Ruhige Bürgerversammlung

Keine Transparente, kein Geschrei, keine Häme – die diesjährige Bürgerversammlung ist gestern Abend in der Schlossberghalle ruhig und sehr sachlich verlaufen. Nach dem etwas mehr als eine Stunde dauernden Rechenschaftsbericht von Rathauschefin Eva John gab es für die rund 250 interessierten Besucher noch eine lange Runde für Fragen und Anträge aus der Bevölkerung. Über elf Bürgeranträge wurde abgestimmt, die meisten davon erhielten die Unterstützung einer Mehrheit. Angenommene Anträge müssen nun innerhalb von drei Monaten dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt werden. Er entscheidet dann, wie weiter verfahren wird. Um was es dabei ging, ist Thema eines weiteren Berichtes, der demnächst hier folgt.

„Zahlen, Daten, Fakten“ hatte John ihren Rechenschaftsbericht überschrieben. Starnberg hat seit den zuletzt veröffentlichten  Zahlen 150 Einwohner mehr. 168 Geburten standen 266 Sterbefälle gegenüber. Seit 1. Januar dieses Jahres sind im Rathaus 262 Gewerbeanmeldungen eingegangen, was zu etlichen Veränderungen in der Welt der Geschäfte und der Gastronomie geführt hat. Die Bürgermeisterin erläuterte die hohe Steuer- und Umlagekraft der Stadt, freute sich, dass die Pro-Kopf-Verschuldung inzwischen  unter der des Landesdurchschnitts vergleichbarer Gemeinden liegt und verwies darauf, dass dank einer jährlichen Schuldentilgung im Rahmen von rund 1,7 Millionen Euro die Stadt derzeit den niedrigsten Schuldenstand seit 2014 aufweise. „Nun zeige ich Ihnen, was mit Ihrem Geld hier passiert“, leitete sie den Blick auf die Arbeit der Verwaltung und abgearbeitete Projekte.

Die Erfolge in den einzelnen städtischen Einrichtungen wurden dargestellt. So gab es im Museum Starnberger See mit über 9000 Besuchern einen Rekord. Die nun moderne Bücherei mit erweiterten Öffnungszeiten – aus samstags -, der Kulturbahnhof, Jugendtreff und dann die Schulen, die sich die Stadt wie immer wieder berichtet heuer viel kosten ließ, wurden benannt. Bei der Kinderbetreuung gibt es keine Warteliste. Die „Spielinsel“ kann, nachdem die provisorische Container-Anlage an der Ecke Ludwig-Straße/Bahnhofsplatz nur noch innen fertig zu stellen ist, voraussichtlich im Januar dorthin umziehen. Wenn der Neubau am Seufzerberg (Bahnhof-/Dinardstraße ) fertig gestellt ist, wird die Einrichtung dort neue Räume beziehen können. Vieles erneuert und ergänzt worden ist auf Spielplätzen und vor allem auf Friedhöfen. Mit dem Beginn der Umsetzung des neuen Parkpflegewerkes konnte man dem Mausoleum in Söcking – „dem schönen Denkmal“ zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Dank der Tatsache, dass der Freistaat Bayern derzeit relativ viel Geld über die Städtebauförderung zu verteilen hat, entschied der Stadtrat die Sanierungen in der Ortsmitte von Söcking, rund um den Bahnhof Nord und in der Innenstadt von Starnberg zu planen. Beifall erntete die Stadtverwaltung für die barrierefreien Umgestaltungen von Gehwegen, zum Beispiel an der Musikschule, die neuen Buswartehäuschen, verbesserten Grünanlagen mit neuen, in der Schreinerei des eigenen Betriebshofes hergestellten Bänken. Für private Baumpflegemaßnahmen hat die Stadt laut John heuer schon 22000 Euro Zuschüsse auf Grund von 17 Anträgen ausgezahlt. Die Stadtgärtnerei und der Betriebshof säen wo immer es geht Blühwiesen an und stellen Insektenhotels auf. Einen Preis des Landkreises bekamen die Stadtgärtner für die Gestaltung des Rondells vor dem Bayerischen Hof.

Was die Luftqualität in der Haupt- und Hanfelder Straße angeht, wird gerade der Jahresbericht über die dort durchgeführten Messungen erstellt. Der werde dem Stadtrat vorgelegt und „dann werden wir sehen, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind“, sagte John. Sie lobte die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und wies auf die Informationsveranstaltungen des Staatlichen Bauamtes Weilheim in der nächsten Woche (27. und 28. November ab 19 Uhr in der Schlossberghalle) hin, bei der die Bürger auch Fragen zur Sicherheit im geplanten B2-Tunnel stellen könnten.

