beantragt werden. Der Ausschuss unterstützte das einstimmig.

Bauleitplanung für Schorn

Der Stadtrat hat Donnerstagabend gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschlossen, für die Erweiterung des bisher nur kleinen Gewerbegebietes in Schorn ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen (19:4). Gleichzeitig billigte der Rat mit dem gleichen Stimmenverhältnis das zuvor von der zur ASTO Group gehörenden, eigens für dieses Projekt gegründeten „Campus Starnberg GmbH & Grundstücks KG“ vorgestellte Planungskonzept. Es hat als Ziel die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen, bei gleichzeitigem Ausschluss von großflächigem Einzelhandel, Lagerflächen und industrieller Produktion sowie von Vergnügungsstätten. Der Bebauungsplanaufstellungsbeschluss wird nun öffentlich bekannt gemacht und ein Antrag beim Landkreis auf Herausnahme der nötigen Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet „Starnberger See Ost“ gestellt. Der ASTO sind vom Stadtrat die weiteren Verfahrensschritte übertragen worden, die in einer vertraglichen Vereinbarung mit der Stadt Starnberg zuvor festzulegen sind.

Ekkehart Fabian, einer der geschäftsführenden Gesellschafter der ASTO, stellte gemeinsam mit Fachplanern das nach diversen durchgeführten Workshops (siehe Schorn: Workshopverfahren) auf den neuesten Stand gebrachte Planungskonzept den Stadträten und mehreren interessierten Zuhörern aus der Schorner Nachbarschaft vor. Als Rechtsbeistand hatte er einen den Starnbergern bestens bekannten Juristen mitgebracht: den ehemaligen UWG-Stadtrat und Geschäftsführer des Bayerischen Gemeindetages, Jürgen Busse, der noch Mitglied des Kreistages für die Freien Wähler ist. Stadtbaumeister Stephan Weinl fasste zunächst zusammen, welche Schritte bereits erledigt worden sind: Die vorbereitenden Untersuchungen in Sachen Raumordnung, Landesplanung und Beteiligung der Fachbehörden, die Genehmigung eines neuen Halbanschlusses an die Autobahn A95 bei Oberdill, die Untersuchung „des sehr hochwertigen Naturraumes“ auf der 47 Hektar umfassenden Gesamtprojektfläche. Man habe ein Verkehrsgutachten angefordert, die Träger öffentlicher Belange befragt, zum Beispiel zu den ökologischen Eingriffs-  und Ausgleichregelungen. Weinl bezeichnete es als Chance, ein solches Gebiet vorausschauend für mehr als zehn Jahre als Gewerbegebiet entwickeln zu  können. Peter Meinert vom Stadtbauamt wies darauf hin, dass für den Halbanschluss ein Planfeststellungs- und ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden müsse. Die inzwischen vollständigen Unterlagen lägen schon bei der Autobahndirektion Süd.

Für Rechtsanwalt Busse ist es wichtiges Ziel, für den Kreistag so gute Argumente zu liefern, dass der der Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet zustimmen kann. Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde seien bereits geführt worden. Dort habe es geheißen, Voraussetzung dafür, dass sich die Kreisgremien mit dem Projekt befassen, sei eine „gewisse Verfestigung der Planung“, weshalb der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wichtig sei. Die ASTO werde die Stadt bei einzelnen Planungsschritten unterstützen, kündigte Busse an.

