16. Starnberger Kunstpreis 2019

Auch in diesem Jahr soll wieder ein Starnberger Künstler mit dem Kunstpreis der Stadt für Malerei ausgezeichnet werden. Das hat der Kulturausschuss des Stadtrates beschlossen, die Zusammensetzung der Jury bestimmt und die Rahmenbedingungen geringfügig verändert. Mitmachen können alle Künstlerinnen und Künstler mit Lebensmittelpunkt im Landkreis Starnberg oder in einem am Starnberger See gelegenen Ort. Jeder kann drei Arbeiten einreichen. Vorgaben inhaltlicher oder formaler Art gibt es nicht. Der erste Preis ist wie immer die kostenlose Nutzung des der Stadt gehörenden Paul-Thiem-Ateliers vom 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2022. Der zweite Preisträger kann sich über Ankäufe der Stadt in Höhe von 2000 Euro, der dritte Preisträger in Höhe von 1000 Euro freuen. Die Jury-Sitzung findet am 26. September 2019 statt. Der Jury gehört auf Wunsch des Ausschusses wie im vergangenen Jahr die CSU-Stadträtin Katja Fohrmann an. Genauso einstimmig wurde an den Bedingungen geändert, dass heuer die diesjährige Kunstpreisträgerin nicht teilnehmen darf. Die Künstlerin Stefanie Pietsch hatte ihn nämlich bereits 2013 und 2015 gewonnen.

Dazu die jüngste Pressemitteilung aus dem Rathaus:

„Zum 16. Mal seit 1989 vergibt die Stadt Starnberg einen Kunstpreis für Malerei.
Teilnahmeberechtigt sind alle Künstlerinnen und Künstler mit Lebensmittelpunkt im Landkreis Starnberg oder in den Anliegergemeinden des Starnberger Sees. Die Wettbewerbsteilnehmer reichen drei Arbeiten zur Beurteilung durch eine Jury ein.

Der Abgabetermin ist Mittwoch, 25. September 2019

08.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 15.00 bis 19.00 Uhr, Vogelanger 2, Schlossberghalle Starnberg.

Es werden maximal drei gerahmte oder gespannte und mit sicherem Aufhänger versehene Bilder entgegengenommen. Sogenannte Bildträger (geklammerte Glasplatten) können leider nicht akzeptiert werden.

Die Stadt Starnberg vergibt im Rahmen dieses Wettbewerbs drei Preise:

1. Preis: Die Kunstpreisgewinnerin oder der Kunstpreisgewinner darf vom 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2022 im Paul-Thiem-Atelier in der Josef-Fischhaber-Straße arbeiten und dieses kostenlos nutzen.

Im Anschluss wird die Stadt Starnberg für die Preisträgerin/den Preisträger eine Kunstausstellung organisieren.

2. Preis und 3. Preis: Die Stadt Starnberg tätigt einen Gemäldeankauf.

Alle eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer Präsentation am 28. September und 29. September
von 10.00 bis 17.00 Uhr
in der Schlossberghalle Starnberg der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am Sonntag, den 29. September müssen die eingereichten Bilder ab 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr abgeholt werden.

Für weitere Rückfragen steht das Kulturamt der Stadt Starnberg unter der Telefonnummer 08151/772- 110 gerne zur Verfügung.“

Schorn – wie es weiter geht

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität des Kreistages hat sich am 9. Juli 2019 wie angekündigt mit der Frage beschäftigt, ob rund 37 Hektar im Bereich der geplanten Erweiterung des schon bestehenden Gewerbegebietes in Schorn für die Erweiterungspläne der „Asto Campus Starnberg GmbH“ aus der Landschaftsschutzgebietverordnung herausgenommen werden sollen. Das hatte die Stadt Starnberg wie berichtet beantragt (siehe Schorn: Mehrheit will keinen Stillstand und Schorn: Die Debatte). Gegen die Stimmen von Grünen und SPD stimmte eine Mehrheit dafür, die Herausnahme zu ermöglichen, wenn weitere Unterlagen vorliegen, die diesen Schritt rechtfertigen. Die Grünen lehnen das Projekt komplett ab, die SPD will es deutlich kleiner. Der von der Stadt dem Ausschuss vorgelegte Vor-Vorentwurf müsse auch nach Ansicht der Kreisräte von CSU, Freien Wählern und FDP konkreter in Richtung Bebauungsplanentwurf ausgearbeitet werden, hieß es laut Berichten in der Lokalpresse.

