Doch verbesserte Nepomuk-Unterführung

Jetzt sind einige Stadträte doch noch einmal in sich gegangen. Auf Antrag der BMS-Rätin Eva Pfister musste sich der Gesamt-Stadtrat nochmals mit der Frage befassen, die den Mitgliedern des Bauausschusses Ende April teils Bauchgrimmen, teils die Furcht, die Stadt Starnberg könnte finanziell ins Trudeln geraten, beschert hatte. Die Folge war wie berichtet, dass die Mehrheit des Ausschusses darauf verzichten wollte, die ungenügendste Unterführung der Stadt zwischen Ludwigstraße und Nepomukweg annehmbar aufzuweiten, wenn die Deutsche Bahn sie voraussichtlich 2023 erneuert. Die Stadt hätte sich finanziell beteiligen müssen, wenn sie diese Aufweitung wie seit 2017 schriftlich fixiert weiter wünscht (siehe https://lokales-aus-starnberg.blog/2021/04/26/mutlose-seeanbinder/).

Zwischenzeitlich hat nach Berichten der Lokalpresse und im Stadtrat Bürgermeister Patrick Janik Gespräche mit Vertretern der Bahn geführt. Ergebnis: die fragliche Unterführung will das Bundesunternehmen jetzt nicht mehr 2023 sondern erst nach 2025 erneuern. Das ließ so manchen der Räte zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Dann könnte die Stadt wieder mehr Geld und Personal im Bauamt haben, um das Projekt fachlich und finanziell zu begleiten. Gute Nachrichten seitens der Verwaltung gab es auch noch hinsichtlich der Möglichkeit staatliche Fördermittel bekommen zu können, weil die Unterführung eine wichtige Radwegeverbindung zwischen Innenstadt und dem Freizeitgelände in Percha ist. Solche Projekte will der Bund aktuell mehr fördern.

Nächster Schritt ist die Erstellung von zwei Fiktiventwürfen: Wie würde die neue Unterführung aussehen, wenn man die Erneuerung ausschließlich der Bahn überließe, und wie, wenn sie entsprechend der Aufweitungswünsche der Stadt Starnberg gebaut würde? Für jeden Entwurf müssen die jeweiligen Kosten ermittelt werden, insbesondere der Anteil, der nach Abzug von staatlicher Förderung an der Stadt hängen bliebe.

Im einstimmigen Beschluss des Stadtrates heißt es jetzt, dass das Änderungsverlangen der Stadt aufrecht erhalten bleibt, und der Bürgermeister ermächtigt ist, die Planungsvereinbarung mit der Bahn zu unterzeichnen, wenn diese nicht hinsichtlich staatlicher Förderung schädlich ist. Über die tatsächlichen Fördermöglichkeiten soll eine verbindliche Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern erzielt werden. Mit den Fiktiventwürfen muss die Angelegenheit dann nochmals dem Stadtrat vorgelegt werden.

Diesmal sprach kein Stadtrat mehr davon, dass eine für Fußgänger und Radfahrer ausreichend dimensionierte Unterführung an der fraglichen Stelle lediglich „nice to have“ sei. Stattdessen wurde vielfach betont, welch wichtige Wegeverbindung sie doch ist. Nach der Bauausschusssitzung im April hatte es seitens der Bürger etliche Kritik am damaligen Beschluss gegeben, mit dem die Stadt auf die Aufweitung verzichten wollte.

Bayerischer Hof bleibt in Warteschleife

Nur ganz wenige Dinge hat der Stadtrat inzwischen entschieden. Es geht um die Zukunft des Bayerischen Hofes, seine künftige Nutzung, die Situation der immer noch ausgesperrten Pächter und am allerwenigsten um überfällige Sanierungen. Zwei Punkte, in denen Einigkeit zu bestehen scheint: Nicht die Stadt soll das denkmalgeschützte Gebäude mit Hotel und Griechischer Tavern sanieren, sondern ein Investor, der erst noch gefunden werden muss. Außerdem haben die öffentlichen Proteste und zahlreichen Leserbriefe von Starnberger Bürgern dazu geführt, dass von einem Verkauf der Immobilie im Moment niemand mehr reden möchte. Ein Investor kann lediglich mit einem Erbbaurechtsvertrag rechnen. In alle Überlegungen soll die Alte Oberschule einbezogen werden.

Hier der Inhalt des am 26. April 2021 mit 26:0 Stimmen gefassten Beschlusses:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, die Bestandsunterlagen für den Bayerischen Hof und die Alte Oberschule (Villa Bayerlein) zusammenzufassen.
  2.  Die Verwaltung wird beauftragt, eine umfassende Untersuchung des Zustands der Bestandsgebäude durchzuführen und die Standsicherheit und Sanierungsfähigkeit und die Möglichkeit einer zügigen Wiedereröffnung zu klären.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, Abstimmungsgespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der unteren Denkmalbehörde zu führen.
  4.  Die Villa Bayerlein, der Bayerische Hof und das Rondell sollen mindestens in ihrem äußeren Erscheinungsbild in jedem Fall erhalten werden.
  5. Ein Verkauf der Grundstücke wird nicht angestrebt, allenfalls kommt eine Vergabe als Erbbaurecht in Betracht.

Bis die Verwaltung diese Aufträge abgearbeitet hat, wird es wieder dauern. Den Pächtern des Hotels und der Griechischen Taverne läuft derweilen die Zeit davon. Dem Hotelpächter Nicolas Schrogl hat die Stadt den Pachtvertrag zum 31. August dieses Jahres gekündigt. Seine Hoffnung, mit einer Klage dagegen erfolgreich sein zu können, erfüllte sich zunächst nicht. Sein Eilantrag auf Entscheidung wurde am 9. April 2021 abgelehnt. Das Verwaltungsgericht München verwies in seiner Begründung auf die weiter im Raum stehende Gutachteraussage vom Winter, es bestehe eine Gefährdung von Leben und Gesundheit für Nutzer des Gebäudes. Mangels für das Gericht ausreichender gutachterlicher Aussagen zum Gebäudezustand, will das Gericht die Frage der Nutzungsuntersagung erst im Hauptsacheverfahren klären. Die Erfolgsaussichten für Schrogls Klage seien offen, so lange nicht ein gerichtliches Sachverständigengutachten vorliege, heißt es in der Begründung der Entscheidung über den Eilantrag. Doch das kann wieder dauern – mindestens drei Monate, war zu hören. Dann ist der August schon angebrochen. Bisher von Schrogl oder von Bürgern eingeholte fachliche Stellungnahmen werden nicht als ausreichend anerkannt.

Der Ruf der Starnberger Bevölkerung nach der Wiedereröffnung der Griechischen Taverne, insbesondere des dazu gehörigen Biergartens wird, je näher der Sommer rückt, immer lauter. Das bereitet auch dem Stadtrat Bauchgrimmen, der dort übrigens selbst gerne nach Sitzungen noch bei einem Bierchen und einem Imbiss über den Verlauf seiner Sitzungen diskutierend zusammensaß. Deshalb soll nun wohl doch die Wiedereröffnung geprüft werden, zumal die Coronazahlenentwicklung die Öffnung der Außengastronomie in absehbarer Zeit wieder wahrscheinlich erscheinen lässt. Gleiches gilt für das ebenfalls sehr beliebt Cafe Prinzregent im Hotel.