Landschaftsarchitektin Irene Burkhardt, die sich schon seit vielen Jahren mit Schorn befasst, stellte ihr Konzept vor. Heute umfasse das fragliche Areal 6 Hektar Bannwald, 2,6 Hektar Grünland, 35 Hektar Ackerbau und 3,4 Hektar Restflächen. Man wisse, dass es im Bereich 13 verschiedene Fledermaus- und 58 Vogelarten gebe, ebenso Reptilien. Neben den Fledermäusen seien 14 Vogelarten im Bestand gefährdet. Das müsse bei der Landschaftsplanung berücksichtigt werden. Bei der Eingliederung der neuen Bauflächen werde man diese in die Topografie einfügen, Wegeachsen erhalten und neu schaffen, vor allem für Radfahrer, sowie die Gehölzkulisse stärken. Zwischen den Bauflächen solle es „grüne Fugen“ geben. Insgesamt soll der Blick von außen auf das Gewerbegebiet kaum Veränderungen gegenüber heute zeigen. Von den insgesamt 47 Hektar bleiben nach den Plänen im Süden zehn Hektar grün, die als neuer zehn Hektar großer Bann- und Hutewald (durch Pferde genutzt) entwickelt werden solle. Dieser Bereich trenne das neue Gewerbegebiet deutlich vom Ortsteil Schorn. Das neue Verhältnis von Grün- zu versiegelten Flächen betrage 60:40 Prozent. Bebaute- und Waldflächen seien mit je etwa 20 Hektar fast gleich groß. An ökologischer Ausgleichsfläche würden 18 Hektar benötigt, wobei 19 Hektar möglich seien, alles innerhalb des Planungsgebietes.

Der Architekt und Stadtplaner Christian Böhm aus München betonte, Schorn solle nicht irgendein Gewerbegebiet werden, sondern ein deutlich strukturierter Campus. Vier Quartiere, geliedert durch Trenngrün, mit einem Versorgungszentrum. Besondere Qualität verspreche man sich von der Mitte, in der es Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten zur Versorgung des Gebietes mit Waren des täglichen Bedarfs, Konferenzräume, eine Kinderbetreuung, ein Boarding-House für Übernachtungsgäste und sonstige Dienstleistungseinrichtungen geben solle. Die Gebäude werden viergeschossig anvisiert, unten mit den Produktionsräumen, oben die Büros. Alle dort angesiedelten Unternehmen profitierten von einem zentralen Management. In Sachen Verkehr wolle man einen Mix aus motorisiertem Individualverkehr und ÖPNV/Rad- und Fußverkehr im Verhältnis 50:50. Dazu helfen könnten Shuttle-Verbindungen zur U-Bahn in Fürstenried oder zu den S-Bahnhöfen Starnberg-Nord und Hohenschäftlarn. Jedes Quartier erhalte ein zentrales Parkhaus, so dass Oberflächenstellplätze nicht erforderlich würden. Themen würden auch die Elektromobilität und Car-, Roller- und Bikesharing-Modelle gebietsintern. Hinsichtlich der Logistik wolle man neue Wege gehen, zum Beispiel über zentrale Packstationen nachdenken, um Verkehr im Gebiet zu reduzieren. Trotz Ausnutzung aller Energieerzeugungsmöglichkeiten intern, also auch mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerken und Geothermie, werde es aber wahrscheinlich nicht gelingen, den gesamten Bedarf auf eigenem Terrain zu erzeugen.

Fabian zeigte sich überzeugt, Schorn werde über den Landkreis Starnberg und die Stadt München hinaus Bedeutung entwickeln. Versuche das Konzept doch sich auf die Arbeitswelt der Zukunft einzustellen. „Das ist eine einmalige Chance“, so Fabian, der um „gute Entscheidungen“ bat und zuvor noch versicherte, die dort sich ansiedelnden Unternehmen trügen die Kosten  der Verfahren und am Ende entstehenden Gemeinschaftseinrichtungen.

