Bauleitplan MIS auf gutem Weg

Die Munich International School (MIS) hat viel vor. Vor etwa einem Jahr hatte sie den Stadträten ihren Masterplan 2035 vorgestellt (siehe Neuer Masterplan für MIS). Inzwischen konnten auf dem Weg zur Änderung des Bebauungsplanes einige Fortschritte erzielt werden. Und noch in einem anderen Punkt scheint es Bewegung zu geben. Wie Bürgermeisterin Eva John auf Nachfrage von Gerd Weger (CSU)  berichtete, befänden sich die vom Elternbeirat der MIS stark unterstützten Verhandlungen mit Freistaat und Autobahndirektion Süd in einem relativ erfolgreichen Stadium. Wie berichtet geht es um den Wunsch der Stadt, besonders aber der Bürger des Ortsteils Percha, die unter dem Verkehr von und zur Schule leiden, für diesen Verkehr eine eigene Autobahnauf- und -abfahrt bei Buchhof realisieren zu können. „In zwei bis drei Monaten kann ich mehr berichten“, sagte John.

Inzwischen liegt ein Entwurf für die Bebauungsplanänderung vor, der dem Bauausschuss vorgestellt wurde. Die Nutzung der verschiedenen Flächen wurde festgesetzt und wesentliche Ziele benannt. Da geht es um die Sicherung des Baumbestandes, Wegenetzes, die Anbindung an das Busnetz, Vorgaben für ökologische Ausgleichsmaßnahmen und die Erschließung des Schulareals von Norden und Westen. Geklärt ist inzwischen, dass die Sichtachse zwischen Schloss Buchhof und Starnberger See frei bleiben kann. Die Schule verzichtet auf den geplanten Zaun an der Grundstücksgrenze und will den dort verlaufenden öffentlichen Weg mittels Video-Überwachung sichern.

Wie Nicola Gotthardt-de-Caluwé vom Stadtbauamt sagte, sind schon Gespräche mit der Unteren Natur- und Denkmalschutzbehörde im Landratsamt geführt worden, denn es müssen große Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Starnberger See herausgenommen werden. Darüber entscheidet der Kreistag. Der Bauausschuss des Stadtrates bekräftigte, dass der gültige Bebauungsplan geändert werden soll, billigte den vorgelegten Entwurf der Schule und gab in Auftrag, die Verwaltung möge die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchführen. Alles einstimmig. Dazu werden die Pläne  und der Entwurf öffentlich ausgelegt, was im Amtsblatt angekündigt wird, wenn es soweit ist.

Ebenso einstimmig billigte der Ausschuss, dass die Schulbibliothek für drei Jahre in einer Container-Anlage im südöstlichen Campusbereich zwischen bestehenden Gebäuden errichtet werden darf. Bei Umsetzung des Masterplans wird ihr ein neuer Platz zugewiesen.

Akteneinsicht für Wangen

UWG-Stadtrat Winfried Wobbe, selbst in Wangen wohnhaft, hat bei Bürgermeisterin Eva John Akteneinsicht zum Projekt „Dortentwicklung Wangen“ beantragt. John sah darin kein Problem, das zu gewähren. Angelika Kammerl (DPF) wollte, dass die Akteneinsicht auf alle Stadträte ausgedehnt wird. So wurde es vom Stadtrat mit 25:4 Stimmen beschlossen.

Fuchsloch wird vorgezogen

Eigentlich sollte die Autobahnbrücke zwischen dem Dreieck Starnberg und der Anschlussstelle Schäftlarn – hier geht es um das so genannte „Fuchsloch“, die Verbindung zwischen Wangen und Schorn – erst 2020 erneuert werden. So lauteten die Pläne der Autobahndirektion Südbayern bisher, die sich nun aber geändert haben. „Wir müssen das miterfüllen, weil die Maßnahme auf 2019 vorgezogen wurde“, sagte Bürgermeisterin Eva John. Gemeint ist die dann erforderliche Erneuerung des Weges unter der Brücke. Der hatte bisher eine Durchfahrtsbreite von 3,50 Meter, die Unterführung eine lichte Höhe von 3,15 Meter. Nach der Erneuerung wird sie 4,50 Meter hoch und 5,50 Meter breit sein. Die betroffene Weglänge beträgt 280 Meter. Einstimmig hat der Ausschuss die Haushaltsmittel von geschätzt 500000 Euro für 2020 angemeldet und die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten durch das Rathaus genehmigt. Die neuen Maße machen es laut Anton Wiesböck (FDP) möglich, dass die Feuerwehr die Unterführung künftig benutzen kann. Die Kosten der Brücke selbst trägt die Autobahndirektion.

