BI will Kontakt zu Entscheidern

Am Mittwochabend hat die etwa 3700 registrierte Mitglieder zählende Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI) in der Söckinger Franz-Dietrich-Halle ihre wegen Corona mehrfach verschobene Mitgliederversammlung abgehalten. Dabei wurde auch der Vorstand der inzwischen 17 Jahre aktiven BI neu gewählt. Der bisherige Vorstand wurde entlastet. Als 1. Vorsitzender ist Klaus Huber wieder gewählt. Neu hinzu gekommen ist als 2. Vorsitzender Dietrich von Witzleben. Der in der IT-Beratung tätige Vater von zwei Kindern ist kürzlich auch zum stellvertretenden FDP-Ortsvorsitzenden gewählt worden. Er wohnt mit seiner Familie an der Hanfelder Straße und bezeichnete sich deshalb als Leidtragenden der bisherigen Starnberger Verkehrsmisere. Der als Abhilfe vom Bund propagierte B2-Tunnel überzeuge ihn nicht, sagte von Witzleben. Obendrein werde das Bauwerk die Stadt Starnberg in zwei Hälften zerschneiden. Von sich reden gemacht hat von Witzleben schon durch seine Initiative zur Sanierung der Hanfelder Straße, für die er um die 400 Unterschriften gesammelt hat. Schatzmeister der BI bleibt Peter Altwickler, Schriftführer Georg Stahl. Hannelore Wagner und Günter Link werden wie bisher die Kasse prüfen.

Das Ehepaar Hebeisen ist aus dem Beirat ausgeschieden. Der langjährige erste Vorsitzende der BI, Professor Hans Jochen Diesfeld, hatte mittteilen lassen, er verzichte aus Altersgründen auf eine neue Kandidatur als Beirat. Der neue Vorstand konnte dagegen den ehemaligen Starnberger FDP-Ortsvorsitzenden Michael Schildbach, Michael Landwehr von der 2017 gegründeten, ebenfalls gegen den B2-Tunnel-Bau gerichteten Bürgerinitiative „Starnberg bleibt oben“ sowie den frisch gewählten neuen Vorsitzenden der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS), Ralf Breitenfeldt, als neue Beiräte gewinnen und in der Wahl bestätigen.

WPS-Chef Klaus Huber gedachte in seinem Rechenschaftsbericht zunächst der zahlreich verstorbenen Mitglieder. „Selten kämpft eine Initiative so lange“, blickte er auf die ersten Anfänge der BI zurück und würdigte ganz besonders Gunnar Erhardt, Professor Helmut Bomhard und Professor Günther Picker. Corona habe die Arbeit der BI stark behindert, dennoch habe sich der Vorstand jeden Dienstag per Video verabredet und Anstehendes besprochen. Weil das Thema Umfahrung und Tunnel letztlich in Berlin entschieden werde, habe man im Bundestagswahlkampf den Kontakt zur Bundespolitik gesucht. So konnte dem heutigen Finanzminister Christian Lindner (FDP) der umfangreiche Schriftsatz zur Haltung der BI persönlich in Starnberg übergeben werden. Gewandt habe man sich außerdem an den Verkehrsausschuss des Bundes und den Petitionsausschuss des Bundestages. Huber verwies auf den schon 2015 aufgestellten Bundesverkehrswegeplan, in dem der Tunnel mit Baukosten von 120 Millionen Euro aufgenommen war, und den damals errechneten Kosten-/Nutzen-Faktor von 4,1. Tatsache seien aber die inzwischen auf rund 400 Millionen gestiegenen Baukosten und ein nach der Eröffnung der Starnberger Westumfahrung  gesunkener Nutzen des geplanten Tunnels. „Wir fragen schon öffentlich, welche finanzielle Vordringlichkeiten die Politik bei der jetzigen Lage für die Bundeswehr und die Energiesicherheit im Verhältnis zum B2-Tunnel sieht?“, so Huber. Der Bauwürdigkeitsfaktor des Letzgenannten sei längst auf unter eins gesunken, was einen eigentlichen Baustopp bedeuten sollte, „beziehungsweise gar nicht erst anfangen“. Die Stadt könne sich viele Folgekosten, zum Beispiel für die Feuerwehr, sparen. Politik und Mitbürger müssten wach gerüttelt werden: „Den Tunnel zu bauen ist nicht nur technisch und verkehrlich falsch und stark umweltschädlich, sondern auch national und vielleicht sogar europäisch unsolidarisch“, unterstellte der BI-Vorsitzende. Er freute sich, dass nun auch Jüngere die BI in ihrer Arbeit unterstützten. Gemeinsam wolle man versuchen an die Entscheider im Bundesverkehrs- und Bundesfinanzministerium heran zu kommen.

WPS hat neuen Vorstand

Im Rahmen der nach der Durststrecke wegen Corona nun endlich wieder möglichen Mitgliederversammlung hat die Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) einen neuen Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender ist ab sofort der 56jährige Diplomingenieur für Datentechnik, Ralf Breitenfeldt, der sich schon seit mehreren Jahren bei WPS und BI engagiert. Zum 2. Vorsitzenden wählte die Versammlung den WPS-Stadtrat und Zahnarzt Johannes Glogger. Der bisherige 1. Vorsitzende Georg Stahl, der das Amt 2019 von dem damals aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern zurückgetretenen und vor zwei Wochen verstorbenen langjährigen WPS-Chef Professor Günther Picker übernommen hatte, wird in Zukunft Schatzmeister sein. Schriftführer bleibt der Chef der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI) und ehemalige WPS-Stadtrat, Klaus Huber. Peter Altwickler übernimmt wie bisher die Aufgabe der Kassenprüfung. Die Versammlung billigte nach der Entlastung des bisherigen Vorstands einstimmig auch eine Satzungsänderung, derzufolge die 190 Mitgleider zählende WPS künftig keine Mitgliedsbeiträge erheben wird.