Martina Neubauer (Grüne), die sich kürzlich als Kandidatin für die Nachfolge von Landrat Karl Roth geoutet hat, schaltete in den Wahlkampfmodus. Als erstes wies sie Busse daraufhin, dass er im Kreistag bei der Entscheidung über die Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet nicht mitreden dürfe. „Klar, da bin ich befangen“, gab Busse ihr unaufgeregt zur Antwort. „Ich habe noch nie so viel das Wort ‚Grün‘ gehört“, ging es seitens Neubauer weiter, die für ihre Fraktion keine Zustimmung in Aussicht stellte. Das vorgestellte Konzept löse „unglaubliche Infrastrukturmaßnahmen“ aus und sei vor allem „schön dargestellt“. Es sei besser, das innerörtliche Gewerbegebiet in Starnberg zu entwickeln. Möglicherweise rechne sich der Aufwand nie. Die Antwort von ihrem Konkurrenten beim Wettbewerb um den Posten des künftigen Landrates, Stefan Frey (CSU), folgte auf dem Fuße: „Die Grünen wollen eine sinnvolle Gewerbeentwicklung ablehnen.“ Die Stadt Starnberg sei aber darauf angewiesen, in Zukunft Einnahmen zu generieren, damit der Lebenstandard gehalten werden könne. Er plädiere dafür eine Balance zwischen vernünftiger Entwicklung und dem Umweltschutz zu finden. Aufgabe der Politk sei es, komplexe Probleme zu lösen. „Ich will diese Planung“, endete Frey. Tim Weidner (SPD) wollte keinem der beiden Recht geben: „Wir wollen kein wucherndes Gewerbegebiet, das die Landschaft zerstört, wollen aber auch nicht, dass Betriebe wegen mangelnder Entwicklungsmöglichkeiten wegziehen müssen. Ein Großgewerbegebiet wollen wir nicht, denn die Infrastruktur würde nicht im notwendigen Maß mitwachsen. Die Größe sollte beim schon vorhandenen Umfang in Schorn bleiben. Wir werden das Konzept ablehnen.“ Winfried Wobbe (UWG) argumentierte im Sinne von besorgten Anwohnern von Schorn und befürchteter zunehmender Verkehrsbelastung, auch in Percha. Er sagte, er könne deshalb nicht zustimmen, tat das am Ende aber doch. Angelika Kammerl (DPF) hielt ein flammendes Plädoyer für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen in Schorn und deren Zukunftsfähigkeit. Ludwig Jägerhuber (CSU) erinnerte an die „Salamitaktik“, mit der die ursprünglichen Grundstückseigentümer – heute gehören alle Flächen der ASTO – versucht hätten ihre Interesse jeweils einzeln durchzusetzen, und den dann auf CSU-Antrag erfolgten Beschluss, ein Gesamtkonzept über alle Flächen zu entwickeln. „Was heute vorliegt, zeigt doch nicht nur einseitig die Investorensicht. Da hat man sich Mühe gegeben“, so Jägerhuber. Er plädierte dafür, das Bebauungsplanverfahren zu starten, in dem jedermann sich mit Bedenken und Anregungen beteiligen könne. „Ich möchte das wissen, was der Bürger sagt“, versicherte Jägerhuber und forderte vom Stadtrat den Mut, sich dem zu stellen. Frey noch einmal dazu: „Wenn wir uns dem nicht stellen, war alles umsonst. Das ist ein Standort, der kaum Betroffenheiten auslöst. Umweltauswirkungen wurden ausgeglichen. Einen solchen Standort gibt es vermutlich kein zweites Mal im Landkreis.“

