Bushaltestelle in Söcking verlegt

Viel Wirbel gibt es vornehmlich dann, wenn etwas verändert wird. So führte jetzt die Verlegung der Bushaltestelle „Söcking Mitte“ zu viel Aufregung und entsprechenden Berichten in den Medien. Es wird nicht die letzte Änderung im Bereich der Söckinger-/Andechser Straße gewesen sein, denn die gehört seit diesem Jahr der Stadt und ist statt bisher Staats- nun Ortsstraße. Wie berichtet hat es schon Verbesserungen in Sachen Schulwegsicherheit gegeben. Für die Grundschüler wurden Hol- und Bringzonen eingerichtet (siehe Söckinger Straße gehört der Stadt). Das Starnberger Rathaus hat zur Verlegung der Haltestelle und dem damit verbundenen Verzicht auf eine bisher teils fremdgenutzte Busbucht eine Stellungnahme herausgegeben, die unten im Wortlaut abgedruckt ist:

 

„Die Bushaltestelle Söcking Mitte befand sich auf der Andechser Straße im Bereich der Lichtsignalanlage. Sie ist beidseits angelegt.

Die Haltestelle wird von den Buslinien 903, 950 und 951 bedient.

  • Die Buslinie 903 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 46, samstags alle zwei Stunden, Sonn- und Feiertags ist kein Betrieb.
  • Die Buslinie 950 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 00, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden..
  • Die Buslinie 951 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 14, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden.

 

  • Die Buslinie 903 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 16, samstags alle zwei Stunden, Sonn- und Feiertags ist kein Betrieb.
  • Die Buslinie 950 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 18, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden..
  • Die Buslinie 951 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 48, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden.

 

Die Beförderung der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Söcking ist durch eine eigene Ein- und Ausstiegshaltestelle direkt vor der Grundschule an der Kempterstraße sichergestellt. Die Buslinie 903 (Perchting/Hadorf) hält dort täglich um 7.50 Uhr zu Schulbeginn und nach Schulende um 11.51, 12.36, 13.06 und 15.50 Uhr.

 

Im Norden der Fahrbahn war die Haltestelle direkt am Haltebereich der Lichtsignalanlage angelegt. Sie verfügte über keine Aufstellfläche. Die Busgäste haben im Bereich von Garagenvorplätzen auf Privatgrund gewartet.

Im Süden der Fahrbahn war die Haltestelle direkt im Haltebereich der Lichtsignalanlage in einer zwischen Fahrbahn und Gehweg angelegten Bucht eingerichtet. Die Busgäste haben auf dem dahinterliegenden Gehweg gewartet.

Beide Haltestellen sind im Rahmen der routinemäßigen Überprüfung der Bushaltestellen im Stadtgebiet als besonders mängelbehaftet aufgefallen.

u.a. vorhandene Mängel:

Fehlende Aufstellfläche
Lage im direkten Bereich der Lichtsignalanlage
zu schmale und zu kurze „Bus“-Bucht, deshalb keine gerade Anfahrt möglich
„Bus“-Bucht oftmals zugeparkt
keine geeignete Bordsteinkante zum Einstieg

Die Verlegung der Haltestelle auf der südlichen Fahrbahnseite wurde auch im Zusammenhang mit der anstehenden Umgestaltung des Straßennebenraums durch die Anlage des barrierefreien Zugangs zur Kirche St. Stephan geprüft. Die Verwaltung hat deshalb in Abstimmung mit Polizei und Landratsamt Starnberg die Verlegung der beiden Haltestellen geprüft und durch Straßenmarkierung und Versetzung des Haltestellenmastes umgesetzt.

Die Haltestelle am nördlichen Fahrbahnrand wurde um ca. 30 m nach Westen verlegt. Der dort ca. 2 m breite Gehweg dient als Aufstellfläche.

Die Haltestelle am südlichen Fahrbahnrand wurde ebenfalls um ca. 30 m nach Westen verlegt. Der dort ca. 1,50 m breite Gehweg dient als Aufstellfläche.

Die Sichtbeziehungen auf der Strecke sind einwandfrei, auch aus dem Kreuzungsbereich Luitpoldstraße/Andechserstraße sind die erforderlichen Sichtbeziehungen möglich.

