Umbau Himbselstraße

Eine Mitteilung aus dem Rathaus (siehe auch Himbselstraße: Neues Gesicht):

„Am nächsten Montag, 21.10.2019, beginnt die Firma Holzer GmbH aus Degerndorf im Auftrag der Stadt Starnberg mit den Arbeiten zur Umgestaltung des östlichen Bereiches der Himbselstraße zwischen Riedener Weg und Leutstettener Straße. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich sechs Wochen dauern. Dabei muss die Himbselstraße voll gesperrt werden. Die Zufahrt für Anwohner wird eingeschränkt möglich sein. Die Stadt Starnberg empfiehlt den Anwohnern den Baustellenbereich zu meiden und über den Ludwig-Thoma-Weg anzufahren. Der Schulweg von und zum Bahnhof Nord wird für die gesamte Dauer der Baumaßnahme über die Leutstettener Straße und den Riedener Weg geführt (Umleitungsplan ist beigefügt).

Ziel der Baumaßnahme ist es die Verkehrssicherheit zu erhöhen, insbesondere die Schulwegsicherheit sowie die Barrierefreiheit der Fuß- und Radwegeverbindung zum Bahnhof Nord herzustellen. Der Abschnitt zwischen Ludwig-Thoma-Weg und Leutstettener Straße wird dabei zum verkehrsberuhigten Bereich. Der Abschnitt zwischen Ludwig-Thoma-Weg und Riedener Weg wird so umgebaut, dass auf der nördlichen Straßenseite Stellplätze angelegt werden. Fußgänger werden dann zukünftig nur über die Südseite entlang eines verbreiterten Gehweges geführt. Der gesamte Straßenabschnitt an der östlichen Himbselstraße wird zudem mit dem bereits etablierten Leitsystem „Starnberger Standard“ für blinde und seheingeschränkte Mitbürger ausgestattet.

Erste Bürgermeisterin Eva John: „Dieser Straßenabschnitt ist ein wesentlicher Teil des Schulwegekonzeptes. Wir freuen uns sehr, dass wir nach dem Ausbau der Schulstraße und der Schaffung wichtiger Querungshilfen nun einen weiteren Abschnitt realisieren können. Die Maßnahme wird vom Freistaat Bayern im Rahmen der Städtebauförderung finanziell bezuschusst, wofür wir uns herzlich bedanken.“

Die Stadt Starnberg bittet um Verständnis für nicht immer zu vermeidende Beeinträchtigungen durch den Baustellenbetrieb.“

 

Lückenschluss Gehweg Jahnstraße

Einstimmig hat der Bauausschuss des Stadtrates die Rathausverwaltung beauftragt, den Lückenschluss am Gehweg entlang der Jahnstraße gemäß der gebilligten Entwurfsplanung vorzunehmen. Es war ein Antrag aus der letztjährigen Bürgerversammlung (siehe Vorplanung nötig: Gehweg Jahnstraße), und es ging um die Schulwegsicherheit für Kinder. Nun kann auf der Südseite der Straße ein 1,50 Meter breiter Fußweg entstehen. Weil durch die Straße auch Busse fahren müssen, bleibt eine Fahrbahnbreite von mindestens 4,75 Meter erhalten. Wo dann noch geparkt werden kann, wird extra markiert. Um eine Engstelle kommt man aber nicht herum. Auf Höhe der Hausnummer 23 bleibt auf einer Länge von 25 Meter nur eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter. Diese Stelle wird gesondert markiert. Ludwig Jägerhuber (CSU) stellte noch eine Bedingung: Vor der Umsetzung müsse die nunmehrige Planung den Anliegern vorgestellt und deren Anregungen berücksichtigt werden.

Sicherheitskonzept vorgestellt

Nachdem die Verwaltung im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates die bisherige und voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen in allen Starnberger Schulen erläutert hatte (siehe nachfolgenden Bericht), wurde nun im Ausschuss für Energie, Umwelt und Mobilität der Arbeitsbericht für das Schulwegsicherheitskonzept der Stadt Starnberg vorgestellt. Angelika Kammerl (DPF) hat es mit ihrer Kritik verrissen, andere Stadträte lobten es nachdrücklich. Am Ende der Debatte stand der einstimmige Beschluss, das Konzept für andere Schulen fortzuführen, denn bisher ging es um die Schulwege der Grundschüler.

„Es ging darum, die Schulwege sicherer zu machen und die selbstständige Mobilität der Kinder zu fördern“, führte Bürgermeisterin Eva John ins Thema ein. Beteilgt worden seien an der Arbeit die Kinder, Eltern, die Stadtverwaltung, Polizei und Fachbüros. Man habe den Bestand aufgenommen, die Eltern und Kinder befragt und ihre Aussagen ausgewertet sowie Hol- und Bringzonen eingerichtet. Das alles gedruckt und veröffentlicht wird, fehle noch. John erläuterte, wie vorgegangen wurde und welche Maßnahmen herausgefunden und teils schon umgesetzt wurden. Zum Beispiel die Einrichtung der Hol- und Bringzonen in Söcking (siehe Söcking: Sicherer Schulweg und Schulwegsicherheit in Söcking). Ähnliches solle in Percha geschehen, wo Eltern ihre Kinder ab der Kirche, der Haarkirchner- oder Würmstraße selbständig gehen lassen könnten. Voraussetzung ist aber immer, dass auf den begleitenden Straßen Tempo 30 gilt, worüber man sich erst mit Landratsamt und Polizei verständigen müsse. Viel verbessert worden sei auch im Umfeld der Schule an der Ferdinand-Maria-Straße. An der Schlossbergschule sei es am schwierigsten. Dort seien solche Zonen eventuell an der Dinardstraße und am Almeida-Weg möglich, wenn die Übergänge über die B2 von Schülerlotsen begleitet würden. Neben der Umsetzung der Maßnahmen sollen die Lehrkräfte geschult, ein Schulwegeplan erstellt und die Wirkung der Veränderungen kontrolliert werden.