Stahl’s Rechenschafsbericht umfasste die Jahre 2019 bis 2021. Er bedauerte, dass die WPS, die den geplanten B2-Tunnel ablehnt, bei der Kommunalwahl 2020 nur noch drei der zuvor sechs Stadtratsmandate wiedererringen konnte. Er schob dies auf den im Februar 2017 von den den Tunnel befürwortenden Parteien CSU, UWG, Grünen und SPD mit Hilfe von „fünf Umfallern“ erreichten Doppelbeschluss „Tunnel bauen, Umfahrung planen“. Dabei sei in Sachen Tunnelbau bisher nicht viel passiert, die fünf Dücker, die vor Baubeginn des Tunnels hergestellt sein müssten, noch nicht einmal begonnen und teilweise noch nicht genehmigt. Die WPS verfolge inzwischen ein Fern- und ein Nahziel, zumal Starnberg inzwischen durch die neu gebaute Westumfahrung starke Entlastung erfahren habe. Fernziel sei es, diese Westumfahrung durch eine Nordumfahrung zu ergänzen, besonders dann, wenn sich herausstellen sollte, dass Bau und Genehmigung des Tunnels Probleme bereiten sollte. Denn ohne den Tunnel werde das Verkehrsaufkommen auf einer Nordumfahrung ausreichend hoch ausfallen, um deren Bau zu rechtfertigen. Deshalb sei die „überraschende Einstellung aller Planungsbemühungen im letzten Stadtrat für die WPS nicht akzeptabel“, so Stahl (siehe Umfahrung bleibt untot). Nahziel bleibe folgerichtig, den Tunnel zu verhindern, denn die WPS wolle Verkehrsentlastung für die ganze Stadt, nicht nur für die Hauptstraße.

WPS-Mitglied Willi Illguth drohte bei diesem Punkt aus der Gruppierung auszutreten, wenn diese sich weiter die Nordumfahrung auf die Fahne schreibe. Deren Bau hält er nach eigenen Worten in der heutigen Zeit für „unrealistisch“. Stahl würdigte Illguths herausragenden Einsatz für die WPS und BI in der Vergangenheit, bat ihn jedoch zu akzeptieren, dass die WPS ihre Haltung in zahlreichen Vorstandsbeschlüssen festgelegt habe und diese auch nicht ändern wolle: „Die Nordumfahrung ist immer Grundlage der Arbeit der WPS gewesen.“ Glogger gab zu Bedenken: „Warum soll man etwas aufgeben, was man viellicht irgendwann noch einmal brauchen könnte?“ Er und Stahl erinnerten an die übermäßige Belastung der Hanfelder Straße, der man anders kaum werde abhelfen können.

Im Bundestagswahlkampf habe die Gruppierung eine „Patentlösung“ zur Verkehrsentlastung der Stadt Starnberg an die hohe Politik herangetragen, die es weiter zu verfolgen gelte. Danach sollte die B2 künftig nicht mehr die Stadtdurchfahrt, sondern die Westumfahrung über die Waldkreuzung nach Gilching mit dortigem Anschluss an die A96 und weiter die A99 sein. Die Stadt könne Durchgangsverkehr dann „vergrämen“ und der Millionen Euro teure Tunnel sei so nicht mehr zu rechtfertigen.

Die Übernahme des zweiten von der BI und WPS gegen den Tunnelbau  initiierten Bürgerbegehrens durch den Stadtrat und die Aufhebung des Doppelbeschlusses von 2017 hat laut Stahl im März 2019 das Versprechen des Stadtrates beinhaltet, „umgehend weitere Schritte zur Realisierung einer ortsfernen Umfahrung einzuleiten.“ Tatsächlich sei jedoch Ziel der Tunnelfreunde gewesen, den Tunnel fortzuführen, die Nordumfahrung aber fallen zu lassen. „Die List und Spitzfindigkeit der zahlreichen Juristen unter den Tunnelfreunden ist kaum zu überbieten“, so Stahl. Es werde nichts anderes übrig bleiben, als das Zusammenwirken der drei Beschlüsse von 2017, 2019 und 2022 von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht überprüfen zu lassen.

Weiteres Kernthema sei und bleibe für die WPS die Stadtplanung und damit vorangig die Seeanbindung. Gespannt sei man auf den inzwischen überfälligen Bericht von Bürgermeister Patrick Janik zum aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen Bahn und Stadt in Sachen Erneuerung des Seebahnhofs samt der dazu gehörigen Kostenaufteilung. Stahl würdigte besonders den jahrelangen Einsatz von WPS-Stadtrat Maximilian Ardelt bei diesem Thema. Ardelt war aus gesundheitlichen Gründen verhindert, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Dem Erhalt historischer Bauten wie dem Bayerischen Hof, von stadteigenen Grünflächen, Einsatz für Brandschutz und Feuerwehr fühle sich die WPS nach wie vor sehr verpflichtet, schloss Stahl seinen Rechenschaftsbericht.

 

See and the City wird angepasst

Am heutigen Dienstag hat die Stadtverwaltung damit begonnen, die Gestaltung der Projektfläche von „See and the City“ am Bahnhofplatz anzupassen. In der Stadtratssitzung vom 27.06.2022 hatten sich die Stadträtinnen und Stadträte für diesen Weg ausgesprochen. Die Stadt Starnberg reagiert damit auf die Erkenntnisse aus den bisher eingegangenen Rückmeldungen und Fragebögen mit dem Wunsch der Bürgerschaft nach mehr Parkplätzen in der Starnberger Innenstadt.