Das Parken ist auf den markierten Flächen nicht erlaubt. Dies war auch bisher in diesem Bereich nicht möglich (Grundstückszufahrten) bzw. durch die Anordnung eines eingeschränkten Halteverbotes nicht möglich. Die Zufahrt zu privaten Grundstücken über die markierte Fläche ist selbstverständlich erlaubt. Die schmale Bucht am Fahrbahnrand bietet Parkmöglichkeiten für ca. 4 Fahrzeuge. Sie ist aufgrund ihrer zentrumsnahen Lage sehr gut für die Erreichbarkeit der angrenzenden Geschäfte geeignet.“

Richtfest am Kinderhaus Perchting

Genau 145 Tage nach dem so genannten „Baggerbiss“ (18. März 2019), also dem ersten Eintauchen einer Baggerschaufel in den Baugrund, konnte am Freitagvormittag das Richtfest für das künftige Kinderhaus in Perchting gefeiert werden. Bürgermeisterin Eva John begrüßte nicht nur die am Bau beteiligten Planer und Handwerker, sondern auch einige Stadträte sowie eine kleine Gruppe des derzeitigen Kindergartens mit Leiterin Margarete Haseidl, Anwohner, und natürlich für die katholische Kirche, deren Katholische Pfarrkirchenstiftung Perchting Träger der Einrichtung sein wird, Pfarrer Tamás Czopf. „Wirklich eine ganz tolle Leistung“, freute sich John. Sie hofft, dass der Neubau, in dem neben dem Kindergarten auch eine Kinderkrippe und ein Hort Platz finden werden, weiterhin so gut „im Plan“ bleibt, damit er im April oder Mai nächsten Jahres einzugsbereit ist.

„Wir haben das Haus, für dessen Bau die Stadt 4,5 Millionen Euro leistet, für die Zukunft und auf Zuwachs ausgerichtet“, so die Bürgermeisterin. Aber auch ohne nochmalige Erweiterung würden jetzt Kinder jeder Altersgruppe – „von den Minis bis zum Hort“ – hier eine zweites Zuhause finden. Der bisherige Kindergarten platzte aus allen Nähten und war im Oktober vergangenen Jahres wie berichtet etwas erweitert worden (siehe Ausbau für Kinderkrippe Perchting). Im November 2018 wurde dann der entsprechende Bebauungsplan rechtskräftig (siehe Kita-Perchting: Satzungsbeschluss), dem eine lange Diskussion um die besten Zufahrtsmöglichkeiten vorausgegangen war (siehe Pläne Kinderhaus sind öffentlich). Dass man überhaupt bauen konnte, verdanke man dem Privateigentümer, der seinen Grund und Boden an die Kirche übertragen habe, lobte John. Den von der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb hatte das Starnberger Büro „Raumstation“ gewonnen. Architekt Walter Waldrauch war beim Richtfest dabei.

Vor dem Richtspruch war noch ein kleiner Nadelbaum mit bunten Bändern geschmückt worden. Mit mehrfachen „Hauruck“-Rufen wurde er von vier Zimmererleuten auf das Dach hochgezogen und dort festgenagelt. Den Richtspruch hielt Zimmerer Wolfgang Maurus von der Firma Hubert Schmid aus Marktoberdorf. Daraus sprach durchaus ein gewisser Stolz darauf, dass hier wieder einmal mit dem traditionnellen Baustoff Holz gezeigt wird, was damit möglich ist. „Große Kindermengen soll es fassen“, wünschte Maurus dem neuen Gebäude. „Hoch lebe das Kinderhaus aus Holz“. Nach dem Leeren des obligatorischen Weinglases wünschte er diesem auf dem Segelflug Richtung Boden hinterher: „Nun soll das Glas am Boden zerspringen und seinen Nutzern viel Segen bringen.“ Mit einem dreifachen „Hoch“ war der Tradition Genüge getan, zu der natürlich auch ein zünftiges Mittagessen gehörte, dass die Stadt als Bauherrin den Gästen spendierte.

Das neue Kinderhaus befindet sich in der Jägersbrunner Straße gegenüber dem TSV-Parkplatz und ist multifunktional. Laut Mitteilung aus dem Rathaus wird es eine Krippengruppe für ein- bis dreijährige Kinder, eine Kindergartengruppe sowie den Hort für die Sechsjährigen anbieten. Es enthält ausreichend Bewegungsraum, Platz zum Werken und Essen, eine Küche sowie Räume für die Verwaltung oder Elterngespräche. Für die verschiedenen Altersgruppen werden im Außenbereich Spielflächen geschaffen. Dafür zeichnet das Landschaftsarchitektenbüro Grabner-Huber-Lipp aus Freising verantwortlich. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Pelletheizung und auf den südwärts ausgerichteten Dächer werden Photovoltaikanlagen installiert.