Aber das alles führt nicht zu einer Verbesserung des baulichen Zustands der seit vielen Jahren der Stadt gehörenden und von dieser vernachlässigten Immobilie (siehe Bayerischer Hof: Opfer der Seeanbindung?Bayerischer Hof ist geschlossen und Neues vom Bayerischen Hof). Führt man sich vor Augen, wie der Starnberger Stadtrat in den vergangenen Jahren in dieser Frage agiert, beziehungsweise nicht agiert hat, gibt es nur noch für hartgesottene Optimisten Hoffnung, dass sich das Denkmal Bayerischer Hof noch retten lässt.

Hier zum Beispiel der Beschluss des Stadtrates vom November 2012:

  1.  Der Stadtrat der Stadt Starnberg favorisiert für die Grundstücke Bayerischer Hof und Alte Oberschule weiterhin eine Hotelnutzung (Anm. d. Red.: Darin sind sich die Fraktionen wie berichtet heute auch nicht mehr einig). einstimmig
  2. Die Verwaltung wird beauftragt ein städtebauliches Plangutachten in Auftrag zu geben mit dem Ziel, die denkmalpflegerischen und städtebaulichen Belange hinsichtlich der erforderlichen Gebäudesanierung festzustellen und Eckdaten für die zukünftige Grundstücksentwicklung zu ermitteln. einstimmig
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, ein geeignetes Steuerungsbüro mit der Vorbereitung einer EU-weiten Ausschreibung für den Verkauf, alternativ auf Erbbaurechtsbasis des Grundstücks Bayerischer Hof an einen geeigneten Investor/Betreiber zu beauftragen. 22:5 Stimmen
  4. Bei den Bewertungskriterien ist eine Gewichtung zugunsten einer höchstmöglichen städtebaulichen und architektonischen Qualität vorzusehen. einstimmig
  5. Die Auftragsvergabe für das Plangutachten, den Ablauf des Wettbewerbsverfahrens, die vom Bau- und Umweltausschuss noch festzulegenden Bewertungskriterien sowie die Zusammensetzung des Preisgerichtes sind dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen. einstimmig

Ein Jahr später sollten die Ergebnisse vorgestellt und ein Investorenwettbewerb in Auftrag gegeben werden. Der Punkt wurde aber von der Tagesordnung genommen. Erst im Frühjahr 2018 gab es eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes für den Bayerischen Hof im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens. Zwei Interessenten sollen sich gemeldet haben. Einer davon war Pächter Schrogl. Der anschließend beschlossene Investorenwettbewerb wurde wegen Arbeitsüberlastung im Bauamt nicht durchgeführt. Ob es dem nach der Schließung der Immobilie im Frühjahr 2021 beschlossenen Investorenwettbewerb, für den 400000 Euro in den diesjährigen Haushalt eingestellt wurden, nicht genauso ergeht – wer weiß.

Otto Normalverbraucher kommt da ins Grübeln. Entweder gibt es da eine Mehrheit in der Stadtpolitik, der es ganz recht wäre, wenn das altehrwürdige Hotel zusammenfällt, weil man dann ganz neu denken und ein Filetgrundstück vermarkten könnte. Oder alles was hier aufgeführt wird, dient nur dazu zu verbergen, dass es längst einen potenten Interessenten gibt, der mit der Immobilie – vermutlich inklusive Alter Oberschule – etwas anzufangen weiß. Aber ohne europaweite Ausschreibung darf die Stadt den Zuschlag  ja nicht geben. Die Pächter wären in beiden Fällen nur eine „Randnotiz“.

Mutlose Seeanbinder

Die Coronapandemie hat nicht nur Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit der Menschen. Am Beispiel des Starnberger Stadtrates kann man beobachten, was sie zudem an der Psyche der Menschen anrichtet, auch wenn sie sich bisher gottlob gar nicht mit dem Virus infiziert  und körperliche Gesundheit eingebüßt haben. Die Lage macht ganz offensichtlich extrem mutlos.

Was haben die Fraktionen der UWG, SPD und Grünen sowie Teile der CSU  in den vergangenen 15 Jahren nicht alles an Plänen gemacht, unterstützt und für finanziell realisierbar gehalten, wenn es um die Anbindung der Starnberger Innenstadt an den Starnberger See ging. „Seeanbindung“ hieß das geflügelte Wort. Kein Planungsaufwand war zu hoch, keine Kosten wurden gescheut und alles stets für machbar propagiert. Ganz gleich wie sich die Haushaltslage der Stadt darstellte, denn die Damen und Herren der Politik waren sich sicher, dass es genug Erlöse aus dem Verkauf von Bauflächen oder städtischen Immobilien geben werde, um das alles zu bezahlen.

Um so mehr reibt man sich nun verwundert die Augen, wenn man in der Lokalpresse liest, dass die Mehrheit des Bauausschusses des Stadtrates allen ernstes dafür plädiert hat, die Unterführung unter der Bahn zwischen Ludwig-Straße und Nepomukweg von der Bahn tatsächlich in der heutigen Dimension neu errichten zu lassen. Das, wenn der Bahnbetrieb wegen des Neubaus der Bahnbrücke über die B2 für deren Aufweitung für die Zufahrten zum nördlichen Portal des Tunnels ohnehin unterbrochen werden muss, also voraussichtlich 2023 bis 2024. Kann das wirklich ihr Ernst sein?

Nicht erst seit der Diskussion über die Seeanbindung ist klar, dass, was Fußgänger- und Radverkehr angeht, die Verbindung von der Innenstadt Richtung Strandbad und Percha-Beach, also die Unterführung zwischen Ludwig-Straße und Nepomukweg der wichtigste Knotenpunkt – bisher aber auch die unerfreulichste Engstelle – ist. In allen Präsentationen zur Seeanbindung wurde das in den vergangenen Jahren mehr als deutlich hervorgehoben. Die Forderung lautete stets:

  • Bequeme Fuß- und Rad-Wegeanbindung an die östlich gelegenen Freizeitanlagen
  • platzartige Gestaltung der Vorflächen
  • Wiese an der Werft (heute ist dort der Bürgerpark)
  • Spielmöglichkeiten zwischen dem Weg an der Bahn und der Seepromenade

Die dazu gehörige Unterführung zwischen West und Ost sollte neu vier Meter breit und drei Meter hoch sein. Voraussichtlich müsste die Stadt für diesen eigenen Wunsch 30 Prozent (1,24 Millionen Euro) der Baukosten  tragen, die die Bahn gerade mit insgesamt 4,128 Millionen Euro beziffert hat. Fördermittel des Bundes könnten eventuell die Last für die Stadt noch reduzieren. Welch eine Verbesserung für diese Summe!!!

Und das wollen Teile der CSU, die UWG, die SPD und die Grünen schlicht wieder in die Schublade legen, weil sie der kleinmütigen Ansicht sind, die Stadt werde zum Bauzeitpunkt genauso wenig Geld haben wie gerade in der Krise, genauso wenig Personal im Bauamt, das es nämlich im Moment nicht für leistbar hält, sich um dieses Projekt auch noch zu kümmern. Es würde die festgelegten Prioritäten verschieben, heißt es in der Beschlussvorlage.