2. Starnberger Stadtfest

Rund um Kultur, Feiern und Sport dreht sich das zweite Starnberger Stadtfest vom 19. bis 21. Juli 2019. Am Freitag geht es los mit der „Langen Kulturnacht“, am Samstag heißt es Feiern und Schlemmen am Wochenmarktfest und der „Nacht der langen Tafel“, der Sonntag lädt Sportler zum „Starnberger Stadtlauf“ ein. Erste Bürgermeisterin Eva John ist überzeugt, dass Feiern verbindet und hofft auf viel Sonnenschein an diesem Event-Wochenende und jede Menge gute Laune.

Lange Kulturnacht

Am Freitag, den 19. Juli 2019 findet von 18 bis 22 Uhr in der Starnberger Innenstadt die „Lange Kulturnacht“ statt: Im „Wartesaal für allerhöchste Herrschaften“ des Kulturbahnhofs startet ab 19:30 Uhr eine Session der Musikschule, und auf dem Kirchplatz spielt die Starnberger „Stamina Crew“ Hip Hop, Latinfunk und Reggae. Für Speis und Trank sorgen Wiener’s Kaffeerösterei, die Starnberger Eiswerkstatt und das Starnberger Brauhaus. Wer schon immer einmal eine Virtual-Reality-Brille testen wollte, kann das in der Stadtbücherei von 14 bis 18 Uhr für 2,50 Euro pro Person ausprobieren.

Auszeichnung zur Fair Trade Stadt

Im Rahmen der langen Kulturnacht wird die Stadt Starnberg offiziell die Zertifizierung zur „Fair Trade Stadt“ von Trans Fair e.V. erhalten und die Besucher können sich über fairen Handel an einem Infostand des Starnberger Weltladens informieren. Es gibt auch leckere Produkte aus fairem Handel zum Probieren!

Unser Wochenmarkt lädt ein

Weiter geht es mit dem Wochenmarktfest am Samstag, den 20. Juli 2019 auf dem Kirchplatz. Von 8 bis 13 Uhr können Wochenmarktbesucher bei Händlern und Direkterzeugern leckere Schmankerl und Steckerlfisch probieren. Für Unterhaltung sorgt Moderator Klaus Benz, der bei einer Tombola Einkaufskörbe mit Waren und Gutscheinen vom Wochenmarkt verlost. Selbstverständlich ist alles frisch, regional und lecker!

Feiern und Dinieren in der Starnberger Innenstadt

Die „Nacht der langen Tafel“ – ebenfalls am Samstag, den 20. Juli 2019 – lädt von 18 bis 24 Uhr Einheimische und Besucher in die autofreie Innenstadt. An einer weiß gedeckten und liebevoll dekorierten Tafel aus 330 Biertischgarnituren können selbst mitgebrachte Speisen oder Köstlichkeiten von Starnberger Gastronomen verzehrt werden. Dazu gibt es Live-Musik bis Mitternacht von Frequent Flyer, Summer2Go, The Yaks und der Starnberger Stadtkapelle. Sollte es regnen, findet die „Nacht der langen Tafel“ eine Woche später am 27. Juli 2019 statt.

Stadtlauf

Am Sonntag, den 21. Juli 2019 startet der Starnberger Stadtlauf um 10 Uhr. Die Strecke ist 7,5 km lang und führt in zwei Runden durch die Stadt – Seeblick inklusive! Anmelden kann man sich über die Homepage der Stadt. Die Anmeldegebühr beträgt 15 Euro, das Laufshirt ist im Preis inbegriffen.