Beim Projekt „See and the City“ handelt es sich um keine abgeschlossene Planung, sondern um ein Experimentierfeld, welches Anpassungen ausdrücklich wünscht. Durch die praktische Umsetzung der zugrundeliegenden Machbarkeitsstudie soll erprobt werden, wie sich der Bahnhofplatz zukünftig entwickeln könnte, was sich die Bevölkerung wünscht und welche Ansprüche der Raum erfüllen muss. „Wir haben uns daher bewusst zu diesem Schritt entschieden. Es war von vornherein geplant, Anpassungen während des Projektzeitraums vorzunehmen. Ein Großteil der Starnbergerinnen und Starnberger hat angegeben, dass sie sich wieder mehr Parkflächen am Bahnhofplatz wünschen. Wir gehen auf diese Kritik ein und stellen einige der Parkflächen vor dem eigentlichen Projektende wieder her. Für uns ist die Meinung aus der Bürgerschaft sehr wichtig, denn sie ist ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung der Starnberger Innenstadt, insbesondere der Verkehrsführung“, erläutert Erster Bürgermeister Patrick Janik.

Konkret wird im Laufe dieser Woche folgendes umgesetzt: Das Projektgebiet von „See and the City“ wird verkleinert und endet an der Maximilianstraße. Dadurch werden die Parkplätze vor dem Restaurant „Gallo Nero“ sowie die Busbucht wiederhergestellt. Am Rondell wird das Halteverbot östlich der Zufahrt zur Theresienstraße aufgehoben. Die Parkplätze zwischen Theresienstraße und Wittelsbacherstraße stehen somit wieder zur Verfügung.

Es ist zudem erfreulich, dass sich das Restaurant „Comodo“ für die Einrichtung eines Schanigartens entschieden hat und damit die neu gewonnenen Aufenthaltsflächen für seine Gäste auch gleich nutzt.

Im Oktober, zum Abschluss des Projektzeitraums, wird es eine erneute öffentliche Veranstaltung geben, um die Erkenntnisse des Sommers zu diskutieren. Die Ergebnisse werden schließlich dem Stadtrat dazu dienen, Schlüsse für eine zukünftige Gestaltung zu ziehen.

Abschied von Prof. Dr. Picker

Unter großer Anteilnahme hat gestern am Waldfriedhof die Trauerfeier für den in der vergangenen Woche verstorbenen ehemaligen Geschäftsführer des Bayerischen Bankenverbandes, langjährigen Starnberger Stadtrat und Vorsitzenden der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS), Professor Dr. Günther Picker, stattgefunden (siehe auch Nachruf für Prof. Dr. Günther Picker). Die Trauergäste waren so zahlreich, dass gut die Hälfte von ihnen in der Aussegnungshalle keinen Platz fanden und die Feier von draußen verfolgten.

Der evangelische Pfarrer der Gemeinde Berg, Johannes Habdank, bezeichnete den Verstorbenen als „voll präsent, wie er es immer war“. Nun lebe er eben in der Erinnerung weiter. Pickers Bestreben sei stets gewesen, „dass es allen gut geht“. Und vor nicht langer Zeit habe dieser sein persönliches Resümee so gezogen: „Ich habe viel erlebt und viel aus meinem Leben gemacht.“ Dies spiegelten die verschiedenen Trauerreden wider. So sagte Pickers ältester Sohn Günther: „Unser Vater hat aus seinem Leben herausgeholt, was möglich war.“ Alles habe ihn mit großer Leidenschaft erfüllt. Ihm sei es immer um Gerechtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit und eine gewisse Dankbarkeit gegangen. Unstimmige Argumentationen konnten ihn auf die Palme bringen. Der Sohn gewährte Einblicke in das Pickersche Familienleben, bezeichnete seinen Vater als „gesellig, mit einer Schwäche für Witze und Zaubertricks“. Er erinnerte sich an die ausgedehnten Reisen der Familie zu weltweiten Zielen, vor allem in Asien und Afrika, oder glückliche Zeiten am Genfer See und daheim in Starnberg. Aber auch an zahlreiche Schicksalsschläge, die seine Eltern erlitten hätten.

Bürgermeister Patrick Janik konzedierte dem Verstorbenen, dass dieser sein Stadtratsmandat zu allen Zeiten „richtig ernst“ genommen, der Starnberger Kommunalpolitik seinen Stempel aufgedrückt habe. Mit dem Talent ausgestattet, den Finger in die richtige Wunde zu legen, sei Picker „ein großer Kaliber der Stadtpolitik“ geworden, stets mit offenem Visier unterwegs. Der Erfolg der WPS habe ihm Recht gegeben.

Dr. Klaus Huber, Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro  Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI), und ebenfalls ehemaliger WPS-Stadtrat, erinnerte an die zwölf Jahre, die Picker mit „scharfem juristischen Verstand und wortgewaltig“ Mandatsträger gewesen war. „Starnberg war seine Stadt. Er wollte sie erhalten wissen, vor allem für die Starnberger Bürger“, so Huber. Bürgerinteressen hätten für Picker stets Vorrang vor Immobilieninteressen gehabt: „Er ließ sich nicht beirren und scheute keine Auseinandersetzung. Für seine Mitstreiter war er unermüdlich im Einsatz“, schloss Huber.