Was lernen wir gerade in der Coronakrise – nämlich, dass es wichtig ist, Prioritäten anzupassen, täglich neu zu entscheiden was für uns alle wichtig ist. Eva Pfister vom BMS hat den Antrag gestellt, im Gesamtstadtrat nochmals darüber zu debattieren und zuvor genau zu prüfen, in welcher Höhe staatliche Fördermittel zu erhalten sind. Schließlich gehe es um die aktuell für so wichtig gehaltene Förderung von Radwegeverbindungen.

Machen wir Starnberger den Seeanbindern Mut, jetzt gleich die großzügige Unterführung bauen zu lassen. Nichts wäre fataler, als wenn es wieder nur so ein abstoßendes Rattenloch würde, wie sich dieses in den letzten 50 Jahren darstellte.

Gleise – Über Variante 7 „auch“ verhandeln

In der digitalen Bürgerversammlung im Herbst letzten Jahres gab es auch zwei Bürgeranträge, die zum Ziel hatten, dass am Seebahnhof keine Gleisverlegung stattfinden soll, zumindest nicht nach der von der Bahn favorisierten Variante 1. Sie bedeutet ein Abstellgleis zwischen „Bayerischer Hof“ und See, was den Berg- und Seeblick aus der Stadt heraus beeinträchtigen würde.

In der jüngsten Stadtratssitzung sprach sich Tim Weidner (SPD) deutlich für die Variante 7 aus, bei der die Gleise nur ein Stück Richtung Nordosten rücken, aber im räumlichen Zusammenhang mit dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude bleiben. Das von der Bahn nach wie vor verlangte Abstellgleis käme in dieser Variante außerhalb in Richtung Niederpöcking zu liegen. Die Bahn lehnte diese Lösung bisher ab. Sie verlangt in diesem Fall den Bau eines eigenen Betriebsgebäudes samt Zufahrt, damit der Zugführer eines wendenden Zuges unter anderem Sozialräume vorfindet. Er müsste vom Zugende bei der Einfahrt auf das Gleis zum Zuganfang laufen, um den Führerstand für die geänderte Fahrtrichtung zu erreichen. Dazu meinte Weidner augenzwinkernd, dass nach der Realisierung der Starnberger Seeanbindung frühestens im Jahr 2030 vielleicht unter dem Gesichtspunkt der Automatisierung und Digitalisierung längst kein Zugführer mehr unterwegs sei, sondern eher ein Roboter: „Vielleicht erübrigt sich dann das zusätzliche Betriebsgebäude für die internen Betriebsabläufe der Bahn“, so Weidner.

Der Stadtrat beschloss einstimmig, dass die Verhandlungen mit der Bahn über den barrierefreien Umbau des Seebahnhofs „auch“ auf der Grundlage der Variante 7 weiter geführt werden sollen.

Mehr als die Hälfte gegenfinanzieren

Weil der Projektaussschuss Bahnhof See laut Geschäftsordnung des Stadtrates keine verbindlichen Beschlüsse fassen darf, musste sich nun nochmals der Stadtrat mit dem Thema Seeanbindung befassen (siehe Seeanbindung Neustart).

Josef Pfister (BMS) verlangte eine getrennte Abstimmung über die acht Punkte der Beschlussvorlage, da seine Fraktion mit der Bahn nicht mehr über die Variante 1 aus der Mediation zwischen Bahn und Stadt (2018/2019) verhandeln wolle, sondern nur noch über Variante 7. Er bat darum für zukünftige Beratungen die Kosten der Variante 7 zu eruieren. Zur Erinnerung: Bei Variante 1 liegen die künftigen Gleise und Bahnsteige, einschließlich eines Abstellgleises,  zwischen dem Rondell vor dem Bayerischen Hof und dem See und stellen somit ein Hinderniss für See- und Gebirgsblick dar. Bei Variante 7 rücken sie gegenüber ihrer heutigen Lage nur geringfügig nach Osten, so dass noch ein Zusammenhang mit dem historischen Bahnhofsgebäude erhalten bleibt. Das Abstellgleis kommt an eine nicht störende Stelle im Südwesten. In der Beschlussvorlage für den Stadtrat heißt es dazu:

„Hinsichtlich der städtebaulichen Potentiale hat die Variante 7 klare Vorteile, da bei Entfall des Wendegleises die Trassierung der Gleisanlagen und die Lage der Bahnsteige wesentlich flexibler geplant werden kann. Insbesondere die mögliche Lage der Bahnsteige in der Nähe des historischen Empfangsgebäudes, die Parallelität der Gleise zum Empfangsgebäude und der nahezu frei wählbare Abstand der Bahnsteige zum Empfangsgebäude eröffnen einen weiten Planungsspielraum. Bei dieser Variante lassen sich auch klare Vorteile hinsichtlich der immobilienwirtschaftlichen Belange erkennen, da die Bahnsteiganlagen mit einem üblicherweise hohen öffentlichen Nutzungsdruck in einem größeren Abstand zu einer hochwertigen Bebauung zu liegen kommen. Städtebauliche Konflikte könnten somit vermieden und die Attraktivität der Bauflächen gesteigert werden.“

Laut Bürgermeister Patrick Janik sind für heuer 60000 Euro für Beratung bei den Gesprächen zwischen Stadt und Bahn im Haushalt eingeplant. Erstmals seit vielen Jahren stellte sich Tim Weidner (SPD) nicht mehr in vollem Umfang hinter das Projekt Seeanbindung. Er begründete das so: „Ziel kann nur ein Ergebnis sein, das von der Mehrheit der Bürger mitgetragen wird. Das Projekt verschlingt Millionen. Geld, was wir an anderer Stelle dringend brauchen.“ Die „maßlose Forderung der Bahn von 170 Millionen Euro Schadensersatz“ berücksichtige nicht den Erhalt der dauerhaften finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt Starnberg. Da sitze genauso der Landkreis mit am Tisch (Anm.d.Red.: der bekanntlich den städtischen Haushalt zu genehmigen hat). „Ein Staatskonzern betreibt den finanziellen Ruin der Stadt. Wir müssen mit dem Bund über das ganze Thema reden“, verlangte Weidner.

Eva Pfister (BMS) nahm Bezug auf eine weitere Aussage in der Beschlussvorlage:

„Die jüngste Entwicklung der Immobilienpreise lässt trotz stark gestiegener Baupreise erwarten, dass eine Gegenfinanzierung eines großen Teiles der Baukosten durch die Verwertung frei werdender Grundstücksflächen möglich ist.“

Sie ließ sich von Stadtbaumeister Stephan Weinl bestätigen, dass als Projektkosten nach wie vor insgesamt 150 Millionen Euro zugrunde gelegt werden. Weinl bestätigte dies, auch, dass diese Kosten schon auf ein Realisierungsdatum in 2030 hochgerechnet seien. Eva Pfister erbat eine Definition, welche Grundstücke zur finanziellen Verwertung vorgesehen sind, die Weinl aber nicht gab. Vielmehr sagte er, es seien „mehr als 50 Prozent“ der Kosten durch Gegenfinanzierung abdeckbar. Die BMS-Stadträtin resümierte: „50 bis 60 Millionen – so ist das zu verstehen?“ Weinl nickte. Zum Vergleich: Unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger  waren 27,6 Millionen Euro für Grundstückserlöse (ohne Bayerischer Hof und Alte Oberschule) angesetzt worden. So steht es im Abschlussprotokoll des damaligen interfraktionellen Arbeitskreises Seeanbindung vom April 2014.