Zum Schluss der Ausblick auf das nächste  Jahr 2019:

  • Nach dem Willen des Stadtrates soll der Verkehrsentwicklungsplan neu ausgeschrieben werden.
  • Anfang 2019 wird das beauftragte externe Büro erste Erkenntnisse zu Trassenvarianten einer ortsfernen Umfahrung vorstellen.
  • Erste Maßnahmen zur Verkehrsentlastung Perchas sollen in Angriff genommen werden.
  • Der Straßenbau nach dem Kanalbau in Hanfeld wird im Frühjahr abgeschlossen
  • Für den Bayerischen Hof werden private Investoren gesucht. Verkaufen wird die Stadt die Immobilie nicht.
  • Auch für das Gebäude Bahnhof See wird ein Investorenwettbewerb ausgeschrieben
  • Was die Mediation zwischen Stadt und Bahn AG in Sachen Seeanbindung angehe, sei man „in der letzten Kurve“. Ergebnisse würden dann der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt.
  • Als „sehr belastend“ prophezeite die Bürgermeisterin den Umbau der Petersbrunner Straße, der schon im August/September fertig sein müsse, bevor das Staatliche Bauamt mit der Realisierung des Durchstichs auf die Münchner Straße beginne, die Teil der Planfeststellung für den B2-Tunnel ist.
  • An der Himbselstraße gestaltet die Stadt gemeinsam mit der Genossenschaft Starnberger See den Straßenraum neu.
  • Die geplanten bezahlbaren 15 Wohneinheiten Am Schlosshölzl müssen eine weitere Rund drehen, weil die erste Suche nach einem privaten Investor nicht von Erfolg gekrönt war. „Wir lassen nicht locker“, versprach John.
  • Zwei neue Bushaltestellen werden eingerichtet, eine an der Kaiser-Wilhelm-Straße auf Höhe der Evangelischen Kirche, eine in Percha im Bereich der Kirche, die auch für die Schüler des Gymnasiums Kempfenhausen Erleichterung bringt.
  • Nach der Inbetriebnahme der Westumfahrung und der darauf folgenden Abstufung von Söckinger- und Hanfelder Straße zu Ortsstraßen sind die Anlage von Fahrrad-Schutzstreifen und die gerechtere Aufteilung des Straßenraumes für alle Verkehrsteilnehmer geplant, so dass auch das Radwegenetz der Stadt verbessert werden kann.
  • In Perchting beginnt der Bau des neuen Kinderhauses.
  • Am Wiesengrund startet das Bewerberverfahren für Grundstücke im Einheimischenmodell. Die Bürgermeisterin benannte den Kaufpreis mit „knapp unter 500 Euro pro Quadratmeter“, die Höhe des Erbbauzinses mit 14, 58 Euro.

„Die Mitarbeiter der Stadt geben jeden Tag ihr Bestes“, versicherte John, so dass ein ansehnliches Gemeinschaftswerk für alle Bürger entstehe. Sie dankte allen, die sich für Starnberg engagieren.

 

Neuer Kiesabbau in Hanfeld

Das Gebiet östlich von Starnbergs Ortsteil Hanfeld ist nördlich der Verbindungsstraße Hanfeld-Mühlthal durch große Kies- und Sandlagerflächen, auf denen auch andere Baumaterialien lagern sowie Lkw-Anhänger abgestellt sind, sowie auf der Südseite der Straße durch eine alte, nicht rekultivierte Kiesgrube und landwirtschaftlich genutzte Flächen gekennzeichnet. Die Lagerflächen nördlich der Straße hätten ursprünglich bis Ende 2012 rekultiviert werden müssen, was dann aber duch den Antrag des Starnberger Erdtransportunternehmers auf Genehmigung der Lagerflächen und einen weiteren Antrag auf Bau eines Solarparks aufgehalten wurde. Aus dem Solarpark wurde nichts. Der Flächennutzungsplan bezeichnet die südlich gelegene Fläche in einem Teilbereich als „Kiesgrube zu rekultivieren.“ Im Rathaus war jetzt ein Antrag eingegangen, diese alte Kiesgrube erst später zu verfüllen, aber den Kiesabbau neu aufzunehmen, und zwar im Bereich der südlich und östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Für Abbau und Wiederverfüllung sollen 22 Jahre Zeit bleiben. Insgesamt geht es um 6,6 Hektar. Die Stadt Starnberg musste Stellung nehmen. Die Entscheidung über den Antrag trifft das Landratsamt Starnberg als Untere Abgrabungsbehörde.