Abstufung Perchting-Hadorf

Wie Bürgermeisterin Eva John im Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität berichtete, steht das Landratsamt dem Begehren der Stadt, die Verbindungsstraße zwischen Perchting und Hadorf (bisher Staatsstraße STA 3) in städtische Verantwortung zu übernehmen inzwischen positiv gegenüber. Nach einer Ortsteilbürgerversammlung in Perchting, bei der die Bürger sich heftig beklagt hatten darüber, dass die Kreisbehörde trotz der inzwischen erfolgten Inbetriebnahme der neuen Westumfahrung auf dem Straßenabschnitt Tempo 30 verweigert, und gefährliche Situationen vor allem für Kinder und Radfahrer geschildert wurden, hatte John den Stadträten vorgeschlagen, die Abstufung zur Ortsstraße zu beantragen. Dafür erhielt sie die Mehrheit der Stimmen.

Jetzt ging es um die Modalitäten der Übernahme. Die Verwaltung erhielt vom Ausschuss den Auftrag, mit dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt Weilheim die Straße in Augenschein zu nehmen, ihren baulichen Zustand prüfen zu lassen und eine Einigung hinsichtlich von Ausgleichszahlungen oder Reparaturen anzustreben. Die Ausschussmitglieder billigten das Muster einer Umstufungsvereinbarung und gaben grünes Licht, damit ein Fachbüro beauftragt werden kann. Nur Franz Heidinger (BLS) stimmte dagegen. Zum Jahresende rechnet die Bürgermeisterin mit der offiziellen Abstufung, die der Stadt dann erlaubt Tempobeschränungen anzuordnen. (Siehe auch Hadorf: Frey’s Deal ohne Mehrheit)

Schorn – wie es weiter geht

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität des Kreistages hat sich am 9. Juli 2019 wie angekündigt mit der Frage beschäftigt, ob rund 37 Hektar im Bereich der geplanten Erweiterung des schon bestehenden Gewerbegebietes in Schorn für die Erweiterungspläne der „Asto Campus Starnberg GmbH“ aus der Landschaftsschutzgebietverordnung herausgenommen werden sollen. Das hatte die Stadt Starnberg wie berichtet beantragt (siehe Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand und Schorn: Die Debatte). Gegen die Stimmen von Grünen und SPD stimmte eine Mehrheit dafür, die Herausnahme zu ermöglichen, wenn weitere Unterlagen vorliegen, die diesen Schritt rechtfertigen. Die Grünen lehnen das Projekt komplett ab, die SPD will es deutlich kleiner. Der von der Stadt dem Ausschuss vorgelegte Vor-Vorentwurf müsse auch nach Ansicht der Kreisräte von CSU, Freien Wählern und FDP konkreter in Richtung Bebauungsplanentwurf ausgearbeitet werden, hieß es laut Berichten in der Lokalpresse.

Handwerkerhof: Flächenbedarf prüfen

Der Antrag der Bürgerliste (BLS), die Möglichkeit zu prüfen, ob und wie zwischen dem Pförtnerhaus und der Wohnbebauung ortseinwärts an der Andechser Straße in Söcking ein Mischgebiet inklusive Handwerkerhof realisiert werden könnte, ist gegen die Stimme von Franz Heidinger (BLS) vom Bauausschuss des Stadtrates abgelehnt worden (siehe BLS: Handwerkerhof in Söcking). Erfolg hatte die Fraktion insofern, als danach  von Bürgermeisterin Eva John zu Protokoll genommen wurde, dass die Verwaltung gebeten ist, den bei Söckinger Betrieben vorhandenen Erweiterungs- und Flächenbedarf zu ermitteln und Vorschläge für geeignete Flächen zu machen.

Laut Heidinger fürchten diverse Kleinfirmen, die ihren Sitz in Wohnbereichen haben, um ihre Existenz, weil sie immer mehr eingeengt werden. Seine Fraktion hoffe, es lasse sich ortsnah eine Fläche finden, die man für diesen Bedarf ausweisen könne, was wegen der dann vorhandenen Nähe von Arbeiten und Wohnen helfe, weniger Verkehr zu erzeugen.