Das erinnert an  harte Auseinandersetzungen zwischen Politik und Bürgerschaft unter Pfaffinger. Die Starnberger haben sich mehrfach und deutlich dagegen ausgesprochen, dass am Seeufer durch die Schaffung von hohem neuen Baurecht eine zunehmende Abriegelung zwischen der Stadt  und ihrem See stattfindet. Hohe Grundstücksverkaufserlöse sind aber nur möglich, wenn auf den Flächen dann auch entsprechend gebaut werden darf. Wie in den Reden zur Verabschiedung des diesjährigen städtischen Haushalts zu hören, liebäugeln etliche Stadträte damit, das Tafelsilber der Stadt einzusetzen, sprich bedeutende Immobilien aus städtischem Eigentum zu verkaufen. Das könnte zum Beispiel den Bayerischen Hof und/oder die Musikschule treffen. Öffentliche Beschlüsse dazu gibt es aber noch nicht.

Das wurde am Ende zum Thema Seeanbindung beschlossen:

Einstimmig bekennt sich der Stadtrat dazu, das Projekt Seeanbindung im Einvernehmen mit der Bahn umzusetzen, mit dem Ziel den Bahnhof See barrierefrei auszubauen  und frei werdende Flächen städtebaulich aufzuwerten. Gegen die Stimmen von BMS, WPS und Ludwig Jägerhuber (CSU) wird an dem schon gefassten Beschluss festgehalten, den Regionalzug künftig nur noch am Bahnhof Nord halten zu lassen. Acht Gegenstimmen (21:8) gab es bei der Festlegung, dass die Stadt den nicht durch Fördermittel gedeckten Restbetrag des Projektes finanzieren soll – im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit. Vorzuschalten sind dabei Gespräche mit Bahn, Bundesrepublik Deutschland und Freistaat Bayern über neue vertragliche Grundlagen, die die Finanzierung durch Fördermittel erlauben, was heute der 1987 geschlossene Vertrag zwischen Stadt und Bahn verhindert. BMS und WPS lehnten es ab, die Machbarkeit und die städtebaulichen Potentiale auf der Grundlage beider Varianten 1 und 7 zu ermitteln. Weidner (SPD) stimmte mit sieben anderen Stadträten dagegen, dass nach Festlegung der Rahmenbedingungen für eine Bebauung Sachverständige beratend über mögliche Erlöse einer immobilienwirtschaftlichen Verwertung frei werdender Grundstücke und ein Finanzierungskonzept tätig werden sollen. Ergebnisse aller dieser Schritte sind in die Bewerbung der Stadt für die Landesgartgenschau 2030 aufzunehmen (26:3). Sich hierfür zu bewerben war ein kürzlich erfolgreicher Antrag der SPD gewesen.

 

Stadt sagt, haben keine Gutachten

In der gestrigen Stadtratssitzung hat BMS-Stadträtin Eva Pfister den Bürgermeister Patrick Janik gebeten, zur Information des Rates die Gutachten zum Bauzustand des Bayerischen Hofes und die offizielle Nutzungsuntersagung für den Hotelbetrieb sowie für die Gastronomie „Griechische Taverne“ ins Info-Medium für die Stadträte „Allriss“ einzustellen. Janik sagte darauf hin, der Stadt lägen zum Bayerischen Hof bisher keine Gutachten vor. Er kenne lediglich aus der Berichterstattung der Presse den Umstand, dass es wohl „nur eine Stellungnahme von einem nicht völlig neutralen Handwerker“ zum Gebäudezustand gebe. Gemeint ist damit die Zusammenfassung der Feststellungen bei Ortsterminen in dem historischen denkmalgeschützten Bayerischen Hof, die Franz Sailer aus Sibichhausen ( Restaurator im Zimmererhandwerk und Holzschutzkundiger) im Auftrag des Hotelpächters Nikolas Schrogl getroffen hatte (siehe Neues vom Bayerischen Hof). Sailers Aussagen zufolge ist der Bayerische Hof mitnichten einsturzgefährdet. Janik hatte im Dezember die Schließung des Hotels und der Taverne mit bedeutenden Mängeln mit Relevanz für die Standsicherheit begründet, sich dabei auch auf die Expertise des Tragwerksplaners Ernst Schilcher gestützt. Die Stadt ist Eigentümer des Gebäudes (siehe Bayerischer Hof ist geschlossen und Bayerischer Hof: Opfer der Seeanbindung?).

Musikschule – Keine Entscheidung

Der Bauausschuss hatte sich diese Woche auf Grund des Bürgerantrags der ehemaligen CSU-Stadträtin Hannelore Hartmann noch einmal mit der Zukunft des Musikschulgebäudes an der Mühlbergstraße zu befassen. Eine Entscheidung haben die Stadträte jedoch nicht getroffen. Bürgermeister Patrick Janik habe berichtet, es würden noch mögliche Alternativ-Standorte geprüft, war heute im Starnberger Merkur zu lesen. Auf Antrag von Eva Pfister (BMS) soll die Angelegenheit nun vor Ablauf von drei Monaten direkt dem Stadtrat vorgelegt werden.

Den Bürgerantrag hatte Hartmann im November vergangenen Jahres im Rahmen der wegen der Coronakrise digital abgehaltenen Bürgerversammlung gestellt. Die Bauverwaltung nahm in ihrer Beschlussvorlage keine eigene Haltung dazu ein. Vielmehr hieß es darin:

„Die Entscheidung, ob dem Bürgerantrag stattgegeben und damit die Verwaltung beauftragt wird, die begonnene Planung fortzuführen, obliegt der Politik.“

In Hartmanns Antrag ging es aber gar nicht so sehr um die Einrichtung der Musikschule und wo sie künftig untergebracht werden soll. Für sie stand das  1843 erbaute beeindruckende Gebäude an der Mühlbergstraße und sein Erhalt im Vordergrund. Es gibt nämlich Vorschläge seitens der Politik, dieses an Investoren zu verkaufen. Unter Denkmalschutz steht es bisher nicht, weshalb in einem solchen Fall auch ein Abriss zu befürchten wäre (siehe auch Mut und Einsatz für Musikschule nötigImmobilienspekulation mit Musikschule? und Musikschule hängt in der Luft).

Hier der Wortlaut von Hartmanns Antrag samt Begründung:

„Antrag

Das Gebäude der Musikschule an der Mühlbergstraße ist zu erhalten. Die notwendigen Sanierungen sind durchzuführen. Evtl. erforderliche Erweiterungen sind harmonisch einzufügen, wobei die Grünfläche zum großen Teil erhalten bleiben soll, da sie ein wichtiger Teil des Grünzuges Schlossberg-Maisinger Bachtal ist.