Pfarrer Habdank zitierte am Ende der Trauerfeier Gedanken von Dietrich Bonhöffer zum Thema Abschiednehmen. „…Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das Vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich …“

Nacht der langen Tafel 2022

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Am 16. Juli 2022 findet nach drei Jahren endlich wieder die beliebte Nacht der langen Tafel in Starnberg statt. In diesem Jahr wird die Tafel in der Wittelsbacherstraße, auf dem Kirchplatz und auf dem Bahnhofplatz aufgebaut. Von 18 bis 24 Uhr dürfen sich alle Starnbergerinnen und Starnberger sowie die Gäste unserer Stadt über ein vielseitiges musikalisches Rahmenprogramm im gesamten Veranstaltungsbereich bei Essen und Getränken von lokalen Gastronomen freuen oder selbstmitgebrachte Speisen verzehren.
Bei stimmungsvollen Klängen von den Bands „The Yaks“, „Frequent Flyer“, „The Foundation Band“ sowie der Stadtkapelle werden die Besucherinnen und Besucher eingeladen, an der langen Tafel aus 250 Biertischgarnituren zu verweilen und die gemeinsame Zeit zu genießen.
Auch kulinarisch wird einiges geboten: Türkische Spezialitäten vom Restaurant Bolu, bayerische Schmankerl von der Metzgerei Scholler, Pizzen und Aperitifs von Il Duetto dello Stretto oder Tapas von Comodo – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Als Nachtisch und zum Wach-Bleiben bietet Wiener`s – Der Kaffeeröster zudem Süßes und eine Auswahl an feinsten Kaffeevariationen an.
Für die Veranstaltung müssen die Wittelsbacherstraße ab Ludwigstraße sowie der Bahnhofplatz zwischen Maximilian- und Bahnhofstraße für den Verkehr gesperrt werden. Der Samstagsmarkt am Kirchplatz findet wie gewohnt statt. Alle detaillierten Informationen bzgl. der Verkehrseinschränkungen sowie Informationen zum MVV am 16. Juli 2022 werden nachfolgend beschrieben.

Straßensperrungen
Bitte beachten Sie, dass für die Veranstaltung am Samstag, den 16. Juli 2022 der Bahnhofplatz zwischen Bahnhof- und Wittelsbacherstraße sowie die Wittelsbacherstraße zwischen Bahnhofplatz und Ludwigstraße von Samstag, 16.07.2022, 14 Uhr bis Sonntag, 17.07.2022, ca. 3 Uhr gesperrt wird. In diesen Bereichen gilt zudem ab Samstag, 13:30 Uhr absolutes Haltverbot. Die Maximilian- sowie die Kaiser-Wilhelm-Straße werden weiterhin befahrbar sein.

Hinweise für Nutzer des MVV
Aufgrund der Sperrung des Bereichs am Bahnhofplatz zwischen Possenhofener Straße und Bahnhofstraße fällt bei der Buslinie 964 die Haltestelle „Starnberg Bahnhof“ weg. Die Linie wird nach der Haltestelle „Museum Starnberger See“ über Bahnhofstraße/Seufzerberg, die B2 und die Leutstettener Straße in Richtung Bahnhof Nord umgeleitet. Auf dem Fahrtweg wird auch die Haltestelle „Kirchplatz“ angefahren. In Fahrtrichtung Possenhofen wird die Linie 964 vom Bahnhof Nord kommend über die Dinardstraße in Richtung Possenhofener Straße geleitet. Auf dem Fahrtweg werden die Haltestellen „Tutzinger- Hof-Platz“ und „Kirchplatz“ angefahren. Die Haltestelle „Museum Starnberger See“ wird in dieser Fahrtrichtung in die Dinardstraße auf Höhe Hausnummer 8 verlegt. Die Bushaltestelle „Wittelsbacherstraße“ wird für die Veranstaltung vor das Kino versetzt.

Nachruf für Prof. Dr. Günther Picker

Starnberg hat einen hochengagierten, vielseitig interessierten, mutigen und äußerst sachkundigen Menschen und Politiker verloren.

Am Dienstag, dem 28. Juli 2022, ist Professor Dr. Günther Picker im Alter von 77 Jahren verstorben. Er gehörte ab 2008 etwas mehr als 12 Jahre als Vorsitzender der aus der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI)“ hervorgegangenen „Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS)“ dem Starnberger Stadtrat an. Wären gesundheitliche Gründe nicht dazwischen gekommen, hätte er sein bei der Kommunalwahl 2020 erneut gewonnenes Mandat vermutlich bis zu seinem jetzt überraschenden Tod ausgeübt. Denn Picker war ein ausgesprochen geradliniger Mensch. Er vertrat die Sache, um die es ihm ging, durchaus mit einer gewissen Härte. Seine auf diese Weise sorgsam verborgene, fast liebevolle Zuneigung zu seinem Heimatort entdeckte nur, wer bereit war sich um einen Blick hinter die Fassade zu bemühen. Vor fast zwei Jahren trat Picker von allen politischen Ämtern zurück.

Er hätte es nicht nötig gehabt, sich am Ende seines Berufslebens in die Niederungen der Kommunalpolitik zu begeben. Ab 1975 war er 37 Jahre lang geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Bankenverbandes gewesen, ging bei den für die Bankenwelt wichtigen Vertretern ein und aus und gab seinen Rat, besonders in der Finanzkrise 2008. Er erhielt Auszeichnungen wie das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und den Bayerischen Verdienstorden sowie die Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft. Nebenbei pflegte er ein ebenfalls zeitaufwendiges „Hobby“, hielt nämlich als Honorarprofessor Vorlesungen über „Kunst und Recht“ an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und verfasste zahlreiche Fachbücher zum Kunst- und Antiquitätenrecht.

In Starnberg war aber in der Ära von Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger der alte Streit um Tunnel oder Umfahrung neu entbrannt. Die BI hatte sich gegründet. Picker schloss sich den Gegnern des B2-Tunnels an, plädierte mit Nachdruck für die Vorzüge einer Umfahrung Starnbergs. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die BI mit der WPS einen politischen Arm gab und fortan im Stadtrat mitentscheiden konnte. Den bisher tonangebenden Juristen auf der Seite der Tunnelfreunde bot er nun als einziger Jurist auf Seiten der Umfahrungsbefürworter Paroli. Das war neu im Stadtrat. Genauso, dass da außer dem ebenfalls schon verstorbenen Adi Herrmann von der Bürgerliste noch jemand mit dem gesunden Menschenverstand argumentierte. Die Auseinandersetzungen zwischen dem gebürtigen Ostfriesen Picker, Pfaffinger sowie Stadträten von CSU und UWG sind inzwischen legendär. „Man muss polarisieren, sonst verstehen die Menschen nicht, was man will“, hat Picker einmal gesagt und stets danach gehandelt.