Gerd Weger (CSU) meinte zu Heidinger: „Sie sind mutig. Die Volksseele in Söcking würde hochkochen, wenn man auf dem von Ihnen vorgesehenen Areal so etwas ausweist. Da tun wir uns keinen Gefallen.“ Man solle besser wo anders etwas finden, denn „dieser Hang ist eine heilige Kuh.“

Franz Sengl (Grüne) fand, der BLS-Vorschlag sei prinzipiell sehr zu begrüßen. Die Handwerksbetriebe brauchten rechtliche Grundlagen dafür, dass sie keine Probleme bekommen. Sengl mahnte, bisher mache man es falsch, wenn man die Wege zwischen Arbeiten und Wohnen verlängere, wie zum Beispiel mit der von seiner Fraktion abgelehnten Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn.

Patrick Janik (UWG) sieht zwar ein, dass Gewerbe im Wohngebiet „meist stark stört“, aber die von BLS ausgesuchte Stelle sei ungünstig und unglücklich. Besser sei es, wenn die Verwaltung nach Alternativen suche.

Laut Iris Ziebart (FDP) plädiert auch die Bayerische Architektenkammer dafür, Wohnen und Arbeiten mehr zusammenzubringen. Sie freute sich, dass es einmal ein Thema gebe, bei dem es unter den Stadträten keine Lagerbildung gebe, sondern man zusammen nach Lösungen suchen wolle.

Heidinger verwies auf Hanfeld, wo Wohnen und Arbeiten nebeneinander gut funktioniere. „Wenn man einen geeigneteren Platz findet, ist es mir auch recht“, schloss er.

Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand

Gestern war fast ein historischer Tag für Starnberg. Was nach den ständigen Auseinandersetzungen im Stadtrat und mit der Bürgermeisterin niemand mehr für möglich gehalten hatte, ist dennoch eingetreten. Jenseits der üblichen Front mit CSU, UWG, SPD, Grünen, DPF und teils BLS gegen WPS, BMS, FDP und Bürgermeisterin zog eine deutliche Mehrheit quer durch alle Fraktionen an einem Strang, um zu verhindern, dass das von Stadt und Landkreis als höchst bedeutend bewertete Projekt der Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn auf die lange Bank geschoben wird. Vielmehr will man schnelle Klarheit, ob der Kreistag zu einer Herausnahme der nötigen Flächen aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Starnberger See Ost“ bereit ist und die Planungen im Fall, dass es grünes Licht dafür gibt, in die konkretere Phase eintreten können.

Das alles geschah quasi in letzter Minute, nachdem der Bauausschuss sich wie berichtet (siehe Mehrheit bremst Entwicklung Schorn) letzte Woche mit knapper Mehrheit quer gestellt hatte. Die Beratung im Ausschuss des Kreistages für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität findet nämlich am 9. Juli 2019 statt. Die Stadt hatte die entsprechenden Unterlagen bereits vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates an das Landratsamt übersandt, weil der Rat sich im März noch mehrheitlich für die Herausnahme und dementsprechende Antragstellung beim Landkreis ausgesprochen hatte. Gestern Abend billigte der Rat mit 19:11 Stimmen die inzwischen vertiefte Planung für das Gewerbegebiet – „Bebauungsplan-Vor-Vorentwurf“ -, die aber noch nicht die Qualität einer endgültigen Bauleitplanung hat. Damit ist der Weg zur Beratung im Kreisausschuss frei.

Vollkommen unerwartet waren Ludwig Jägerhuber und Gerd Weger (CSU) im Bauausschuss dem Antrag von UWG-Stadtrat Otto Gaßner gefolgt, der den Zeitplan gesprengt hätte, nämlich die Angelegenheit zunächst zurückzustellen und in den Fraktionen zu beraten sowie eine neue Erschließung zu verhandeln (6:5). CSU und UWG waren bisher stets hinter dem Projekt gestanden. Ihre Vertreter im Ausschuss beklagten nun aber Bauchschmerzen über eine Aussage in den Unterlagen, wonach in einem kleinen Teilbereich Gebäude mit einer maximalen Höhe von 25 Meter entstehen können sollen, was aber wie gesagt endgültig erst Thema im öffentlichen Bebauungsplanverfahren sein wird. SPD und Grüne haben sich schon länger gegen die Entwicklung in Schorn, entweder ganz (Grüne) oder in diesem Umfang (SPD), ausgesprochen.