Der Kiesabbau gilt als privilegiertes Vorhaben, und ist demnach zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Letztgenanntes ist der Fall. Ob öffentliche Belange entgegenstehen, muss die Kreisbehörde prüfen, denn der Bereich ist Teil des geplanten Wasserschutzgebietes Königswiesen, Zone III A. Das Stadtbauamt hatte dem Bauausschuss empfohlen, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, weil ein neuerlicher Kiesabbau den Vorgaben des Flächennutzungsplans widerspreche.

Das sah die Mehrheit der Stadträte nach der Diskussion anders. So hatte Ludwig Jägerhuber (CSU) geraten, politisch „ja“ zu sagen und zu sehen, was im Verfahren die Behörden dazu sagen. Otto Gaßner (UWG) deutete die Aussage des Flächennutzungsplans auf seine Weise: „Das bedeutet, man kann Kies abbauen und muss danach rekultivieren.“ Nur Maximilian Ardelt und Günther Picker (beide WPS) stimmten dagegen (10:2), weshalb das gemeindliche Einvernehmen nun als erteilt gilt. Wie es weiter geht, ist Sache der Kreisbebehörde.

Landstetten mit Buswartehäuschen

Wie das Rathaus Starnberg mitteilt, hat der städtische Betriebshof ein neues Wartehäuschen für die Bushaltestelle an der Andechser Straße in Landstetten aufgestellt. Das Wartehäuschen wurde von den Mitarbeitern der betriebshofeigenen Schreinerei gefertigt.

„Durch das Bushäuschen, das Sitzmöglichkeiten und Schutz vor Wind und Wetter bietet, wird allen Busnutzern die Wartezeit an der Haltestelle in Landstetten erleichtern“, so Erste Bürgermeisterin Eva John, und sie fügte hinzu: „Ein besonderer Dank geht an die Anwohnerin Maria Lallinger, die freundlicherweise einen Teil ihres Privatgrundes für die Aufstellung des Buswartehäuschens zur Verfügung gestellt hat.“

Ehrengrab Pfarrer Karl Hindelang

Erinnerung an Pfarrer Karl Hindelang

Zur Anerkennung seiner Verdienste und seines Wirkens als Geistlicher in Söcking betreut die Stadt Starnberg das Grab von Pfarrer Karl Hindelang auf dem Söckinger Friedhof nun als Ehrengrab. „Pfarrer Karl Hindelang hatte sich in hohem Maße für die Belange der Söckinger Gemeinde eingesetzt. Seinem großen Engagement war es zu verdanken, dass die Kirche St. Ulrich gebaut und Söcking 1958 eine eigenständige Pfarrei wurde“, so Erste Bürgermeisterin Eva John, die einem Hinweis von Eugen Hartmann und Wolfgang Wittmann von der Kirchenverwaltung Söcking folgend die Neugestaltung des Grabes veranlasste.

Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs haben Mitte Oktober auf der Grabstelle eine neue Einfassung gesetzt, da die Wurzeln eines Thujenbaums diese über die Jahre verschoben hatten. Als neue Bepflanzung des Grabes wurden Erika und Hornveilchen ausgewählt, die in Form eines Kreuzes eingepflanzt wurden. Es wird noch eine Kletterrose eingepflanzt, die das schmiedeeiserne Kreuz hochranken wird. Dorothea Burger vom Grünplanungsamt hat die Gestaltungsplanung für das Grab übernommen.

Zum Hintergrund:

Karl Hindelang war am 7. Juni 1914 in Grafing geboren worden; er war das Dritte von fünf Kindern. 1946 kam er als Kaplan nach Starnberg. Bereits ein Jahr später wurde er Expositus der im Sommer 1947 neu gegründeten Expositur Söcking. Schon im Oktober 1947 gründete er den Kirchenchor. Außerdem setzte er sich für den Bau einer neuen Kirche ein, was ihm auch bewilligt wurde. 1956 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, 1957 der Grundstein gelegt und am 1. November 1958 fand die Weihe der neuen Kirche „St. Ulrich“ statt.

1958 wurde Söcking auch eine eigenständige Pfarrei und somit Karl Hindelang Pfarrer. 1973 wurde er zum Geistlichen Rat ernannt, 1979 erhielt er die goldene Bürgermedaille der Stadt Starnberg und am 19. November 1979 das Bundesverdienstkreuz durch Kultusminister Dr. Hans Maier. Am 9. April 1986 verstarb Karl Hindelang; seine Beisetzung war eine der größten, die Söcking je erlebt hat.