Genehmigung für Funkmast verlängert

Gegen die Stimme von Franz Heidinger (BLS) hat der Bauausschuss des Stadtrates die seit 2013 schon bestehende, jeweils befristete Baugenehmigung für einen temporären Funkmast mit einer Basisstation für das Mobilfunknetzt nochmals um ein Jahr verlängert. Der Standort liegt auf dem städtischen Grundstück südlich des Höhenweges in Söcking, gegenüber dem Kinderhaus von FortSchritt, und der Mast soll 26,50 Meter hoch werden. Der Mast ist laut Stadtbauamt erforderlich, bis der an der Friedhofstraße geplante neue Mast errichtet und in Betrieb genommen worden ist. Im Bauausschuss rechnete man noch damit, dass dies bis zum Frühjahr 2020 gelungen sein wird. Presseberichten war kürzlich jedoch zu entnehmen, dass der neue Mast an der Friedhofstraße eventuell aus Denkmalschutzgründen dort nicht gebaut werden darf und ein neuer Standort gesucht werden muss.

BLS: Handwerkerhof in Söcking

Der Fraktionssprecher der Bürgerliste (BLS), Michael Mignoli, hat bei Bürgermeisterin Eva John die Schaffung eines Handwerkerhofes in Söcking zur Prüfung vorgeschlagen. Gedacht ist an eine Fläche an der Andechser Straße zwischen Pförtnerhaus und der Wohnbebauung ortseinwärts. Mignoli schreibt, hier sollten die Betriebsinhaber die Möglichkeit erhalten zu arbeiten und zu wohnen. Die Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn allein befriedige bisher nicht die Nachfrage nach „kleineren gewerblichen Zellen“. Auch aus Söcking selbst gebe es Bedarf, Betriebe fit für die Zukunft machen zu wollen. Die ins Auge gefasste Grundstücksfläche eigne sich für ein Mischgebiet, weil sie gut an die neue Westumfahrung angebunden sei. „Die BLS ist überzeugt, dass durch die Kombination aus Wohnen und Gewerbe an diesem Standort ein positiver Beitrag zur innerörtlichen Entwicklung des Starnberger Ortsteils Söcking geschaffen wird“, endet Mignoli.

 

Söckinger Straße gehört der Stadt

Auf Nachfrage hat Bürgermeisterin Eva John bestätigt, dass die bisherige Staatsstraße – Söckinger-/Maximilian-von-Dziembowski-/Andechser Straße – im Bereich zwischen dem neuen Kreisverkehr an der Einmündung in die Westumfahrung vor Perchting und der Bundesstraße 2 am Beginn des Weilheimer Bergs seit dem 31. März 2019 Ortsstraße ist und somit die Straßenbaulast bei der Stadt Starnberg liegt. Das bedeutet, dass diese ab sofort für den Straßenunterhalt und und auch für die Anordnung verkehrlicher Maßnahmen zuständig ist.

Umgehend wurden deshalb die schon vom Stadtrat abgesegneten ersten Maßnahmen zur Einrichtung einer Hol- und Bringzone für die Grundschule Söcking und den Kempter-Kindergarten umgesetzt (siehe Hol- und Bringzone soll 2019 fertig werden und Hol- und Bringzone sicherer machen). Die entsprechenden Markierungen wurden angebracht und Tempo 30 im fraglichen Bereich angeordnet. Die weiter beschlossenen baulichen Maßnahmen wie zum Beispiel der Zebrastreifen sollen in den nächsten Monaten realisiert werden.