Zahlreiche Telefonate müssen nach der Entscheidung des Bauausschusses geführt worden sein, denn am Wochenende zeichnete sich bereits ab, dass eine Mehrheit der Ratsmitglieder darüber entsetzt waren und das Projekt retten wollten. So ergab sich eine völlig ungewohnte Allianz um Angelika Kammerl (DPF), die sich im Bauausschuss vehement für die Billigung der Unterlagen für den Kreisausschuss eingestetzt hatte. Sie reichte am Samstag per E-Mail den Antrag bei Bürgermeisterin Eva John ein, den Beschluss des Bauausschusses vom Stadtrat in seiner Sitzung am 1. Juli 2019 nachprüfen zu lassen und diesen Antrag als dringliche Angelegenheit, die keinen Aufschub dulde, außerplanmäßig auf die Tagesordnung zu nehmen. „Eine Vertagung führt vor diesem Hintergrund höchstwahrscheinlich zu weiteren Verfahrensverzögerungen, die nicht im Interesse der Stadt sind“, heißt es in ihrem Antrag. Kammerl kündigte an, die Unterschriften der Unterzeichner – Stefan Frey, Thomas Beigel, Katja Fohrmann und Fritz Obermeier (alle CSU), Patrick Janik und Winfried Wobbe (UWG), Michael Mignoli, Johannes Bötsch und Franz Heidinger (BLS), Josef Pfister und Chistine Lipovec (BMS), Günther Picker, Maximilian Ardelt, Klaus Huber und Markus Mooser (WPS) sowie Iris Ziebart und Anton Wiesböck (FDP) – am Sitzungsabend nachreichen zu wollen. Das hätte aber den formalen Anforderungen an einen solchen Nachprüfungsantrag nicht voll entsprochen, weshalb Bürgermeisterin Eva John am Sonntag beim Stadtrat schriftlich den Antrag auf Nachprüfung stellte und ihn mit ihrer Unterschrift versehen bei der  Stadtverwaltung einreichte. John bat Kammerl, ihren, Kammerls Antrag in der Stadtratssitzung nochmals mündlich zu stellen, was auch so geschah. Der Rat stimmte daraufhin der Aufnahme in die Tagesordnung zu, so dass ein anderslautender Beschluss als der des Bauausschusses gefasst werden konnte. Wobbe votierte, trotz seiner Unterstützung für Kammerls Antrag, nun gegen die Billigung des Konzeptes. Der Bericht über den Verlauf der Debatte folgt. Die große Übereinstimmung in diesem Punkt bedeutete allerdings nicht, dass das „Klima“ auch bei der Beratung der weiteren Punkte dieser Sitzung besser war als sonst gewohnt.

Mehrheit bremst Entwicklung Schorn

Der Bauausschuss hätte heute Abend grünes Licht geben können, dafür, dass das Rathaus das weiter entwickelte Planungskonzept für das Gewerbegebiet Schorn beim Landratsamt vorlegen kann. Dies wäre nämlich Voraussetzung dafür, dass der zuständige Ausschuss des Kreistages am 9. Juli 2019, also noch vor der Sommerpause, entscheiden kann, ob er der Herausnahme der Erweiterungsflächen in Schorn aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung zustimmen will. Daraus wird nun nichts, denn obwohl vor allem Ludwig Jägerhuber (CSU), aber auch andere Stadträte mehrfach nachdrücklich versicherten, sie seien – „schon immer“ – für dieses Projekt, das der Stadt auf lange Sicht zu mehr Gewerbesteuereinnahmen verhelfen könnte, hat die Mehrheit aus CSU, UWG, SPD und Grünen dem Antrag von Otto Gaßner (UWG) zugestimmt, die Entscheidung zurückzustellen. Gaßner wünschte Zeit, die Angelegenheit in den Fraktionen zu besprechen.

Hintergrund: In Schorn und Umgebung organisieren sich Bürgerinitiativen gegen das Projekt, die von den Grünen und dem Bund Naturschutz unterstützt werden. In den Unterlagen, die dem Kreisausschuss als Grundlage für seine Entscheidung übermittelt werden sollten, gibt es  die Angabe einer maximalen Höhe für spätere Gebäude von 25 Meter. Das Bauamt und Bürgermeisterin Eva John versuchten in der Bauausschusssitzung anhand von Grundlagen, die für den im Verfahren unabdingbaren Umweltbericht erarbeitet worden waren, Sorgen zu zerstreuen, dass es in der Realität nach der Umsetzung der Pläne tatsächlich zahlreiche Gewerbebauten mit dieser Höhe geben werde. Vielmehr gehe es nur um das Baufeld Nummer 2, das im Übrigen so tief im Gelände liege, dass solche Bauten trotz ihrer Höhe immer noch unter der sichtbaren Baumgrenze liegen würden. Außerdem handele es sich nur um einen „Vor-Vor-Entwurf“, sagte John. Also noch lange nicht um das öffentlich durchzuführende Bebauungsplanverfahren, in dem Betroffene und Träger öffentlicher Belange beteiligt würden.