Gegen Neubauers Willen folgte der Rat dem Antrag von Günther Picker (WPS) auf Ende der Debatte (15:7). So konnte nur noch reden, wer schon zuvor auf der Rednerliste gestanden hatte. Josef Pfister (BMS) fand es „unumstritten“, dass Starnberg das Gewerbegebiet Schorn braucht. Nach vier Jahren Beratung nehme das jetzt Gestalt an und es sei wichtig, einen Schritt weiter zu kommen. Anderer Ansicht war Annette von Czettritz (Grüne): „Warum braucht Starnberg das unbedingt? Das ändert auch nichts am Fachkräftemangel, und wir wissen nicht, wieviel Gewerbesteuer die Stadt einnimmt dadurch, andererseits wieviel Kosten auf uns dadurch zukommen. Ich verlange deshalb eine Gesamtbilanz, bei der der Aufwand für Infrastruktur gegengerechnet wird.“ Einen solchen Antrag stellte am Schluss auch Neubauer, die auch noch die Kosten eingerechnet wissen wollte, die durch die Vorbereitungen im Starnberger Rathaus entstanden sind. Der Antrag wurde aber mit 3:20 Stimmen abgelehnt, nachdem Bürgermeisterin Eva John eine solche Bilanz zum jetzigen Zeitpunkt als „ganz schwer erstellbar, eigentlich nicht erfüllbar“ bezeichnet hatte. John betonte noch einmal, Schorn werde ein Projekt für die ganze Region, die Arbeitsplätze anbieten können müsse, um die Bevölkerung mit Arbeit zu versorgen. Es sei eine zukunftsfähige Planung. „Es werden nicht alle dort Beschäftigten aus der Stadt Starnberg kommen“, sagte John. Iris Ziebart (FDP) meinte: „Es fällt uns nicht schwer, den Ausführungen der CSU zu folgen. Ich werbe für das sehr sorgfältig vorbereitete Konzept. Wir müssen die wirtschaftlichen Grundlagen unserer Stadt sichern.“ „Wir brauchen das Gewerbegebiet“, kündigte BLS-Chef Franz Heidinger die Unterstützung seiner Fraktion an. Für den Bebauungsplanaufstellungsbeschluss wurde eine lange Liste der damit zu verfolgenden Ziele entsprechend dem erläuterten Konzept in den Beschluss aufgenommen. Der räumliche Umgriff umfasst den Bereich östlich der A95 zwischen der Polizeistation Oberdill und dem bestehenden Gewerbegebiet Schorn.

Feuerwehr spricht Klartext

Mit einem klar umrissenen Forderungskatalog hat der Erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg, Markus Grasl, gestern Abend dem Stadtrat deutlich zu machen versucht, welche Maßnahmen, Investitionen und Finanzmittel er für nötig hält, damit es für die Stadt und ihre Bewohner in Zukunft einen sicheren Grundschutz beim abwehrenden Brandschutz gibt und es gelingt, die notwendigen Einsatzkräfte vorzuhalten. Wobei deutlich wurde, dass es allein mit Ehrenamtlichen nicht gehen wird. Hintergrund ist nicht nur die jetzt schon mangelhafte Situation, sondern die Tatsache, dass mit Einsätzen im geplanten B2-Tunnel und im noch zu erweiternden Gewerbegebiet in Schorn weitere große Herausforderungen auf die Feuerwehr zukommen werden. Grasl zählte neben den gesetzlichen Mindestanforderungen auch eine Reihe von Dingen auf, die seiner Ansicht nach helfen könnten, mehr aktive, ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute zu gewinnen, was der Stadt wiederum helfen könnte, Ausgaben für hauptamtliche Einsatzkräfte zu reduzieren und die Nachwuchssuche zu erleichtern. Er sprach auch die Bedürfnisse der Rettungsdienste des Roten Kreuzes an, mit dem gemeinsam Lösungen möglich sein könnten. Sowohl vom Roten Kreuz (BRK) als auch von der Feuerwehr waren viele Besucher in den Kleinen Saal der Schlossberghalle gekommen, um Vortrag und Debatte zu verfolgen. Die Reaktionen im Stadtrat reichten von „war doch schon immer klar, dass da hohe Kosten auf uns zu kommen“ bis zu „es hieß doch immer, alles was mit dem Tunnel zusammenhängt, zahlt der Bund“. Man nahm den Vortrag von Grasl zur Kenntnis und wird auf Vorschlag des Rathauses demnächst entscheiden müssen, ob ein ordentlicher Stadtratsausschuss für Feuerwehrangelegenheiten ins Leben gerufen wird. Als Deadline für alle Maßnahmen hat der Kommandant das Datum genannt, zu dem der Tunnel fertig gestellt sein soll: 2026.

