Bericht zum Klimapakt

Zur Kenntnis genommen hat der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität den Bericht von Bürgermeisterin Eva John  über die umgesetzten und geplanten Maßnahmen im Rahmen des Klimapaktes der Landkreises. So seien die Straßenbeleuchtungen in Söcking Nordwest auf LED-Technik umgerüstet und neue Ladepunkte für Elektroautos am neuen Seebad, in der Maximilianstraße, am Bahnhof Nord und am Rathaus konzipiert worden. Die Realisierung folge. Die Brunnangerhalle bekomme demnächst eine neue LED-Beleuchtung, wie sie der Kleine Saal der Schlossberghalle bereits vorweise. Hier spare man dadurch 81 Prozent der Stromkosten. Einverstanden waren die Ausschussmitglieder damit, dass die Messstationen in der Hauptstraße und Hanfelder Straße vorerst weiter in Betrieb bleiben, auch wenn die dort gemessenen Luftschadstoffe sinken. „Wir haben sonst keine belastbaren Werte“, begründete John den Vorstoß.

Abluftkamin Tunnel: Ziebart macht Ernst

Wolfgang Ziebart macht Ernst. Er sucht Mitstreiter in seinem Bestreben, den Abluftkamin am Starnberger Schlossgarten zu verhindern. Der ist Teil der Baugenehmigung für den B2-Tunnel. Ziebart, der zwar stellvertretender Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes ist, diese Aktion aber ausdrücklich privat betreibt,  hält den Kamin angesichts drastisch gesunkener Luftschadstoffe aus dem Verkehr für überflüssig und hatte am 1. August 2018 zu einem Treffen mit Gleichgesinnten in den Bayerischen Hof eingeladen. Etwa 45 Starnberger waren gekommen. In einem zweiten Treffen soll, sobald das vom Staatlichen Bauamt Weilheim in Auftrag gegebene neue Immissionsgutachten vorliegt, festgelegt werden, wie man weiter vorgehen kann. Das könnte in etwa zwei Wochen der Fall sein.

So die Einladung vom August im Wortlaut:

„RETTET DEN SCHLOSSGARTEN

An der Schlossgartenmauer ist der Abluftkamin des B2-Tunnels geplant. Er ist 13 m hoch und so „dick“ wie der Kirchturmsockel von St.Joseph. Die Abluft aus dem Tunnel strömt mit bis zu 64 km/h aus, Windstärke 7 Bft. Der Energieverbrauch entspricht dem von 500 Haushalten in Starnberg!! Das darunter liegende Bauwerk dazu kostet einen 2-stelligen Millionenbetrag.

Damit ist der Schlosspark als einer der letzten Oasen der Ruhe in Starnberg zerstört. Niemand wird neben einem solchen Kamin mehr sitzen wollen. Aber das Schlimmste ist: Er ist vollständig überflüssig. Er war für eine Tunnel-Eröffnung im Jahre 2010 berechnet und geplant worden. Nun soll der Tunnel erst im Jahre 2026 eröffnet werden, aber schon heute sind die Abgaswerte der Fahrzeuge soviel besser geworden, dass die gängige Tunnel-Längslüftung ausreicht und man auf den Kamin vollständig verzichten kann.

Wir wollen als Starnberger Bürger diese Zerstörung des Schlossgartens nicht hinnehmen. Daher bitte ich alle Betroffenen und Interessierten zu unserem Treffen am 1. August 2018, 19:30 Uhr, Hotel Bayerischer Hof, Frühstückszimmer, zu kommen. Ich werde dort die Sachlage erläutern, Fragen klären und wir können besprechen, ob und wie wir gemeinsam diesen Kamin verhindern können.“

 