Schulwegsicherheit in Söcking

Der Bauausschuss des Stadtrates hat sich in seiner letzten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, für die Söckinger Grundschule und den dortigen Maria-Kempter-Kindergarten sichere Hol- und Bringzonen einzurichten und die Straßen und Wege wo notwendig dafür umzubauen. Auf eine Variante legten sich die Stadträte noch nicht fest. Der Stadtverwaltung erteilten sie den Auftrag, die möglichen Maßnahmen mit der Schulleitung, dem Eltenbeirat und der Polizei abzustimmen, die Planung zu erstellen und diese für den Baubeschluss nochmals dem Ausschuss vorzulegen. Außerdem erklärte sich der Ausschuss einverstanden, dass mögliche provisorische Maßnahmen zur Sicherheit schon „umgehend“ umgesetzt werden können.

Vor der Sitzung hatten sich die Ausschussmitglieder zur Ortsbesichtigung in Söcking getroffen. Es geht um zwei Hol- und Bringzonen – eine am Parkplatz der Kirche St. Ulrich an der Prinz-Karl-Straße, und eine am Hanau-Park, die bereits provisorisch entlang der Maximilian-von-Dziembowski-Straße markiert worden war (siehe Hol- und Bringzone sicherer machen). Beide erfordern laut Bürgermeisterin Eva John sichere Möglichkeiten zur Querung der Straßen sowie Verlängerungen an Gehwegen. Zusätzlich solle einem Wunsch vieler Eltern Rechnung getragen werden, die die Kempterstraße zur Einbahnstraße erklärt wissen wollen. Das sei schon vor den Umbaumaßnahmen provisorisch möglich, sagte John.

Während Gerd Weger (CSU) es angesichts der Kosten von 250000 Euro nicht für wirklich notwendig hielt, die Maximilian-von-Dziembowski-Straße an der fraglichen Stelle zu verschmälern, widersprach ihm die Bürgermeisterin deutlich: „Das ist bisher wirklich eine Rennstrecke.“ Wegers Fraktionskollege Ludwig Jägerhuber und Iris Ziebart (FDP) begrüßten dagegen die Vorschläge und rieten, sich vor der Abstimmung mit den Beteiligten noch nicht auf eine Variante festzulegen. Günther Picker (WPS) wäre wohler, wenn es statt der Querungshilfe an dieser Stelle eine Ampel gäbe, denn morgens gebe es dort sehr viel Verkehr. Eine Ampel koste aber nochmals bis zu 100000 Euro, antwortete John. Weger glaubt, ein Blinklicht könnte ausreichen auf die Querung aufmerksam zu machen. Die Maßnahmen, für die Finanzmittel bereits in den Haushaltsentwurf für 2019 eingeplant sind, sind Teil des in Erarbeitung befindlichen Schulwegsicherheitskonzeptes der Stadt.

Barrierefrei zu Kirche und Friedhof

Der Bauausschuss des Stadtrates hat sich in seiner letzten Sitzung für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zur Kirche St. Stephan in Söcking sowie zum dazu gehörigen Friedhof ausgesprochen und entschieden, dass die dafür nötigen Finanzmittel in den Haushalt der Stadt für 2019 eingestellt werden.

Grundlage für die Überlegungen im Stadtbauamt war zunächst ein Antrag von CSU-Stadtrat Gerd Weger, der gebeten hatte, seine Vorschläge auf technische Machbarkeit und Gestaltung  zu prüfen, Kosten und mögliche Fördermittel zu eruieren sowie mit den Grundstücksnachbarn Grunderwerbsverhandlungen zu führen. Es stellte sich laut Bauverwaltung dabei aber heraus, dass man so zu keiner überzeugenden Lösung kommen werde. Die Stadt verhandelte selbst mit der Kirchenverwaltung Söcking sowie dem Landesamt für Denkmalpflege, denn Kirche, Kirchenmauer und Friedhof stehen unter Denkmalschutz. Derzeit ist die Anlage nur über zwei sehr steile Treppen erreichbar. Der Vorschlag der Verwaltung sieht nun den Bau einer Rampe samt Umgestaltung von Grünflächen vor der Kirchenmauer sowie Verlegung des angrenzenden Gehweges vor. Die Untere Denkmalschutzbehörde hat den Plänen zugestimmt. Teilweise steht der benötigte Grund und Boden im Eigentum der Stadt. Das Stadtbauamt stellte dem Ausschuss zwei mögliche Varianten vor:

  • Die Rampe hätte eine Länge von 30 Meter und ein Gefälle von 6 Prozent, wäre also hinsichtlich der Barrierefreiheit DIN-gerecht. Kosten geschätzt 290000 Euro. Dazu müsste die Stadt etwa 25 Quadratmeter Grund erwerben.
  • Hier wäre die Rampe 20 Meter lang, das Gefälle betrüge 9,7 Prozent, es gäbe zwei Zwischenpodeste. Die Kosten betragen geschätzt 260000 Euro. Grunderwerb ist nicht nötig.