 

Sein Anfang 2018 der Presse vorgestelltes Konzept hatte Grasl zusammen mit seinem Kommandanten-Team überarbeitet und an die neueren Erkenntnisse und Auskünfte des Staatlichen Bauamtes Weilheim, das für den Tunnelbau verantwortlich  zeichnet, sowie der in dieser Angelegenheit tätig gewesenen Gutachter angepasst (siehe Feuerwehr organisiert sich neu). Hier eine Zusammenfassung der geforderten Dinge:

  • Die Brücke über den Maisinger Bach zwischen den Starnberger Ortsteilen Söcking und Neusöcking muss für schwergewichtige Feuerwehrfahrzeuge ertüchtigt werden, damit die Feuerwehr Söcking, einzige auch tagsüber einsatzfähige Einheit, im Notfall auf schnellstem Weg die Starnberger Wehr verstärken kann. Derzeit gibt es nur eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die für Autoverkehr gesperrt ist.
  • Zahlreiche Synergieeffekte erwartet Grasl davon, dass am städtischen Betriebshof am Hanfelder Kreisverkehr ein Feuerwehr-Service-Zentrum eingerichtet wird, in dem alle Fahrzeuge gewartet und Material zentral gelagert werden könnte. Außerdem sollte hier eine Tagdienstwache installiert werden.
  • Das bisherige Gerätehaus an der Ferdinand-Maria-Straße sei mit einem an heutige Bedürfnisse angepassten Standard besser als Neubau an einem Standort im Gewerbegebiet zwischen Gautinger- und Petersbrunner Straße aufgehoben, so der Kommandant. Möglich wäre dort dann eine gemeinsame Feuer- und Rettungswache, die alle bisher über das Stadtgebiet verteilten Einrichtungen bündelt. Die am Ende der Petersbrunner Straße derzeit untergebrachte Rettungswache des BRK ist nicht zukunftsfähig, da ihre Zufahrt nach dem Umbau der Petersbrunner Straße und dem Durchstich auf die Münchner Straße im Zuge der Tunnelpläne unsicher wird. Außerdem hielt es Grasl für denkbar, dass es der in gleicher Sitzung auf den Weg gebrachte Feuerwehrbedarfsplan ergibt, dass der dann sehr nahe Standort der Ortsteilfeuerwehr Percha aufgegeben wird. Hier bestünden schon länger Konflikte, weil Grundschule und Feuerwehrgerätehaus auf dem gleichen Grundstück untergebracht seien. Derzeit sind nach Angaben des Kommandanten die Gerätehäuser in Starnberg, Perchting, Wangen und Hanfeld „baufällig“ und/oder es gibt Konflikte mit dem Umfeld.
  • Für das neue Gewerbegebiet in Schorn sollte es eine eigene Feuerwehr-Abfahrt von der Autobahn A952 geben.
  • Am früheren Standort des Kreisverbandes des Roten Kreuzes  in der Kaiser-Wilhelm-Straße – heute Hubschrauberlandeplatz und Garagenplatz für Einsatzfahrzeuge – könnte sich die Feuerwehr vorstellen, dass das Grundstück mit bezahlbaren Wohnungen für ehrenamtliche Rettungskräfte von Feuerwehr und BRK bebaut wird. Die Vermietung wiederum würde helfen, die dafür notwendigen Geldmittel zu refinanzieren.
  • An den neuen Rettungswachen soll zentral die Ausbildung der bei der Feuerwehr Tätigen erfolgen, möglichst in Block-Ausbildungsabschnitten am Tag, damit nicht alles in der Freizeit das Familienleben beeinträchtigt. Deshalb verlangte Grasl, die neuen Rettungswachen an den Bedürfnissen der Ehrenamtlichen auszurichten.
  • Die Stadt müsse für all diese Dinge finanzielle Rücklagen aufbauen, lautete die letzte Forderung.