 

Begründung

In dem Gebäude wurde 1843 das erste sogenannte Distriktskrankenhaus der Stadt Starnberg untergebracht. Nach der Verlagerung des Krankenhauses an die Leutstettener Straße, wurde von Schwestern dort das erste Altersheim der Stadt Starnberg betrieben. Ab 1920 waren dort auch Schulzimmer untergebracht. Seit 1973 lehrt dort die Städtische Musikschule.

 

Das für Starnberg bedeutende historische Gebäude ist ein harmonischer Bau, der wohlproportioniert seit 122 Jahren dort steht. Starnberg hat nur noch wenige Gebäude aus seiner Vergangenheit. Neubauten entsprechen sehr häufig dem Baustil, der durchgängig in ganz Europa zu finden ist. Starnberg hatte in seiner alten Bausubstanz immer harmonische, leicht städtisch geprägte Bauten, die sich gut in die bayerische Heimat einfügten. Sie werden zunehmend ersetzt durch gesichtslose Bauten, die keiner Region mehr zugeordnet werden können.

 

 

Wir appellieren an den Stadtrat Starnberg nicht noch gesichtsloser zu machen, sondern wenigstens historische Gebäude zu erhalten, die in städtischem Besitz sind und damit dem Zugriff von Bauspekulanten entzogen, denen das Erscheinungsbild Starnbergs gleichgültig ist.“

 

Neues vom Bayerischen Hof

Wie berichtet ist das Hotel Bayerischer Hof sowie das Cafe Prinzregent und die Griechische Taverne im selben Gebäude seit dem Jahreswechsel geschlossen (siehe Bayerischer Hof: Opfer der Seeanbindung?). Den bisherigen Pächtern des seit 1969 der Stadt gehörenden, seit 1999 unter Denkmalschutz stehenden Hauses ist der Weiterbetrieb ihrer Unternehmen untersagt. Zumindest Nikolas Schrogl, Pächter des Hotels, will sich nicht einfach damit abfinden. Er hat beim Zimmerermeister Franz Sailer aus Sibichhausen um eine erneute Begutachtung des Bauzustands gebeten. Sailer ist auch Restaurator im Zimmererhandwerk sowie Holzschutzsachkundiger, nach eigenen Worten „mit der Spezialisierung Baudenkmalpflege“. Er kommt zu einem anderen Ergebnis als Landratsamt und der Ingenieur für Tragwerksplanung, Ernst Schilcher, der im Dezember 2020 sowie im Jahr 2011 den Bayerischen Hof begutachtet hatte. Während Schilcher von „hausgemachte Fehler beim Bau“ und im Falle von hohen Schneelasten von „Gefahr im Verzug“ sprach, kommt Sailer nun zum Ergebnis: „In dem gesamten Gebäude ist kein statischer Schadensfall zu erkennen.“ und „Der gesamte Bayerische Hof ist in einem altersbedingten sehr guten konstruktiven Bauzustand.“

Abbruchreif und einsturzgefährdet sei das historische Gebäude, hatte es am Jahresende 2020 in der Lokalpresse geheißen. Das sieht Sailer nun komplett anders. Aber er kritisiert auch die Eigentümerin Stadt Starnberg heftig für ihren Umgang mit dem Denkmal.

Hier einige Auszüge aus Sailers Stellungnahme an Schrogl:

„Die westseitige Fassade mit dem dazu gehörigen Nebengebäude (Wirtschaftsteil) zeigt mit welcher Trostlosigkeit die Eigentümder in den letzten fünfzig Jahren zu diesem städtischen Baudenkmal stehen.“

„Interessant ist, dass das Gebäude auf einem sogenannten Halbkeller fundamentiert ist, in dem die ‚Griechische Taverne‘ beherbergt ist. Der Keller ist in jahrhundertealter bewährter Bautechnick aus massivem Ziegelmauerwerk und Deckengewölbe erbaut. Mit dem östlichen Terrrassenvorbau ist eine statisch sichere Auflast gegen Grundwasser gewährleistet. Der Keller ist trocken, es sind keine Salpeterausblühungen und Setzungsrisse zu erkennen.“

„Im Gegensatz zur Außenfassade ist das gesamte Innenleben des Bauwerks in seiner höfischen, aber dennoch zurückhaltenden Gesamtausstattung ein Juwel zeitgenössischer Architektur.“

„Der historische Dachstuhl ist altersbedingt in einem guten Zustand. Die Bauholzmängel am Trauf- und Giebelvordach konnen soweit erforderlich in denkmalgerechter Handwerksarbeit instand gesetzt werden. Der Dachstuhl ist ein wesentlicher Teil dieses Baudenkmals und muss daher erhalten werden.“

„Das einsehbare Blechdach ist dicht und die jahreszeitlich bedingte Kondensatfeuchte wird schadensfrei von der Torfisolierung kompensiert. In den Dachgeschosszimmern sind keine Nässeschäden und Putzabrisse erkennbar.“

„Wegen der als stark einsturzgefährdet eingestuften  Balkendecke über einen Teil vom Prinzregenten-Cafe musste der Betrieb eingestellt werden. Dieser willkürlichen Ersatzvornahme muss ich entsprechend meiner Berufserfahrung widersprechen. Vermutlich wurden standardisierte Deckenbalken 20*24 cm mit einer Überlänge von 8 m eingebaut. Tatsache ist, die Deckenbalken sind zwar erheblich verformt, haben aber seit einhundert Jahren zu keinem Schaden geführt (statische Nulllinie). Am sanierten Deckenputz mit den Stuckornamenten sind keine Risse erkennbar.“

„Die statischen Mängel und Bauschäden, verursacht wegen der völlig veralteten Bauinstallation, sind durch den grob fahrlässigen Bauunterhalt entstanden. Hier wird das Denkmalschutzgesetz mit Füßen getreten. Sobald der Eigentümer seinen jahrzehntelangen vernachlässigten Unterhalts- und Bauentwicklungsmaßnahmen nachkommt, wäre der Fortbestand des Bayerischen Hofes für die nächste Generation gesichert.“

„Aufgrund der langjährigen statischen Irritationen halte ich es notwendig einen in der Baudenkmalpflege sachkundigen neutralen Statiker zur Klärung beizuziehen.“

 

Demgegenüber hatte Schilcher nur wenige Wochen vorher sein Urteil aus 2011 nochmals bekräftigt. Der Blechdackkonstruktion fehle eine wirksame Feuchtigkeitssperre, so dass Schwitzwasser zu Zerstörungen am Holz führte. Auch seien die Querschnittswerte der tragenden Dach- und der Deckenkonstruktionen so knapp wie nur möglich bemessen. Für Änderungen in der Beanspruchung gebe es keine Reserven mehr. Er warnte auch eindringlich vor der Gefahr, dass die Dachkonstruktion bei intensiven Schneefällen Gefahr im Verzug mit sich bringen könnte und stellte die Frage: Was kann bei einem Versagen der Dachkonstruktion passieren? Antwort gab er selbst: Der Dachstuhl breche örtlich ein und stürze nach innen. Umfassungswände könnten ausgehebelt werden, einstürzen und darunter liegende Geschosse zerstören.

