WPS stellt Kandidaten auf

Gestern Abend hat die Wählergemeinschaft Pro Starnberg in geheimer Wahl ihre Bürgermeisterkandidatin gekürt und die Liste der Kandidaten für die Stadtratswahl (am 15. März 2020) aufgestellt. Einstimmig ist das Votum ausgefallen, Amtsinhaberin, Eva John erneut für das Bürgermeisteramt auf den Schild zu heben. Sie ist damit für die nächste Kommunalwahl erstmals offiziell als Bürgermeisterkandidatin aufgestellt. Die Stadtratsliste der WPS wird von den bereits jetzt mit Mandat ausgestatteten vier Räten Günther Picker, Markus Mooser, Maximilian Ardelt und Klaus Huber angeführt. Auf der Liste steht auch der Vorsitzende des Bürgervereins „Starnberg bleibt oben“, Michael Christian Landwehr, der mit der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ gemeinsam für die beiden Bürgerbegehren „Kein Tunnel in Starnberg“ gekämpft hat. Bei der Aufstellungsversammlung im Bayerischen Hof waren 25 wahlberechtigte Mitglieder und einige Gäste, aber nicht alle Kandidaten anwesend.

In ihrer Bewerbungsrede erinnerte John daran, auch schon bei der Wahl 2014 von der WPS „zu 100 Prozent Unterstützung“ gefunden zu haben. Gemeinsam habe man damals gewonnen  und sei zu neuen Zeiten aufgebrochen. „Wir haben unser Wort gehalten und uns nicht aufhalten lassen. Für uns steht weiter der Mensch in Starnberg im Mittelpunkt.“ Das zu akzeptieren falle manchem – der „immer“ schon dabei war – bis heute schwer. Vornehmlich „älteren Herrschaften in dunklen Anzügen,  die das ‚Jetzt‘ schlecht reden und von vergangenen Zeiten der Hinterzimmerpolitik träumen, in denen Bürger nur bei der Wahl mal gefragt waren“, oder diese sogar immer noch „mit Gewalt durchsetzen“, verwies sie auf das Beispiel des von der Stadtratsmehrheit nicht zugelassenen zweiten Bürgerbegehrens „Kein Tunnel in Starnberg“. Das sei ein Schlag ins Gesicht für die Demokratie gewesen, so John. Zuverlässigkeit, Offenheit und Zielstrebigkeit seien ihr Credo. Sie finde es wichtig, eigene Vorstellungen zu entwickeln und gewonnene Überzeugungen zu vertreten. Dabei habe sie sich erlaubt, nicht alles mitzumachen, was sich Platzhirsche vergangener Wahlen erwartet hätten. Sie habe sich nicht wie ihr Vorgänger im Amt (Anm. d. Red.: Ferdinand Pfaffinger) wie ein Fähnchen im Wind gedreht, sondern ihre Ideale und Werte bewahrt. Die „Strafen“ dafür bezeichnete John als „bisweilen hart“: Dienstaufsichtsbeschwerden, ein Disziplinarverfahren, dass der Landrat ohne mit ihr ein Wort vorher zu sprechen eingeleitetet habe, eine Stadtratsmehrheit, die mit Otto Gaßners (UWG) Privatanwalt gegen sie vor Gericht ziehe, unter anderem um sie die Honorare eines Anwalts, der Gaßners Kooperationspartner gewesen sei, bezahlen zu lassen. „Ich lebe für mein Amt mit Begeisterung und Leidenschaft, 24 Stunden am Tag, zu 100 Prozent für die Starnberger Bürger“, sagte John und kündigte an, weiter mit aller Kraft zu arbeiten, für Kompromisse offen zu sein, Menschen Rücksicht und Hilfe angedeihen zu lassen und: „Man kann mich mit Argumenten überzeugen, aber mich kann man nicht kaufen und nicht verbiegen.“ Sie sei bereit noch mehr als bisher Verantwortung zu tragen und sage aus tiefster Überzeugung: „Ich möchte diese Wahl gewinnen.“