In scharfem Ton legte Kammerl los: „Das betrifft ja nur die Grundschulen. Was ist mit den anderen Schulen? Für die vermisse ich sichere Wegeführungen. Ich stelle fest, dass es das Schulwegsicherheitskonzept für Starnberg nicht gibt. Das sollen Sie endlich mal erstellen. Es wird nur stückchenweise geplant und keiner hat eine Vorstellung, wo es hingehen soll. Es gibt gar kein Ziel.“

John antwortete: „Ich finde es bedauerlich, mit welcher Härte Sie die jahrelange Arbeit der Verwaltung beurteilen. Wir haben sehr wohl die Schulwege betrachtet und Problemstellen beseitigt. Die Grundschulen wurden zuerst betrachtet, weil kleinere Schüler andere Bedürfnisse haben als ältere. Da geht es schon um die Frage, mit welchem Verkehrsmittel sie zur Schule kommen. Was hier vorgestellt wurde, ist ein erster Schritt. Ältere Schüler kann man in eine solche Arbeit einbeziehen, da muss man nicht nur mit den Eltern arbeiten.“

Klaus Huber (WPS) sprach der Verwaltung ein dickes Lob aus: „Eine sehr systematische, saubere Arbeit. Da kann man den Hut ziehen.“ Er könne sich Kammerl’s Kritik überhaupt nicht anschließen, bat nur, in der dunklen Jahreszeit an die ausreichende Beleuchtung der Schulwege und den guten Winterdienst zu denken.

Christine Lipovec (BMS) meinte: „Es ist natürlich ein Schulwegsicherheitskonzept. Das brauchen wir für die Grundschüler. Es hat sich im höchsten Maß rentiert.“ Auf Franz Heidingers (BLS) Frage, was es gekostet habe, antwortete John: „8000 Euro. Und wir haben die Kostenaufstellungen nach mehreren Beschwerden von Stadträten bereits zur  Prüfung vorgelegt.“ Stefan Frey (CSU) wollte erteiltes Lob differenziert betrachtet wissen. Schließlich habe der Stadtrat die Schulbusse abgeschafft, ein System, das funktioniert habe. John konterte: „Schulbuskinder sind im Verhältnis zu den Zu-Fuß-Kindern nur eine geringe Zahl.“ Und mit dem MVV funktioniere es  für die Buskinder ja inzwischen ganz gut.

 

Jahnstraße Fall für Mobilitätsausschuss

Im Zuge der Diskussionen um die Möglichkeiten, das Einheimischenmodell „Am Wiesengrund“ von der Bundesstraße 2 (B2) aus zu erschließen, gab es in der jüngsten Stadtratssitzung auch eine Debatte  um das zukünftige Gesicht der Jahnstraße. Auf den Zuhörerstühlen saßen mehrere betroffene Anwohner, die schon in der letztjährigen Bürgerversammlung kritisiert hatten, die Jahnstraße sei für Fußgänger wegen der fehlenden Gehsteige, besonders im unteren Bereich sehr gefährlich. Den Gehweg zu komplettieren war einer der insgesamt elf dort gestellten Bürgeranträge, mit denen sich der Stadtrat jetzt auseinandersetzen musste.

Innerhalb des Rathauses waren entsprechende Möglichkeiten geprüft worden. Abgelehnt wurden bloße Markierungen oder Leitborde, die einen Gehweg provisorisch von der ohnehin schmalen Fahrbahn abtrennen.  So reiche die Verkehrssicherheit nicht aus, vor allem nicht für Kinder, hieß es. Sollte ein Gehweg mit der Mindestbreite von 1,50 Meter gebaut werden, bleibe für die Straße je nach Gegebenheit eine Breite von vier bis sechs Meter, sagte Bürgermeisterin Eva John. Sie empfahl, das Problem im März im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Verkehr zu erörtern, wenn die Verwaltung die Straße vermessen und eine Vorplanung erstellt habe.

Stefan Frey (CSU) sprach sich dafür aus, den Gehweg zu errichten, denn dann werde der Jahnstraße der „Durchfahrtscharakter“ genommen. Auch bisher sehe er dort nur wenige Parkmöglichkeiten für Autos. Die Verkehrssicherheit gehe vor, weshalb man das Projekt schnell vorantreiben solle. Laut Angelika Wahmke (UWG) ist die Enge der Straße ein „seit Jahrzehnten bekanntes Problem“. Tim Weidner (SPD) empfahl die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für den Bereich, unter Einbindung der Anwohner. John sagte zu, dann vorliegende Vorschläge in einer Anliegerversammlung zu präsentieren. Franz Sengl (Grüne) sprach sich dafür aus, den zu ergänzenden Gehweg gleich über Am Waldspielplatz bis zum Neubaugebiet Am Wiesengrund zu führen. Die Bürgermeisterin erinnerte darüber hinaus noch an den schon gefassten Beschluss der politischen Gremien, dass die Kinder vom Am Wiesengrund für den Weg zur Grund- oder Mittelschule kostenlos den Bus benutzen dürfen.

Mit seinem Beschluss nahm der Stadtrat die Empfehlung aus der Bürgerversammlung zur Kenntnis und verwies die Angelegenheit zur weiteren Bearbeitung an den Mobilitätsausschuss. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, die Gehweglücken in der Jahnstraße zu schließen, somit einen durchgängigen gesicherten Gehweg für Fußgänger anzubieten. Die Stadtverwaltung erhielt den Auftrag, die Straße vermessen zu lassen und eine Vorplanung zu erstellen.

Tempo-30-Zone in Perchting?

Zum letzten Mal hatte man sich im Herbst letzten Jahres getroffen. Mittwochabend kamen Bürgermeisterin Eva John und etwa 80 interessierte Perchtinger erneut im Pfarrheim an der Pöckinger Straße 11 zusammen, um über Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung im Ort und mehr zu sprechen. Hintergrund ist der heuer geplante Neubau des Kinderhauses an der Jägersbrunner Straße. Es gibt Befürchtungen, die Sicherheit von Eltern und Kindern auf dem täglichen Weg zur Kindertagesstätte werde wegen der zahlreichen Autofahrer, die sich nicht so gern an die Regeln halten, nicht gewährleistet sein. Folglich war jetzt Thema, wie man die Sicherheit erhöhen, und ob es neue Zufahrtsmöglichkeiten zum Kinderhaus geben könnte. John konnte mit mehreren Mehrheitsvoten in der Tasche die Bürgerversammlung nach etwas mehr als zwei Stunden beschließen.

