Sauna wird teurer

Im Zuge der Haushaltsberatungen hat der Hauptausschuss des Stadtrates jetzt einstimmig beschlossen die Eintrittspreise für die Sauna im Seebad Starnberg um rund zehn Prozent anzuheben. Beim Hallenbad gibt es keine Preissteigerung.

Überlegungen, noch kräftiger hinzulangen, redete Ludwig Beck von der Rathausverwaltung nicht das Wort, sondern gab vielmehr zu bedenken, dass die Zahl der Besucher sinken könnte, wenn es zu teuer wird. Dann würden die erhofften Einnahmesteigerungen aufgefressen. Er hat die Starnberger Preise mit denen anderer vergleichbarer Einrichtungen verglichen. Fazit: Beim Hallenbad liegt man gleichauf, bei der Sauna verlangen andere, die ebenfalls an einem See liegen und diesen nach dem Saunagang nutzen können, teilweise mehr. Dem will man nun Rechnung tragen. Aber ein Plus von 20 Prozent, wie von Marc Fiedler (FDP) vorgeschlagen, war der Mehrheit dann doch zu viel. Sie stimmte auch Christiane Falk (SPD) nicht zu, die mehr als die  zehnprozentige Anhebung, aber weniger als Fiedler verlangen wollte. Der Saunatarif ist wie bisher im Sommer  und Winter unterschiedlich. Die Umstellung der Preise soll „schnellstmöglich“ erfolgen. Ein bisschen Vorlauf braucht das Badmanagement aber noch.

Der Abendtarif im Sommer und Winter ist gleich (ab 19.30 Uhr) und kostet dann 14 Euro (bisher 12 Euro), die Tageskarte im Sommer 22 Euro und im Winter 28 Euro (bisher 19,50 und 25 Euro). Im Winter gibt es auch noch einen Vier-Stunden-Tarif für 22 Euro (bisher 19,50 Euro). An den Geldwertkarten-Kosten ändert sich nichts.

BMS-Stadträtin Eva John äußerte die Hoffnung, dass mit der Preiserhöhung die Überlegungen der CSU-Fraktion, das Seebad zu privatisieren, vom Tisch sind.

Freier Eintritt für Rettungsjugend

Obwohl die Stadträte wegen der Coronakrise derzeit überwiegend nur Löcher im städtischen Haushalt sehen, haben sie in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig entschieden, dass die örtlichen Kinder- und Jugendgruppen von Freiwilliger Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst, THW und DLRG bis auf weiteres ebenfalls freien Zutritt zu Hallen- und Strandbad des neuen Seebad Starnberg haben sollen. Der Schritt ist nur logisch, nachdem der Rat im vergangenen Jahr einer ganzen Reihe von Personengruppen über die Vergünstigungen der Ehrenamtskarte hinaus die kostenfreie Nutzung des Seebades ermöglicht hatte. Nach überschlägiger Berechnung werden etwa 200 Kinder und Jugendliche in den Genuss des freien Zugangs kommen können. Die Organisation rund  um die Berechtigungskarten obliegt den Ortsgruppenvorsitzenden und Kommandanten (siehe Freier Eintritt für aktive Retter).

Seebad öffnet wieder

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Nach der Wiedereröffnung des Starnberger Strandbads am 08. Juni 2020, folgte der Beschluss des bayerischen Kabinetts über die Öffnung von Hallenbädern und Saunabereichen. Nachdem das Team des Seebads unter der Leitung von Christian Herrmann ein Hygienekonzept für die Öffnung des Hallenbads und des Saunabereichs erstellt hat, ist ein Besuch ab Montag, 29. Juni 2020 wieder möglich. Dampfbäder und Infrarotkabinen dürfen jedoch noch nicht in Betrieb genommen werden.

Aufgrund der aktuellen Bestimmungen durch die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelten für den Badebetrieb folgende Regelungen:

Ein Zutritt unter 12 Jahren ist nur in Begleitung eines Erwachsenen möglich. Die Gäste müssen ihre Kontaktdaten am Kassenbereich in ein Formular eintragen oder können das Registrierungsformular auch im Vorfeld auf der Homepage des Seebads heruntergeladen und zu ihrem Besuch ausgedruckt mitbringen. Zudem gelten selbstverständlich die üblichen Corona-Regeln. Direkt am Eingang bzw. am Kassenbereich werden die Badegäste bereits auf die wichtigsten Verhaltensregeln durch Plakate hingewiesen, auch ein Desinfektionsspender steht bereit. Um den nötigen Abstand von 1,5 Metern zu wahren, sind auf dem Boden Abstandsmarkierungen angebracht. Am Haupteingang wurde ein getrennter Bereich für den Ein- und Ausgang eingerichtet. Damit sich die Gäste besser zurechtfinden, sind die Wege bzw. Laufrichtungen durch Schilder gekennzeichnet.