Die Diözese Augsburg hat finanzielle Unterstützung von zehn Prozent der Kosten in Aussicht gestellt. Städtebaufördermittel könnten laut Stadtbauamt beantragt werden, wenn in Söcking ein Sanierungsgebiet zur Beseitigung städtebaulicher und sonstiger Missstände vom Stadtrat beschlossen würde, was inzwischen erfolgt ist.

Christiane Falk (SPD) dazu: „Aus haushaltstechnischen Gründen muss ich da die Bremse reinhauen. Das ist eine viertel Million. Für mich steht der Schulweg in Söcking an erster Stelle. Wir können das höchstens in die Haushaltsberatungen aufnehmen.“ Weger warb dagegen um Unterstützung: „Die Kirche ist ein wichtiges Gebäude für die Bevölkerung und ein Wahrzeichen von Söcking. Beide Kirchen nutzen das Gotteshaus, das so mit Leben erfüllt ist und für viele kirchliche Feste, Taufen und Hochzeiten gebraucht wird.“ Er plädierte dafür, dass das Projekt „Eingang in den Haushaltsentwurf“ finden solle, schon auch, weil die Verwaltung da viel Herzblut reingesteckt habe. Sein Favorit sei die längere Rampe, so Weger, der bat, die betroffenen Privateigentümer in das Projekt einzubeziehen. Josef Pfister (BMS) wollte sich mit Blick auf offene Fragen hinsichtlich der staatlichen Förderung noch nicht auf eine Variante festlegen. „Flexibel bleiben“ wünschte sich auch Ludwig Jägerhuber (CSU): Damit man umschwenken könnte, wenn die bessere Lösung sich nicht realisieren lasse.

Der Ausschuss bevorzugte in seinem Beschluss die DIN-gerechte Variante, sagte aber gleich: Wenn diese sich nicht realisieren lasse, sollte die längere Rampe zum Zug kommen. Die Finanzmittel seien in den Haushalt 2019 einzustellen.

 

Kita-Perchting: Satzungsbeschluss

Einstimmig hat der Bauausschuss den Bebauungsplan für den Neubau einer Kindertagesstätte am westlichen Ortsrand von Perchting zur Satzung erklärt. Damit ist die Bauleitplanung abgeschlossen. Im Zuge der letztmaligen öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfes waren erneut Einwände und Anregungen eingegangen, die von den Ausschussmitgliedern abgewogen werden mussten. Vor allem ging es dabei nach Aussage von Stefanie Fritz vom städtischen Bauamt um die Verkehrserschließung und die nach Ansicht einiger Bürger zu hohe Verkehrsbelastung auf der Jägersbrunner Straße, sowie Gefahren, die davon ausgingen. Wie berichtet hatte der Ausschuss im Juli bereits beschlossen, andere Verkehrserschließungsmöglichkeiten zu prüfen. Das Verfahren läuft. „Wir nehmen das schon ernst“, sagte Bürgermeisterin Eva John (siehe auch Pläne Kinderhaus sind öffentlich).

Zusätzlich geprüft werden deshalb drei Varianten: eine Erschließung von der Andechser Straße über eine zusätzliche Straßenverbindung am Sportplatz entlang, der Ausbau des schon vorhandenen Feldwegs  von der Andechser Straße her und die Verbreiterung der Jägersbrunner Straße zwischen Ortsrand und Kindertagesstätte auf 4,50 Meter. Die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern dazu  sind laut John aufgenommen worden. Sobald es Ergebnisse gebe, sollten diese in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Beschlossen hatte das Gremium auch bereits weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, so lange es bei der Erschließung über die Jägersbrunner Straße bleibt: Der bestehende Gehweg wird bis zum Kinderhaus verlängert, im Bereich des Neubaus die Straße verbreitert und durch Markierungen eine Querungshilfe zwischen Parkplatz und Kinderhaus geschaffen. Das Rathaus will laut Fritz noch mehr tun: So ist ein Zebrastreifen über die Jägersbrunner Straße an der Einmündung der Pöckinger Straße geplant, durch Schilder soll überall auf die Fußgängerquerungen hingewiesen werden und zwischen der Kreuzung Pöckinger Straße und dem Kinderhaus soll es ein absolutes Halteverbot geben. Eine verkehrssichere Erschließung sei so sicher gestellt, hieß es, zumal noch zusätzliche sichere Querungsmöglichkeiten geprüft würden.