Ende letzten Jahres hatte der Bauausschuss den Bebauungsplan für den Bereich des geplanten Neubaus zur Satzung beschlossen und dabei wie berichtet noch einmal bekräftigt, dass andere Erschließungsmöglichkeiten zu prüfen seien (siehe Kita-Perchting: Satzungsbeschluss). Der Aufgabe war die Rathausverwaltung nachgekommen, und John berichtete nun über die Ergebnisse. Als bauliche Maßnahmen war die Verbreiterung der Jägersbrunner Straße, eine Zufahrt über eine neue Stichstraße von der Andechser Straße (Kreisstraße) bis zur Jägersbrunner Straße, sowie der Ausbau des heutigen Feldweges, der westlich von Perchting von der Andechser Straße Richtung Sportplatz  und Reiterhof abzweigt. Um es vorweg zu nehmen, keine der drei Lösungen ist derzeit realisierbar. Von einer Verbreiterung des Jägersbrunner Straße wären sieben Privateigentümer mit Grundabtretungen betroffen. Nur einer hat gegenüber der Stadt seine Bereitschaft dazu signalisiert. Für die neue Stichstraße müssten zwar nur zwei Anlieger Grund hergeben, doch die wollen das auch nicht. Was den 1,2 Kilometer langen Feldweg angeht, war man sich einig, dass das ein zu großer Umweg wäre. „Da fährt doch keiner“, riefen mehrere Perchtinger. „Also haben wir uns Gedanken über mehr Sicherheit auf den vorhandenen Wegen gemacht“, leitete die Bürgermeisterin zum Thema „verkehrliche Maßnahmen“ über.

So könnte auf der Pöckinger Straße auf Höhe der Hausnummern 20/25 eine deutlich hervorgehobene Fußgängerfurt markiert werden. Darüber hinaus an der Einmündung der Jägersbrunner- in die Pöckinger Straße ein gut ausgeleuchteter Zebrastreifen plus vergrößerte Aufstellflächen für die Fußgänger eingebaut werden, damit diese erstens selbst besseren Einblick in den aus beiden Straßen kommenden Verkehr erhalten – geprüft wird auch, ob das an der Kreuzung stehende Holzkreuz versetzt werden kann –  und zweitens die Autofahrer dort stehende Fußgänger eher und deutlicher wahrnehmen. Hinzu käme ein Verkehrsspiegel. Der vorhandene Fuß- und Radweg über den Keltenweg (am Vereinsheim vorbei) könnte verkehrssicher hergerichtet und beleuchtet werden, natürlich weiterhin nicht für Autofahrer. „Ein überschaubarer Aufwand“, meinte John. Dann kam sie zu dem „großen Thema schon der letztjährigen Bürgerversammlung“: Tempo-30-Zone im ganzen Ort südlich der Andechser Straße. Vor allem männliche Perchtinger Bürger fanden das überhaupt nicht gut. Wenn, dann höchstens Tempo 40, überlegten sie laut. Die mit Tempo-30-Zonen einhergehende Rechts-vor-Links-Regelung provoziere nur Unfälle, hieß es, und so weiter. Ein Besucher meinte, die Diskussion drehe sich zu sehr um persönliche Befindlichkeiten. Die Damen unter den Perchtinger Bürgern bestätigten unisono, es werde heute auf Perchtings Straßen viel zu schnell gefahren, was angesichts der vielen im Dorf lebenden Kinder ein Problem sei. Der Ortsteilreferent des Stadtrates, Gerd Weger (CSU), erinnerte an die Ergebnisse, die der Arbeitskreis Perchting, ein freiwilliger Zusammenschluss von Bewohnern, gefunden hätten und empfahl auf dieser Basis die Einrichtung der Tempo-30-Zone. Überwachen sollte die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung die kommunale Verkehrsüberwachung, und gelten solle dies zunächst für ein halbes Jahr als Probezeit. John ließ darüber abstimmen, allerdings, damit man alle Jahreszeiten erlebt habe, mit einjähriger Probezeit. Mit 47:11 Stimmen sprach sich die große Mehrheit für den Versuch aus. Nicht alle Besucher hatten sich in der Lage gefühlt, ein Votum abzugeben.

Genauso groß war die Zustimmung dazu, in der dann verlangsamten Zone das Parken am Straßenrand dadurch zu reglementieren, dass von seiten der Stadt die Straßenbreiten geprüft werden und nur dort, wo diese ausreicht, Parkplätze markiert werden. Nur innerhalb dieser Markierungen darf dann geparkt werden. So hofft man auf mehr Übersichtlichkeit für Autofahrer und Fußgänger. Damit wird dann auch Schluss sein mit dem Parken auf der Jägersbrunner Straße, die nämlich jetzt schon wegen fehlender Breite nicht zum Parken genutzt werden dürfte. Unzulässig ist ebenfalls, das Auto halb auf dem Gehweg abzustellen. „Das Parken auf dem Gehweg beeinträchtigt die Sicherheit von Eltern und Kindern auf dem Weg zu Kinderhaus“, stimmte John zu. Ein Besucher machte seinem Unmut Luft: „Das hätte man damals bei der Dorfentwicklung vor 15 Jahren alles besser machen können. Da gab es noch Anwohner, die Grund verkauft hätten.“ John antwortete, man müsse nun aber mit den jetztigen Verhältnissen umgehen.

Nach diesen beiden mehrheitlich befürworteten Maßnahmen war es kein Thema mehr, aus der Römerstraße eine Einbahnstraße zu machen. Darüber wollte eine Perchtingerin erst nachdenken, wenn das Ergebnis der einjährigen Testphase vorliegt. Der Perchtinger Matthias Frühauf, der in der lokalen Presse kürzlich als möglicher Kandidat der CSU für das Starnberger Bürgermeisteramt genannt worden ist, schlug am Ende der Diskussion vor, die Erschließung des Kinderhauses über die neue Stichstraße von der Andechser Straße her noch nicht zu den Akten zu legen, sondern diese nochmals zu prüfen und mit den Eigentümern der Flächen zu verhandeln. „Vielleicht muss die Stadt einen oder mehrere Euro drauf legen auf das bisherige Angebot“, meinte er. „Es geht nicht nur um’s Geld“, hielt John entgegen, akzeptierte aber, dass die Mehrheit der Anwesenden Frühaufs Vorstoß für unterstützenswert hielten.

Unter „Sonstiges“ äußerte eine Perchtingerin den Wunsch, für ihr Dorf auch einen so tollen Spielplatz wie den in Hanfeld zu bekommen. „Wir würden auch etwas tun dafür“, lockte sie die Bürgermeisterin, die versprach, das erst einmal innerhalb der Verwaltung zum Thema zu machen. Eine ähnliche Bitte gebe es auch in Hadorf, berichtete sie. John bekam eine Liste mit Unterschriften überreicht. Die Unterzeichner fordern, dass die Verwaltungen, die dafür zuständig sind – laut Bürgermeisterin Landrats- und Gesundheitsamt – etwas gegen ein total verwahrlostes Haus mit Rattenbefall in der Blumenau unternehmen.  Dem Eigentümer sei bereits eine Frist gesetzt worden, antwortete die Rathauschefin. Weitere Themen waren der fehlende Radweg an der Kreisstraße Perchting-Hadorf, und die Architektur des neuen Kinderhauses, über die sich einige Bürger immer noch aufregen. Sie halten es für falsch, dort keinen Keller vorzusehen und auch keine Personalwohnungen. Ebenerdiges Bauen sein nicht mehr zeitgemäß, wetterten einige. Die Entscheidungen im Stadtrat für den Bau sind aber längst gefallen. John warb um Verständnis dafür.