Auf dem gesamten Gelände des Seebads – Strandbad, Hallenbad und Saunabereich – ist eine Personenanzahl von gleichzeitig maximal 1.000 zulässig. Diese wird wie folgt aufgeteilt: 142 Personen im Hallenbad, 40 Personen im Saunabereich und im Strandbad 818 Personen. Über das Drehkreuz am Eingangsbereich wird die Anzahl gleichzeitig im Bad befindlicher Badegäste erfasst, weshalb keine Saisonkarten erworben werden können. Eine Vorabreservierung ist nicht möglich. Sonderveranstaltungen – vorwiegend im Saunabereich – finden derzeit leider nicht statt, jedoch sind Aufgüsse ohne Luftverteilung („Wedeln“) möglich.

Die Umkleidekabinen und Duschen im Innenbereich dürfen neben den Außenduschen, nach den aktuellen Hygienevorschriften von maximal fünf Personen genutzt werden. In den Toilettenanlagen im Außenbereich dürfen sich gleichzeitig nur drei Personen aufhalten, im Innenbereich nur zwei. Zur Abstandseinhaltung werden entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Das Beach-Volleyball-Feld, die Tischtennisplatten sowie der Bocciaplatz dürfen derzeit noch nicht von den Gästen genutzt werden. Auch der aufblasbare Krake im See steht nicht zur Verfügung. Das Kleinkinderbecken und der Kinderspielplatzbereich dürfen von den kleinsten Gästen unter Aufsicht der Eltern genutzt werden.

 

Ein gastronomisches Angebot steht innerhalb des Strandbades für die Gäste zur Verfügung. Öffnungszeiten und Preise bleiben unverändert. Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Seebads unter „seebad-starnberg.de“ zur Verfügung.

Freier Eintritt ins Seebad

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Aktive Mitglieder der Feuerwehren und Rettungsdienste in Starnberg haben nun freien Eintritt in das Seebad. Eine konkrete Regelung wurde im Stadtrat beschlossen. „Wir wollen damit die Leistungen und das überaus große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehren und Rettungsdienste anerkennen“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Zum Dank für ihre Einsatzbereitschaft erhalten die aktuell rund 520 aktiven Ehrenamtlichen bis auf weiteres freien Eintritt. Vom kostenlosen Eintritt profitieren die Angehörigen von Feuerwehr, Wasserwacht, BRK-Rettungsdienst, THW und DLRG Possenhofen-Starnberg. Das Angebot kann nutzen, wer einen Berechtigungsausweis an der Kasse des Seebades vorlegen kann.

Darüber hinaus bekommen Inhaber der vom Freistaat ausgegebenen Ehrenamtskarte einen 50- Prozent-Nachlass auf Drei-, Vierstunden- und Tageskarten für Schwimmbad und Sauna.“

Freier Eintritt für aktive Retter

Der Haupt- und Finanzausschuss der Verwaltung hatte auf Antrag von Stefan Frey (CSU) den Auftrag erteilt, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie aktive Mitglieder der Feuerwehren und Rettungsdienste in Starnberg als Dank für ihre Einsatzbereitschaft kostenfrei das neue Seebad an der Strandbadstraße nutzen könnten (siehe Seebad erwartet Besucherrekord). Über die vorgeschlagene Regelung entschied der Stadtrat einstimmig. Damit erhalten die derzeit etwa 520 Aktiven bis auf weiteres freien Eintritt, darüber hinaus Inhaber der vom Freistaat ausgegebenen Ehrenamtskarte einen 50-Prozent-Nachlass auf Drei-, Vierstunden- und Tageskarten für Schwimmbad und Sauna. Voraussetzung ist bei den Angehörigen von Feuerwehr, Wasserwacht, BRK-Rettungsdienst, THW und DLRG Possenhofen-Starnberg, dass sie, wenn sie das Angebot nutzen wollen, eine Bescheinigung ihres Kommandanten oder Ortsgruppenleiters vorlegen können, die sie als zum begünstigten Kreis gehörend ausweist. Nach einem Jahr will die Verwaltung dem Hauptausschuss einen Erfahrungsbericht vorlegen, in welchem Umfang das Angebot genutzt wurde und welche finanziellen Auswirkungen es auf das wirtschaftliche Ergebnis des Seebades hatte. Denn man rechnet mit Mindereinnahmen zwischen jährlich einigen Tausend bis zu mehreren Zehntausend Euro. Diesbezüglich hatte auch das Landratsamt Bedenken angemeldet, denn eigentlich ist eine Kommune verpflichtet, ihre Einnahmemöglichkeiten so gut es geht auszuschöpfen.

