Hanfeld: Kante für Wasserführung nötig

Im Jahr 2016 hatten die Hanfelder in einer Bürgerversammlung alle von der Stadt vorgeschlagenen Veränderungen – Verschönerungen und Verbesserungen –  an der St.-Michael-Straße  abgelehnt, wenn diese nach Abschluss der Kanalarbeiten von der Stadt Starnberg wieder hergerichtet werden muss. Der Stadtrat erklärte damit damals sein Einverständnis. Für die Regenwasserentwässerung der Straße ist der Abwasserverband zuständig. Der hat nun festgestellt, dass dieses Oberflächenwasser bisher, also seit vielen Jahren, in ein Privatgrundstück am südlichen Ende der Straße läuft, was nicht mehr zulässig ist. Das hat der Verband der Stadt mitgeteilt und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass der bisherige Zustand keine geregelte Straßenentwässerung darstellt, und der Verband aus diesem Grund auch keine Haftung für Schäden übernimmt.

Ordnungsgemäß könnte die Entwässerung hergestellt werden, wenn auf dem Grundstück ein Straßensinkkasten gebaut würde, zu dem hin das Regenwasser mittels einer kleinen Kante zwischen Fahrbahn und Gehweg beziehungsweise  Grundstückseinfassung geleitet würde. Die Kosten für die Herstellung der Kante sind auf 11185 Euro brutto geschätzt worden. Für die Anlieger entstehen keine Zusatzkosten, weil von der Stadt für die St.-Michael-Straße keine Straßenausbaubeiträge erhoben werden. Nach Auskuft von Bürgermeisterin Eva John müsste die kleine Kante auf einer Länge von 115 Meter eingebaut werden, und sie sei so niedrig, dass es in einem Auto, das die Kante überfährt, gar nicht spürbar sei.

Ludwig Jähgerhuber (CSU) erinnerte sich an die Forderung der Hanfelder, beim Herrichten der Straße keine teuren Granitsteine zu verbauen, sondern nur Betonmaterial. Seiner Ansicht nach geht Beton aber sehr schnell wieder kaputt, weshalb Jägerhuber bat, eine „nachhaltige“ Aufkantung durchzuführen. John versprach, das an den Planer weiterzugeben. Das rief Patrick Janik (UWG) auf den Plan. Er forderte ein „beschlusskonformes nachhaltiges Material“ zu verwenden. Franz Heidinger (BLS) mahnte, es dürfe vor dem Grundstück keine Stolperschwelle entstehen. „Das würde mich stören.“ Der Bauausschuss nahm die Notwendigkeit der Planänderung zur Kenntnis.

Neuer Kiesabbau in Hanfeld

Das Gebiet östlich von Starnbergs Ortsteil Hanfeld ist nördlich der Verbindungsstraße Hanfeld-Mühlthal durch große Kies- und Sandlagerflächen, auf denen auch andere Baumaterialien lagern sowie Lkw-Anhänger abgestellt sind, sowie auf der Südseite der Straße durch eine alte, nicht rekultivierte Kiesgrube und landwirtschaftlich genutzte Flächen gekennzeichnet. Die Lagerflächen nördlich der Straße hätten ursprünglich bis Ende 2012 rekultiviert werden müssen, was dann aber duch den Antrag des Starnberger Erdtransportunternehmers auf Genehmigung der Lagerflächen und einen weiteren Antrag auf Bau eines Solarparks aufgehalten wurde. Aus dem Solarpark wurde nichts. Der Flächennutzungsplan bezeichnet die südlich gelegene Fläche in einem Teilbereich als „Kiesgrube zu rekultivieren.“ Im Rathaus war jetzt ein Antrag eingegangen, diese alte Kiesgrube erst später zu verfüllen, aber den Kiesabbau neu aufzunehmen, und zwar im Bereich der südlich und östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Für Abbau und Wiederverfüllung sollen 22 Jahre Zeit bleiben. Insgesamt geht es um 6,6 Hektar. Die Stadt Starnberg musste Stellung nehmen. Die Entscheidung über den Antrag trifft das Landratsamt Starnberg als Untere Abgrabungsbehörde.