Im Juli 2018 hatte „Lokales-aus-Starnberg“ dem Staatlichen Bauamt Weilheim zur Notwendigkeit des Abluftkamins eine Frage gestellt und die folgende Antwort erhalten:
Frage: In der heuer neu aufgetretenen Diskussion ist nun der Abluftkamin am Starnberger Schlossgarten. Für den Fall, dass sich herausstellen sollte, dass dieses Bauwerk nicht mehr benötigt wird, weil angesichts sinkendem Schadstoffausstoß der heutigen Fahrzeuge auch eine Längslüftung ausreicht  – die ja auch schon einmal geplant war, dann aber mit einer Tektur durch die Mittenabsaugung mit Kamin ersetzt worden ist : Wäre in diesem Fall wegen der Änderung an den Planfeststellungsunterlagen ein förmliches Änderungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit – neue Tektur – nötig?
Antwort Weilheim: „Das Staatliche Bauamt Weilheim strebt den Bau eines Tunnels nach neustem Stand der Technik an. Daher wurde beschlossen, im Sinne einer möglichen Optimierung des Bauwerksentwurf den Lüftungskamin noch einmal überprüfen zu lassen. Das Immissionsgutachten (Stand 2002, 2005) wird aktuell überarbeitet. Basierend auf den Ergebnissen erfolgt im Anschluss die Überarbeitung des Lüftungsgutachtens (Stand 2002, 2005). Dieses aktualisierte Lüftungsgutachten wird dann ausweisen, ob und inwiefern bauliche Optimierungen möglich sind. Planungsrechtliche Aspekte sind derzeit noch nicht Gegenstand der Überlegungen.“
Unter den Gästen von Ziebarts Info-Veranstaltung war auch Kreisheimatpfleger Gerhard Schober. Er mahnte, den bisher geplanten Abluftkamin nicht fälschlicherweise mit einem der kleinen Wassertürme in der Schlossgartenmauer zu verwechseln. Der Abluftkamin hätte laut Ziebart ein Maß von vier mal fünf Meter Grundfläche, wäre ab seinem Austritt aus dem Erdreich zehn Meter hoch, wobei das Dach – sollte es ein solches überhaupt geben, was die geplante hohe Ausblasgeschwindigkeit von 36 bis 64 Kilometer pro Stunde eher unwahrscheinlich erscheinen lasse – noch nicht mitgerechnet sei. Die Lüftungstechnik solle täglich zwischen 7 und 19 Uhr in Betrieb sein und werde 2,321 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr verbrauchen. So viel, wie 500 Vier-Personen-Haushalte pro Jahr. Ziebart zeigte die Baupläne des Staatlichen Bauamtes, auch für das Betriebsgebäude unter dem Kamin, das im Schlossberg versenkt gebaut werden muss. „Ein gigantisches Bauwerk“, so der Ingenieur, „mit zwei Gebläsen mit je drei Meter Durchmesser, Transformatoren und einem sehr tiefen Schacht. Kosten locker im zweistelligen Millionenbereich.“ Gebaut würde das Betriebsgebäude unter der Schlossbergstraße bis in die Hangkante hinein. Es hätte Außenmaße an der breitesten Stelle von etwa 40 mal 20 Meter und eine Höhe von sechs Meter. Alles unter der Erde, weshalb der Schlossberg dafür abgetragen werden müsse. Das eigentliche Lüftungsrohr, von unten aus dem Tunnel kommend, habe als mehrschaliges Bauwerk 11,25 Meter Durchmesser und gehe 40 Meter in die Tiefe. Das entspreche einem zwölfgeschossigen Hochhausturm, schreibt Ziebart aktuell an seine Mitstreiter und bittet sie, die Bevölkerung über diese angeblich wenig bekannten Pläne zu informieren. Denn noch sei ja drei Jahre Zeit, bis der Bau des B2-Tunnels beginne. Also könne die Planung noch geändert werden. Er sehe die Möglichkeit, die Änderung durch öffentlichen Druck in Gang zu bringen, damit nicht wie beim Kramertunnel vor Garmisch Änderungen an der Planung erst nach dem Baubeginn vorgenommen werden müssen, weil es Probleme gibt. Ziebart zeigte auch Grafiken, die das Umweltbundesamt im Rahmen der Weiterentwicklung von Prognosen für Luftschadstoffe zur Luftqualität 2020/2030 veröffentlicht hat. Demnach werde sich der Ausstoß von NOx (Stickoxid) allein aus dem Personenverkehr auf Straßen von 330 Kilotonnen pro Jahr in 2005 bis zum Jahr 2020 auf etwa 130 Kilotonnen, im Jahr 2030 auf 90 Kilotonnen reduzieren. Werde auch der Güterverkehr auf Straßen berücksichtigt sinke die insgesamte NOx-Belastung von 750 auf etwa 110 Kilotonnen pro Jahr. Der B2-Tunnel soll bekanntlich erst 2026 in Betrieb gehen und ab 2021 begonnen werden.
„Der Denkmalschutz hat dieses Vorhaben vehement abgelehnt – nicht nur wegen der Störung des Schlossgartens, sondern wegen der großen Tragweite, die der Abluftkamin für die Stadtsihouette hätte“, berichtete Schober. Er verlangte, mit einem Ballon zu simulieren, wo der Turm mit welcher Höhe zu Stehen komme. Iris Ziebart, FDP-Stadträtin in Starnberg, berichtete von der letzten Stadtratssitzung, in der sie versucht habe, die Kollegen dazu zu gewinnen, den Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Abluftkamins noch nicht zu beschließen, bevor die Weilheimer Behörde das Lüftungsgutachten neu überarbeitet hat (siehe Stadt soll bei Gestaltung mitreden). Die Stadtratsmehrheit habe das verhindert. Maximilian Ardelt, WPS-Stadtrat, sprach sich im August dafür aus, nochmals einen entsprechenden Antrag im Stadtrat zu stellen oder eine Petition an den Landtag zu starten.