Sichere Radwege an Westumfahrung

Renate Richter konnte gestern Abend vor dem Stadtrat die Tränen kaum hinunter schlucken. Unter der Rubrik „Bürger fragen“ wandte sie sich in verzweifeltem Ton an die Stadträte: „Sie schaffen mit der neuen Westumfahrung tolle Bedingungen für Autofahrer, aber verschlechtern die für Radfahrer“. Welche Angebote die Stadt künftig den Radlern, vor allem den Alltagsradlern außerhalb des Stadtgebietes machen wolle, fragte sie.

Bürgermeisterin Eva John berichtete von den neuesten Bemühungen des Rathauses, doch noch eine Lösung zu finden. Wie berichtet gibt es künftig für Radfahrer im Bereich von Gut Mamhofen keine Möglichkeit mehr, die dort vom Landkreis gebaute neue Straßen-Verbindung zwischen der Waldkreuzung und Einmündung in die neue Westumfahrung vor Hadorf sicher zu überqueren. Bisher hatten Radler aus Unering oder  Oberbrunn nur ein kurzes Stück auf der alten Staatsstraße zu überwinden um aus dem dortigen Waldweg  die Verbindung südlich des Gutes nach Hanfeld zu erreichen. Das wurde nun durch den Neubau des Landkreises gekappt. Außerdem soll auf dieser neuen Straße Tempo 100 möglich sein. Ein Queren für Radler oder Fußgänger wäre lebensgefährlich. Die Eigentümerin von Gut Mamhofen war nicht bereit gewesen, über die für den Straßenbau nötigen Flächen hinaus noch weitere für einen begleitenden Radweg zur Verfügung zu stellen. „Wir haben uns mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landratsamt Starnberg auf eine zweigleisige Strategie geeinigt“, berichtete John in der Ratssitzung. Als Ersatz solle der besonders holprige Teil der Wegeverbindung zwischen Hadorf und Hanfeld mit einer wassergebundenen Wegdecke hergerichtet werden. Zudem erhalte das Stück zwischen der Waldkreuzung und der dortigen, dann zur Ortsstraße abgestuften Hanfelder Straße auf etwa 800 Meter Länge einen straßenbegleitenden Radweg. „Wir sind auch etwas unglücklich mit dieser Lösung, aber hoffen, dass sie vom Landkreis zügig realisiert wird“, sagte John und tröstete Richter: „Sie haben Verbündete im Stadtrat.“

Heute morgen hat das Rathaus zu dem Thema eine Pressemitteilung mit folgendem Inhalt übersandt:

„Westumfahrung: Sichere Wegeverbindung für Radfahrer

 

Durch die Verlegung der bisherigen Kreisstraße im Bereich von Gut Mamhofen und der damit entfallenden Radwegeverbindung von Hanfeld nach Oberbrunn sowie der Querverbindung von Hadorf zur Waldkreuzung besteht die Notwendigkeit der Neuordnung des Radwegnetzes in diesem Bereich. Um zum Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe der Westumfahrung Ende November 2018 eine durchgehende Radwegeverbindung anbieten zu können, wurde von der Stadt Starnberg in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landratsamt eine Zwischenlösung entwickelt.

„Zur Verkehrssicherheit der Radfahrer wird ein Teilstück des Geh- und Radweges zwischen Hanfeld und Hadorf mit einer wassergebundenen Decke ausgestattet, so dass auch für Alltagsradler ein vorläufiges Angebot gemacht werden kann“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Voraussichtlich am 25.10.2018 baut die von der Stadt beauftragte Fachfirma das grobkiesige Teilstück des land- und forstwirtschaftlichen Weges für Radfahrer zwischen der Dorfstraße in Hadorf und dem Jägerweg in Hanfeld aus. In dieser Zeit ist dieser Bereich des Weges gesperrt, Radfahrer und Fußgänger können die gesperrte Stelle jedoch weiterhin passieren, allerdings müssen Radfahrer absteigen und ihr Rad schieben.

Im Rahmen der endgültigen Neuordnung des Radwegenetzes soll neben der Umfahrung Ober-/Unterbrunn bis zur Waldkreuzung ein neuer straßenbegleitender Radweg realisiert werden, der die Radfahrer dann ab der Waldkreuzung auf der abgestuften Hanfelder Straße weiter bis auf den Radweg zwischen Hanfeld und Hadorf leitet. Dieses Projekt wird vom Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landkreis Starnberg betreut.“

(Siehe auch John soll’s richten)