Der Kiesabbau gilt als privilegiertes Vorhaben, und ist demnach zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Letztgenanntes ist der Fall. Ob öffentliche Belange entgegenstehen, muss die Kreisbehörde prüfen, denn der Bereich ist Teil des geplanten Wasserschutzgebietes Königswiesen, Zone III A. Das Stadtbauamt hatte dem Bauausschuss empfohlen, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, weil ein neuerlicher Kiesabbau den Vorgaben des Flächennutzungsplans widerspreche.

Das sah die Mehrheit der Stadträte nach der Diskussion anders. So hatte Ludwig Jägerhuber (CSU) geraten, politisch „ja“ zu sagen und zu sehen, was im Verfahren die Behörden dazu sagen. Otto Gaßner (UWG) deutete die Aussage des Flächennutzungsplans auf seine Weise: „Das bedeutet, man kann Kies abbauen und muss danach rekultivieren.“ Nur Maximilian Ardelt und Günther Picker (beide WPS) stimmten dagegen (10:2), weshalb das gemeindliche Einvernehmen nun als erteilt gilt. Wie es weiter geht, ist Sache der Kreisbebehörde.

Aufregung in Hanfeld

Nachdem Anwohner des Hirtswiesweges in Hanfeld vom Abwasserzweckverband Starnberger See eine Mitteilung erhalten haben, dass im Zuge des laufenden Kanalsbaus für ihren Anliegerweg eine zweite Baustraße angelegt werden muss, herrscht helle Aufregung. Betroffen ist auch die Schwester von Bürgerlisten-Chef Franz Heidinger, weshalb sich der Fraktionssprecher der Bürgerliste (BLS), Michael Mignoli, mit einem Fragenkatalog an den Abwasserverband, die Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Eva John gewandt hat. Mignoli kritisierte die äußerst kurzfristige Information an die Anlieger, fragt aber auch nach dem Sinn der Maßnahme.  Außerdem verlangte er Aufklärung, weshalb diese zweite Baustraße nach Abschluss der Kanalbauarbeiten, die in der Verantwortung des Abwasserzweckverbandes laufen, nicht zurückgebaut, sondern weiterhin als Geh- und Radweg genutzt werden soll. Angelegt wird sie auf einem der Stadt gehörenden Grundstück. Mignoli hat auch gefragt, wer die Kosten trägt, warum der Stadtrat nicht informiert worden ist und weshalb ein Geh- und Radweg entstehen soll, der angeblich „im Nirvana“ endet.

Das Rathaus hat ihm wie folgt geantwortet:

„Sehr geehrter Herr Mignoli,

wie Sie wissen ist die Baumaßnahme am Hirtwiesweg im Wesentlichen eine Maßnahme des Abwasserverbandes.

Wir wurden über das Vorhaben, eine zweite Baustraße einzurichten, in KW 35 informiert. Die Stadt Starnberg unterstützt selbstverständlich den Abwasserverband und die bauausführende Firma und hat deswegen die Zustimmung zur vorübergehenden Nutzung des städtischen Grundstücks erteilt – unter der Voraussetzung, dass die Information der Anwohner wie üblich über den Abwasserverband als Bauherr und die bauausführende Firma erfolgt.

Nach Aussage des Abwasserverbands wurde die erste Baustraße bereits vor längerer Zeit für die Anlieferung der Baustelle sowie die Zufahrtsmöglichkeit der Anlieger eingerichtet. Die zweite Baustraße wird nun aufgrund der örtlich schwierigen Gegebenheiten zusätzlich benötigt, um größeren Fahrzeugen die notwendige Anfahrt zur Baustelle zu gewährleisten. Die Anforderungen an den Verlauf der Baustraße hat die bauausführende Firma festgelegt. Auf Wunsch einer Anliegerin wird die genaue Lage der Baustraße von der Baufirma derzeit jedoch nochmals überprüft.