Für seine Mitstreiter war er dagegen ohne Ausnahme der verlässliche Partner. „Dinge, die man begonnen hat und für die man Verantwortung übernommen hat, werden zu Ende gebracht“, lautete sein Credo. So stand er auch unverbrüchlich bis zum Schluss an der Seite der von einer Stadtratsmehrheit mit allen Mitteln bekämpften und 2020 aus dem Amt gedrängten Bürgermeisterin Eva John, die das Amt der Rathauschefin 2014 nicht zuletzt mit Unterstützung der WPS gewonnen hatte. Er hielt es mit Antoine de Saint-Exupéry: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast.“ Besonders deshalb traf ihn der Vertrauensbruch von fünf Stadträten, die als Umfahrungsbefürworter mit ihm gemeinsam zur Wahl angetreten, dann aber 2017 ins Lager der Tunnelfreunde gewechselt waren, ganz persönlich und verletzte ihn tief. Freundschaften sind daran zerbrochen. Weniger bedeutete ihm, dass die CSU, in die ihn Franz-Josef Strauß geholt hatte, als Strafe dafür, dass er als CSU-Mitglied für eine andere Gruppierung erfolgreich kandidiert und politisch gearbeitet hatte, aus ihren Reihen ausschloss. Das sei ihm „wumpe“, lautete seine Reaktion.

So hatte er mehr Zeit für seine Familie, seine Frau Birgit, seine vier Kinder und acht Enkelkinder. Picker war ein ausgesprochener Familienmensch, nahm großen Anteil an der Entwicklung der Enkel und liebte Unternehmungen sowie Gespräche mit ihnen. Der Familie wird er nun ganz besonders fehlen.

Die Trauerfeier für Professor Dr. Günther Picker findet am Freitag, 8. Juli 2022 um 11 Uhr im Waldfriedhof Starnberg statt.

Es wird einmal … in Starnberg

Was könnte in absehbarer Zeit in Starnberg im öffentlichen Raum liebenswerter werden und die Bürger begeistern? Mit dieser Frage haben sich Starnberger Architekten befasst und konkrete Vorschläge vorgestellt.

Als Satellit der siebten Architekturwoche A7 des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA München-Oberbayern unter dem Motto „Stadt:Leben“ hatten die beiden Starnberger Architekten Walter Waldrauch (Büro „Raumstation“) und Marco Goetz ihre hier ansässigen Kollegen eingeladen, sich Gedanken darüber zu machen, Orte in der Stadt, die sie besonders, schön oder verbesserungsfähig finden,  mit einem konkreten, überschaubaren Eingriff in den öffentlichen oder privaten Raum zum Positiven zu verändern oder zu beschreiben, was sie schätzen und erhalten wollen. Man traf sich diese Woche am Mittwochabend unter den Arkaden des denkmalgeschützten Bahnhofs See. Eine ganze Reihe von Beiträgen wurden vorgestellt. Am Donnerstag fand die Veranstaltung ihren Abschluss mit einer Finissage am gleichen Ort.

Waldrauch und Goetz erhoffen sich eine Art Drehbuch zu einer kleinteiligen, an die Gegebenheiten angepassten Stadtverbesserung. Nicht Kritik an langwierigen Großplanungen wie Seeanbindung oder Tunnel sollte geübt werden, sondern ein Gefühl von Machbarkeit und Wertschätzung unter den Starnberger Bürgern erzeugt werden. Deshalb der optimistische Titel: „Es wird einmal“. Der Moment sei günstig, weil rund um den Seebahnhof mit der Aktion „See and the City“ gerade ein Großversuch zur Umgestaltung des Bahnhofsareals laufe und damit eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit einher gehe, so Waldrauch und Goetz.

Hier die Vorschläge für Projekte, für die sich unter Umständen sogar private Investoren erwärmen könnten. „Die sind in der Regel nur dann bereit Geld zu geben, wenn man ihnen ein höheres sinnvolles Ziel aufzeigt und Aussicht auf Realisierung in absehbaren Zeiträumen besteht“, gab den Veranstaltern Sven Radtke von der Immobilien GmbH „Radtke Essler“ mit auf den Weg. Ohne das werde man keinen finden, der investiert.

