WPS will Sicherheitsanalyse

Eine Pressemitteilung der WPS-Stadtratsfraktion:

„Der genehmigte – noch nicht gebaute – Tunnel entspricht nicht dem heutigen Stand der Technik. Wie schon vor 2 Jahren hat das erneut die jetzige Feuerwehrdiskussion bestätigt.
Das hat Folgen, die bislang noch nicht öffentlich diskutiert worden sind. Im Havariefall „Kollision im Tunnel“ können Feuerwehr und Rettungsdienste wegen der zu langen Zugriffszeiten nicht rechtzeitig vor Ort sein. Retten müssen sich die Tunnelbenutzer daher selbst. Sie müssen ohne Hilfe von außen die Notausgänge/Schleusen erreichen, um in die sicheren Bereiche zu gelangen, wo sie geborgen sind. Zu unterscheiden ist deshalb zwischen Rettung (Selbstrettung) und Bergung (Feuerwehr).

Der Planfeststellungsbeschluß (Baugenehmigung) von 2007 stellt dazu fest: „Für Personen mit Mobilitätseinschränkungen wird zum Erreichen der geschützten und belüfteten Räume in der Regel die Hilfe Dritter erforderlich sein, da im Katastrophenfall durch querstehende Fahrzeuge bzw. offene Fahrzeugtüren u. U. keine durchgängig ausreichend breite Fluchtgasse vorhanden ist“. Starke und Schwache – Schnelle und Langsame – sollen auf einem schmalen Notgehweg gemeinsam den nächsten Notausgang erreichen, der 300m entfernt ist und 10,5m höher liegt

Sobald Panik entsteht dominiert die Devise „Rette sich wer kann“ das Geschehen – was Katastrophen regelmäßig belegen. Was ist dann die Hilfe Dritter, die ja auch Rettungsuchende sind, noch wert? Ist der genehmigte Tunnel auch dann noch für die Selbstrettung sicher genug?
Das müssen Sicherheitsanalysen klären, was bisher weder geschehen ist, noch diskutiert wurde. Wir werden dazu einen Antrag stellen und einbringen. Im ureigensten Interesse der Stadt und ihrer Bürger muß es sein, daß der Tunnel in der Öffentlichkeit nicht als unsicher gilt. Denn dann würde der Durchgangsverkehr weiterhin den Weg durch die Stadt nehmen.

Genehmigt ist der Tunnel mit Rettungsschächten in 300m Abstand. Dieses Konzept erfordert dringend die Sicherheitsanalysen, die wir beantragen, weil es dafür keine anerkannten Regeln der Technik gibt, deren Einhaltung per se die Selbstrettungsfähigkeit bestätigen würden.“