Das Grundstück, auf dem die zweite Baustraße errichtet wird, ist im Bebauungsplan als Geh- und Radweg festgesetzt. In der Begründung zum Bebauungsplan, welcher 2010 zuletzt geändert wurde, wird dargestellt, dass dieser Geh- und Radweg im Rahmen der Dorfentwicklung einen wichtigen Baustein für den Ausbau des vorhandenen Wegenetzes und dessen Anbindung an die umgebene Landschaft darstellt. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme soll die Baustraße, die mit Kies angelegt wird, als Geh- und Radweg erhalten bleiben. Sie wird an den bestehenden Wendehammer anschließen, wodurch eine Anbindung an den Hirtwiesweg gegeben ist.

Die Kosten für die zusätzliche Baustraße trägt der Abwasserverband. Sie werden nicht auf die Anwohner umgelegt, da der Abwasserverband nach KAG abrechnet.

Für weitere Fragen und Auskünfte während der Baumaßnahme stehen den Anliegern das bauleitende Ingenieurbüro, die bauausführende Firma vor Ort und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gerne zur Verfügung.“

Verstärkung bei der Feuerwehr

Auf Antrag des neuen Starnberger Feuerwehr-Kommandanten Markus Grasl hat der Hauptausschuss des Stadtrates gestern Abend einstimmig grünes Licht dafür gegeben, dass Grasl in Zukunft nicht mehr nur einen sondern zwei stellvertretende Kommandanten zur Seite hat.

„Wir würden das gerne mittragen“, stellte Bürgermeisterin Eva John den Antrag im Ausschuss vor. Die Verwaltung sehe den Antrag als begründet an. Wie berichtet hatte Grasl bereits Anfang Februar, also kurz nach seiner offiziellen Bestätigung im Amt, einen entsprechenden Antrag angekündigt und erläutert, dass die Starnberger Feuerwehr den dritten Kommandanten vorläufig schon mal „kommissarisch“ einsetze. Die Leitungsebenen waren von Beginn an auf drei Kommandantenbereiche ausgerichtet worden. Begründet worden war das mit den gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr, aber auch mit beabsichtigten deutlichen Verbesserungen in der Abstimmung der Ebenen untereinander und im Umgang mit dem ehrenamtlich tätigen Personal.

Die Bürgermeisterin erhielt den Auftrag, eine Dienstversammlung der Feuerwehr einzuberufen, die dann den zusätzlichen Kommandanten wählen kann. Kommissarisch hatte das Amt schon Andreas Kraus inne.

Komplett ist nun auch die Feuerwehr Hanfeld. Dort gibt es zwar einen Kandidaten, der Stellvertreter des amtierenden ersten Kommandanten Berti Stürzer werden möchte, doch fehlen ihm noch Ausbildungsabschnitte für die endgültige Befähigung zu diesem Amt. Deshalb hat sich Franz Heidinger übergangsweise – nach seinen Angaben kann das für drei bis vier Jahre sein –  bereit erklärt, einzuspringen, bis der Neue  entsprechend qualifiziert ist. Heidinger, der über eine solche Ausbildung verfügt und auch Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist und bleibt, wurde vom Hauptausschuss gestern ebenfalls einstimmig bestätigt.

Kanal Hanfeld – diesjährige Baufelder

Die Bautätigkeiten in Hanfeld für die Verlegung des Kanals, der Wasserleitung sowie für den Straßenbau werden witterungsabhängig voraussichtlich am 5. März 2018 starten. Das teilt das Rathaus Starnberg jetzt mit.

Das Baufeld für 2018 erstreckt sich vom Almweg über die St.-Michael-Straße zum Ortsausgang Süd einschließlich des Hirtwieswegs und des Abt-Hörl-Weges. Das Baufeld wird in zwei Bauabschnitte unterteilt.