Stadt antwortet auf Ankündigung der Bahn

Hier zur Klageandrohung seitens der Bahn die heutige Presseerklärung der Stadt Starnberg im Wortlaut:

 

„Mediationsverfahren: „Wir suchen weiterhin den Weg des Konsens“

Im Vorgriff auf eine weitere umfassende Stellungnahme kann die Stadt Starnberg folgende Informationen geben:

Durch eine Pressemitteilung hat die Stadt Starnberg am gestrigen Mittwochnachmittag erfahren, dass die Deutsche Bahn (DB) das Mediationsverfahren zum Seebahnhof Starnberg für gescheitert erklärt hat und den Klageweg beschreiten möchte. „Die Nachricht traf uns völlig überraschend, da für den 19. Juli und den 2. August bereits weitere Mediationstermine angesetzt waren“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Auch die beiden Mediatoren wurden im Vorfeld nicht über diesen Schritt informiert.

Über die Gründe zur Beendigung des Verfahrens kann nur spekuliert werden. Die Verjährung der Ansprüche beider Parteien, die die Bahn als Klagegrund aufführt, wurde durch Eröffnung des Mediationsverfahrens im Dezember 2017 gehemmt. Die Deutsche Bahn (DB) hatte also genauso wie die Stadt zu keinem Zeitpunkt während des laufenden Mediationsverfahrens zu befürchten, dass etwaige Ansprüche verjähren könnten.

Erste Bürgermeisterin Eva John: „Es ist bedauerlich, dass sich die Bahn für diesen Schritt entschieden hat. Unsere gemeinsamen Sitzungen waren stets sehr konstruktiv. Es wurde beraten, bewertet, verworfen aber eben auch technisch machbare Varianten gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) und dem städtischen Mediationsteam entwickelt.“ Das städtische Mediationsteam wurde vom Stadtrat entsendet und hat in dessen Sinne gehandelt. Als Mitglieder benannt wurden die Stadtratsmitglieder Patrick Janik (UWG), Angelika Kammerl, Dr. Klaus Rieskamp (beide DPF), Dr. Franz Sengl (Bündnis 90/Die Grünen), Maximilian Ardelt (WPS) sowie Erste Bürgermeisterin Eva John und Stadtbaumeister Stephan Weinl.

In mehreren Sitzungen wurde der Stadtrat über den Fortgang des Mediationsverfahrens informiert. Darüber hinaus wurden technische Lösungen, Kostenbetrachtungen und Finanzierungsmöglichkeiten im Stadtrat behandelt und beschlossen. Obwohl eine termingebundene Entscheidung von der Stadt erwartet wurde, wurde der dazugehörige Tagesordnungspunkt auf Antrag einer Mehrheit im Stadtrat in der Sitzung vom 1. Juli 2019 vertagt.

Bei Abschluss des Vertrages zur Starnberger Seeanbindung im Jahre 1987 gingen Stadt und Deutsche Bahn davon aus, dass sich die Gesamtkosten des Projekts auf 22 Millionen Euro belaufen werden. Allein der Bau des Bahnhofs Nord, der Teil des Vertrages war, kostete die Stadt schon 20 Millionen Euro. Er verbrauchte also annähernd das Budget für die gesamte Maßnahme. Bereits 2016 stellte der Stadtrat deshalb fest, dass eine alleinige Finanzierung durch die Stadt nicht möglich ist.

 

Erste Bürgermeisterin Eva John: „Wir müssen auch der Darstellung der Deutschen Bahn widersprechen, dass die Stadt nicht bereit war, die im Mediationsverfahren vereinbarte technische Lösung als Zwischenergebnis zu akzeptieren.“ Im Gegenteil: Die Stadt ist jederzeit bereit diese gemeinsam entwickelte technische Lösung als Entgegenkommen umzusetzen, auch wenn sie für die Bürgerinnen und Bürger keineswegs optimal ist.