SPD-Stadträtin Christiane Falk lehnte das Gesamtprojekt als „nicht nachhaltig“ und wegen massiver Bebauung ab. Jägerhuber meinte mit Blick auf die stellenweise eventuell möglichen 25 Meter hohen Bauten: „Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie sich das in die Landschaft eingliedert. Wir müssen da sensibel vorgehen.“

Stadtbaumeister Stephan Weinl  warb: „Es ist nichts zementiert. Diese Höhenangabe soll den sparsamen Umgang mit Grund und Boden ermöglichen. Er widersprach Falk. Es sei sehr wohl nachhaltig, wenn man ein Baugebiet in wirtschaftlich und städtebaulich sinnvollen Abschnitten ermögliche und sich über deren Erschließung auf mehrere Jahrzehnte im voraus Gedanken mache.

Gaßner verlangte nun, nach jahrelangen, am Ende von Erfolg gekrönten Bemühungen, vom Bund und der Autobahndirektion einen Autobahnhalbanschluss genehmigt zu bekommen, es müsse doch ein Vollanschluss an die A95 werden ( siehe Bauleitplanung für Schorn). Sonst werde Starnbergs Ortsteil Wangen tangiert. Dort leben einige UWG-Mitglieder. „Das Vorliegende ist für mich keine Erschließung“, so Gaßner.

Franz Heidinger (BLS) stellte sich uneingeschränkt hinter das Projekt: „Das ist für die nächsten 50 bis 100 Jahre genau das Richtige.“ Man solle das nicht wieder verschieben. Angelika Kammerl (DPF) berichtete von ihren Erfahrungen aus der Teilnahme an diversen Workshops zur Erarbeitung des Schorn-Konzeptes: „Man macht sich dort viel Mühe. Auf Befürchtungen aus der Bevölkerung wird man reagiern.“

Iris Ziebart (FDP) brach eine Lanze für die Projektentwickler der „Asto Campus Starnberg GmbH“: „Wir müssen verstehen, dass dort nicht mehr Geld für konkretere Planungen in die Hand genommen wird, solange überhaupt noch nicht geklärt ist, ob die nötigen Flächen aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden.“ Wie hoch dann am Schluss tatsächlich gebaut werde, entscheide doch der Bauausschuss selbst im Bebauungsplanentwurfsverfahren.

Auch Josef Pfister (BMS) mahnte: „Es liegt in unserer Hand, welche Höhen wir am Ende zulassen. Es ist ein denkbar schlechtes Zeichen, wenn wir heute nicht entscheiden und die Frist sausen lassen.“ Befürchtungen, dass solche Höhen im gesamten Gewerbegebiet realisiert würden, seien „völlig gegenstandslos“.

Das Votum für die Zurückstellung fiel denkbar knapp mit 6:5 Stimmen aus. Damit ist völlig offen, ob noch heuer über die Frage der Herausnahme aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung entschieden werden kann. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Diskussion über die Höhen nur vorgeschoben ist, weil hier ein Erfolg noch in dieser Bürgermeisterperiode verhindert werden soll.

Klimaschutz: Schüler pflanzen Apfelbaum

Einen Apfelbaum der Sorte Santana haben Schüler der Klasse 4g der Grundschule Söcking am Donnerstagvormittag auf ihrem Schulgelände gepflanzt, um ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Mit dabei waren unter anderem Erste Bürgermeisterin Eva John, die ausdrücklich das Engagement der Schülerinnen und Schüler lobt. „Wir alle können uns diese Schüler zum Vorbild nehmen. Sie zeigen uns, dass Klimaschutz bei jedem einzelnen von uns beginnt und jeder etwas bewegen kann.“
Die Aktion fand im Rahmen der Initiative „Future for Kidz – Starnberg“ statt, dessen Gründerinnen Maja Byhahn, Claudia Duvinage und Nina Bach ebenfalls anwesend waren. Der Apfelbaum für die Grundschule Söcking wurde von den Großeltern einer Grundschülerin über die Firma Estate 5 gespendet.
Die Initiative „Future for Kidz – Starnberg“ hatte erstmalig am Freitag, den 10. Mai 2019 zu einer Klimaschutzkundgebung aufgerufen. Rund 500 Schüler aus dem Starnberger Landkreis demonstrierten daraufhin auf dem Starnberger Kirchplatz gegen Umweltzerstörung.