Der erste Bauabschnitt umfasst den Almweg und den Abschnitt der St.-Michael-Straße zwischen Jägerweg und Mühlthaler Straße. Die Bautätigkeit in den jeweiligen Straßenzügen werden abschnittsweise entsprechend einem kontinuierlichen Baufortschritt umgesetzt. Für den ersten Bauabschnitt ist eine Bauzeit bis voraussichtlich Mai 2018 vorgesehen. In dieser Zeit wird die St.-Michael-Straße für den Durchgangsverkehr vollgesperrt. Die Anlieger und der Rettungsdienst können die Straße grundsätzlich befahren. Für kurzfristige Einschränkungen während des Bauablaufs bitten wir um Verständnis. Für die Anwohner des Almweges besteht für den Zeitraum der Bautätigkeit die Ausfahrtsmöglichkeit über den Almweg Richtung Söcking. Der Anschluss an die St.-Michael-Straße ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Über mögliche Einschränkungen werden die Anwohner frühzeitig von der ausführenden Firma durch Einwurfzettel informiert.

Der zweite Bauabschnitt  beinhaltet die Straßenzüge Hirtwiesweg und Abt-Hörl-Weg, sowie die St.-Michael-Straße zwischen Einmündung Mühlthaler Straße und Ortseingang Süd. Die Bauphase wird Ende des II. Quartals 2018 beginnen. Auch hier wird die Bautätigkeit abschnittsweise erfolgen. Für die Anwohner des Hirtwiesweges ist die Zufahrt zu den Grundstücken grundsätzlich möglich. Entsprechende Informationen werden den Anliegern durch die ausführende Baufirma und die Bauherrn frühzeitig mitgeteilt.

Während der gesamten Bauphase wird Hanfeld von der Buslinie 901 durchgehend bedient. Kurzfristige Einschränkungen bitten wir zu entschuldigen. Nähere Informationen werden durch den MVV und dem Aushangfahrplan an der Ersatz- und Normal-Haltestelle bekanntgegeben.

Weitere Informationen unter http://www.starnberg.de.

Keine Teerlagerung mehr in Hanfeld

In der jüngsten Stadtratssitzung hat Bürgermeisterin Eva John bekannt gegeben, die Lagerung von Teeraushub im Rahmen der Kanalbaumaßnahme in Hanfeld sei seit 25. September bereits eingestellt worden. Wie berichtet hatte die Hanfelderin Evi Liebl sich massiv beschwert, weil stinkender Aushub mehrfach vor ihrem Haus am Hirtwiesweg gelagert worden war. Für den Kanalbau verantwortlich ist der Abwasserverband Starnberger See. Der hat laut John die Genehmigung des Landratsamtes eingeholt, den Aushub nun sofort abzufahren. Normalerweise ist es Vorschrift, ihn im Baufeld zu lagern, bis die Beprobung abgeschlossen ist, und geklärt ist, wie der Aushub endgültig  zu entsorgen ist. Außerdem habe der Verband die Genehmigung beantragt, den Teer nach dem Abfahren in der Halle des städtischen Betriebshofes zu lagern. Das Landratsamt habe dies mit Bescheid vom 20.November genehmigt. Die Halle wird laut John seit dem 23. November dafür genutzt. Das Straßenkehrgut der Stadt, das sonst in der Halle gelagert und getrocknet worden ist, werde nun in einem Bereich neben dem Teeraushub weiter behandelt, so lange die Hallenkapazität dafür ausreiche. John kündigte an, der nördliche Teil der Bauabschnitte in Hanfeld könne noch bis Jahresende fertiggestellt werden. Im kommenden Jahr wolle der Verband zwei Bautrupps einsetzen, so dass damit zu rechnen sei, dass der Kanalbau samt wieder hergerichteter Straßen Ende 2018 abgeschlossen werden könne.