Ertüchtigung Schmeißerweiher

Die Stadt Starnberg hat keine Wahl. Das Hochwasserrückhaltebecken Schmeißerweiher in Percha entspricht nach den neuen Berechnungen nicht mehr den derzeitigen Anforderungen. Das Landratsamt hat deshalb verlangt, dass die Dammkrone erhöht und eine Hochwasserentlastungsanlage gebaut wird. Laut Bürgermeisterin Eva John kostet das insgesamt mit Nebenkosten 170000 Euro brutto. Damit der Antrag auf staatliche Bezuschussung mit 50 Prozent der Kosten bis zum 1. September 2018 gestellt werden konnte, musste der Bauausschuss grünes Licht für die Ertüchtigung geben, was gegen drei Stimmen geschah. Der Umbau ist für 2019 geplant.

Mehr Licht für kleine Halle

Unter dem Vorbehalt, dass es eine Zustimmung zum Haushaltsentwurf für 2018 geben wird, hat der Bauausschuss des Stadtrates einstimmig dafür plädiert, die Beleuchtung in der kleinen Schlossberghalle inklusive Nebenräumen zu sanieren. Die Kosten sind auf insgesamt 170000 Euro geschätzt. Die Stadt kann mit 11000 Euro staatlicher Förderung rechnen. Dank der Maßnahme ließen sich laut Bürgermeisterin Eva John 80 Prozent der heutigen Stromkosten sowie 191 Tonnen CO2 einsparen. Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen des Klimapaktes des Landkreises. Die Energiegenossenschaft Fünfseenland eG soll eingebunden werden. Die alte Beleuchtung ist fast 25 Jahre alt und nicht mehr auf dem Stand der Technik. Nach Ansicht der Fachleute muss sie auch aus Gründen des Brandschutzes erneuert werden.

STAgenda 21 lädt ein

Im Namen des STAgenda Arbeitskreises Energie und Klimaschutz lädt dessen Leiterin Karin Wurzbacher  zu einer Abendveranstaltung, die in Kooperation mit dem Landratsamt, Stabsstelle Klimaschutz, und mit Dall Armi Architektur + Ingenieure sowie mit der Unterstützung der Volkshochschule stattfindet. Der Titel lautet:

Mensch und Planet Erde – eine heilsame Verbindung?
Welches Bewusstsein braucht der Mensch für einen nachhaltigen Lebensstil?

Die Veranstaltung findet im Atelier „Denken – Planen – Bauen“ statt. Als Gastredner konnte der Münchner Psychotherapeut Dr. Andreas Meißner gewonnen werden.

Angesichts von unübersehbarem Insektensterben, Klimaerwärmung, Unwetterhäufung, Verlust an Naturbezug empfinden viele Menschen Ohnmacht und reagieren darauf mit Verdrängung. Psychologen beobachten eine Zunahme an Depressionen mit Burnout. Es geht darum, in welch eine Welt sich der wirtschaftlich geprägte und konsumorientierte Mensch verrannt hat. Es geht auch darum, was wir tun können und was wir lassen dürfen. Es wird der Frage nachgegangen: Wie kann ein kollektives Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Gesellschaft wachsen, damit auch die Politik Rahmenbedingungen für die längst notwendige Vermeidung einer Ökokrise schafft? Dr. Andreas Meißner macht Mut zum Mitmachen. Er fordert zu Austausch und Handeln in der Gruppe auf. Auch wenn der Einzelne oder eine Kommune die Welt nicht retten können, so können sie doch einen Beitrag zum Besseren leisten.

Mut zum Mitmachen möchte auch die lokale Agendagruppe, STAgenda 21, vermitteln, die sich seit 20 Jahren in Starnberg erfolgreich engagiert.
Es gibt Gelegenheit für Impulse, Fragen und Austausch. Der Eintritt ist frei.