 

Unterdessen haben sich die Stadtratsfraktionen von FDP, Grünen und SPD schon mit neuen Zukunftsvisionen für den Bayerischen Hof zu Wort gemeldet. Auch der ehemalige Kreisbaumeister Helmut Rauscher, Mitglied der Starnberger STAgenda 21, hat eigenhändig skizziert, wie viel Baumasse er auf den Grundstücken des historischen Hotels sowie der benachbarten Alten Oberschule (ebenfalls ein der Stadt gehörendes geschütztes Baudenkmal) für möglich hält. Die FDP plädiert für den Neubau eines 180 Betten-Hotels unter Rekonstruktion der heutigen Fassade des Bayerischen Hofes. Grüne und SPD sprechen nun eher von einem diesen zentralen Punkt der Innenstadt belebenden Konzept verschiedener Nutzungen wie Gastronomie, Volkshochschule, kleines Hotel und Versammlungsstätten für Bürger und Vereine, die SPD sogar von einem Ort für die Musikschule, deren bisheriges Gebäude an der Mühlbergstraße übrigens ebenfalls der Stadt gehört und in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt wurde. Pläne es zu sanieren stehen aktuell wieder in den Sternen. Keine der Fraktionen erwähnt, dass nur unweit entfernt vom Bayerischen Hof ein weiteres der Stadt gehörendes historisches und denkmalgeschütztes Gebäude, nämlich der Bahnhof See, darauf wartet, saniert und neuer Verwendung zugeführt zu werden. Starnberg hat ganz offensichtlich ein sehr großes Problem mit seinen historischen Bauten, was jetzt in finanziell nicht mehr so rosigen Zeiten zunehmend schwerer wiegt. Viele Bürger, das zeigen öffentliche Stellungnahmen, treibt die Sorge um, dass Stadtväter und -mütter ihre wenigen noch vorhandenen Identität stiftenden Juwelen nicht ausreichend und angemessen würdigen werden.

Bürgermeister soll nur verhandeln

Zur letztjährigen, digital abgehaltenen Bürgerversammlung waren im Rathaus wie berichtet zahlreiche Bürgeranträge eingegangen. Mehrere davon betrafen auch den Bahnhof See und sein Umfeld. Der Projektausschuss Bahnhof See des Stadtrates hat sich damit befasst. Konkrete Lösungen wurden weder diskutiert noch dem Rat zur Umsetzung empfohlen. Vielmehr ergingen nur einstimmige Beschlüsse, Bürgermeister Patrick Janik solle weiter über Verbesserungen für die Bahnkunden mit dem Bundesunternehmen verhandeln. Das letzte Wort hat der Gesamt-Stadtrat.

Vier Anträge hatten zum Ziel, die Überdachung der Bahnsteige am Seebahnhof in verschiedener Form wieder herzustellen, unter anderem auch dafür zu sorgen, dass die denkmalgeschützten historischen gußeisernen Säulen gerettet werden (siehe Ziebart: 3 Anträge für Bürgerversammlung und Zeil und Co stellen Antrag und Seebahnhof: Spenden sammeln für Testfeld und SzS: Bitte Anträge stellen!). Der Vorschlag der ehemaligen FDP-Stadträtin Iris Ziebart und des Ingenieurbüros Wörsching ist Janik nach eigenen Aussagen zu teuer. Die Bahn zeigte sich auf bisherige Vorstöße hin weiter hartleibig (siehe Bahnhof See bleibt ohne Dächer). Gleiches gilt für die Bürgeranträge, die die Herstellung von Barrierefreiheit am Starnberger See verlangten, oder konkret den Einbau von Treppenliften, so lange sich Bahn und Stadt über die Umsetzung des von Otto Gaßner (UWG) ausgehandelten Vertrags zur Gleisverlegung aus 1987 noch nicht verständigen konnten. Dieser Zeitraum wird nach einhelliger Meinung noch mehr als zehn Jahre umfassen, denn nach einer Einigung wäre auch noch ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Hierzu hat Ziebart an ihren Antrag und Vorschlag aus 2019 für den Einbau von Treppenliften erinnert und ein aktualisiertes Angebot der in Dachau ansässigen Firma an Rathaus und Stadträte weitergeleitet. Der Einbau eines Treppenliftes würde demnach rund 24000 Euro kosten.

(Hier dazu ein Auszug aus dem Blogartikel vom 14.November 2019:

…Laut Architektin Ziebart darf die Bahn kein Provisorium bauen, von dem sie weiß, dass es in absehbarer Zeit wieder abgerissen wird. Deshalb seien die Chancen gleich Null, dass die Bahn jetzt einen festen Aufzug zu den Bahnsteigen am See neu bauen wird, für den ohnehin die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens erforderlich wäre. Sie, Ziebart und SzS, plädierten deshalb dafür, mit Hilfe von Bürgerspenden etwas in Angriff zu nehmen, wenn es dafür Gesprächsbereitschaft bei der Bahn gebe. So könnten für etwa 23000 Euro zwei vandalismussichere und leicht zu bedienende Edelstahl-Treppenlifte eingebaut werden. Die Firma, die dieses Angebot gemacht habe, sei sogar für den Service in der Nähe….

und aus einem Bericht des Starnberger Merkur vom Oktober 2010:

„…Ingeborg Lampert ist zwar vor neun Jahren von Starn­berg weggezogen, ihr Inter­esse an ihrer Heimatstadt ist jedoch ungebrochen. Ange­sichts der jüngsten Be­schlüsse zur Seeanbindung will sie gern wissen, was aus dem 1992 für Treppenlifte am Seebahnhof gesammel­ten Geld wird.

In Benefiz-Veranstaltun­gen hatte Lampert vor fast 20 Jahren gemeinsam mit dem Starnberger Merkur um Spenden gebeten, damit am Bahnhof See Treppenlifte für Behinderte eingebaut werden können. Die Spen­densumme betrug 82354 Deutsche Mark. Weil es auch zu der Zeit bereits mit der Seeanbindung nicht so recht weiter ging und es zu­sätzlich Abstimmungs­schwierigkeiten mit der Ar­beitsgemeinschaft für Be­hindertenfragen gab, kam es nicht zur Realisierung des Projektes. Im Jahr 1999 be­schloss deshalb das Bürger­forum, dessen Vorsitzende Lampert war, das Geld auf ein verzinstes Sparbuch zu legen und der Stadt Starn­berg zu übergeben – ver­bunden mit dem ausdrückli­chen Auftrag, das Geld aus­schließlich für einen behin­dertengerechten Zugang zum Seebahnhof zu verwen­den. Damit einverstanden zu sein sagte der damalige Bür­germeister Heribert Thall­mair 1999 schriftlich zu.

Seitdem arbeitet das Geld für das Projekt. Laut städti­schem Haushalt liegen auf dem Sparbuch zum Jahres­ende voraussichtlich 50827 Euro. Ob und wann es zum bestimmungsgemäßen Ein­satz kommt ist aber immer noch genauso ungeklärt…“).

Inzwischen hat Bürgermeister Janik sich nach seinen eigenen Worten versichert, dass das von Lampert gesammelte Geld auf den Konten der Stadt immer noch vorhanden ist.