Mehrkosten treffen Stadt und Bürger

Der Beschluss des Stadtrates vom 9. Juli dieses Jahres, die stadteigene Fläche am Hirtwiesweg zur Lagerung des Straßenaushubs beim Kanalbau in Hanfeld nicht mehr zur Verfügung zu stellen, kommt nun Stadt und Hanfelder Bürger teuer. Nach dem einstimmigen Beschluss der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Starnberger See vom 12. Oktober und dem zuvor getroffenen Ratsbeschluss blieb dem Stadtrat gestern Abend nichts anderes übrig, als für eine kurze  Zeit doch wieder die Ablagerung von Straßenaushub am Hirtwiesweg zu genehmigen. Dies gilt, bis die erforderliche wasserrechtliche Genehmigung für die neue Lagerfläche am städtischen Betriebshof vorliegt. Die war für die Fläche am Hirtwiesweg im September nach den üblichen sechs Monaten ausgelaufen und vom Bauherrn, dem Abwasserverband, nicht mehr zur Verlängerung beantragt worden, weil der Stadtrat zuvor die Lagergenehmigung auf seiner Fläche zurückgezogen hatte (siehe Lagerplatz auflösen). Eine entsprechende neue Genehmigung für die vom Stadtrat als Ersatz angebotene Halle beim Betriebshof war aber auch nicht beantragt worden. Der Abwasserverband fordert von der Stadt, die ihm entstehenden Mehrkosten für die Kanalbaumaßnahme zu tragen. Erhöhte Transportkosten für den Aushub wird die Stadt auf die Anlieger umlegen können, vor deren Haustür mit Teer belasteter Aushub gefunden wurde.

Der Geschäftsführer des Verbandes, Norbert Impelmann, hatte nach Berichten der örtlichen Medien kritisiert, dass es weder fachlich noch rechtlich begründet sei, dass der Stadtrat, beziehungswiese die Stadt, aufgrund des Stadtratsbeschlusses vom 9. Juli (einstimmig) den Lagerplatz am Hirtwiesweg nicht mehr zur Verfügung stellt. Wie berichtet hatten Beschwerden von Evi Liebl, vor deren Haustür abgelagert worden war, über üble Gerüche und angeblich nicht sachgerechte Lagerung möglicherweise gesundheitsgefährdender Stoffe dazu geführt. Impelmann forderte, die Stadt solle alle anfallenden Mehrkosten tragen. Dazu gehören wegen der weiteren Wege die Transportkosten, der Verlust, der durch den bereits eingetretenen Stillstand der Baustelle entsteht (bis zu 250000 Euro) und die Baukosten für eine Ersatzfläche an der Kläranlage. Denn im Betriebshof lagert die Stadt bisher das Material, das beim Straßenkehren von ihren Maschinen aufgenommen worden ist. Es muss vor der weiteren Verarbeitung dort getrocknet werden. Dieser Straßenkehrricht soll nun bis zum Ende der Kanalbaumaßnahme in Hanfeld zur Kläranlage am Schlosshölzl im Norden Starnbergs gefahren werden, wo für 30000 Euro eine Ersatzfläche geteert und entsprechend hergerichtet werden muss. Bis dieser Flächentausch möglich ist und die für die neuen Flächennutzungen nötigen wasser- oder immissionsrechtlichen Genehmigungen des Landratsamtes vorliegen, darf nun weiter am Hirtwiesweg gelagert werden. Laut Beschluss des Stadtrates von gestern Abend soll darauf hingewirkt werden, dass der Zustand längstens bis 30. November andauert.