Elf Bürgeranträge

Rund 30 Anfragen und Bürgeranträge sind in der zweiten Hälfte der Großen Bürgerversammlung beantwortet beziehungsweise abgestimmt worden. Über die Anträge muss der Stadtrat innerhalb von drei Monaten beraten. Hier ein Überblick:

  • Wie schon vor einem Jahr monierte Hannelore Hartmann das fast gänzlich schwarze, mit Folie verkleidete neue Haus in der Wassersportsiedlung. Der Bebauungsplan schreibe hier Holzverkleidung vor, erinnerte sie. Stadtbaumeister Stephan Weinl bestätigte dies und meinte achselzuckend: „Wir können nur die Bauaufsicht darauf aufmerksam machen. Das ist noch immer ein Thema mit dem Kreisbauamt.“
  • Helm Andreas Heigl lobte, es habe sich in Starnberg in den letzten zwei bis drei Jahren vieles zum Positiven gewandelt. Grobe Gefährdungen an Schulwegen seien „sehr schnell entschärft“ worden, es gebe sehr viel mehr Sicherheit. Doch der Durchgangsverkehr bleibe ein Problem. Heigl appellierte an den Stadtrat, gut zusammenzuarbeiten, die Chance zu ergreifen, die Stadt so umzugestalten, dass sie schöner und sicherer wird, und die Leute nicht mehr nur schnell durchfahren wollen. Er erinnerte an die Ideenwerkstatt 2017 und bat den Stadtrat kooperativ daran zu arbeiten, vor allem wo es um die Abstufungen der bisherigen Staatsstraße Söckinger- und Hanfelderstraße gehe. Bürgermeisterin Eva John äußerte sich zuversichtlich, „dass wir eine kooperative Handlungsweise hinbekommen“. Schließlich seien die Fußgänger besonders schutzbedürftig und es gebe viele Räume, die besser aufgeteilt werden könnten.
  • Ute Behnke regte an, ähnlich den Pfandringen, in denen leere Pfandflaschen für Menschen bereit gestellt werden, die ihren Geldbeutel mit dem Einlösen des Pfandgeldes aufbessern wollen, in der Stadt Kästen bereit zu stellen, in denen Bürger Bücher, die sie gelesen haben aber nicht behalten wollen, zum Tausch einlegen können. Die Wirtschaftsförderin der Stadt, Sarah Buckel, verriet, dass dafür schon ein Standort ausgewählt worden sei, nämlich direkt vor der Schlossberghalle.
  • Markus Lehmann-Horn glaubt, dass den Starnbergern die Dimension des Bauwerkes für den Abluftkamin am Schlossberg für den B2-Tunnel noch nicht klar geworden ist, geschweige denn die Belastung der Anwohner und des Umfeldes während der Bauzeit. Er befürchtet, dass über Jahre ein ganzes Viertel lahm gelegt wird und fragte, ob das der Stadt bekannt sei und welche Maßnahmen geplant seien. John kennt bisher keinen Plan dazu und wusste zu berichten, dass Ablaufpläne immer erst im Laufe des Geschehens kommen. Sie bat Lehmann-Horn, seine Fragen nächste Woche bei den Informationsveranstaltungen des Staatlichen Bauamtes zu stellen (siehe auch Infoveranstaltungen zum Tunnel).
  • Ein Besucher beklagte sich, dass in Wangen Straßenbeleuchtung fehle und ein Buswartehäuschen schon 40 Jahre auf dem Buckel habe, also mal erneuert werden müsse. Erstgenanntes müsse man sich anschauen, Letztgenanntes werde man erneuern, versprach die Bürgermeisterin.
  • Theo Beigel wollte wissen, was sich die Stadt dabei gedacht habe, die Parkplätze im westlichen Abschnitt der Ludwigstraße vor der Kreissparkasse auf die Nordseite zu verlegen. John bestätigte seine Vermutung, dass dies mit Rücksicht auf die Feuerwehranfahrt geschehen sei. Kritisch äußerte sich Beigel zu den Rundholzbalken, die an der Einfahrt zur Heinrich-Wieland-Straße den breiten Grünstreifen abtrennten. Der beeinträchtige die Sicherheit der Fußgänger, meinte er. Laut John waren die zum Schutz der Bäume und Grünflächen angebracht worden, damit diese nicht ständig von einparkenden Autos beschädigt würden. Helm Andreas Heigl, ebenfalls dort Anlieger, sah es ganz anders als Beigel: „Die Situation hat sich, seitdem das auch Anliegerstraße ist, dramatisch verbessert. Der Verkehr jetzt beträgt nur noch zehn Prozent des vorherigen.“ John ließ Beigels Antrag, die Balken zu beseitigen abstimmen. Er scheiterte mit 35:48 Stimmen.
  • Bernd Mölbert macht sich nach eigenen Angaben große Sorgen über die Erschließung des Einheimischenmodells Am Wiesengrund. Er ist Anwohner der Jahnstraße und befürchtet dort noch mehr Fahrzeuge, die dann mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind. Dabei weise die Jahnstraße, die auch Schulweg sei, nicht einmal einen Gehweg auf. Er beantragte, eine andere Erschließung zu prüfen. Die Bürgermeisterin erläuterte, dass es diesbezüglich bereits Stadtratsbeschlüsse gebe und man sich gemeinsam mit der Gemeinde Pöcking um bessere Lösungen bemühe. Sie gestand zu: „Die Jahnstraße ist auch ohne das Einheimischenmodell für Kinder ganz, ganz schwach auf der Brust.“ Man werde versuchen müssen, einen guten Kompromiss zu finden, zum Beispiel durch verkehrsrechtliche Anordnungen und ein Überdenken des gesamten Gebietes hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Ein weiterer Besucher und eine Besucherin forderten ebenfalls eine andere Erschließung für Am Wiesengrund. Für die Änderung stimmte ebenso eine Mehrheit, wie für den Bau eines Gehweges entlang der Jahnstraße.
  • Josef Nirschl kritisierte, dass das geplante Kinderhaus in Perchting ohne Keller gebaut werde. John begründete dies mit Kosteneinsparung und damit, dass die Leitung des Hauses guter Dinge sei, alles was nötig ist, unterbringen zu können.
  • Eine Dame und ein Herr verlangten den Einsatz kleinerer Busse im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Rafael Reitzig dagegen die Gestattung der Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen. Beide Anträge bekamen mehrheitliche Zustimmung der Versammlung.
  • Familie Frick aus Percha stimmte zu, die noch heuer in Betrieb gehende neue Bushaltestelle an der Perchaer Kirche zunächst zu beobachten, bis man entscheidet, ob sie anderswo besser untergebracht wäre. Sie baten auch etwas gegen die an der Berger Straße vermehrt abgestellten Werbeanhänger zu unternehmen. John: „Wir nehmen uns der Sache an.“ Frau Frick war der Meinung, dass der Geh- und Radweg entlang der Müncher Straße am Landratsamt vorbei, trotz der Bauarbeiten im Vorgriff des B2-Tunnels problemlos breiter gemacht werden könnte. Auch die Bürgermeisterin glaubt, dass die „Baubarken-Orgie etwas ausgeartet ist“. Sie will das beim Jour Fix mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim ansprechen.
  • Nicola Belau hält eine Gastronomie im Bürgerpark eigentlich für überflüssig, denn davon gebe es in näherer Umgebung genug. Stadtbaumeister Stephan Weinl erinnerte demgegenüber an die Beschlüsse des Stadtrates, die bereits in die Bauleitplanung eingeflossen seien. Im Park sei ein kleines gastronomisches Angebot geplant. Die Mehrheit der Versammlung gab aber Belau Recht.
  • Warum nicht auch schon ein Fahrverbot für Lkw mit Tonnagen unter 12 Tonnen, wollte ein Bürger wissen. John erläuterte, die Stadt müsse sich „erst mal heran tasten“. Ohne die Einigung mit Polizei und Landratsamt gehe gar nichts.
  • Auf Nachfrage erläuterte die Bürgermeisterin, was geplant ist beim Rückbau der Hanfelder Straße: Als schnelle Maßnahmen bergauf Schutzstreifen für Radfahrer, Fahrradaufstellflächen an Ampeln, ein Fahrverbot für Lkw über 12 Tonnen Gesamtgewicht und ein nächtliches Tempolimit auf 40 Kilometer pro Stunde. Das werde die Stadt am 3. Dezember nach Eröffnung der neuen Westumfahrung machen, wenn keine übergeordnete Behörde “ reinregiere“. Erst in den nächsten Jahren werde es bauliche Veränderungen geben. Gleiches gelte auch für das Ortsschild am westlichen Ende von Söcking. Das werde an die alte Stelle, Richtung Perchtig, wieder hinausgerückt, und zwar sofort.
  • Georg Jäger wollte die Versammlung beschließen lassen, dass die Bürgerschaft bei bedeutenden Projekten der Stadt mit mehr als zehn Millionen Euro Kosten, 250000 Euro Betriebskosten und mehr als vier Wochen Verkehrseinschränkungen oder einwöchigen Verkehrsunterbrechungen schon im Vorgriff per Bürgerentscheid darüber entscheiden müssen. Dazu seien ihnen mindestens zwei Alternativen vorzulegen, verlangte er. Wegen der vorgerückten Stunde waren zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Bürger anwesend. Die lehnten Jägers Antrag mit Mehrheit ab.
  • Peter Hauk erkundigte sich nach dem Stand seines letztjährigen Bürgerantrags, mit dem er wie berichtet Live-Übertragungen im Internet aus Stadtratssitzungen in Starnberg hatte erreichen wollen. John antwortete, dazu sei eine Änderung der Geschäftsordnung für den Stadtrat nötig. Die von der Ratsmehrheit vorgelegte Fassung befinde sich aber noch beim Landratsamt zur rechtlichen Prüfung. Hauk monierte, er fühle sich über seine Rechte in Bürgerversammlungen nicht ausreichend aufklärt, weshalb die diesjährige Versammlung wiederholt werden müsse. Ein Abstimmung darüber verhinderten die Anwesenden aber mit heftigem Beifall. Nun soll auf der Homepage der Stadt über die Rechts-Unterschiede zwischen „Gemeindebürgern“ und „Gemeindeangehörigen“ informiert werden.
  • Eine Dame bekam einstimmige Unterstützung für ihre Forderung nach Installation von provisorischen Dächern auf den Bahnsteigen am Seebahnhof. Den gleichen Antrag stellte Angelika Kammerl, die sich nicht auf ihr Antragsrecht als Stadträtin der DPF beschränken wollte. Ihre Forderung, Investorenausschreibungen für den Bayerischen Hof und den Seebahnhof umzusetzen – auf die die Bürgermeisterin bereits in ihrem Rechenschaftsbericht eingegangen war (siehe Ruhige Bürgerversammlung) – wurde mit Mehrheit angenommen. Sie sind aber bereits in Bearbeitung.
  • Klaus Urbasch beschwerte sich zum wiederholten Mal über die Pläne zum Bau von Mobilfunkmasten in Söcking. John verwies darauf, dass die Söckinger Bürger dies aber in einer eigenen Versammlung akzeptiert hätten. Urbasch wetterte wie schon unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger darüber, dass Kanalgebühren mit kalkulatorischen Zinsen in Höhe von 4 Prozent belastet seien. Das ist aber gesetzlich zulässig.

