Biergarten „In der Au“ sichern

Einstimmig hat der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes sowie die dazugehörigen Ziele und die Erarbeitung eines Entwurfs beschlossen, die dem Erhalt des Biergartens des Gasthauses „In der Au“ dienen sollen (siehe auch Bebauungsplan soll Biergarten sichern). Nur knapp hatte der Antrag von Gerd Weger (CSU) Erfolg, beim Landesamt für Denkmalschutz zu beantragen, das dazugehörige Gasthaus in die Liste der schutzwürdigen Denkmäler aufzunehmen (7:6 Stimmen).

In der Beschlussvorlage des Bauamtes heißt es: „Die Gaststätte In der Au ist mit dem stadtbildprägenden Baukörper und dem Biergarten mit einem eindrucksvoll prägenden Baumbestand identitätsstiftend.“ Aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit des Gasthausgebäudes müsse aber befürchtet werden, dass die vorhandene Nutzung aufgegeben und eine immobilienwirtschaftliche Entwicklung angestrebt werde. Es liege zwar noch kein Antrag vor, doch habe es 2016 und 2017 schon Gespräche gegeben, die solche Absichten erkennen lassen hätten. Das Bauamt empfahl deshalb einen großen Bebauungsplanumgriff, damit gesichert werden kann, dass durch umliegende Bebauung keine immissionsschutzrechtlichen Konflikte mit der Biergartennutzung entstehen. Der Umgriff umfasst nun den Bereich zwischen der Bahnlinie, der Münchener-, Leutstettener und Josef-Jägerhuber-Straße. Ziel der Bauleitplanung soll sein:

  • Erhalt des stadtbildprägenden Baukörpers, sowie die gastronomische Nutzung des Gasthofes In der Au
  • Erhalt des Biergartens
  • Erhalt des ortsbildprägenden Baumbestandes
  • Sicherung des Gebietscharakters unter Erhalt der bestehenden Mischnutzung
  • Maßvolle Nachverdichtung der vorhandenen Mischnutzung durch Wohn- und Geschäftsgebäude.

Wegers Antrag bezog sich nicht nur auf den eventuellen Denkmalschutz. Er wollte auch den Umgriff für die Bauleitplanung verkleinern. Sein Argument: Sonst gebe es im Bereich der Münchener Straße Probleme mit dem geplanten B2-Tunnel. Das sah Stadtbaumeister Stephan Weinl nicht so. Was seinen Wunsch betrifft, das Gasthaus in die Denkmalliste aufzunehmen, verwies Weger auf den alten Namen „Staltacher Hof“ und Zusammenhänge mit Hugo von Maffei.

Im in der Reihe „Starnberger Stadtgeschichte“ vom Kulturverlang der Stadt Starnberg herausgegebenen Buch mit dem Titel „Siedlungs- und Baugeschichte von Starnberg“, Band 9/1, heißt es dazu zum Bereich der Josef-Jägerhuber-Straße, an der das Gasthaus liegt:

„Das letzte Haus vor der Bahnlinie wurde 1839 vom Posthalter Michael Jung errichtet. Der als ‚Gasthof zur Neuen Post‘ bezeichnete Bau konnte zunächst noch gut vom wachsenden Durchgangsverkehr profitieren. Als 1881 Hugo von Maffei den Gasthof erwarb, ließ er ihn stark erweitern und belegte ihn mit dem neuen Namen „Staltacher Hof“. 1927 gelangte das Haus in den Besitz der Paulaner-Brauerei München. Der im Äußeren sehr schlicht und ohne besondere Details konzpierte Bau, heute als ‚Gasthof in der Au‘ bekannt, ist, in seiner Außenerscheinung zumindest, noch halbwegs gut überliefert. Von ganz besonderem Wert ist der gut erhaltene Biergarten mit seinem alten Baumbestand.“ Man darf nun gespannt sein, wie das Denkmalamt urteilt.

Ludwig Jägerhuber (CSU) erinnerte an einen alten Wunsch der Stadt, entlang des Bahndammes zwischen Kaiser-Wilhelm- und Münchener Straße eine Fußwegverbindung zu schaffen. Das könnte im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens versucht werden. Bürgermeisterin Eva John meinte: „Das finden wir gut und nehmen es mit auf.“ Josef Pfister (BMS) bedauerte in diesem Zusammenhang, dass solche Weg auch anderswo längst gewünscht, teils sogar im Bauleitplanverfahren festgesetzt, aber nicht umgesetzt wurden, zum Beispiel im Bereich der Vordermühle, wo gerade große Neubauten entstehen.