  • Die Loggia des Seebahnhofs, auch als Arkaden auf der Stadtseite zu bezeichnen, will Marco Goetz als ursprünglichen Raum mit städtischer Atmosphäre wieder erlebbar machen. Die Wände weiß statt dem heutigen Rot streichen, Innenleben und Umfeld gründlich säubern, wertvolle Säulen und ihre Kapitelle frei legen und sieben neue Leuchten installieren. „Die Menschen würden diesen Raum benutzen, empfinden: Der ist wie für mich gemacht. Das kann man völlig losgelöst von anderen Plänen machen. Da muss man nicht in Perfektionismus verfallen“, so Goetz.
  • Iris Ziebart machte nicht nur Werbung für den schmalen Weg entlang der Schlossgartenmauer oben auf dem Schlossberg – „Da ist es sooo… schön“ – sondern warb zum wiederholten Mal dafür, die „ziemlich bucklige“ Beton-Rampe westlich der Dampferstege gegenüber der Bahnhofsunterführung durch Sitzstufen zu ersetzen. Dort könne dann jeder, der es will, seine Füße ins Wasser hängen.
  • Christoph Sattler möchte durch den Bau von sechs bis acht unterschiedlichen Häusern „im Starnberger Jugendstil“ entlang der Gleisanlagen östlich des Bahnhofsgebäudes Starnberg ein Stadttor geben.
  • Michael Ziller hat sich einen „Starnberger Seeplatz“ ausgedacht. Zu allererst müsse man dem durchaus schönen Park an der südlichen Seepromenade mit dem Löwen, der Baumallee und „vielen feinen Qualitäten“ endlich einen Namen geben, denn bisher sei er namenlos. Es fehle dort der mögliche Kontakt zum Wasser für die Besucher, weshalb Ziller die Anlage einer an die Promenade angelehnten „Insel“ empfiehlt, mit Sitzstufen zum Wasser. Wo die Starnberger morgens schwimmen gehen könnten oder sich ganz ohne Konsumzwang am See treffen und aufhalten. „So könnte der Flirt der Stadt mit dem Wasser aufgenommen werden“, sagte Ziller.
  • Walter Waldrauch stellt sich ein „Intermezzo im Schlossgarten“ vor. Das viele dort vorhandene Schöne müsse nur durch ein paar Zusatzfunktionen ergänzt werde. Zum Beispiel durch ein kleines Cafe am ehemaligen Schachplatz, Tische und Stühle, die jeder an seinem Lieblingsort aufstellen könnte, Markisen, die die schon vorhandenen Überdachungen verbreitern, eine lauschige Bank im Türmchen und ein Dach auf dem Aussichtsturm,“ mit Leuchtschrift als Impuls runter in die Stadt“.
  • Goetz erzählte zum Schluss von seinem Ärger, wenn er im Kiosk neben der Bahnhofsunterführung seinen Kaffee trinke und feststellen müsse, dass er von dort aus, obwohl doch so nah, den See nicht sehen könne. Der Ausblick sei nämlich durch große Schilder, das fast nicht mehr genutzte Häuschen der Seenschiffahrt, Geländer und Büsche sowie andere Einbauten komplett verstellt. „Zugänglichkeit und intensive Nutzung wird unsere Zukunft sein“, prognostizierte Goetz mit Hinweis darauf, dass die nördliche Promenade heute ganz anders genutzt werde als früher. Heute wollten die Leute dort schwimmen und Stand-Up-Paddler an Land gehen. Störend seien da außerdem die mittendrin liegenden Dampferstege, die die Promenade in Drittel teile und eine ausgesprochene Verdichtung an Nutzungen mit sich bringe. Er könnte sich die Dampferstege besser am Seespitz vorstellen. Wenn die nächste Sanierung der Stege anstehe, sollte die Schifffahrt darüber doch einmal nachdenken. Auch darüber, ob die Stege wirklich in den langen Wintermonaten für die Allgemeinheit gesperrt sein müssen.
  • Waldrauch bat noch um Unterstützung für einen „stillen Protest“. Er möchte sich demnächst „bewaffnet“ mit einer Thermoskanne mit Kaffee und einem Stuhl vor der Kreissparkasse dorthin setzen, wo man früher im Cafe Moro gemütlich sitzen konnte und sich heute stattdessen ein Bekleidungsladen befindet. Der ist für Waldrauch dort auf jeden Fall nicht das Richtige im Umfeld des Kirchplatzes.

Goetz schloss die Veranstaltung mit den Worten, er habe das Gefühl, es müsse mehr gekämpft werden, dafür, dass Starnberg ein noch attraktiverer Ort wird: „Es ist allerhöchste Zeit, dass wir in die Puschen kommen!“

Umfahrung bleibt untot

Jetzt hat sich die Stadtratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD sowie Marc Fiedler von der FDP also endlich von dem „Umfahrungs-Joch“ befreit. Meinen sie auf jeden Fall. Doch das könnte, wie die Vergangenheit zeigt, ein Irrtum sein. Der Stadtrat hat am Montag mit 17:12 Stimmen beschlossen weder weitere Zeit noch zusätzliches Geld in das Projekt einer Nord-Ost-Umfahrung für Starnberg zu investieren. Vielmehr sollen Planungen und Untersuchungen dafür auf Eis gelegt werden, obwohl erste Untersuchungen zum Vorkommen bedrohter Tierarten keine K.O.-Kriterien ergeben haben. Nebenbei, das gleiche Schicksal ließ die Mehrheit auch der seit Jahren geforderten und fast schon realisierbaren Autobahnabfahrt in Buchhof zur Entlastung des Ortsteils Percha zuteil werden. Sie liegt nun ebenfalls auf Eis.

Der Wunsch der Starnberger Bürger, die Stadt mittels einer Umfahrung von der Verkehrsbelastung zu befreien, ist schon älter als die Idee, diesen Zweck durch den Bau eines Tunnels zu erreichen. Vor mehr als 50 Jahren wurde das Thema bereits diskutiert, unter Bürgermeister Heribert Thallmair (CSU) dann unter dem Titel „Würmtalparallele“ zu gunsten des Tunnels aufgegeben, weil die staatlichen Behörden keine Unterstützung leisteten. Die Diskussionen rissen aber nie ab. Und im Planfeststellungsverfahren für den Tunnel war die Umfahrung wieder Thema, wurde vom Staat und den CSU-geführten Landesbehörden  sowie Parteigenossen in Starnberg aber erneut ohne gründliche Prüfung abgebügelt. In Starnberg rief das Protest hervor. Engagierte Bürger gründeten  den Verein „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“. In den Jahren davor hatte es bereits zahlreiche Abspaltungen von der CSU gegeben, unter anderem wegen diesem Streit, ob sich die Stadt besser per Tunnel oder per Umfahrung verkehrsentlasten lässt. Walter Jann und seiner damaligen Bürgerliste sind die konkreten Unterlagen für eine Nord-Ost-Umfahrung zu verdanken. Ihn muss das Votum vom Montag am meisten schmerzen, ist damit doch sein politisches Lebenswerk zum Papier in irgendwelchen Rathaus-Schubladen verkommen. Dabei hatte man ihm und seinen Mitstreitern hoch und heilig versprochen, wenn sie sich politisch von der damals von der Ratsmehrheit ungeliebten BMS-Bürgermeisterin Eva John abwenden, dann werden sich allen voran CSU, Grüne  und UWG für die Realisierung der sogenannten „Jann-Trasse“ einsetzen. So kam es letztenendes zum Doppelbeschluss 2017 „Tunnel bauen, Umfahrung planen“. Das der damals schon nicht ernst gemeint war, haben die Stadträte, die das Projekt Umfahrung jetzt gekippt haben, mehr als deutlich bewiesen.