Schulwegsicherheit in Söcking

Der Bauausschuss des Stadtrates hat sich in seiner letzten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, für die Söckinger Grundschule und den dortigen Maria-Kempter-Kindergarten sichere Hol- und Bringzonen einzurichten und die Straßen und Wege wo notwendig dafür umzubauen. Auf eine Variante legten sich die Stadträte noch nicht fest. Der Stadtverwaltung erteilten sie den Auftrag, die möglichen Maßnahmen mit der Schulleitung, dem Eltenbeirat und der Polizei abzustimmen, die Planung zu erstellen und diese für den Baubeschluss nochmals dem Ausschuss vorzulegen. Außerdem erklärte sich der Ausschuss einverstanden, dass mögliche provisorische Maßnahmen zur Sicherheit schon „umgehend“ umgesetzt werden können.

Vor der Sitzung hatten sich die Ausschussmitglieder zur Ortsbesichtigung in Söcking getroffen. Es geht um zwei Hol- und Bringzonen – eine am Parkplatz der Kirche St. Ulrich an der Prinz-Karl-Straße, und eine am Hanau-Park, die bereits provisorisch entlang der Maximilian-von-Dziembowski-Straße markiert worden war (siehe Hol- und Bringzone sicherer machen). Beide erfordern laut Bürgermeisterin Eva John sichere Möglichkeiten zur Querung der Straßen sowie Verlängerungen an Gehwegen. Zusätzlich solle einem Wunsch vieler Eltern Rechnung getragen werden, die die Kempterstraße zur Einbahnstraße erklärt wissen wollen. Das sei schon vor den Umbaumaßnahmen provisorisch möglich, sagte John.