Wieder versetzt wurde das Ortsschild für Söcking in Richtung Perchting. Seit langem gab es eine Auseinandersetzung zwischen Stadt und Landratsamt. Die Kreisbehörde war bisher für die Straße zuständig, solange sie Staatsstraße war. Versuche der Stadt, das Ortsschild im Bereich des Kreisels am Beginn der Westumfahrung aufzustellen, wurden mehrfach einkassiert und das Schild dann stets im Bereich der Gaststätte „Pförtnerhaus“ aufgestellt. Hintergrund sind  unterschiedliche Definitionen des Begriffs „Ortsanfang“, mit dem natürlich auch die Tempobeschränkung auf 50 Kilometer pro Stunde innerorts einher geht. Nach Ansicht des Landratsamtes verlangt die Rechtslage das Schild dort aufzustellen, wo geschlossene Bebauung mit Straßen an die Andechser Straße angebunden ist. Das wäre erst an der Einmündung Fichtenweg/Bründlwiese der Fall. Die Stadt steht auf dem Standpunkt, dass auch ohne Straßenanbindung die fast bis an den Kreisverkehr heranreichende Bebauung auf der Südseite der Andechser Straße vor Lärm geschützt werden muss und für Fußgänger und Radfahrer Sicherheit durch ein herabgesetztes Tempo notwendig ist, zumal es auf diesem Stück zwischen dem Fichtenweg und dem Kreisverkehr keinen Geh- und Radweg gibt. Durch das Versetzen des Ortsschildes Richtung Perchting gilt nun wie schon in früheren Zeiten wieder Tempo 50 statt der vom Landratsamt angeordneten 70 oder 80 Kilometer pro Stunde. Allerdings hat die Kreisbehörde in Lokalzeitungen bereits angekündigt, erneut gegen diese Anordnung der Stadt vorzugehen.

Der Stadtratsausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität hat übrigens in seiner letzten Sitzung keine Einwände dagegen gehabt, dass die Stadt entgegen bisherigen Plänen die Einbahnregelung auf der Kempterstraße in Söcking, also vor der Grundschule, nun doch nicht in Ost-West-Richtung ausprobiert. Einen Änderungsvorschlag hatte laut John die Besprechung der Maßnahme mit den Anliegern ergeben. So soll jetzt getestet werden, dass es keine Einbahnstraßenregelung gibt, dafür aber die Einfahrt von der Bismarkstraße in die Kempterstraße verboten wird, in der dann Flächen für das Parken markiert und vorgeschrieben würden.

Hadorf: Frey’s Deal ohne Mehrheit

Keine Unterstützung hat CSU-Stadtrat Stefan Frey im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität dafür bekommen, dem Landrat ein verlockendes Angebot in Sachen Verkehrsberuhigung in Hadorf zu machen. Wie berichtet wünschen sich die Hadorfer Bürger eine Tonnagebeschränkung für durchfahrende Lkw auf höchstens zwölf Tonnen und die Anordnung von Tempo 30, um mehr Schulwegsicherheit zu erreichen. Auch nach der Inbetriebnahme der neuen Westumfahrung herrsche reger Verkehr klagten sie mehrfach in einer Anwohnerversammlung und schoben dies unter anderem auf die Tatsache, dass die Verbindung Perchting-Hadorf weiter Kreisstraße geblieben ist (siehe Auch Hadorf Thema im Ausschuss für Mobilität). Bürgermeisterin Eva John berichtete im Ausschuss, ihr seien 100 Unterschriften überreicht worden, die für das Erreichen der beiden Ziele geleistet worden seien. „Gefühlt ist das das ganze Dorf, das da unterschrieben hat“, sagte sie. Zuständig für die Umsetzung sei jedoch das Landratsamt, so lange es sich um eine Kreisstraße handele. Der langjährige CSU-Kreisrat Helmut Wagner aus Hadorf habe beim Landrat bereits einen Antrag auf Abstufung der Straße zur Gemeindestraße gestellt. Folge wäre, dass die Stadt Starnberg die verkehrsrechtlichen Anordnungen treffen könnte. John bat die Stadträte des Ausschusses um Unterstützung für die Hadorfer. Von den Fachstellen bisher vorgebrachte Gründe für die Ablehung der beiden Maßnahmen seien für die Bürger „sehr schwer verständlich“.