Wann: Freitag, 9. März 2018, 18.30 – 21.00 Uhr

Wo: Atelier „Denken – Planen – Bauen“, Petersbrunner Straße 15a, 82319 Starnberg
Anmeldung erforderlich unter klimaschutz@lra-starnberg.de;

Vorbildprojekt bei der MIS

Die Munich International School (MIS) in Buchhof zwischen Wangen und Percha, die Stadt Starnberg, die Energiegenossenschaft Fünfseenland eG sowie die bundeseigene Förderbank KFW wollen gemeinsam ein Vorbildprojekt im Sinne der Energiewende durchführen. Die Schule möchte ihre Räume umfangreich energetisch sanieren, dazu ein Blockheizkraftwerk bauen und in Betrieb nehmen sowie eine oder mehrere Photovoltaikanlagen an den Schulgebäuden einbauen. „Dadurch können wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern drastisch reduzieren, uns in Zukunft energetisch weitgehend selbst vesorgen und langfristig die Nebenkosten reduzieren“, betonte laut Lena Choi, Pressesprecherin des Starnberger Rathauses, der MIS-Verwaltungsleiter Roman Friemel. Starnbergs Bürgermeisterin Eva John verweist darauf, dass die Stadt selbst schon viele öffentlichen Gebäude und Schulen energetisch auf Vordermann gebracht hat. Sie sieht dies als Wegbereitung und hofft, dass auch andere Einrichtungen dem Vorbild der MIS folgen. „Die Munich International School geht mit energiepolitischem Weitblick in die Zukunft und setzt ein wichtiges Zeichen für die Energiewende in der gesamten Stadt Starnberg“, so John, „wir unterstützen das Vorhaben und waren auch beim Antrag für das Förderprogramm der Bundesregierung für energetische Sanierung behilflich.“ Mit dem neuen Energiekonzept leiste die MIS einen wichtigen Beitrag zum Energiewendebeschluss des Landkreises Starnberg, schreibt Choi. Dessen Ziel sei, die Region bis 2035 vollständig aus erneuerbaren Energiequellen zu versorgen. Aktuell sei geplant, dass die Energiegenossenschaft Fünfseenland eG in dieses Projekt Bürgerkapital investiert und nach Abschluss eines Vertrages mit der MIS auch den Betrieb der Energieanlagen übernimmt.

Fair-Trade-Gruppe startet

Im Januar soll die Fair-Trade-Steuerungsgruppe Starnberg ihre Arbeit aufnehmen und im Laufe des Jahres 2018 einen Projektplan erarbeiten. Das wurde beim ersten Informationstreffen in der Schlossberghalle vereinbart. Ideen für Aktionen sind bereits gesammelt worden. Laut Lena Choi, Pressesprecherin des Starnberger Rathauses, hat das Treffen gezeigt, dass sich die nun Beteiligten schon im Vorfeld Gedanken gemacht hatten. Ihre Vorschläge reichten von Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsaktivitäten bis zur Anschaffung fair gehandelter Bälle oder Aktionen bei Festen und Veranstaltungen der Stadt. „Ich begrüße es sehr, dass wir eine aktive Gruppe aus der Starnberger Bürgerschaft gefunden haben, die sich für fairen Handel einsetzt und Synergien und Kräfte bündeln wird. Starnberg ist auf einen guten Weg, Fair-Trade-Town zu werden“, freute sich Bürgermeisterin Eva John. Wie berichtet, will sich die Stadt für diesen Titel zertifizieren lassen.

Die Steuerungsgruppe möchte Schulen, Kirchen und Gastronomien mit ins Boot holen. Sei es durch den Verkauf  von Eine-Welt-Produkten oder auch durch spezielle Aktivitäten zu diesem Thema. Die Bürgermeisterin hofft auf Unterstützung durch alle Starnberger Bürger.

STAgenda feiert 20. Geburtstag

„Global denken, lokal handeln“ – das war 1992 ein weltweiter Anstoß. Auch in Starnberg machte man sich fortan mehr Gedanken über den Umgang mit Ressourcen, mit Natur und Umwelt. Im März 1997 war es dann soweit:  Die STAgenda wurde ins Leben gerufen und acht Arbeitskreise eingerichtet. Der Starnberger Stadtrat verabschiedete Leitlinien und Aktionsprogramme. Mit einem Abend in der Schlossberghalle wurde das Jubiläum jetzt in der Schlossberghalle gefeiert. Thema zum 20. Geburtstag: „Treuhänder der Schöpfung“. Thomas Ködelpeter von der ökologischen Akademie e.V. aus Linden war Referent des Abends. Er hielt einen Rückblick auf den Agenda-Prozess in Starnberg und wagte einen Ausblick, wie der Prozess auch in Zukunft erfolgreich fortgesetzt werden kann.