Während Gerd Weger (CSU) es angesichts der Kosten von 250000 Euro nicht für wirklich notwendig hielt, die Maximilian-von-Dziembowski-Straße an der fraglichen Stelle zu verschmälern, widersprach ihm die Bürgermeisterin deutlich: „Das ist bisher wirklich eine Rennstrecke.“ Wegers Fraktionskollege Ludwig Jägerhuber und Iris Ziebart (FDP) begrüßten dagegen die Vorschläge und rieten, sich vor der Abstimmung mit den Beteiligten noch nicht auf eine Variante festzulegen. Günther Picker (WPS) wäre wohler, wenn es statt der Querungshilfe an dieser Stelle eine Ampel gäbe, denn morgens gebe es dort sehr viel Verkehr. Eine Ampel koste aber nochmals bis zu 100000 Euro, antwortete John. Weger glaubt, ein Blinklicht könnte ausreichen auf die Querung aufmerksam zu machen. Die Maßnahmen, für die Finanzmittel bereits in den Haushaltsentwurf für 2019 eingeplant sind, sind Teil des in Erarbeitung befindlichen Schulwegsicherheitskonzeptes der Stadt.

Stadtrat: Fünf Punkte vertagt

Auch nach den Sommerferien hat sich nichts geändert. Die gestrige Stadtratssitzung beschäftigte sich in den ersten 40 Minuten allein damit, was auf der Tagesordnung bleibt oder neu aufgenommen wird. Mit der Mehrheit von CSU, UWG, Grünen, SPD und DPF – manchmal verstärkt durch die BLS, manchmal nicht –  ist bekanntlich jeder Beschluss durchsetzbar. So wurden folgende Punkte gestrichen: Zwischenbericht der örtlichen Rechnungsprüfung zur Generalsanierung und Erweiterung Wasserpark, der Erlass einer Satzung über die Abhaltung von Bürgerversammlungen, und ein nicht bekannter Antrag von Angelika Kammerl (DPF) zum Thema Parkdeck Seebad ebenso wie der dem Blog unbekannte Antrag von Gerd Weger (CSU) zum Thema Schlossbergschule. Letztgenannte sollen beide nicht im Stadtrat sondern zunächst im Bauausschuss beraten werden. Weiterhin wurde von der Tagesordnung die Beratung über Kammerls dem Blog ebenfalls nicht mitgeteilten Antrag zu „Haushaltsmittel 2018/2019“ genommen. Stattdessen stellte Patrick Janik (UWG) neue, nach Ansicht der obigen Mehrheit „dringliche“ Punkte vor, die auf die Tagesordnung genommen werden müssten, was mit 16:10 Stimmen so entschieden wurde. Ob die gesetzlichen Anforderungen an die Dringlichkeit erfüllt sind, darüber gingen die Meinungen im Rat entsprechend der Mehrheitsverhältnisse auseinander. Günther Picker (WPS) beantragte, die Dringlichkeit zu verneinen, was mit 18:9 Stimmen abgelehnt wurde. Pickers hilfweise Protokollnotiz: Etwaige Beschlüsse in diesen Angelegenheiten sind rechtlich zu beanstanden, und die Rechtsaufsicht ist einzuschalten. In zwei Fällen ging es Janik um Personalangelegenheiten, die nur nichtöffentlich zu behandeln sind. Im dritten Fall handelte es sich um den Antrag von Klaus Rieskamp (DPF) und anderen Vertretern der Mehrheitsfraktionen, die dringlichen Anordnungen der Bürgermeisterin aus den letzten Jahren aufzulisten und für die Zukunft Art und Form der Bekanntgabe zu regeln. Janik dazu: „Wir vermuten eine rechtswidrige Situation, die wir der Rechtsaufsicht melden wollen.“ Der fragliche Antrag enthielt laut John nur die Namen der angeblichen Unterzeichner, nicht aber deren Unterschrift. Auch bei den Anträgen zu den Personalangelegenheiten hatten einige Stadträte teilweise für angeblich unterstützende Kollegen unterschrieben. Martina Neubauer (Grüne) dazu: „Das kann man alles nachholen.“ Iris Ziebart (FDP) rügte, dass sich das Gremium wieder nur mit sich selbst beschäftige. Die Tagesordnung werde wegen ihrer Länge moniert, aber nach Kürzung würden neue Dinge aufgesattelt. „So kann man nicht zusammenarbeiten“, so Ziebart. Der öffentliche Teil der Sitzung dauerte von 18.30 bis fast 23.30 Uhr.

Hier eine Übersicht der gefällten Entscheidungen. Ausführliche Berichte über die Debatten folgen in Kürze:

  • Die Stadt soll Mitglied im Regionalmanagement München Südwest e.V. bleiben, spricht sich für die angekündigten Projekte aus und der Stadtrat billigte deren Kosten im Förderzeitraum 2019 bis 2021. Bei den Projekten geht es um „München Südwest 2035 +“ und ein „Zukunftsnetz Mobilität“. Die Abstimmung der Projekte durch das Regionalmanegement erfolgte bereits mit dem Ministerium für Landesentwicklung und mit der Regierung von Oberbayern. Der jährliche Mitgliedsbeitrag der Stadt beträgt 10800 Euro.
  • Für den Bereich „Sanierungsgebiet Bahnhof Nord“ wurde einstimmig der Satzungsbeschluss gefasst. Städtebauliche Missstände müssen nun innerhalb von 15 Jahren beseitigt werden. Die Stadt kann dafür mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung rechnen. Diese zu beantragen setzt das Vorliegen der Sanierungssatzung voraus. Neubauer ließ sich versichern, dass die Satzung allein keinen neuen Personalbedarf im Rathaus auslöst. Bürgermeisterin Eva Johns Hinweis: „Alles Weitere hängt maßgeblich vom Hauptinvestor ab. Dessen Projekt Fachmarktzentrum zu begleiten liegt in der Hand des Bauausschusses.“ (siehe auch Himbselstraße: Neues Gesicht)
  • Nach mehr als einstündiger Debatte hat der Stadtrat einen umfangreichen Beschluss zur verkehrlichen Erschließung des geplanten Einheimischenmodells „Am Wiesengrund“ gefasst. Im Moment bleibt es bei der rechtlich gesicherten Zufahrt über die Straße „Am Waldspielplatz“, wobei deutlich gemacht wurde, dass die Kreuzung  B2/ Am Waldspielplatz/Mozartstraße zügig verkehrssicher für alle Verkehrsarten ausgebaut werden muss. Dem verschließt sich laut John nun auch das Staatliche Bauamt Weilheim nicht mehr. Untersucht werden sollen die Varianten mit einem neuen Kreisverkehr (18:9) oder einer Ampelanlage (26:1). Geprüft werden sollen auf Anregung von Franz Heidinger und Michael Mignoli (beide BLS) zusätzlich, die Möglichkeit vom Oberen Seeweg Richtung Süden über den bestehenden Wirtschaftsweg im Einbahnverkehr zum Kreisverkehr am Maxhof zu gelangen und zugleich Richtung Norden eine Einschleifspur vom Oberen Seeweg an die B2 nach Starnberg zu ergänzen. Auf Antrag von Ludwig Jägerhuber (CSU) wird zudem langfristig nicht aus den Augen verloren, dass sich eine Anschlussmöglichkeit des Einheimischenmodells über den Oberen Seeweg und das Gut Schmalzhof ergeben könnte, wenn die Gemeinde Pöcking in ferner Zukunft ihr südlich anschließendes Gewerbegebiet um die Schmalzhoffläche erweitern sollte (20:7). Neubauer beantragte, für alle Varianten den Flächenverbrauch darzustellen (einstimmig). Grundsätzlich sollen auf Antrag von Maximilian Ardelt (WPS) die Auswirkungen aller Maßnahmen auf den Oberen Seeweg verkehrsplanerisch betrachtet werden (einstimmig). Das Staatliche Bauamt Weilheim, die Gemeinde Pöcking und betroffene Grundstückseigentümer sind fortlaufend über die Planungen zu informieren, mit dem Ziel der gemeinsamen Abstimmung. Das Staatliche Bauamt wird gebeten alle obigen Varianten zu prüfen und zu bewerten, wobei an den Gesprächen die Verkehrsreferenten des Stadtrates, Stefan Frey und Klaus Rieskamp zu beteiligen sind (24:3).
  • Eine ebenso lange Debatte wurde über den Abschluss und das weitere Vorgehen zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) geführt. Zur Überraschung der Verwaltung und der Minderheit der Stadträte stellte Stefan Frey den Antrag, die noch fehlenden Kapitel Fußgänger- und Radverkehr von dem Hannoveraner Planungsbüro SHP ergänzen zu lassen, dann aber eine neue Ausschreibung für das Endwerk des VEP zu starten. Die obige Mehrheit unterstützte dies, obwohl nach Aussage von John davon in keiner Stellungnahme der Fraktionen zuvor die Rede gewesen war (siehe VEP darf zu Ende geführt werden). Die Debatte war geprägt von Kritik an SHP und Misstrauen gegenüber der Rathausverwaltung, sowie Verteidigung aller Maßnahmen des Staatlichen Bauamtes in Sachen Bau des B2-Tunnels. Der Antrag von Frey wurde mit 17:11 Stimmen befürwortet. WPS, BMS, BLS und die Bürgermeisterin erklärten unisono zu Protokoll, sie hätten in Anbetracht möglicher haftungsrechtlicher Auswirkungen gegen den Antrag gestimmt. Ziebart stellte fest: „Mit dem Beschluss ist nicht definiert, dass SHP aus dem Vertrag entlassen werden soll.“ John fand es „sehr spannend, die Verwaltung mit so etwas was anfangen zu lassen“. Sie forderte die Mehrheitsfraktionen auf, einen Vorschlag für eine neue Ausschreibung zu machen.
  • Einstimmig hat der Stadtrat die Umstufungsvereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Starnberg über Teilstrecken der Söckinger- und Andechser Straße genehmigt, die nach Inbetriebnahme der Westumfahrung zum Jahresende von der Kategorie „Staatsstraße“ zu „Gemeindestraße“ abgestuft werden können. Ihre Gestaltung ist damit dann Sache der Stadt, die sich aber an die technischen Regelwerke halten muss. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass sowohl die obigen Straßenabschnitte als auch die Hanfelder Straße, die ebenfalls nach Inbetriebnahme der Westumfahrung abgestuft wird, vor der Übernahme durch die Stadt von einem fachlich geeigneten Büro hinsichtlich des Straßenzustandes untersucht werden.
  • Der Bebauungsplan für das Wohngebiet „Andechser Straße“ in Söcking wurde einstimmig zur Satzung erklärt.
  • Zum Dringlichkeitsantrag der Mehrheit zu den dringlichen Anordnungen der Bürgermeisterin wurde mit 21:6 entschieden, dass das Rathaus eine Liste der seit Mai 2015 erfolgten dringlichen Anordnungen mit den dazugehörigen Niederschriften vorlegen muss. Mit 19:8 Stimmen entsprach die Mehrheit der Forderung, jede Bekanntgabe einer solchen Anordnung künftig als eigenen Tagesordnungspunkt mit Aktenzeichen in der folgenden Sitzung des Stadtrates aufzuführen. John wies darauf hin, dass es dafür bisher den Tagesordnungspunkt „Bekanngaben und Sonstiges“ gegeben habe. Ihrer Ansicht nach ist es ein Missverständnis, dass der Stadtrat solche Anordnungen legitimieren muss.
  • Auf Antrag von Janik erhalten alle Stadträte die Möglichkeit der Akteneinsicht für das noch in Arbeit befindliche Schulwegsicherheitskonzept (einstimmig).

Himbselstraße: Neues Gesicht

Das Umfeld des Bahnhofs Nord wird sich in den nächsten Jahren gravierend verändern. Gleichzeitig entsteht gerade  das Projekt der Genossenschaft Starnberger See für Seniorenwohnungen an der östlichen Himbselstraße. Deshalb soll auch die Himbselstraße in diesem Abschnitt ein neues Gesicht erhalten und mehr Sicherheit für die Schüler zur Ferdinand-Maria-Schule bieten.