Frey sagte, er teile die Anliegen der Hadorfer und habe das auch dem Landrat deutlich gemacht. Aus dem Gespräch habe er mitgenommen, dass die Stadt es dem Landkreis erleichtere, wenn sie signalisiere, sie werde die Straße wie sie ist übernehmen. Üblich ist bei Abstufungen von Straßen allerdings, dass sich bisheriger und neuer Baulastträger darauf einigen, welche Maßnahmen baulicher Art nötig wären, damit der neu zuständige Verantwortliche die Straße in einwandfreiem Zustand übernehmen kann. Statt Durchführung der erforderlichen Baumaßnahmen kann auch die Zahlung eines Ausgleichsbetrages vereinbart werden. „Keine weiteren Hürden aufbauen, die Straße ohne Wenn und Aber übernehmen“, riet Frey. John hielt ihm entgegen, es könne nicht die Aufgabe der Stadt sein, eine Kreisstraße unbesehen zu übernehmen. Das sehe auch das Gesetz nicht so vor. Im Übrigen befinde sich die Stadt „nicht im Krieg“ mit dem Landkreis. Frey stellte seinen Antrag trotzdem.

Josef Pfister (BMS) empfahl der Verwaltung, nicht locker zu lassen. Es sei an der Zeit, die Hadorfer Bürger vom Verkehr zu entlasten. Pfister fragte, warum Polizei  und Landratsamt im Pöckinger Ortsteil Maising sehr wohl Tempo 30 erlaube, es in Hadorf aber nicht zulassen wollten. Bevor man sich beim Landratsamt „anbiedere“ sollten zunächst die rechtlichen Möglichkeiten und ein eventuell vorhandenes Verständnis ausgelotet werden. Für den BMS-Stadtrat ist es schon fast symptomatisch: „Das ist nicht der erste Fall, wo der Stadt etwas rundweg abgelehnt wird.“

Katja Fohrmann (CSU), die selbst mit ihrer Famlie in Hadorf wohnt, betonte noch einmal, dass die Sache jedem Hadorfer am Herzen liege. Die hohen Geschwindigkeiten, die die von der Stadt aufgestellten Smiley-Anlagen gemessen hätten, seien im Bereich aufgenommen worden, wo Kinder an der Bushaltestelle warteten. „Die Gefahrenlage ist erkannt. Ich finde es unverständlich, dass Polizei und Landratsamt das nicht einsehen“, so Fohrmann. Franz Heidinger (BLS) würde es schon reichen, wenn die Beschränkungen nur tagsüber verfügt würden. Anton Wiesböck (FDP) erinnerte an die 30-Tonner, die durch Hadorf hindurch regelmäßig zur Kompostieranlage führen. Vor diesem Hintergrund warne er davor, die Straße ohne vorherige Sanierung zu übernehmen, denn die Seitenränder seien alle abgefahren.

Martina Neubauer (Grüne) sah in Frey’s Ansinnen eine „unzulässige Vermischung“ und sprach sich für den vom Rathaus vorgeschlagenen Weg aus, weiterhin beim Landratsamt auf die Beschränkungen hinzuwirken. Auf einer Abstimmung über seinen Antrag bestand Frey nun nicht mehr. Der Ausschuss beschloss einstimmig, weiter auf die Kreisbehörde einzuwirken und zusätzlich die Abstufung der bisherigen Kreisstraße zu verfolgen. Wie John inzwischen mitgeteilt hat, hat sie Landrat Karl Roth in einem persönlichen Schreiben um Unterstützung gebeten. „Es wäre super, wenn er für die berechtigten Interessen der Hadorfer ein offenes Ohr hätte und dem Antrag zustimmt“, so John.