Kinderhaus Perchting schreitet voran

Eine Meldung aus dem Starnberger Rathaus:

„Beim Bau des neuen Kinderhauses Perchting wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Gut zwei Monate nach dem Baggerbiss werden seit letzter Woche bereits die Holzwände aufgebaut. „Alle Projektbeteiligten arbeiten sehr terminbedacht und effizient zusammen“, freut sich Erste Bürgermeisterin Eva John. „Dank der umweltfreundlichen Holzbauweise ist zudem ein zügiger Baufortschritt sowie Fertigstellung und Übergabe zum weiteren Betrieb an die katholische Pfarrkirchenstiftung Perchting möglich.“

Im neuen Haus hat eine Krippengruppe für Kinder zwischen ein und drei Jahren, eine Kindergartengruppe für 3- bis 6-Jährige sowie eine Hortgruppe für 6- bis 10-Jährige Platz. Dazu kommen weitere Räume wie Bewegungsraum, Werkraum, Essraum mit Küche, Räume für Verwaltung, Personal und Elterngespräche sowie Sanitärbereiche, außerdem Außenspielflächen für die unterschiedlichen Altersgruppen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Pelletheizung, auf den südwärts ausgerichteten Dächern befindet sich eine Photovoltaikanlage.

„Die Kinder werden in Zukunft ein modernes Kinderhaus besuchen, in dem sie bestens betreut werden, spielen und kleine und große Lernschritte machen können. Die Raumaufteilung bietet sogar noch ein kleines Schmankerl: Von der Kuschelecke aus können die Kinder direkt durch ein großes Glasfenster auf die Pferdekoppel des Nachbargrundstücks schauen“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Zum Hintergrund:

Um auch weiterhin für Familien attraktiv zu bleiben und dem bestehenden und kommenden Bedarf, gerade in Perchting, gerecht zu werden, wird das neue Kinderhaus auf Grundlage der Planung des Büros raumstation Architekten GmbH aus Starnberg gebaut. Der eingeschossige Bau hat eine Fläche von fast 1.000 qm. Es wird mit Baukosten in Höhe von ca. 4,5 Mio. Euro gerechnet. Die staatlichen Fördermittel belaufen sich auf rund 850.000 Euro.“

Wegers Antrag abgelehnt

Für das Gebiet zwischen Dorfstraße, Huberweg und Maurerberg in Hadorf wird gerade ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt. Ziel ist die Sicherung des dörflichen Gebietscharakters. Der Bauausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung die Anregungen aus der öffentlichen Auslegung abzuwägen. CSU-Stadtrat Gerd Weger wetterte zum wiederholten Mal dagegen, dass die Bauverwaltung in dem fraglichen Bereich einen Neubau mit sechs Wohneinheiten genehmigt hatte. Die Anzahl der Wohnungen ist ihm Dorn im Auge. Er hält das für ein Dorf, noch dazu in einem Haus, für nicht angemessen. Allerdings ist dabei kein Hochhaus entstanden, denn die Wohnungen liegen wie bei Reihenhauszeilen entlang der Straße aufgereiht. Die Häuserzeile weist keine für die Umgebung ungewöhnliche Höhe oder Baumasse auf, denn Hadorf ist noch ländlich geprägt mit großen Bauernhäusern. Das sieht Weger anders und verlangte im Bauausschuss im nunmehrigen Bebauungsplan festzulegen, dass eine bestimmte Grundstücksgröße vorliegen muss, damit eine genehmigungsfähige Anzahl an Wohneinheiten zugelassen werden kann. Diese Diskussion ist im Gremium schon mehrfach auf Wegers Vorhaltungen hin geführt worden. Sein Anliegen wurde auch diesmal, allerdings nur knapp, mit 6:7 Stimmen abgelehnt. Die aus anderen Gründen nochmals veränderten Pläne werden nochmals öffentlich ausgelegt.