„Nichtsdestotrotz müssen wir die Entscheidung der DB nun so respektieren. Ein konstruktives Gespräch anstelle eines Gerichtsverfahrens wäre mir und vermutlich vielen von uns zwar lieber gewesen. Die getane Arbeit ist dennoch nicht umsonst, da wir uns auch während eines Gerichtsverfahrens noch einigen können. Wir suchen weiterhin den Weg des Konsens“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.“

 

Die Industrie- und Handelskammer München, unter deren Dach die Mediation organisiert und durchgeführt worden ist, bat auf Anfrage des Blogs um Verständnis, dass von ihrer Seite im Moment nichts zum Mediationsverfahren Bahn/Stadt Starnberg gesagt wird.

In der Stadtratssitzung am 1. Juli 2019 waren einige Stadträte am Ende der öffentlichen Sitzung nach Hause gegangen, wohl wissend, dass sich noch eine nichtöffentliche Beratung anschließen wird. Weil Angelika Kammerl auf der Internetseite ihrer Fraktion DPF im Vorfeld – nicht gedeckt durch die aktuell gültige Geschäftsordnung des Stadtrates – nicht nur die Tagesordnung der öffentlichen, sondern auch die der nichtöffentlichen Sitzung abgedruckt hatte, war nicht nur den Stadträten bekannt, dass es sich beim ersten Punkt, der hinter verschlossenen Türen aufgerufen wird, um ein Finanzierungskonzept zur Seeanbindung, also zur Umsetzung der Bahnverträge gehen werde. Vorher verließen zwei Stadträte der CSU, drei der UWG und je einer von BLS und WPS mit Sack und Pack den Sitzungssaal. Der Rat wäre so aber noch beschlussfähig gewesen. Die Presseerklärung des Rathauses legt jedoch den Schluss nahe, dass die Mehrheit der noch anwesenden Ratsmitglieder die Beratung des fraglichen Punktes abgelehnt und somit die Reaktion der Bahn provoziert hat.

Kann Bahn 140 Millionen verlangen?

Die Deutsche Bahn hat gestern das Mediationsverfahren mit der Stadt Starnberg für gescheitert erklärt. In Presseberichten wird seitdem von einer möglichen Forderung, die die Bahn gegenüber der Stadt geltend machen könnte in Höhe von 140 Millionen Euro gesprochen. Dieser Betrag ist völlig aus der Luft gegriffen, wie schon der Artikel des Blogs vom 14. Dezember 2017 zeigt (siehe Millionenklage der Bahn?), den Sie hier nochmals abgedruckt finden:

„Mehrmals ist in den letzten Wochen die Rede davon gewesen, dass die Deutsche Bahn eine Klage auf Schadensersatz gegen die Stadt Starnberg in Millionenhöhe anstrengen könnte, weil diese den Vertrag aus 1987  über die sogenannte Seeanbindung nicht erfüllt hat und es wohl auch nicht tun kann. CSU-Stadtrat Stefan Frey sprach am Montagabend erneut davon, dass eine Forderung von 120 bis 130 Millionen Euro im Raum stehe. „Wir waren heute bei der Bahn. Ihr seid knapp vorbei geschrammt, die Stadt mit einem 120- bis 130-Millionen-Schaden in einen Scherbenhaufen laufen zu lassen“, sagte Frey höchst erregt an die Adresse der Unterstützer der Bürgermeisterin in WPS, BMS und FDP gerichtet. Bürgermeisterin Eva John mahnte ihn, nicht aus einem nichtöffentlichen Gespräch mit der Bahn zu plaudern und keine falschen Zahlen zu nennen. Wie berichtet nimmt Frey jedoch das Recht für sich in Anspruch auch nichtöffentliche Dinge zu bennen, weil seiner Ansicht nach die Bürgermeisterin dies mit ihrer Stellungnahme Anfang Dezember (siehe Nächste Woche wird es ernst) auch getan habe. Darauf hat der CSU-Stadtrat heute nochmals hingewiesen.

Auf Bitten des Blogs, Frey möge die von ihm genannten Zahlen erläutern, antwortete er: „Die Bahn hat selbst keine Zahlen genannt. Aber es sind die Beträge, die die Stadt am 16. Juli 2015 im Projektausschuss festgestellt hat. Die Kosten der Seeanbindung mit 120 Millionen Euro und was dann noch gegenzurechnen wäre. Das sind geschätzte Kosten.“ Es räche sich eben, wenn man Zahlen nach oben rechne, so Frey. Wenn die Stadt der Bahn mitgeteilt habe, sie könne diese Seeanbindung nicht finanzieren, sei das die Ankündigung eines Vertragsbruches gewesen.