Franz Sengl (Grüne) und Stefan Frey (CSU) kritisierten, dass die Stadt bei der fraglichen Verbandsversammlung weder durch einen der drei Bürgermeister noch durch einen der zwölf Verbandsräte vertreten gewesen sei. Bürgermeisterin Eva John sagte, es hätten bereits vor der Sitzung Abstimmungsgespräche stattgefunden. Franz Heidinger, selbst in Hanfeld wohnhaft und Bruder von Evi Liebl, warf dem Rathaus vor: „Versäumt haben es der Abwasserverband und die Stadt, die nötigen Genehmigungen zu beantragen.“ Er unterstellte, die Stadt wolle den Betriebshof gar nicht als Lager zur Verfügung stellen. „Sie haben für den Beschluss des Stadtrates nichts getan“, lautete der Vorwurf von Sengl an die Bürgermeisterin. John hielt entgegen, das Rathaus habe den Verband sofort über den Stadtratsbeschluss, die Lagerfläche vom Hirtwiesweg aufzukündigen und die im Betriebshof anzubieten, verständigt und diesen aufgefordert, die nötigen Schritte zu klären. Als Bauherr habe der Verband dies auch zu Beginn der Baumaßnahme getan. Statt sich weiter gegenseitig Vorwürfe zu machen, solle man sich besser darauf konzentrieren, wie die Probleme jetzt zu lösen seien, forderte die Bürgermeisterin auf. Gerd Weger (CSU) verlangte, der Verband solle die 30000 Euro für den neuen Lagerplatz am Klärwerk selbst bezahlen, weil er diesen später auch für andere Baumaßnahmen in anderen Kommunen nützen können werde. Iris Ziebart (FDP) zeigte nochmals die drei möglichen Varianten einer Entscheidung auf:

  • „die maximal Teuerste, wenn wir immer weiter in der Vergangenheit recherchieren
  • die kurzfristige Lagerung am Hirtwiesweg mit Bau der neuen Lagerfläche am Klärwerk. Kosten 30000 Euro plus künftige Transportkosten für unseren Wunsch, eine andere Lagerfläche durchzusetzen
  • gar keine Kosten, wenn bis zum Ende des Kanalbaus – maximal die Hälfte ist bisher erledigt –  weiter am Hirtwiesweg gelagert werden darf.“

Ziebart fand es besser, der zweiten Variante zuzustimmen, denn dann habe man „die Kuh vielleicht vom Eis“. Michael Mignoli (BLS) machte noch den Kompromissvorschlag, zu versuchen, dass am Betriebshof Straßenkehrricht und Straßenaushub gemeinsam gelagert werden können. Das soll noch geprüft werden. Dann könnten die 30000 Euro für den Neubau des Platzes am Klärwerk gespart werden. Heidinger befürchtet, dass die Kanalarbeiten erst 2019 statt 2018 abgeschlossen sein werden.

Gegen die Stimme von Sengl ist nun gemäß des von Frey formulierten Antrags beschlossen worden, die Stadt solle für den Hirtwiesweg eine zeitlich begrenzte wasserrechtliche Genehmigung einholen, bis eine solche auch für den Betriebshof vorliegt. Mit dem Abwasserverband soll die Stadt darüber verhandeln, dass dieser die Ersatzfläche am Klärwerk auf eigene Kosten errichtet. Gegen den Vorschlag, Straßenaushub und -kehrricht gemeinsam am Betriebshof zu lagern, stimmten Günther Picker und Max Ardelt (beide WPS) sowie Sengl.

 

Lagerplatz auflösen

Auf Antrag von Franz Heidinger soll Straßenausbaumaterial, das beim Bau des Schmutz- und Regenwasserkanals in Hanfeld ausgebaut worden ist und wird, künftig nicht mehr an dem umstrittenen Lagerplatz am Hirtwiesweg – direkt neben dem Haus von Heidingers Schwester Evi Liebl – gelagert werden. Einstimmig hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, darauf hinzuwirken, dass das Material, das, bevor es entsorgt werden kann, immer zuerst auf Schadstoffe hin untersucht werden muss, in einer Lagerhalle des städtischen Betriebshofs gelagert werden kann. Damit das möglich wird, muss das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilen, denn die Vorschrift lautet, dass Material, das beim Abriss von Straßen anfällt, bis zur Beprobung innerhalb der Baustelle zu lagern ist. Laut Heidinger gibt es von der Kreisbehörde Signale, dass sie dies genehmigen will.