Aber sie sollten sich nicht zu früh freuen. Noch ist der B2-Tunnel nicht gebaut. Die Planer in Weilheim kämpfen noch mit etlichen Problemen und die Bundesregierung muss den Gürtel angesichts vielfacher Krisen auf der Welt enger schnallen. Es kann gut sein, dass spätere Stadtväter und -mütter irgendwann froh sind, dass es solche Umfahrungspläne in den Schubladen gibt. Dann steht sie wieder auf – die Untote.

Zu Ihrer Erinnerung der Bericht über die denkwürdige Stadtratssitzung im Februar 2017. Damit nicht vergessen wird, wer was wann mit seinem Stimmrecht im Ratsgremium versprochen hat:

 

Eine denkwürdige Sitzung  (Bericht dieses Blogs vom 9.3.17)

 

Ich beginne meine Berichterstattung mit der denkwürdigen Stadtratssitzung vom 20. Februar 2017.
An diesem Abend hat das höchste politische Gremium der Stadt Starnberg entschieden gegenüber dem Bund den jahrzehntelangen Widerstand gegen den Bau des B2-Tunnels aufzugeben. Von den neun im Rat vertretenen Fraktionen hatten sich schon im Vorfeld der Sitzung 19 Räte auf einen Antrag verständigt, den Stefan Frey (CSU) einbrachte, und der dann auch mit 19:12 Stimmen mehrheitlich befürwortet wurde. Unter den 19, die mit Ja stimmten, waren fünf Stadträte, die bei der Wahl 2015 noch angetreten waren, den Tunnel zu verhindern und stattdessen eine Umfahrung zu realisieren. Das waren Angelika Kammerl und Sieglinde Loesti (DPF) sowie Klaus Rieskamp, Johannes Bösch und Angelika Wahmke (BLS). Ansonsten unterstützten alle Mitglieder der CSU-, UWG-, Grünen- und SPD-Fraktionen den Antrag.

Hier der Wortlaut des Antrags:
„Die Stadt Starnberg spricht sich für den sofortigen Bau des B2-Entlastungstunnels aus und begleitet dessen Umsetzung positiv. Die Stadt teilt dies umgehend dem Bundesverkehrsminister mit und bittet mit Nachdruck um die sofortige Baufreigabe und Bereitstellung der Bundesmittel. Die Stadtverwaltung wird außerdem beauftragt, umgehend weitere Schritte zur Realisierung einer ortsfernen Umfahrung, ergänzend zum B2-Tunnel, einzuleiten. Die dafür notwendigen gutachterlichen und planerischen Vorarbeiten nimmt die Stadt umgehend in Angriff. Das Vorgehen beinhaltet im Wesentlichen: Die Bestimmung der Straßenklasse durch ein Verkehrsgutachten auf der Grundlage einer Verkehrsbefragung, die Aufnahme erster Abstimmungsgespräche mit den betroffenen Nachbargemeinden, die Erstellung einer Vorplanung  mit Planungsziel und Planrechtfertigung sowie erster Groblinien unter Berücksichtigung der Modifikationen der Streckenführung und Planfälle unter Einbeziehung aller abwägungsrelevanten Belange, insbesondere von Umwelt- und Naturschutz und anschließend eine Entscheidung des Stadtrates zum weiteren Vorgehen, insbesondere zur Realisierbarkeit des Projektes im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz sowie Finanzierbarkeit. Das Protokoll aus dem Gespräch der Stadt mit der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren für Bau und Verkehr vom 19.1.2017 gibt hierfür den Leitfaden vor und ist als Anhang Teil des Antrags.“

In der Begründung hieß es unter anderem:
Starnberg ersticke im Durchgangsverkehr. Die Lebensqualität sei massiv beeinträchtigt. Der B2-Tunnel und die ortsferne Umfahrung würden als aufeinander aufbauende ergänzende Planungen die Probleme lösen.
„Die Entscheidung, diesen Weg zu gehen, dient der Befriedung der Bürgerschaft. Sie stellt einen realisierbaren Kompromiss dar, der einen Schlussstrich unter die jahrelangen Streitigkeiten zieht und von fünf Fraktionen des Starnberger Stadtrates getragen wird.“

Mit 12:19 Stimmen abgelehnt worden war zuvor der Antrag von Josef Pfister für
das BMS. Zu den Ablehnenden zählten all jene, die anschließend für Freys Antrag stimmten (siehe oben).
Hier der Wortlaut:

„Um eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung des Starnberger Verkehrsproblems und somit die Ziele der Verkehrsentwicklungsplanung zu erreichen, legt die Stadt Starnberg den Planungen folgende Bausteine zur unmittelbaren Umsetzung zugrunde:

a) Westumfahrung und

b) Nord-Ost-Umfahrung (Weiterführung der Westumfahrung, ortsferne Trasse. „Jann- Trasse“) und

c) Gestaltung und Verkehrsberuhigung der Innenstadt von Starnberg.

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, umgehend die Ausschreibung der erforderlichen Planleistungen für die Trassierung der Nord-Ost-Umfahrung vorzubereiten und dem Stadtrat zur Beauftragung vorzulegen. Mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim ist dabei eine enge Zusammenarbeit zur Bewältigung der jeweiligen Planungserfordernisse anzustreben.