Verkehrsentlastung für Percha

Der Starnberger Ortsteil Percha soll einen eigenen Verkehrsentwicklungsplan bekommen, weil er weder durch den Bau des B2-Tunnels noch durch eine ortsferne Umfahrung vom Verkehr entlastet würde. Eher ist das Gegenteil der Fall, haben vergangene Untersuchungen gezeigt. Geholfen hätte nur eine ortsnahe Umfahrung der Stadt, die der Stadtrat aber nicht weiter verfolgen will. Am Dienstagabend präsentierte August Janello vom Ingenieurbüro Vössing – schon seit den Runden Tischen 2002 noch unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger für die Stadt tätig – ein mögliches Entlastungskonzept im Umwelt-, Energie- und Mobilitätsausschuss des Stadtrates. Sein Fazit: Derzeit mache nur die Verfolgung eines Halbanschlusses an die Autobahn A 952 bei Buchhof einen Sinn. Aber heute schon ließe sich mit einfachen Maßnahmen ohne größere Umbauten die Situation und Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Einstimmig  entschieden die Ausschussmitglieder, für den Halbanschluss und die vorgeschlagenen Maßnahmen am Knotenpunkt Würm-/Berger-/Buchhofstraße eine Entwurfsplanung erarbeiten zu lassen. Über einen späteren möglichen Umbau der heutigen Autobahnanschlussstelle Percha wollen die Fraktionen zunächst intern beraten.

Laut Janello ist Percha „eingezwängt zwischen Autobahn, Staats(Berger)straße und sehr großer Verkehrsnachfrage“. Sein Büro habe auch einen Autobahnvollanschluss südlich des Parkplatzes der Munich International School untersucht, sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass ein solcher, abgesehen von dem dafür nötigen sehr großen Flächenverbrauch (insgesamt rund 38000 Quadratmeter), nur im Zusammenhang mit einer „ziemlich aussichtslos erscheinenden“ Umfahrung Perchas im Südosten Sinn machen würde. Hinzu kämen die hohen Kosten mit geschätzt 4,64 Millionen Euro. Ein Halbanschluss würde im Vergleich dazu nur rund 935500 Euro kosten und nur 4110 Quadratmeter Fläche benötigen. Aufgefallen ist dem Ingenieurbüro bei seiner Analyse, dass es in Percha „breite Fahrbahnen und schmale Gehwege“ gibt, dazu einen starken Verkehrsstrom über die Würm- in die Berger Straße sowie vom Süden her über die Berger Straße Richtung Autobahn. Die Leistungsfähigkeit des Knotens liege auf der Skala von A bis F hier bei E, was bedeute: „Gerade noch leistungsfähig, die Reserve liegt nur noch bei fünf Prozent“. Ein wichtiger Verkehrserzeuger sei die Internationale Schule, deren Schüler aber zu 80 Prozent den Bus benutzten. Hinzu kämen die rund 300 Lehrer, die zu 70 Prozent mit dem eigenen Auto kämen. Als weitere Verkehrserzeuger nannte Janello die Marianne-Strauß-Klinik und das Gymnasium Kempfenhausen. Ein wichtiger Verkehrsstrom sei auch der aus Richtung Wangen, der ebenfalls am Knoten auftreffe und nach Starnberg wolle.

Der Halbanschluss an die Autobahn würde eine Ableitung südlich des MIS-Parkplatzes aus Richtung Starnberg und eine Auffahrtsmöglichkeit von Wangen her Richtung Starnberg im Bereich der bestehenden Brücke bedeuten, mit der die „alte B2“ die Autobahn südlich von Wangen unterquert. Stellung genommen hat Janello auch zu einer etwa 10 Jahre alten Planung von Ingenieur Dieter Gier, die nach dem Stand 2009 damals 2,15 Millionen Euro gekostet hätte. Sie würde aber einen Umbau der heutigen Autobahnanschlussstelle Percha bedeuten, der zu einer deutlichen Entlastung der Würmstraße führen könnte. Das hieße, die Würmstraße als Einbahnstraße Richtung Berger Straße mit Zwei-Richtungs-Fahrradspuren zu führen. Die Leistungsfähigkeit des Knotens stiege in dem Fall auf „C“, der Verkehr auf der Berger Straße nähme aber zu. Die Geschäfte und das neue Parkhaus an der Würm wären nicht mehr im gleichen Maße erreichbar, was im Gremium einhellig dazu führte, sich diese Variante erst noch einmal genauer ansehen zu wollen. Viel Gestaltungsspielraum sieht Janello im Bereich Würmstraße und den südlich daran angrenzenden Gebieten jetzt bereits: durch die Anordnung von Tempo 30 und die Verschmälerung des Straßenraums dort, wo er heute überbreit ist. So könnte für mehr Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gesorgt werden. Unter die Lupe nehmen will man zudem die Ampelschaltung am Knoten.