„Wir haben damit unsere Informationspflicht erfüllt“, wandte sich der Kommandant an die Stadträte. Mit diesem Konzept sei es möglich, trotz hinzu kommender Aufgaben durch den Tunnel  und das Gewerbegebiet in Schorn in Starnberg einen Grundschutz zu leisten. BRK und Feuerwehr würden dadurch zukunftsfähig aufgestellt, das Ehrenamt stabilisiert. Man könne so wirtschaftlicher und innovativer arbeiten und bestehende Ressourcen der Stadt nutzen und optimieren. Einen besonderen Vorschlag hatte der Grasl auch noch in der Tasche: Auf dem Gelände des Strandbades am neuen Seebad wäre der Bau einer Feuerwehr-Bootshütte mit Jugendraum wünschenswert, zu der die Familien der ehrenamtlich dort Dienst schiebenden Einsatzkräfte am Wochenende Zugang hätten. „Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Freizeit und Feuerwehrdienst sollte strategisches Ziel sein“, verlangte der Kommandant. Hier könne das ähnliche Konzept des Jugendrotkreuzes des BRK die Nachwuchswerbung erfolgreicher machen. Die alte Bootshütte am Rand der Wassersportsiedlung sollte aufgegeben werden, denn dort hat das Feuerwehrboot ohnehin ständig Probleme, sich durch das im Kanal wachsende Seegras, das den Bootsmotor beeinträchtigt, zur Würm und in Richtung See zu kämpfen. Grasls Team erhofft sich durch das Angebot einer neuen Bootshütte mehr Motivation, trotz Familie in der Freizeit ehrenamtlich tätig zu sein. Als Hausnummer für die Investitionen insgesamt nannte er den Betrag von 30 bis 50 Millionen Euro.

Um die Feuerwehr auch personalmäßig auf die nötige Einsatzstärke zu bringen, rechnet er mit Mehrkosten von mindestens 2,5 Millionen Euro pro  Jahr, denn hauptamtliche Kräfte müssten das Ehrenamt verstärken. Wie schon von den Gutachtern bestätigt, würden in Starnberg 60 einsatzfähige Kräfte benötigt, 48 davon sollten als Atemschutzträger ausgebildet und ausgerüstet sein, wichtige Voraussetzung dafür, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen, innerhalb derer die Feuerwehr am Einsatzort eintreffen muss, eingehalten werden können (siehe B2-Tunnel braucht Nachrüstung und Tunnel: Nachrüstung zwingend erforderlich). Im Blick haben solle man auch die Verkehrslage in Starnberg, die das Anrücken erschwere. Die Forderung der Feuerwehr und des Stadtrates, der Bund möge beim Bau des Tunnels eine automatische Brandlöschanlage sowie in allen Notausstiegsschächten Feuerwehraufzüge installieren, bleibt aufrecht erhalten und ist Voraussetzung für Grasls Zahlen. Mit geringerem Aufwand wäre nur zu rechnen, wenn seine ursprüngliche Forderung nach dem Einbau einer Mitteltrennwand in der Tunnelröhre erfüllt worden wäre, was aber nicht der Fall sei, sagte er. Wie berichtet entscheiden Freistaat und Bund, ob es die Löschanlage und die Aufzüge geben wird, die laut Auskunft des Staatlichen Bauamtes Weilheim nicht zur üblichen Ausstattung eines solchen Tunnels zählen.

Hier ein Ausschnitt aus den politischen Stellungnahmen der Stadträte:

  • Günther Picker (WPS) erwartet doppelt so hohe Personalkosten wie die von Grasl genannten.
  • Sein Fraktionskollege Markus Mooser befürchtet, es könnte gar nicht genug Personal gefunden werden, dass die „Leistungssportler-Anforderungen“ für Einsätze im Tunnel erfüllen. Er forderte Grasl auf, an einem Kostenbedarfsplan mitzuarbeiten, was diesen veranlasste zu betonen, er berate die Stadt nur. Entscheiden müsse der Stadtrat. Der könne aber mit einer sachgerechten Beratung rechnen.
  • Iris Ziebart (FDP) wurderte sich darüber, dass all diese Forderungen bei der Genehmigung der Planfeststellung für den Tunnel offenbar keine Rolle gespielt haben, und auch von Seiten des Landratsamtes keine Bedenken gegen die Planung vorgetragen worden seien. „Mit den heutigen Erkenntnissen nehmen die finanziellen Belastungen der Stadt dramatisch zu“, bedauerte sie.
  • Stefan Frey (CSU) war der Ansicht, die Stadt müsse sich den Herausforderungen stellen, die auch ohne Tunnel und Schorn entstanden wären. Im Übrigen sei immer schon klar gewesen, dass auf die Stadt ein Eingeanteil von zehn Millionen Euro für den Tunnel zukommen werde. Da sich Starnberg für 23 Millionen Euro das Seebad habe leisten können, sei es „sinnvoll und gut in die Feuerwehrausstattung zu investieren, die nicht nur für den Tunnel nötig ist“. Außerdem solle man bezüglich Brandereignissen nicht „den Teufel an die Wand“ malen: „Glauben Sie denn, dass es nur in Starnberg einen einröhrigen Tunnel gibt? Wollen wir weiter die Verkehrslawine in der Stadt? Die Kostendrohung halte ich für Panikmache. Sie sollten lieber einen vernünftigen Weg mitgehen und mit dem Genörgel und Stunk aufhören“, verlangte er.
  • Angelika Kammerl (DPF) wunderte sich „sehr, wie weit die Stadt die Situation verschlafen hat“. Nichts sei in den Haushalt eingestellt, zum Beispiel für ein neues Gerätehaus. „Ich bin entsetzt, dass man das so hat schleifen lassen. Sind denn schon Gespräche über Grundstücke geführt worden? Ich bin dafür die Sanierung der Musikschule zurückzustellen.“
  • Ludwig Jägerhuber (CSU) zählte die vielfältigen Investitionen in Feuerwehr  und Gerätehaus der Vergangenheit auf. Die Anforderungen an die Zukunft umzusetzen solle man mit Nachdruck verfolgen. Aber: „Eins zu eins wird sich das nicht umsetzen lassen.“
  • Gerd Weger (CSU) wies mit Blick auf die unsichere Zukunft mancher Ortsteilfeuerwehren darauf hin, dass die Feuerwehrvereine für das dörfliche Leben ganz wichtig seien. Bei Veränderungen müsse man das genau abwägen.

Im anschließenden Tagesordnungspunkt folgte der Stadtrat einstimmig der Empfehlung der Verwaltung, das Leistungsverzeichnis für die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans, das nach einigem Hin und Her doch gemeinsam mit Kommandant Grasl und Team erarbeitet worden war, zur Grundlage für die öffentliche Ausschreibung des Bedarfsplans zu machen. Über die Vergabe entscheidet dann der Hauptausschuss des Stadtrates.

 

Wochenmärkte in der Weihnachtszeit

Eine Pressemitteilung aus dem Rathaus:

„Die Starnberger Wochenmärkte finden während der Weihnachtsferien wie gewohnt donnerstags und samstags am Kirchplatz sowie freitags in Söcking statt. Jedoch machen einzelne Händler über die Weihnachtsferien Betriebsurlaub oder haben marktfrei. Sie sind erst wieder in der zweiten Januarwoche ab dem 10.01.2019 auf den Wochenmärkten anzutreffen.

Zusätzlich gibt es einen Fischverkauf an Heiligabend: Am Montag, den 24.12.2018 sind die Fischhändler „Fisch und Feinkost Reeh“ sowie der „Forellenhof Schönwag“ am Starnberger Kirchplatz. Benedikt Reeh und Florian Krammer bieten von 8 bis 13 Uhr frischen Fisch für die kommenden Festtage an.