Zur Erinnerung:

Im Juli 2016 hatte der Stadtrat das Projekt Seeanbindung mit 16:11 Stimmen für nicht finanzierbar erklärt. Grüne, CSU, UWG und SPD waren anderer Meinung gewesen. Die Liegenschaftsverwaltung im Rathaus hatte 114,9 Millionen Euro als Ergebnis einer vom Stadtrat beauftragten Projektanalyse vorgestellt. Im Abschlussbericht vom April 2014 von Johns Vorgänger, Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger, waren noch nur 63 Millionen Euro als Gesamtkosten benannt worden. Die neue Deckungslücke nach der Projektanalyse und der Gegenrechnung von Fördermitteln und Einnahmen aus der möglichen Grundstücksverwertung – die Bahn hat sich im fraglichen Vertrag verpflichtet, der Stadt nach der Gleisverlegung nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigte Grundstücke zu einem festgelegten Preis zu übereignen –  wurde 2016 auf 49,6 im günstigsten und 83 Millionen Euro im ungünstigsten Fall beziffert. Auf die Gleisverlegung, die Gegenstand des Vertrages zwischen Stadt und Bahn ist, entfallen von der Gesamtsumme, die sich bereits auf Werte 2025 bezog, 73 Millionen Euro. Der darüber hinaus gehende Betrag setzte sich zusammen aus den Kosten für die Stadt- und Seepromenade sowie die Verlegung des Regionalzughalts vom Bahnhof See weg zum Haltepunkt Nord, somit auf Kosten, die lediglich durch Wünsche der Stadt verursacht sind. Die Bahn könnte deren Umsetzung nicht fordern, weil sie nicht Gegenstand des Vertrags von 1987 sind.

Wenn Frey und andere Stadträte angesichts dieser Zahlen von einem 120- bis 130-Millionen-Euro Schaden sprechen, bleiben die zugrunde liegenden Fakten für diese Behauptung bisher ihr Geheimnis. Fraglich ist dabei auch, wie die bereits erfüllten Teile des 1987er Vertrages anzurechnen sind: Zum Beispiel der Tausch des von der Stadt bezahlten neuen Bahnhofs Nord gegen den denkmalgeschützten Bahnhof am See oder die für 5,1 Millionen Euro plus garantiertem Planungsgewinn von 4,6 Millionen Euro erworbenen Grundstücke entlang der Bahngleise (siehe Geschichte der Seeanbindung). Dem Vernehmen nach ist die Bahn jetzt selbst vordringlich daran interessiert, mit der Stadt gemeinsam eine Lösung rund um den Bahnhof See und die nach 30 Jahren am 31. Dezember 2017 auslaufenden Verträge aus 1987 zu finden.“

Wiesengrund erreicht Rechtskraft

Mit dem gestern erschienen Amtsblatt für den Landkreis Starnberg hat der Bebauungsplan für das geplante reine Wohngebiet „Am Wiesengrund“ Rechtskraft erlangt. Das war eine wesentliche Grundlage dafür, dass die Stadt Starnberg nun auf rechtlich sicherer Seite ist, wenn sie Grundstücke wie in der Bauleitplanung vermaßt im Einheimischenmodell für Reihenhäuser an Bewerber vergeben will. Der Flächennutzungsplan wurde angepasst. Schon vor einer Woche war mit dem Amtsblatt Nummer 26 bekannt gegeben worden, dass die letzte Hürde für die Satzungserklärung für den Bebauungsplan auch genommen worden ist. Dabei ging es um die Herausnahme von 510 Quadratmeter in der nordwestlichen Ecke des Baugebietes aus der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Starnberger See und westlich angrenzende Gebiete“.