Der Chef der WPS, Günther Picker, begründete seine Empfehlung an die Mitglieder, John erneut zu unterstützen, wie folgt: Man habe mit John in den vergangenen fast sechs Jahren schon viel realisieren können, zum Beispiel das neue Seebad, den Bürgerpark, Schul- und Kindergartensanierungen, die Westumfahrung, die Abstufungen der Hanfelder- und Söckinger Straße samt Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen Gewicht, und so weiter. Es sei nämlich genau umgekehrt: Nicht wie Pfaffinger gegenüber der Presse behauptet habe, John sei es gewesen, die bei den angeblich wichtigsten Themen Starnbergs – Seeanbindung und Verkehr –  untätig gewesen sei, sondern er selbst, Pfaffinger habe in zwölf Jahren Amtszeit nichts erreicht. „Wir dürfen unsere Stadt nicht Falschmünzern, Wortakrobaten, Utopisten, Umerziehern, Freydenkern, Clicken, Strippenziehern, Größenwahnsinnigen und einigen Familien überlassen“, so Picker.  Starnberg brauche statt dieses „Terrorcamps“ endlich „Wellnessurlaub“.

Andreas Lintl, ehemals Stadtrat der Bürgerliste, ergänzte Pickers Aufzählung der Erfolge von Johns Amtszeit: „Keiner hat bisher so viel für Radfahrer in Starnberg getan wie Frau John.“ Professor Hans Jochen Diesfeld versprach im Namen der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ (BI), deren erster Vorsitzender er viele Jahre war, dass die BI einen entscheidenden Beitrag zum Ausgang der Kommunalwahl leisten werde. Markus Mooser sagte, es werde erneut ein Tunnelwahlkampf, auch wenn die WPS das nicht gewollt habe. Schuld seien diejenigen, die durch die Nichtzulassung des Bürgerbegehrens den Bürgerwillen gar nicht erst zum Ausdruck kommen lassen wollten.

Maximilian Ardelt, der auch Vorsitzender des Vereins „Schöner zum See“ ist, der sich für eine Seeanbindung ohne Gleisverlegung einsetzt, mahnte an, die Bürger endlich in die Diskussion um die Zukunft des Starnberger Seeufers einzubeziehen. Bisher laufe nämlich alles nur im Geheimen – die Bahnverträge genauso wie die Mediation zwischen Stadt  und Bahn, über die niemand sprechen dürfe. So müsse den Starnbergern dringend vor Augen geführt werden, wie die Lösung aussehe, für die sich die Stadtratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS mit der Variante 1 ausgesprochen habe (siehe Seeanbindung braucht langen Atem und Sondersitzung Stadtrat). Was das für die Stadt bedeute und ob man das wolle, sollte dringend mit den Bürgern diskutiert werden.

Hier die gesamte Kandidatenliste der WPS für die Stadtratswahl 2020:

Platz

  1. Prof. Dr. Günther Picker
  2. Markus Mooser
  3. Maximilian Ardelt
  4. Dr. Klaus Huber
  5. Georg Stahl
  6. Dr. Johannes Glogger
  7. Dr. Albert Schulz
  8. Michael Christian Landwehr
  9. Raphael Felber
  10. Yanmai Wang
  11. Andreas Mehlfeld
  12. Hanne Steimle-Gornig
  13. Anica Hagn
  14. Viggo von Wietersheim
  15. Jörg Stahl
  16. Swenja Landwehr
  17. Gunar Ehrhardt
  18. Karin Huber
  19. Dr. Michael Fichtel
  20. Mara Mooser
  21. Peter von Krempelhuber
  22. Jacquelina Martin
  23. Andreas Lintl (vormals BLS)
  24. Dieter Wimmer
  25. Dr. Helmut Hebeisen
  26. Ralf Breitenfeldt
  27. Willy Illguth
  28. Prof. Dr. Diesfeld
  29. Prof. Dr. Bomhard
  30. Carl-Peter Altwickler