Wie berichtet hatte der Stadtrat im Oktober 2017 beschlossen, das Sanierungsgebiet Innenstadt um den Bereich rund um den Bahnhof Nord zu erweitern, und zwar auf der Grundlage des ebenfalls verabschiedeten „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK). Ziel ist es, städtebauliche Missstände zu beseitigen, wozu in diesem Fall mangelnde Verkehrssicherheit, insbesondere Schulwegsicherheit, fehlende Barrierefreiheit an Fuß- und Radwegen sowie Mängel  im öffentlichen Raum zählen. Der Bahnhof Nord soll auf lange Sicht Mobilitätsdrehscheibe der Stadt Starnberg werden. Das ISEK und die Verabschiedung der Sanierungssatzung sind Voraussetzungen dafür, dass der Stadt vom Freistaat Mittel aus der Städtebauförderung zur Verfügung gestellt werden. Das Verfahren bis zur Satzung ist vergleichbar mit einem Bebauungsplanverfahren. In einer öffentlichen Veranstaltung hatte das Rathaus im März über die Vorhaben, ihre rechtlichen Auswirkungen  und Fördermöglichkeiten informiert. Im Bauausschuss galt es nun, die dabei eingegangenen Anregungen und Einwendungen abzuwägen. Gleiches für das Gebiet von Starnbergs Innenstadt zu tun, hatte die Mehrheit des Ausschusses aus CSU, UWG, SPD und DPF wie berichtet erneut in die Ferne vertagt.

Eine Rolle spielt beim Umfeld des Bahnhofs Nord ebenfalls die Absicht, den Einzelhandel in diesem Bereich zu stärken. Auf Antrag des ehemaligen UWG-Stadtrates Hans Beigel muss sich das Ratsgremium demnächst genauer mit seinen Plänen für ein neues umfangreiches Fachmarktzentrum auf der Fläche des heutigen Edeka-Marktes (ehemals Tengelmann) sowie eines noch unbebauten Grundstückes nördlich davon an der Gautinger Straße befassen. Im Zuge des Projektes wird über einen neuen Busbahnhof, die Aufstockung des Park&Ride-Decks sowie die Neuordnung der Verkehrsführungen im Vorfeld des Bahnhofs zu reden sein. Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Satzungsbeschluss für diesen Stadtteil gefasst. Die angedachten Projekte müssen nun innerhalb einer Frist von 15 Jahren umgesetzt werden.

Da es auch um Schulwegsicherheit geht, hat Stefanie Fritz vom städtischen Bauamt dem Bauausschuss die Pläne zur Verbesserungen der Himbselstraße erläutert. Im Bereich der neuen Seniorenwohnungen soll durch Verwendung einer einheitlichen Pflasterung eine Art Platz zwischen den neuen Wohnungen und den schon bestehenden Genossenschaftswohungen am Beginn des Ludwig-Thoma-Weges entstehen. Die Parkplätze werden auf der Nordseite angeordnet, der Gehweg auf der Südseite. Eine Durchfahrt Richtung Bahnhof Nord wird es weiter nicht geben. Hier dürfen nur Fußgänger und Radfahrer zur Äußeren Leutstettener Straße durch. Die Genossenschaft plant laut Fritz auf ihrer Neubaufläche südlich an die Pflasterung anschließend eine ansprechende Grünfläche. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist für Mitte 2019 geplant. Der Bauausschuss hat einstimmig grünes Licht dafür gegeben, die Bauleistung Himbselstraße auszuschreiben und 2019 umzusetzen. Die Kosten sind mit 280000 Euro angegeben. Aus Städtebaufördermitteln ist mit einem Zuschuss von 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu rechnen. Die genaue Höhe konnte Fritz noch nicht beziffern.

Mühlbergstraße neu und wieder offen

Am Dienstagabend ist die neu hergerichtete und mit mehr Qualität versehene Mühlbergstraße offiziell für den Betrieb wieder frei gegeben worden. Zur mit einer kleinen Feier begangenen Einweihung konnte Bürgermeisterin Eva John zahlreiche Anwohner, Vertreter beteiligter Firmen sowie städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Baumaßnahme beteiligt waren, wie etwa Projektleiterin Luise Gareis vom städtischen Tiefbauamt und Musikschulleiterin Cornelia Lee-Winser begrüßen. Auch Stadtpfarrer Andreas Jall – durch das Pfarrzentrum ebenfalls direkt von der Baumaßnahme betroffen – ließ es sich nicht nehmen den Feierlichkeiten beizuwohnen. Die Kirchenverwaltung hatte, um die Baumaßnahme zu unterstützen, sogar ein paar Quadratmeter Grund abgetreten .

John dankte in ihrem Grußwort vor allem den Anwohnern: „Sie waren unsere Staubfänger, diejenigen, die die Baumaßnahme mit größtem Verständnis und Geduld tagtäglich begleitet haben, obwohl Sie die Baustelle bestimmt ein, zwei oder auch fünfmal am Tag passieren mussten.“ Durch die Baumaßnahme habe man für alle Verkehrsteilnehmer ein gesichertes Umfeld geschaffen. Der Gehweg sei nun flächendeckend barrierefrei und inklusionstauglich gestaltet. Neu gewonnene Bereiche böten ein attraktives Umfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Die städtische Musikschule habe, ihrer Bedeutung gerecht werdend, einen neuen Haupteingang an der Mühlbergstraße mit einladendem Vorplatz erhalten.

Neben der Bürgermeisterin sprach auch Volker Rasp als Vertreter der Regierung von Oberbayern ein Grußwort. Er bedankte sich für das Engagement der Bürgermeisterin und von Stadtbaumeister Stephan Weinl zahlreiche Bauprojekte gemeinsam mit der Städtebauförderung in Angriff genommen zu haben. Diese förderte die Baumaßnahme Mühlbergstraße mit rund 70.000 Euro. Die Baukosten sind zwar noch nicht abgerechnet, liegen laut Stadtmitteilung aber voraussichtlich im genehmigten Kostenrahmen von 220.000 Euro. Die Bauzeit betrug rund drei Monate. Für die Planungen der Baumaßnahme war das Ingenieurbüro Steinbacher Consult verantwortlich, für die Ausführung die Firma Lammich.

Eine besondere Herausforderung bei dieser Baumaßnahme sei gewesen, die ständige Erreichbarkeit der dortigen Wohnhäuser zu gewährleisten. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Mühlbergstraße wurden zudem neue Wasserleitungen verlegt und Abwasserkanäle saniert.

Die Mühlbergstraße ist seit letzter Woche wieder uneingeschränkt für den Verkehr freigegeben. Besonders Eltern von Schulkindern haben sich nach Angaben aus dem Rathaus den Mitarbeitern vor Ort bereits positiv über die neue sichere Wegeführung geäußert.

Zum Hintergrund:

Die Maßnahme wurde in vielen Sitzungen des Stadtrates beraten. Nach der ursprünglichen Genehmigung im März 2017 folgte der Widerruf, nach drei weiteren erfolglosen Sitzungen gelang im September 2017 schließlich die Genehmigung durch den Bauausschuss. (Siehe auch Mühlbergstraße: Vertagung ist zugleich Verhinderung und Neue Chance für die Musikschule)