Ratsmehrheit erneut auf Seiten von Roth

In einem Punkt kann sich Landrat Karl Roth sicher sein: Im Starnberger Stadtrat gibt es immer eine Mehrheit für seine Vorhaben, auch dann, wenn ansonsten von den Räten recht hoch gehängte städtebauliche Grundsätze eigentlich zu anderen Lösungen raten. So geschehen vorgestern im Bauausschuss. Die Mehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD und DPF verhinderten, dass das Vorhaben des Landkreises für den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern an der Andechster Straße 57 in Söcking über einen Bebauungsplan bestimmten Regeln unterworfen wird. Über Bord geworfen haben die Mehrheitsfraktionen dafür ihre eigenen Grundsätze für den Erhalt des Aussichtspunktes „Trambahnbergl“. Eigens dafür hatten sie im September 2017 nach einer Ortsbesichtigung einen Bebauungsplan aufgestellt. Jetzt lehnten sie es jedoch ab, das Landkreisgrundstück in den Umgriff der Bauleitplanung einzubeziehen. Stattdessen gaben sie grünes Licht dafür, dass zumindest ein Gebäude, das die Maßstäbe der Umgebungsbebauung nach Ansicht des Starnberger Rathauses hinsichtlich seiner Höhe und des Masses der baulichen Nutzung überschreitet, so gebaut werden kann.

Einigkeit bestand im Bauausschuss, dass es ein lobenswertes Ziel des Landkreises sei, Wohnungen für die eigenen Bediensteten zu bauen.  Insgesamt 13 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 37 und 87 Quadratmeter sind verteilt auf zwei Mehrfamilienhäuser geplant. Von den insgesamt 20 Stellplätzen sollen 14 in einer Hanggarage untergebracht werden, sechs bleiben oberirdisch anfahrbar. Baubeginn soll spätestens im Frühjahr 2020 sein. Das Projekt kostet insgesamt 6,1 Millionen Euro. An staatlichen Zuschüssen winken 1,8 Millionen Euro. Bezugsfertigkeit ist für 2021 anvisiert. Von dem 2015 vom Landratsamt erteilten Vorbescheid weicht die jetzige Planung ab, weil entgegen den damaligen Plänen nun auch das Dachgeschoss für Wohnungen genutzt werden soll. Im Rahmen der Vorbescheidserteilung waren die Nachbarn nicht gefragt worden. Die haben sich jetzt aber an die Stadträte gewandt, weil ihnen zumindest einer der Neubauten zu nah komme und außerdem zu hoch werde, berichtete Stadtbaumeister Stephan Weinl in der Sitzung. Seiner Feststellung nach liegt das Gebäudevolumen weit über dem üblichen Wert in der Umgebung, und die Wandhöhe überschreite den Gebietsmaßstab ebenfalls. Weinl empfahl, korrigierend einzugreifen, in dem der schon 2017 aufgestellte Bebauungsplan rund um den Grünzug des Trambahnbergls um die Grundstücke des Landkreises erweitert werde. Der Landkreis könnte die Höhe des Gebäudes dann um 1,50 Meter reduzieren, was auch durch Geländeanpassungen gelingen könnte. Eine Zeitverzögerung beim Baubeginn müsse das nicht bedeuten, wenn man sich einig sei.

Winfried Wobbe (UWG) verglich das Trambahnbergl mit dem neuen Haus und befand zunächst noch: „Das Trambahnbergl ist dann ein kleiner Ameisenhaufen im Vergleich zum neuen Gebäude.“ Später stimmte er jedoch gegen die Aufnahme in den Bebauungsplanumgriff. Franz Heidinger (BLS) wollte den Neubau um ein Stockwerk kürzen, damit es besser in die Umgebung passt. Das bedeute aber bis zu drei Wohnungen weniger, warnte Bürgermeisterin Eva John. Sie erinnerte daran, dass Genehmigungen an dieser Stelle den Maßstab für Forderungen an anderer Stelle im Gebiet setzten, so lange es keinen Bebauungsplan gebe. Patrick Janik (UWG) befand: „Die Nachbarbedenken werden bei 1,50 Meter weniger auch nicht geringer. Ich würde das Einvernehmen erteilen.“ Für Gerd Weger (CSU) sind die Nachbarn „nur ein bissel beeinträchtigt“. Hier gehe es doch um einen Arbeitgeber, der für seine Bediensteten Wohnungen schaffe, was für ihn, Weger, Priorität habe. Auch sein Fraktionskollege Ludwig Jägerhuber sah keinen wirklichen Gewinn in einer möglichen Höhenreduzierung und wollte dem Bauantrag wie gestellt zustimmen. Weinl meldete sich nochmals zu Wort: „Sie müssen sich ernsthaft Gedanken machen, weil hier eine Höhenlage des Geländes und eine gewichtige Höhe zusammenkommen. Es ist technisch machbar, das Gelände besser an das Gebäude anzupassen, auch wenn es für den Bauherren etwas teurer wird. Ohne Bebauungsplan haben Sie jedoch keine Möglichkeit der Steuerung mehr.“