Der Konradhof aus Unering ist ab dem 10.01.2019 auch am Donnerstagmarkt in Starnberg vertreten. Die Landmetzgerei hat eine über 500-jährige Geschichte und setzt auf nachhaltige Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung, eigenen Futteranbau und verwendet keine Antibiotika.“

Neuer Kiesabbau in Hanfeld

Das Gebiet östlich von Starnbergs Ortsteil Hanfeld ist nördlich der Verbindungsstraße Hanfeld-Mühlthal durch große Kies- und Sandlagerflächen, auf denen auch andere Baumaterialien lagern sowie Lkw-Anhänger abgestellt sind, sowie auf der Südseite der Straße durch eine alte, nicht rekultivierte Kiesgrube und landwirtschaftlich genutzte Flächen gekennzeichnet. Die Lagerflächen nördlich der Straße hätten ursprünglich bis Ende 2012 rekultiviert werden müssen, was dann aber duch den Antrag des Starnberger Erdtransportunternehmers auf Genehmigung der Lagerflächen und einen weiteren Antrag auf Bau eines Solarparks aufgehalten wurde. Aus dem Solarpark wurde nichts. Der Flächennutzungsplan bezeichnet die südlich gelegene Fläche in einem Teilbereich als „Kiesgrube zu rekultivieren.“ Im Rathaus war jetzt ein Antrag eingegangen, diese alte Kiesgrube erst später zu verfüllen, aber den Kiesabbau neu aufzunehmen, und zwar im Bereich der südlich und östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Für Abbau und Wiederverfüllung sollen 22 Jahre Zeit bleiben. Insgesamt geht es um 6,6 Hektar. Die Stadt Starnberg musste Stellung nehmen. Die Entscheidung über den Antrag trifft das Landratsamt Starnberg als Untere Abgrabungsbehörde.

Der Kiesabbau gilt als privilegiertes Vorhaben, und ist demnach zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Letztgenanntes ist der Fall. Ob öffentliche Belange entgegenstehen, muss die Kreisbehörde prüfen, denn der Bereich ist Teil des geplanten Wasserschutzgebietes Königswiesen, Zone III A. Das Stadtbauamt hatte dem Bauausschuss empfohlen, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, weil ein neuerlicher Kiesabbau den Vorgaben des Flächennutzungsplans widerspreche.

Das sah die Mehrheit der Stadträte nach der Diskussion anders. So hatte Ludwig Jägerhuber (CSU) geraten, politisch „ja“ zu sagen und zu sehen, was im Verfahren die Behörden dazu sagen. Otto Gaßner (UWG) deutete die Aussage des Flächennutzungsplans auf seine Weise: „Das bedeutet, man kann Kies abbauen und muss danach rekultivieren.“ Nur Maximilian Ardelt und Günther Picker (beide WPS) stimmten dagegen (10:2), weshalb das gemeindliche Einvernehmen nun als erteilt gilt. Wie es weiter geht, ist Sache der Kreisbebehörde.

Schorn: Ja zum Workshopverfahren

Nur Franz Sengl (Grüne) hat gegen die Durchführung des Workshopverfahrens mit künftigen Investoren des zu erweiternden Gewerbegebietes in Schorn gestimmt. Die Grünen sind generell gegen die Ausweitung. Mit 20:8 Stimmen war zuvor der Antrag von Stefan Frey (CSU) befürwortet worden, die Referenten des Stadtrates für Gewerbe (Johannes Bötsch (BLS), Stadtplanung (Angelika Kammerl (DPF) sowie Energie- und Umwelt (Sengl) an dem Workshop zu beteiligen. Sengl lehnte jedoch ab. Bürgermeisterin Eva John versprach, den Wunsch des Ratsgremiums an die Investorengruppe weiterzuleiten. (siehe Schorn: Workshopverfahren) Das Verfahren ist ein Projekt der Stadt in enger Abstimmung mit dem Vorhabenträger, der ASTO-Gruppe, die auch Eigentümerin der fraglichen Flächen ist. Externe Fachleute sollen wie berichtet zugezogen werden. Ziel ist die Erstellung eines Leitbildes zur Erarbeitung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Konzeptes sowie der notwendigen Bauleitplanung.