 

In einem weiteren Bürgerantrag ging es auch um die künftige Lage der Bahnsteige sowie des von der Bahn verlangten Abstell- und Wendegleises. Das wurde nicht weiter behandelt, weil beim Tagesordnungspunkt vorher bereits die Empfehlung an den Stadtrat ausgesprochen worden war, über die Varianten 1 und 7 aus der Mediation mit der Bahn erneut zu verhandeln (siehe Seeanbindung Neustart). Das Bauamt hat in seiner Stellungnahme zu den Anträgen der Bürger darauf hingewiesen, dass der Einbau provisorischer Lösungen wie Treppenlifte oder Rampen nicht zu einer durchgängigen Barrierefreiheit führen. Diese, aber auch machbare Teillösungen, sollen nun erneut Ziel von Verhandlungen zwischen Bahn und Bürgermeister sein.

Auf den Bürgerwunsch, den denkmalgeschützten Seebahnhof mitsamt der heutigen Lage der Bahnsteige zu erhalten und zu renovieren, also keine Gleisverlegung durchzuführen, ging weder der Ausschuss noch die Bauverwaltung ein. Letztgenannte empfahl vielmehr, mit der Bahn nochmals über den Umbau nach den in der Mediation gefundenen Varianten 1 und 7 zu verhandeln (siehe Seeanbindung Neustart). Forderungen, der Stadtrat möge sich der von Stefan Zeil initiierten Petition (siehe Petition “Dach und Aufzug…”) anschließen und die Bürger in breiten und offenen Prozessen an der Lösungsfindung für die Seeanbindung beteiligen, erteilte Bauamtsleiter Stephan Weinl eine Absage. Wie er plädierte der Ausschuss dafür, sich zunächst mit der Bahn auf realisierbare und finanzierbare Planungsvarianten zu einigen. Eine öffentliche Bürgerbeteilungen solle zwar vorbereitet, aber erst durchgeführt werden wenn konkrete Ergebnisse vorlägen.

Seeanbindung Neustart

Erste Wege, die zeigen könnten wie es weiter gehen soll mit der Starnberger Seeanbindung – der Suche nach Möglichkeiten die Stadt und den See näher zusammenzubringen und zugleich dem zwischen Stadt und Deutsche Bahn im Jahr 1987 geschlossenen Vertrag möglichst weit zu genügen – hat der nur vorberatend tätige Projektausschuss Bahnhof See des Stadtrates jetzt aufgezeigt. Da dieser laut Geschäftsordnung des Stadtrates keine verbindlichen Beschlüsse fassen kann, müssen die gegebenen Empfehlungen noch vom Gesamtgremium des Rates  diskutiert und abgestimmt werden. Nach dem Willen des Ausschusses soll das Projekt im Einvernehmen mit der Bahn umgesetzt und frei werdende Flächen aufgewertet werden. Ebenso einstimmig das Ziel, den Seebahnhof barrierefrei umzubauen.

Vorbehalte gibt es wie in der Vergangenheit gegen die allerdings bereits mit Mehrheit beschlossene Verlegung der Regionalzughalte vom Seebahnhof an den Haltepunkt Nord (9:4). Besonders der CSU liegt das nach wie vor schwer im Magen. Gegen die Stimmen von WPS und BMS sprach sich die Mehrheit dafür aus, mit der Bahn eine neue vertragliche Grundlage zu suchen. Hintergrund: durch den von UWG/CSU-Stadtrat Otto Gaßner 1987 ausgehandelten und vom damaligen Stadtrat genehmigten Vertrag mit der Bahn dürfen keine Fördermittel von Bund und Freistaat für das Projekt, insbesondere für den barrierefreien Umbau, eingesetzt werden. Der Bürgermeister soll mit den zuständigen Stellen Gespräche führen. Die beiden Fraktionen sind anders als die Mehrheit auch dagegen, dass nach Festlegung der möglichen zusätzlichen Bebauung zwischen Stadt und Seeufer geeignete Sachverständige erzielbare Erlöse aus der immobilienwirtschaftlichen Verwertung von der Bahn freigemachter Grundstücke ermitteln und die Stadt bei der Erstellung eines Finanzierungskonzeptes für das Gesamtprojekt beraten. Verstärkung bekamen sie von der BLS dafür, es abzulehnen, dass die Stadt den über erhaltene Fördermittel nicht gedeckten  finanziellen Restbedarf für die Seeanbindung finanziert. „Im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit“, hieß es im Beschlussvorschlag des Rathauses, doch diese Leistungsfähigkeit ist nirgendwo definiert. Bisher bürdet der Vertrag von 1987 der Stadt allein alle Kosten für die Gleisverlegung samt dafür begleitend nötigen Arbeiten auf – ohne jegliche Beschränkung in der Höhe. Allein die WPS war dagegen, ein Planungsteam mit der Untersuchung der Machbarkeit und der städtebaulichen Potentiale der in der Mediation zwischen Stadt und Bahn gefundenen Varianten 1 und 7 sowie mit der Ermittlung des jeweiligen Investitionsaufwandes zu beauftragen (Erläuterung der Varianten siehe unten). Insgesamt einig war sich der Ausschuss, dass das Ergebnis der Bewerbungsverhandlungen für eine Landesgartenschau 2030 (mehrmaliger Antrag der SPD, jüngst erneut potitiv beschlossen) in das Finanzierungskonzept einfließen soll. Hier wird mit staatlichen Zuschüssen gerechnet.

Stadtbaumeister Stephan Weinl gab zu Beginn der Sitzung einen Überblick über die schon mehr als 40 Jahre währende Geschichte des Projektes (siehe auch Bayerischer Hof: Opfer der Seeanbindung?). Ebenso über die jüngste Entwicklung nach dem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates in 2016, die Seeanbindung in der unter Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger erarbeiteten Form für nicht finanzierbar zu erklären und dies dem Vertragspartner Bahn so mitzuteilen. Wie berichtet gab es von März 2018 bis Juli 2019 den Versuch im Rahmen einer Mediation zwischen Stadt und Bahn eine Lösung zu finden. Die Bahn brach das aber ab. Im November 2020 hat der Rat Bürgermeister Patrick Janik damit beauftragt, erneut mit der Bahn das Gespräch zu suchen. Vorangegangen war die von dem Bundesunternehmen im Dezember eingereichte Klage, mit der die Stadt auf die Zahlung von 170 Millionen Euro Schadensersatz wegen Nichterfüllung des inzwischen verjährten Vertrags von 1987 verpflichtet werden soll. Im Zeitraum bis zur Lösung der Konflikte Verbesserungen am von der Öffentlichkeit stark kritisierten Zustand des Seebahnhofs – keine Bahnsteigdächer, Barrierefreiheit Fehlanzeige – vorzunehmen, lehnt die Bahn stets mit Hinweis darauf ab,  dass sie keine staatlichen Fördertöpfe dafür in Anspruch nehmen kann, so lange es den Vertrag von 1987 gibt, der vereinfacht besagt: die Stadt bezahlt alles.