Der städtische Betriebshof liegt außerhalb der Baustelle. Liebl und Heidinger hatten wie berichtet mehrfach Klage darüber geführt, dass der gelagerte Aushub gesundheitsgefährdende Dämpfe absondere und auch nicht sachgemäß gegen Regen abgedeckt worden sei. Heidinger hat selbst mit dem Bauherrn der Kanäle, dem Abwasserzweckverband, sowie dem Landratsamt verhandelt und angeblich einen Kompromiss erzielt. So soll am Hirtwiesweg künftig im Gegenzug Grüngut gelagert werden dürfen, was eigentlich in die Hallen des Betriebshofes gehört. Franz Sengl (Grüne) hatte zu dem Kompromiss eine eindeutige Meinung: „Das Vorgehen, das das Landratsamt vorschlägt, ist rechtswidrig.“ Er stimmte aber wie alle anderen Stadträte zu.

Grünes Licht für Bypass

Die Mehrheit der Stadträte hat sich Mittwochabend dafür ausgesprochen, den vom Freistaat und dem Landkreis geplanten Um- und Ausbau der Verbindung von Gilching über den Kreisel an der Waldkreuzung zur nächstes Jahr in Betrieb gehenden neuen Westumfahrung von Starnberg auch ohne Verbesserungen für Radfahrer und Reiter zu befürworten. Damit kann der Bypass zum Kreisel, der den Verkehr von Gilching kommend auf einer eigenen Spur am Kreisel vorbei zur Westumfahrung leiten soll, nun gebaut und gleichzeitig mit dieser in Betrieb genommen werden.

Gescheitert sind damit alle Bemühungen, die Wegeverbindung für Radler und Reiter von Unering nach Hanfeld wie bisher zu erhalten. Die Eigentümerin von Gut Mamhofen, Stephanie Gräfin Pfuel, hätte noch einmal Grund abtreten müssen, damit eine Unterführung gebaut werden kann. Das hatte sie wie berichtet vehement abgelehnt. Reiter und Radler müssen nun einen Umweg nehmen und sind streckenweise gezwungen, die Straße bei Hadorf zu benutzen. Die Querung beim Gut Mamhofen, die bisher möglich war, weil die beiden Weg nur ein wenig versetzt zueinander lagen und hier Tempo 70 galt, ist künftig vollkommen unmöglich. Zum einen wird der Bypass als neue Straße weiter vom Gut abgerückt, von Kurven entschärft, und es soll Tempo 100 erlaubt werden. Beide Wege liegen somit viel weiter auseinander, und es wäre lebensgefährlich die Straße an dieser Stelle zu queren. Das ist der Hintergrund, weshalb Bürgermeisterin Eva John, BMS, FDP und Grüne ihre Zustimmung zur Planung verweigerten. Ohne den Bypass funktioniere die Westumfahrung genauso, war ihr Argument nicht nur an Autofahrer zu denken. Die Reiter hatten sogar Unterschriften für eine Petition gesammelt. Das ist nun Makulatur. Auch sei der Verzicht auf den Bypass kein Hinderungsgrund bei der Abstufung der Hanfelder- und Söckinger Straße zu Ortsstraßen, wenn die Westumfahrung eröffnet ist, argumentierten John und ihre Mitstreiter. Sie kritisieren, dass Hanfeld nun eine Verbindung nach Westen weniger haben wird.

Die Befürworter des Bypasses glauben dagegen, nur mit dessen Bau lasse sich möglichst viel Verkehr an Starnberg vorbei auf die Westumfahrung leiten.

Kein neuer Teer mehr

In Hanfeld kann man aufatmen. Der übel riechende Aushub vom nördlichen Teil der St. Michael-Straße, der wegen Belastung mit teerhaltigem Material im Hirtwiesweg neben dem Wohnhaus von Eva Liebl gelagert worden war bis die nötigen Proben durchgeführt waren, sollte inzwischen weg sein. Die Proben seien abgeschlossen, hatte Bürgermeisterin Eva John beim Abwasserverband Starnberger See erfahren, der in Hanfeld gerade den Schmutz- und Regenwasserkanal baut. Die gute Nachricht: So schnell wird auf der fraglichen Fläche auch kein neues belastetes Material aufgeschüttet, denn die anderen Straßenbereiche hätten nicht vergleichbare Altlasten in ihrem Untergrund, so John.