Moosaik Pläne öffentlich

Wie im Amtsblatt Nummer 29 vom 11. August 2021 angekündigt sind die Grundlagen für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Projektes „Moosaik“ im Starnberger Gewerbegebiet zwischen Münchner-, Petersbrunner- und Moosstraße jetzt für die Öffentlichkeit einsehbar, ebenso für die dafür auch notwendige Änderung des Flächennutzungsplans. In Letztgenannter ist schon ersichtlich, wo die gemeinsame Rettungsleitzentrale für das Bayerische Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr situiert werden soll, nämlich außerhalb des bisher festgelegten Umgriffs für die Bebauungsplanänderung, im Südosten an der Ecke Petersbrunner-/Münchner Straße auf der Percha zugewandten Seite.

In der Zeit vom 16. August bis zum 1. Oktober 2021 können die Pläne und zugehörigen Unterlagen im Foyer des Rathauses zu den allgemeinen Öffnungszeiten angesehen werden. Im Verfahren ist dies die „Frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit über die allgemeinen Ziele, Zwecke und voraussichtlichen Auswirkungen der Planung“. Interessierte Bürger und Anlieger erhalten hier die Möglichkeit zur Einsichtnahme in den Planentwurf zum Umbau dieses Bereiches des Gewerbegebietes in ein Gebiet, in dem künftig vielfältige Nutzungen und Gebäude möglich sein sollen (siehe auch Moosaik – Beteiligung der Öffentlichkeit und Einstimmig für “moosaik”). Die Planentwurfsfassungen können auch digital unter dem Stichwort „Bekanntmachungen 81A18“ über die Homepage der Stadt Starnberg abgerufen werden. Zu den abrufbaren Unterlagen gehören genauso die fachplanerischen und gutachterlichen Ausarbeitungen. So finden sich dort zum Beispiel Gutachten zum Verkehr, Schall, Altlasten, Grundwasser und mehr.

Innerhalb der oben genannten Frist haben die Interessierten außerdem Gelegenheit zur Äußerung gegenüber und Erörterung mit dem städtischen Bauamt. Dafür sollten sie vorab Kontakt aufnehmen unter der Mail-Adresse bauleitplanung(at)starnberg.de oder per Telefon unter 08151/772-173.

Einstimmig für „moosaik“

Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Bauausschuss des Stadtrates gestern Abend die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für den Umbau eines Teils des Starnberger Gewerbegebietes zum Vorzeigeprojekt „moosaik – das verbindende Quartier“ abgesegnet. Statt des ursprünglich beabsichtigten Angebotsbebauungsplans wird jetzt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan weiter verfolgt. Die vom Rathaus noch verlangten Nachweise, zum Beispiel dass die neu gegründete „Moosstraße Immobilien GmbH & Co KG“ sowie die „Petersbrunner Straße Immobilien GmbH & Co KG“ Eigentümerinnen der zu beplanenden Flächen sind, es zum Abschluss eines Durchführungsvertrages zwischen den Gesellschaften und der Stadt kommt und die GmbH & Co KGs über die notwendige finanzielle, personelle und organisatorische Leistungsfähigkeit verfügen, dürfte nur noch reine Formsache sein (siehe vorheriger Bericht Moosaik – Beteiligung der Öffentlichkeit). Damit ist der Weg frei zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange. Grundlage der weiteren Schritte ist die mit der Stadt im jetzigen Verfahrensstand abgestimmte Planung.