Die in der Mediation erarbeiteten Varianten 1 und 7 unterscheiden sich wie folgt:

Variante 1

Die Bahnsteige werden nach Norden bis etwa zur Ludwigstraße verschoben, der Zugang erfolgt im Bereich Kaiser-Wilhelm-Straße. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude hätte keinen direkten Bezug mehr zum Bahnverkehr. Das Abstell- und Wendegleis, das zusätzlich zu den beiden Fahrgleisen verlangt wird, käme zwischen dem Gebäude des Seebahnhofs und dem Heimatmuseum zu liegen, würde also in dem Bereich den Wunsch der Starnberger konterkarieren,  See und Gebirge besser als bisher sehen zu können. Darauf wies Josef Pfister (BMS) nochmals hin.  Andere reden deshalb von einer „Seeabschneidung statt Seeanbindung“. Franz Sengl (Grüne) war der Ansicht, dass auf dem Abstellgleis nach der geplanten Einführung des Zehn-Minuten-Taktes bei der S-Bahn und des 30-Minuten-Taktes der Regionalzüge ein abgestellter Zug kaum noch die Sicht beeinträchtigen könne, einfach weil ohnehin so viele Züge dort führen. Nachteile der Variante 1 sind laut Weinl eine schwierigere Verwertung der ehemaligen Bahnflächen für Neubauten und kein Platzgewinn für eine verbreiterte Promenade im Nordosten. Außerdem sei eine Stützwand zum See hin nötig. Nach Beendigung der Mediation hatte die Bahn in einem „finalen Angebot“ diese Variante aber als die „einzig realisierbare“ bezeichnet. Auch Weinl bezeichnete sie als einzige, der die Bahn unter betrieblichen Gesichtspunkten zustimmen würde.

Variante 7

Hierbei werden die bestehenden Bahnsteige Richtung Seespitz verlängert, Richtung Undosa verkürzt und bleiben wie heute parallel zum denkmalgeschützten Gebäude Bahnhof See liegen. Das Abstell- und Wendegleis käme außerhalb des Bahnhofsgeländes in Richtung Pöcking/Possenhofen, nach dem Oberfeld zu liegen. Laut Bürgermeister Janik erfordert diese Variante einen neuen teuren Betriebsbahnhof auf der grünen Wiese an diesem Gleis. Sengl hält dessen Finanzierung für unwahrscheinlich, weil die Stadt auch so schon zu wenig Geld habe. Variante 7 würde die Vermarktung von zu gewinnenden Bauflächen im Bereich zwischen Ludwigstraße/Nepomukweg und Kaiser-Wilhelm-Straße nicht beeinträchtigen und erfordert auch keine neue Stützwand. Die Bahn will sie bisher nicht. Im Herbst 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, den in diesen Dingen versierten Rechtsanwalt Volker Gronefeld damit zu beauftragen, zu prüfen, ob die Stadt Starnberg diese Variante in dem Planfeststellungsverfahren durchsetzen könnte, was die Bahn zwingend im Falle des Umbaus des Seebahnhofs durchführen müsste. Das Ergebnis dieser Prüfung ist aber nie mitgeteilt worden und fällt vermutlich unter die Rubrik „Prozesstaktik“, über die Janik auf keinen Fall öffentlich reden will. Er sagte, Variante 7 habe städtebauliche Vorteile, sei aber mit spürbar höheren Kosten verbunden. Sie ermögliche andererseits jedoch auch deutlich höhere Erträge. Er wolle diese Lösung bei der Bahn nochmals ansprechen. Zuvor hatte Angelika Kammerl (CSU) dafür plädiert, auf die für die Stadt „zwar wünschenswerte“ Variante 7 zu verzichten. Die Bahn wolle diese nicht, und sie verursache mehr Kosten.

Die Kosten für das gesamte Projekt betragen, so Weinl, hochgerechnet auf den Realisierungszeitpunkt 2030 rund 150 Millionen Euro. Darin enthalten sei auch schon die Verlegung des Regionalzughaltes an den Bahnhof Nord. Genaueres könne man erst sagen, wenn die vorliegenden Planungen wieder neu vertieft worden seien. Zur Gegenfinanzierung benötige die Stadt ein Finanzierungskonzept, in das staatliche Fördertöpfe und der Verkauf bebaubarer Grundstücke einzubeziehen seien. Was den Bayerischen Hof und die Alte Oberschule angehe müssten Konzepte für diese Immobilien als Teil der Seeanbindung im Ganzen entwickelt werden. Die aufzuwendenden Sanierungskosten sollten dann dank den Erlösen aus diesem Konzept gedeckt werden können. Janik sieht in den Empfehlungen des Ausschusses die „Marschrichtung“ für seine Verhandlungen mit der Bahn. Pfister bat ihn, bis zu der Beratung der Angelegenheit im Stadtrat Zahlen und Beispiele für mögliche Gegenfinanzierungen vorzulegen. Auch sollten bei den Gesprächen mit der Bahn die Prozessanwälte der Stadt beteiligt werden, die Bahn eine Eigenleistung zum Projekt beitragen und die Kosten für die Einschaltung von Sachverständigen benannt werden. Bei der Finanzierung des städtischen Anteils der Seeanbindung müsse auf jeden Fall Voraussetzung sein, dass die Kommunalaufsicht zustimme, forderte Pfister. Bis heute sei der Vertrag von 1987 nämlich noch nicht von dieser geprüft und abgesegnet worden. Man darf gespannt sein, ob diese Dinge im Stadtrat aufgegriffen werden. Der Projektausschuss hat keine Beschlüsse dazu gefasst.

Eine vor allem von Mitgliedern des Bürgervereins „Schöner zum See (SzS)“ geforderte Visualisierung der beiden Varianten will Janik ebenso wie eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen, aber erst wenn es mehr Planungsskizzen gibt. Johannes Glogger (WPS) kritisierte, dass seit Vertragsabschluss in Jahrzehnten kaum etwas voran gegangen sei und es nicht angehe, dass die Bahnkunden weiterhin auf unbestimmte Zeit auf Bahnsteigdächer und Aufzüge am Seebahnhof verzichten müssen. Marc Fiedler (FDP) hält eine kurzfristige Realisierung dieser Dinge für ein „unrealistisches Wünsch Dir Was“. Zuerst müsse es eine Gesamteinigung mit der Bahn geben. Ein deutlicher Widerspruch zu der von Stefan Zeil, Mitglied im liberalen Ortsverband, angestrengten Petition, die auch Unterstützung von Bundestagsabgeordneten der FDP erfahren hat (siehe Zeil und Co stellen Antrag). Janik will im Rahmen der Verhandlungen mit der Bahn über diese Forderungen reden.

Die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Bahn am Seeufer doch noch in einen Kompakttunnel verlegt werden könnte, hat Lutz J. Janssen. Er verteilte bei Mandatsträgern und Pressevertretern erneut die um die Kosten aktualisierten Planungsunterlagen für das von ihm entwickelte Projekt. Der Kompakttunnel würde nach seinen Berechnungen 147 Millionen Euro kosten. Dem stünden mit „moderater Bebauung“ freier Seeuferflächen mögliche Erlöse in Höhe von 179 Millionen Euro gegenüber. Darüber geredet hat der Ausschuss aber nicht.