Josef Pfister (BMS) wollte es wenigstens versucht haben, eine Höhenreduzierung zu erreichen, denn es nicht zu tun, bedeute eine ähnliche Entwicklung in der Umgebung, warnte er. Sein Vorschlag, der Landkreis könnte von sich aus zumindest zustimmen, zunächst die Baumasse mittels eines Phantomgerüstes auszustecken, damit den Stadträten die Beurteilung leichter falle, wurde vom im Zuhörerraum anwesenden Landrat Karl Roth persönlich abgelehnt. Dieser Zwischenschritt hätte eine nur kurze Zeitverzögerung bedeutet. Der Landkreis hätte seinen Antrag zurückziehen müssen, damit der Ausschuss wegen drohendem Ablauf der Zwei-Monats-Frist – danach hätte ohne Entscheidung der Antrag als genehmigt gegolten – nicht am selben Abend noch entscheiden muss. Pfister zeigte sich enttäuscht. Er erinnerte an die zahlreichen Beschlüsse der Stadt zu Gunsten von Landkreisvorhaben wie Erweiterung des Landratsamtes und Verzicht auf Stellplätze sowie höhere Baumassen bei der Fachoberschule mit ebenfalls Stellplatzproblematik und meinte: „Soweit reicht es in der sonst immer so betonten kommunalen Familie dann scheinbar doch nicht.“ Klaus Huber (WPS) warnte vor der Schaffung von Präzedenzfällen in Söcking. Janik betonte,  der Paragraph 34 Baugesetzbuch erlaube die Baumasse. Anderes sei nur die Ansicht des Stadtbaumeisters. Im Übrigen sei es nicht rechtens, mit einem Bebauungsplan etwas zu verhindern, was zulässig sei. Heidinger sagte: „Bei aller Liebe, der Landkreis hat so viele Grundstücke, wo er höher bauen kann. Hier ist das Gelände zu extrem und es ist eine Unverschämtheit gegenüber den Nachbarn. Entweder man geht 1,50 Meter tiefer oder es geht nicht.“ Christiane Falk (SPD) kündigte ihre Zustimmung an, denn: „Die 1,50 Meter bringen den Nachbarn nicht so viel, wie für den Landkreis Aufwand dagegen steht.“ Angelika Kammerl (DPF) stellte fest: „Immer wenn das Landratsamt bei uns anfragt, gibt es eine Höhendiskussion. Verdichtung in Starnberg kann eben nur über das Bauen in die Höhe gehen.“ Anton Wiesböck (FDP) plädierte demgegenüber für das „Eingraben um 1,50 Meter“. Ohne Erfolg. Den Vorschlag der Verwaltung, die Grundstücke in den Bebauungsplanumgriff einzubeziehen und die Höhenentwicklung damit zu regeln, lehnte die Mehrheit mit 6:7 Stimmen ab. Das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag erteilte der Ausschuss dann mit 8:5 Stimmen.

Kinderhaus Perchting – Bau gestartet

Am Montag, den 18. März 2019 um 11:00 Uhr war es soweit: Mit dem ersten „Baggerbiss“ startete der Neubau des Kinderhauses in Perchting. Zu Beginn der Bauarbeiten lud die Erste Bürgermeisterin der Stadt Starnberg, Eva John, die Projektbeteiligten zur gemeinsamen Feier ein. Neben den planenden Architekten der „raumstation Architekten GmbH“ aus Starnberg und den Vertretern der Baufirmen war auch der katholische Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall mit dabei.