Bahn erklärt Mediation für gescheitert

Der Wortlaut der Presseerklärung der Bahn:

„10.07.19 MünchenMediation zum Seebahnhof Starnberg gescheitert

Bahn wird einen vor 32 Jahren abgeschlossenen Vertrag mit der Stadt Starnberg einklagen • 15 Mediationssitzungen am Ende ohne Ergebnis • Stadt will vertraglich vereinbarte Finanzierung des neuen Seebahnhofs nicht übernehmen

Die Stadt Starnberg und die Deutsche Bahn (DB) hatten 1987 vereinbart, die Bahnhofssituation in Starnberg grundlegend neu zu gestalten. Es sollte einerseits der neue Bahnhof „Starnberg Nord“ samt Park- und Ride-Anlage entstehen, andererseits ein reduzierter, „schlanker“ „Bahnhof See“ geschaffen werden.
Die am See liegenden, nicht mehr benötigten Bahngrundstücke sollte die DB an die Stadt Starnberg übertragen, die Stadt Starnberg sollte im Gegenzug die Kosten für die Neugestaltung der Bahnhofsanlage übernehmen. Auch wenn immer wieder Ansätze unternommen wurden, die Neugestaltung des Bahnhofs See umzusetzen, scheiterte die Realisierung letztlich auch an wechselnden politischen Konstellationen in Starnberg.
Nachdem die Ansprüche Ende 2017 zu verjähren drohten, haben die Parteien noch im selben Jahr ein Mediationsverfahren aufgesetzt, um gemeinsam nach einer raschen und umsetzbaren Lösung zu suchen.
In mehr als 15 Mediationssitzungen konnte – auch unter Hinzuziehung von Sachverständigen – eine Lösung gefunden werden, die sowohl die betrieblichen Belange für einen störungsfreien S-Bahnverkehr mit verbessertem Takt berücksichtigt, als auch die städteplanerischen Belange der Stadt Starnberg (keine Lärmschutzwände und möglichst viel frei werdende Fläche) beachtet.
Trotz dieses erfolgreichen Zwischenschrittes ist die Mediation letztlich doch gescheitert, da die Kostenlast nach Auffassung der Stadt Starnberg entgegen der vertraglichen Vereinbarung zum größten Teil bei der DB liegen sollte. Die DB bedauert dies ausdrücklich. Aufgrund drohender Verjährung bleibt der DB nun nichts anderes übrig, als den Klageweg zu beschreiten. Folge wird sein, dass der bestehende Zustand über Jahre bleibt und eine Neugestaltung erst nach Beendigung des Rechtsstreites erfolgen kann.
Da die Stadt Starnberg auch nicht bereit war, die gefundene optimierte technische Lösung als Zwischenergebnis zu vereinbaren, wird nach jetzigem Stand die ursprünglich vereinbarte Lösung ausgeführt, welche gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutzwände zur Folge haben wird und auch deutlich weniger frei werdende Grundstücke für die Seeanbindung bietet.“

Satzung bestätigt

Weil bei der Abstimmung in der Stadtratssitzung am 2. Mai 2019 über die von Angelika Kammerl (DPF) beantragte Satzung über die Abhaltung von Bürgerversammlungen angeblich nicht allen Stadträten klar war, über welche Fassung der mehrmals von Kammerl überarbeiteten – auch weil von der Rechtsaufsicht beanstandet – Satzung abgestimmt worden ist, musste der Stadtrat erneut ein Votum abgeben (siehe Satzung für Bürgerversammlungen). Jetzt lag die Komplett-Fassung vor. Klaus Huber (WPS) verlangte, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, was das Gremium aber mit 6:18 Stimmen ablehnte. Auf jegliche Diskussion wurde verzichtet. Die Satzung wurde mit 14:10 Stimmen bestätigt. Christine Lipovec (BMS) gab anschließend zu Protokoll, sie habe gegen die Satzung gestimmt, weil die Bürger selbst es in der Bürgerversammlung abgelehnt hätten, eine solche Satzung einzuführen. Die WPS schloss sich Lipovec an. In Kraft tritt die neue Satzung mit der heutigen Bekanngabe im Amtsblatt.