Hilfsweise beantragen wir …, dass vor der weiteren Beratung und Abstimmung über die Zustimmung der Stadt Starnberg zum geplanten B2-Tunnel-Projekt folgende Nachweise geführt werden:
a) verbindliche Stellungnahme des Freistaates Bayern zu den Chancen einer positiven Entscheidung im notwendigen Verfahren zur Verlängerung der Planfeststellung (Anm.: Baugenehmigung des Tunnels)

b) verbindliche Zusage des Bundes zur Baufreigabe (gesicherte Finanzierung)

c) Aktueller Nachweis der Leistungsfähigkeit des B2-Tunnel-Projektes auf dem gesamten Streckennetz der Bundes- und Staatsstraßen im Stadtgebiet sowie aller Knotenpunkte – Prognosezeitraum 2030.“

Als Begründung des Antrags verwies Pfister auf die einstimmig vom Stadtrat beschlossenen Ziele für die Aufstellung des zwischenzeitlich aufgrund eines Bürgerantrags in der Bearbeitung gestoppten Verkehrsentwicklungsplans:
Steigerung der Stadt- und Lebensqualität
Steigerung der Qualität der Mobilität für alle Menschen
Verlagerung des Durchgangsverkehrs aus dem Stadtgebiet
Gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ermöglichen (Barrierefreiheit), Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer/innen stärken
Verkehrssicherheit und soziale Sicherheit bei der Nutzung erhöhen
Alternative Verkehrsmittelwahl gesamtstädtisch anbieten und optimieren Verknüpfung der Verkehrssysteme mit den Nachbarkommunen
Stärkung des Wirtschaftsstandortes Starnberg durch Optimieren der Wirtschaftsverkehre
Negative Auswirkungen des Verkehrs auf Mensch, Gesundheit und Umwelt nachhaltig und spürbar reduzieren (Reduzierung der Anzahl der von Lärm und Abgasen belasteten Einwohner)
Die Verlagerung des B2-Durchgangsverkehrs auf eine zwei Kilometer lange Tunnelstrecke in der Stadt lehnt das BMS als städtebaulich untragbar und vollkommen ungenügend ab.

Bürgermeisterin Eva John hat dem Bundesverkehrsministerium inzwischen den Beschluss des Stadtrates mitgeteilt.

 

Flohmarkt Juli

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Das ein oder andere Schnäppchen machen, Raritäten ergattern oder sich von gut erhaltenen Stücken trennen – das alles können Sie am Samstag, den 09. Juli 2022 in Starnberg erleben. Von 10 bis 15 Uhr wird rund um den Bahnhofplatz im Rahmen des Projekts „See and the City“ ein Flohmarkt veranstaltet, der zum Schlendern, Staunen und Handeln einlädt.
Ab 01. Juli 2022 können sich alle Interessierten bei Veranstalterin Ursula Matheisen telefonisch unter 08151/14227 für einen Verkaufsstand anmelden. Hier erhalten Sie zudem alle wichtigen In- formationen über den Ablauf des Flohmarkts. Der Verkauf ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Bitte beachten Sie zudem, dass aus organisatorischen Gründen die Stände erst ab 9 Uhr aufgebaut werden dürfen.

Infostände für „See and the City“

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

Am 14. Mai 2022 läutete das Eröffnungsfest den Start für das temporäre Projekt „See and the City“ am Bahnhofplatz ein. Beim Projekt, das aus Mitteln der Städtebauförderung unterstützt wird, geht es hauptsächlich um einen probeweisen Flächengewinn für Fußgänger. Um diese neuen Flächen hervorzuheben, wurden sie bunt gestaltet, es wurden Sitzmöglichkeiten geschaffen und Blumenkübel aufgestellt. Eine veränderte Verkehrsführung und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 20 soll Autofahrer dazu ermutigen, vorsichtiger zu fahren und auf die Fußgänger acht zu geben.
Nach Projektende im Oktober 2022 werden die Flächen wieder zurückgebaut und die Stadt hat neue Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung des Areals gewonnen. „Uns ist es ein großes Anliegen, mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen und über das Entwicklungspotenzial am Bahnhofplatz zu diskutieren. Die Bürgerschaft ist auch weiterhin dazu eingeladen, sich aktiv am Projekt zu beteiligen und auf den neu gewonnenen Flächen, eigene Aktionen umzusetzen,“ sagt Zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl.
Zum persönlichen Austausch hat die Stadt Starnberg drei Infostände geplant am 26. Juni von 12 bis 18 Uhr auf der „Starnberg bewegt“ am Bahnhofplatz, am 09. Juli auf dem Wochenmarkt am Kirchplatz von 10 bis 13 Uhr und am 23. Juli ebenfalls auf dem Wochenmarkt am Kirchplatz von 10 bis 13 Uhr. Damit knüpft die Stadtverwaltung an die bereits erfolgten Bürgergespräche an, bei denen alle interessierten Starnberger, Einzelhändler und Gastronomen dazu ermuntert wurden, das Projekt mitzugestalten.

Mitmachen bei der Umfrage
Bürgerinnen und Bürger haben außerdem noch bis Oktober 2022 die Möglichkeit, sich an einer Umfrage zum Thema „Verkehr in der Innenstadt“ zu beteiligen. Darin wird auch abgefragt, ob das Interesse an einer Fußgängerzone in Starnberg besteht. Den Umfragebogen können sie unter der Homepage „see-and-the-city“abrufen und ausfüllen. Im Anschluss dann einfach per E-Mail an see- and-the-city(at)starnberg.de schicken. Der Umfragebogen kann auch ausgedruckt und in den Briefkasten am Starnberger Rathaus eingeworfen werden. Der Bogen liegt zusätzlich in Papierform im Foyer des Rathauses aus.
Für weitere Anregungen und Feedback steht das Projektteam den Bürgern ebenfalls jederzeit per E-Mail an see-and-the-city(at)starnberg.de zur Verfügung.