Bürgermeisterin Eva John lobte die Akteure: „20 Jahre Starnberger Agenda 21, das sind 20 Jahr bürgerschaftliches Engagement in stetig engem Austausch mit Stadtverwaltung und Stadtrat. Die STAgenda hat in den letzten 20 Jahren unser Stadtleben ganz aktiv mitgestaltet und besonders unser Bewusstsein für eine lebenswerte Umwelt mitgeprägt.“ Johns Wunsch: „Das sollte auch noch die nächsten 20 Jahre so sein.“ Es bleibe noch genug zusammen zu tun, denn: „Wir sind alle Treuhänder der Schöpfung.“

Fair Trade Steuerungsgruppe

Die Stadt Starnberg hat sich wie berichtet um den Titel „Fair Trade Town“ beworben und will sich als solche zertifizieren lassen. Das hatte der Stadtrat im Mai beschlossen. Inzwischen sind Mitglieder für die Steuerungsgruppe gefunden worden. Es gibt eine Liste von Geschäften und Unternehmen, die Fair Trade Produkte, also Produkte aus Fairem Handel, anbieten. Gesucht werden noch zwei Gastronomiebetriebe, die bereit sind, ins gemeinsame Boot zu steigen. Das berichtete Bürgermeisterin Eva John in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrates. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, könne der Antrag eingereicht werden. Dabei  wolle man darüber hinaus mit dem Landkreis und anderen Kommunen zusammenarbeiten. Nächste Woche werde sich erstmals ein Runder Tisch zusammenfinden. Die Steuerungsgruppe für Starnberg solle in den nächsten Wochen einen Projektplan aufstellen, der dem Hauptausschuss nach Vorliegen vorgestellt werde. Annette von Czettritz (Grüne) benannte ihren Fraktionskollegen Franz Sengl als möglichen Vertreter des Stadtrates. Er solle gern kommen, sagte John.

Das Vernetzungstreffen findet laut Lena Choi, Pressesprecherin des Rathauses, am Mittwoch, 29. November 2017, von 17.30 bis 20 Uhr im Kleinen Saal der Schlossberghalle statt. Es ist das erste Treffen aller Steuerungsgruppen von Städten, die schon zertifiziert sind oder sich bewerben aus Oberbayern-Süd und dem Landkreis. Eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger, die aufzeigt, um was es konkret bei der Steuerungsgruppe Starnberg geht, schließt sich an. Wer Interesse hat mitzuarbeiten, möge sich bis zum 27. November 2017 unter buergermeisterbuero@starnberg.de melden, schreibt Choi.

 

Luftqualität wird gemessen

Seit Anfang Oktober überwachen zwei Messstationen kontinuierlich die Luftqualität im Straßenraum an der Hauptstraße 4 und an der Hanfelder Straße 11. Im Jahr 2007 hatte es bereits einmal eine solche Messstation an der Hauptstraße gegeben, allerdings von Experten kritisiert, weil diese angeblich an einer „lufthygienisch besonders ungünstigen Stelle aufgestellt worden sei. Damals waren die Feinstaubkonzentrationen unkritisch, aber die Werte für Stickoxide überstiegen die Grenzwerte der EU bei weitem. Zu der Zeit gab es noch keinen europäischen Grenzwert für die Kleinstpartikel an Feinstaub (PM 2,5) sondern nur für die gröberen Partikel (PM 10). Eine ebensolche Messung für die Hanfelder Straße hatte eine Stadtratsmehrheit damals zunächst für nicht nötig  gehalten. Erst 2009 hatten BLS und WPS mit ihrem gemeinsamen Antrag Erfolg. Damals setzte sich nämlich die Erkenntnis durch, dass die Stadt die Verletzung von Grenzwerten nachweisen muss, wenn sie zum Beispiel verlangen will, dass der Schwerverkehr nicht mehr über städtische Straßen fahren darf. Jetzt soll in der Hauptstraße nochmals und in der Hanfelder Straße erstmals gemessen werden. Die Stationen hat das Ingenieurbüro Accon aufgestellt und betreut sie auch. Interessierte Bürger können sich aktuelle Messdaten jederzeit unter http://www.accon.de/starnberg anzeigen lassen. „Sollten die Messungen ergeben, dass es zu fortwährenden Grenzwertüberschreigungen kommt, kann die Stadt Maßnahmen entwickeln, welche die Sicherstellung der Luftqualität und damit die Gesundheit des Menschen in Starnberg gewährleisten“, begründete Bürgermeisterin Eva John die jetzige Aufstellung der Stationen.