Bürgermeisterin Eva John empfahl nach der Präsentation vordringlich den Halbanschluss und den Knotenumbau weiter zu verfolgen. Tim Weidner (SPD) und Winfried Wobbe (UWG) verlangten, nicht nachzulassen, in dem Bemühen, die Autobahndirektion Süd zu bearbeiten, die bisher jegliche zusätzliche Anschlüsse an die A 952 strikt abgelehnt hatte. Der Halbanschluss fand auch die Zustimmung von Stefan Frey (CSU). Dieser und die kurzfristig möglichen Maßnahmen seien zu planen und, wo möglich, in Angriff zu nehmen, sagte er. Fremder Grund soll laut John aber nicht in Anspruch genommen werden. Das wäre zum Beispiel bei der Lösung Gier nötig, weshalb Frey da mit „massivem Widerstand“ rechnet. John versicherte, nichts überstülpen zu wollen, sprich: nichts ohne die Anlieger zu unternehmen. Franz Sengl (Grüne) wollte die kleineren Maßnahmen „am liebsten sofort beschließen“. Gegen die Gier-Planung sprach sich Anton Wiesböck aus: „Ab in die Schublade damit!“ Das bedeute sechs Fahrspuren zwischen Percha Nord und Percha Süd. Außerdem müsse noch nachgearbeitet werden, um den Badeverkehr außerhalb von Percha führen zu können, forderte er. „Weitermachen, nicht nachlassen“ war die Devise von Josef Pfister (BMS), der über die Gier-Lösung zunächst einmal mit betroffenen Grundstückseigentümern und grundsätzlich über alle Lösungen mit der Autobahndirketion reden möchte. Denn bisher sei „eine wirkliche Entlastung Perchas noch nicht in Sicht“.

Radler haben Vorrang

Viel ist in der Vergangenheit gestritten worden darum, wie man in der Seestraße in Percha mit dem engen Straßenraum umgehen soll. Das Starnberger Rathaus wollte wie berichtet auf Grund von Bitten aus der Bevölkerung die Sicherheit von Fahrradfahrern erhöhen und hatte dort für eine Testphase auf der Südseite einen Fahrradschutzstreifen angelegt (siehe auch Percha: Ein Jahr Test in der Seestraße). Das bedeutete für etliche Anlieger, dass sie nicht mehr wie gewohnt entlang der Straße vor ihrer Haustür parken konnten. Zusätzlich erschwerte ihnen das Parken die Anordnung „Rettungsweg“ auf der Nordseite der Straße. Folge waren Auseinandersetzungen mit dem Rathaus in Starnberg und Beschimpfungen der Verantwortlichen. Gestern Abend hat der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität mit nur einer Gegenstimme beschlossen, aus der Seestraße eine „Fahrradstraße mit Kraftfahrzeugverkehr“ zu machen. Das bedeutet, Radler haben im Fall des Falles Vorrang, dürfen weder gefährdet noch behindert werden, Autos müssen auch mal hinter ihnen herfahren. Die Anordnung erstreckt sich zudem auf den Schiffbauerweg zwischen Würmstraße und Lüßbachweg. In der Seestraße soll „Rettungsweg“ künftig auf der Südseite gelten. Der dort aufgemalte Rad-Schutzstreifen wird beseitigt. Geparkt werden darf dann auf der Nordseite, so lange eine Straßenbreite von fünf Meter zum Durchfahren erhalten bleibt.

Viel Fahrradverkehr gibt es in diesem Bereich von Percha vor allem in den Sommermonaten. Ziel der Radler sind dann die Erholungflächen am Starnberger See in Percha und Kempfenhausen. Sport- und Alltagsradler sind aber das ganze Jahr unterwegs. Laut Bürgermeisterin Eva John erleidet mit dieser Festlegung der Fahrradstraße kein Verkehrsteilnehmer „einen besonderen Verlust“. Klaus Rieskamp (DPF) erinnerte daran, dass der Vorschlag von seiner Gruppierung gekommen sei, und kündigte seine Zustimmung an. Auf Winfried Wobbes (UWG) Einwand, dort führen doch gar nicht so viele Radler, erläuterte die Bürgermeisterin, dass man hier eine Lücke im Radwegnetz schließen wolle. Schließlich ende der Radweg entlang der Berger Straße abrupt an der Einmündung in die Seestraße. Sie warb für den vorgeschlagenen Kompromiss, der den Schutz der Radfahrer in den Vordergrund stelle. Franz Sengl (Grüne) sah in den Plänen den „richtigen Weg“, denn ohne Umbauten könne so mehr für Sicherheit und Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer getan werden. Die einzige Gegenstimme kam von Anton Wiesböck (FDP).