Rückenlehnen abgelehnt

Auch wenn DPF-Stadträtin Angelika Kammerl der Ansicht ist, die Bänke auf dem Kirchplatz müssten alle eine Rückenlehne erhalten, hatte die Mehrheit des Bauausschusses ganz offensichtlich keine große Lust auf eine erneute Auseinandersetzung mit dem Urheber der letzten Kirchplatzumgestaltung, dem damals verantwortlichen Landschaftsarchitekten Andreas Kicherer. Mit 6:7 Stimmen wurden die Rückenlehnen abgelehnt.

Für Kammerl sind die Bänke ohnehin „ein Anblick der Jammers“. Die ganze „Holzgeschichte sei ein dauerhaftes Ärgernis“. Jede Mühe mit den Bänken bezeichnete sie als“vergebens“ und plädierte stattdessen für Edelstahl-Bänke. „Bloß nicht“, reagierte Patrick Janik (UWG), und schlug Beläge aus Kunststoff vor. Stadtbaumeister Stephan Weinl warnte, Stein sei zum Sitzen gerade im Schatten sehr kalt, Edelstahl werde in der Sonne sehr heiß. Bürgermeisterin Eva John erläuterte noch einmal das Konzept der Bestuhlung des Kirchplatzes. Neben dem Angebot der umliegenden gastronomischen Betriebe gebe es vier Bänke mit Rückenlehne entlang der Kirche und acht weitere ohne Lehnen, auf der die Nutzer selbst entscheiden, in welche Richtung sie beim Ausruhen blicken wollen. Der Bauausschuss hatte 2010 verhindert, dass Natursteinbänke entstanden. Wegen dem mangelhaften Zustand der in Holz ausgeführten Sitzgelegenheiten war 2014 mit der ausführenden Firma ein Vergleich geschlossen worden. Kicherer hatte dafür eine Ersatzkonstruktion aus einem Betonblock mit einfacher Lattung als Holzauflage entwickelt, was seitdem beim Austausch beschädigter Bänke nach und nach umgesetzt werden soll.

Der Ausschuss hat sich mit knapper Mehrheit grundsätzlich für den Ersatz der bisherigen Bänke – Zug um Zug – ausgesprochen, dabei zusätzliche Rückenlehnen aber abgelehnt.

Abschied für Kapitän und Mona Stolze

Eine Pressemitteilung aus dem Rathaus:

„Die Stadt Starnberg verbindet seit mehr als 50 Jahren eine Patenschaft mit dem U-Boot U34 aus Eckernförde. Die Patenschaft ist lebendig und das nicht zuletzt, weil seit Jahren regelmäßige gegenseitige Besuche zwischen der U-Boot-Mannschaft und der Stadt Starnberg auf dem Plan stehen.

Im letzten Jahr im März waren U-Boot-Kommandant Korvettenkapitän Michael Rudat und 19 Marinesoldaten zu Besuch in Starnberg, im Oktober stand der Gegenbesuch einer Starnberger Delegation in Eckernförde an. Am Donnerstag, 04.07.2019, besuchte Korvettenkapitän Michael Rudat das Starnberger Rathaus zum letzten Mal in offizieller Mission, um Abschied zu nehmen: Nach 19 Jahren Dienst bei der Marine verlässt er die Bundeswehr und wendet sich neuen Aufgaben zu. Sein Nachfolger wird Nils Kirschall, der voraussichtlich im Herbst 2019 seinen Dienst aufnimmt. Und ein weiterer Abschied stand an: Mona Stolze, die die Patenschaft bisher bei der Stadt Starnberg begleitet hat, hat vor kurzem ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten.

Erste Bürgermeisterin Eva John ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich von Michael Rudat zu verabschieden: „Ich danke Ihnen, dass Sie sich immer sehr für unseren Austausch eingesetzt haben und uns stets mit offenen Armen in Eckernförde empfangen haben. Für die neuen Aufgaben, die auf Sie warten, wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute. Und wenn es Sie mal wieder in den Süden verschlägt, sind Sie und Ihre Familie auch in Zukunft jederzeit bei uns in Starnberg willkommen.“ “