Die Verwaltung erhielt vom Bauausschuss genauso einstimmig den Auftrag mit den Vorhabenträgern noch einige Dinge zu verhandeln, zum Beispiel städtebauliche Bindungen hinsichtlich der künftig zugelassenen Wohnungen, Gewerbeeinheiten und mehr. Ziel ist auch eine vertragliche Vereinbarung für einen neuen Standort für Feuerwehr und Rettungsdienst im Rahmen des Projektes. Zur Höhenentwicklung im geplanten neuen Stadtteil sah nur Ludwig Jägerhuber (CSU) noch weiteren Gesprächsbedarf. Wie berichtet könnten am zentralen Platz bis zu zwei achtstöckige Gebäude entstehen. Zu den Rändern des Baugebietes fallen die Höhen dann auf drei bis vier Geschosse ab. Auf Wunsch von Marc Fiedler (FDP) wurde die Staffelung mit 11:1 Stimmen begrüßt.

Die Stadträte, die sich zu Wort meldeten, waren voll des Lobes für das Projekt „moosaik“. So bezeichnete es Jägerhuber als „revolutionierende Planung, bei der die neuen Höhen eine Zäsur bedeuten“. Franz Sengl (Grüne) sprach sich dafür aus, anderen Eigentümern im Gewerbegebiet zu signalisieren, „dass wir ähnliche Planungen auf ihren Flächen begrüßen würden“. Christiane Falk (SPD) sprach von einem „einzigartigen, mutigen und modernen Projekt“. Wenn man nicht immer mehr Fläche versiegeln wolle, müsse man das Bauen in die Höhe – das im Übrigen auch schön sein könne –  erlauben. „Dass ich das in meiner Zeit als Stadtrat noch erleben darf“, freute sich Josef Pfister (BMS) über das in seinen Augen „zukunftsweisende Projekt“. In den letzten 20 Jahren seien nämlich alle Versuche, das Gewerbegebiet zu verbessern, stets an den zahlreichen Einzeleigentümern und ihren Interessen gescheitert. Er mahnte aber auch, es bedürfe noch einiger Anstrengungen des Bauausschusses, zum Beispiel zur Realisierung des sehr wünschenswerten, verbindenden Steges zwischen dem moosaik-Hauptplatz über die B2 hinweg zum Gelände des Landratsamtes gegenüber. Bürgermeister Patrick Janik glaubt, dass es Probleme mit der Urheberrechtskonformität gegen könnte, wenn das Steg-Ende nahe des architektonisch preisgekrönten Landratsamtgebäudes lande. Dem mit viel Holz und Glas niedrig neben der Wassersportsiedlung konzipierten Behördenbau der Architekten „Auer+Weber“ war 1989 der Deutsche Architekturpreis verliehen worden. Unter anderem wegen der „perfekten Synthese aus Natur, moderner Architektur und sich stets verändernden Anforderungen der Gesellschaft“. Es ist nicht ersichtlich, in welchen Punkten ein in der Bauweise angepasster Steg hier zum Problem werden könnte. Eva Pfister (BMS) schlug vor, die fragliche Fläche auf der Südseite der B2, also im Bereich der Parkplätze des Landratsamtes, in das Bebauungsplanverfahren einzubeziehen. Stadtbaumeister Stephan Weinl will allerdings erst später über solche Dinge verhandeln. Für Eva Pfister war auch noch wichtig, dass der Bürgermeister angesichts des personell ausgedünnten Bauamtes der Stadt versicherte, das Projekt „moosaik“ genieße unter den mit Priorität eins ausgestatteten Vorhaben nochmals erste Priorität. Den Wunsch  von Otto Gaßner (UWG), schon sofort in den Beschluss aufzunehmen, dass die Stadt mit der Planung der beiden KGs einverstanden ist, erfüllte der Rathauschef nicht. Weinl hatte zuvor darauf hingewiesen, dass wesentliche Punkte noch offen seien, die sich erst im Laufe des Bauleitplanverfahrens klären würden. Deshalb könne jetzt noch nicht von einer mit der Stadt abgestimmten Planung gesprochen werden. Janik nahm als Kompromiss in den Beschluss auf, abgestimmt sei die Planung nach dem Stand des Verfahrens.

Ebenso einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, für das Projekt „moosaik“ den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass der Bebauungsplan sich daraus entwickeln lässt.