Das neue Kinderhaus soll sich künftig in der Jägersbrunner Straße gegenüber dem TSV- Parkplatz befinden und multifunktional sein: es wird eine Krippengruppe für Kinder zwischen ein und drei Jahren, eine Kindergartengruppe für 3- bis 6-Jährige sowie eine Hortgruppe für 6- bis 10-Jährige geben. Dazu kommen weitere Räume wie Bewegungsraum, Werkraum, Essraum mit Küche, Räume für Verwaltung, Personal und Elterngespräche sowie Sanitärbereiche, außerdem Außenspielflächen für die unterschiedlichen Altersgruppen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Pelletheizung, auf den südwärts ausgerichteten Dächern ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Voraussichtlich in einem  Jahr soll das Haus zum weiteren Betrieb an die katholische Pfarrkirchenstiftung Perchting übergeben werden. Bürgermeisterin Eva John sagte: „Das neue Kinderhaus bietet viel Platz und beste Voraussetzungen, damit die Kinder dort eine glückliche Zeit verbringen können.“ Sie dankte den Anliegern schon im voraus für ihre Geduldg während der Bauzeit, besonders aber dem Perchtinger Anton Liebich, der das Grundstück bereits 2013 an die Kirche übertragen und damit den Weg für das Bauvorhaben geebnet hatte. Zum „Baggerbiss“ gehörte natürlich der Münzwurf, bei dem die am Projekt Beteiligten durch den Wurf einer Münze in die Grube nach Ausheben der ertsten Baggerschaufel ihre guten Wünsche für eine erfolgreiche und unfallfreie Baustelle bekräftigten. Im Mai ist das Betonieren der Bodenplatte geplant, ab Juli wird das Holzhaus aufgestellt und ab August startet der Innenausbau.

Zum Hintergrund:

Um auch weiterhin für junge Familien attraktiv zu bleiben und dem bestehenden und kommenden Bedarf, gerade in Perchting, gerecht zu werden, beschloss der Stadtrat 2017 die Vergabe der Planung an das Büro „raumstation Architekten GmbH“ aus Starnberg. Der eingeschossige Bau wird eine Fläche von fast 1.000 Quadratmeter haben. Die Baukosten betragen voraussichtlich etwa 4,5 Mio. Euro.

Söcking als Sanierungsgebiet?

Ursprünglich hatte UWG-Stadtrat Otto Gaßner den Anstoß gegeben. Er ließ kein gutes Haar an der Ortsmitte von Söcking und forderte die Stadtverwaltung auf, sich Gedanken über Verbesserungen zu machen. Im Hinblick darauf, dass die Westumfahrung seit geraumer Zeit dafür sorgt, dass die bisherige Staatstraße zwischen Söcking und Starnberg weniger frequentiert ist und in Zukunft, wenn diese Straße zur Ortsstraße herabgestuft ist, noch weniger Autos dort fahren sollen, hatte das Rathaus im Oktober 2018 vorgeschlagen, den Einleitungsbeschluss für eine förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes für den Ortsteil Söcking zu fassen. Der gäbe der Stadt das Werkzeug an die Hand, gravierende Verbesserungen an der Aufenthaltsqualität dortiger öffentlicher Plätze vorzunehmen, etwas für den Einzelhandel zu tun, aber auch bessere und vor allem vernetzte Wege für Fußgänger und Radfahrer anbieten zu können, natürlich barrierefrei.

Nach einer heftigen Diskussion im Bauausschuss, in deren Verlauf Gaßner sich vehement gegen das Verfahren aussprach, sich am Ende aber nicht durchsetzen konnte, entschied man, dem Stadtrat die Einleitung zu empfehlen, die vorbereitenden Untersuchungen ortsüblich bekannt zu machen und ein Fachbüro mit den Arbeiten zu beauftragen. Über die Aufnahme von Projekten in das Städtebauförderprogramm des Freistaates sollte verhandelt werden. Allerdings hatte die Regierung von Oberbayern bereits Unterstüzung signalisiert, auch schon für die Planung eines Konzeptes. Der Stadtrat diskutierte nicht mehr. Eine große Mehrheit sprach sich für die Durchführung der Untersuchung aus (21:4). Zunächst wird als Grundlage für Ausschreibungen eine Leistungsbild erarbeitet. Über die Vergabe entscheidet der Bauausschuss.