Nach den Worten von Bürgermeisterin Eva John hatte die Kreisbehörde, die auch Aufsichtsbehörde für die Kommunen im Landkreis ist, einen solchen  Vorstoß früher bereits einmal abgelehnt, ihn jetzt aber als „durchaus zu rechtfertigen“ beurteilt. Anton Wiesböck (FDP) ging die neue Regelung zu weit. Er schlug vor, für alle nur 50 Prozent Ermäßigung einzuräumen. „Sonst gilt, was kostenlos ist, ist nichts mehr wert“, warf er in die Diskussion ein. Frey widersprach ihm. Es sei gut, wenn die ehrenamtlich Tätigen eine solche Anerkennung fänden. Wiesböcks Antrag wurde mit 2:25 Stimmen abgelehnt.

Auftrag an die Rechnungsprüfung

Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass die Jahresrechnung innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Haushaltsjahres aufzustellen und dem Stadtrat vorzulegen ist. Um der Vorschrift zu genügen, hatte das Rathaus genau dies mit der Jahresrechnung 2018 am 1. Juli 2019 getan. Doch die Ratsmehrheit wollte an diesem Tag die überplanmäßigen Ausgaben im Zusammenhang mit der Ufersanierung und dem Landschaftsbau am neuen Seebad, die in Höhe von 698641,45 Euro entstanden waren, nicht genehmigen (siehe Stadtrat verweigert Genehmigung). In der Folge kam es nicht dazu, dass der Rat die Vorlage der Jahresrechnung bestätigte und den Auftrag an die örtliche Rechnungsprüfung, die aus Stadträten besteht, zur Prüfung des Abschlusses erteilte. Bürgermeisterin Eva John setzte den Punkt deshalb auf die nachfolgende Sitzung des Ferienausschusses am 31. Juli 2019 und fragte zuvor bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt nach, ob die Genehmigung der überplanmäßigen Ausgaben Voraussetzung dafür ist, die Prüfung angehen zu können. Die Antwort stand bis zum Tag der neuerlichen Behandlung noch aus.

„Wir sind der Ansicht, dass die Nichtgenehmigung dieser Ausgaben keine Auswirkung auf die Jahresrechnung hat. Heute kam die Mitteilung von der Rechtsaufsicht, dass sie unsere Ansicht teilt“, berichtete John den Ausschussmitgliedern am 31. Juli 2019. Somit stehe nichts entgegen, die Vorlage der Jahresrechnung durch den Stadtrat zu bestätigen und die Prüfung in Auftrag zu geben, was dann einstimmig geschah.

Die Bürgermeisterin freute sich wie zuvor schon beim Haushaltsjahr 2017 über die positiven Aspekte im Verlauf des Haushaltsjahres 2018: So habe sich hier ein Überschuss in Höhe von fast 8,9 Millionen Euro ergeben, der dem Vermögenshaushalt (Gesamtumfang 76,78 Millionen Euro) zugeführt werden konnte. Geplant gewesen waren lediglich 1,7 Millionen Euro. Statt der geplanten Kreditaufnahme in Höhe von fast 1,6 Millionen Euro konnte auf diese ganz verzichtet werden. Als Entnahme aus der allgemeinen Rücklage waren 7,5 Millionen Euro geplant gewesen, tatsächlich wurden nur rund 5,5 Millionen Euro entnommen. Damit liegt das Rechnungsergebnis 2018 um insgesamt 3,6 Millionen Euro günstiger als geplant. Die allgemeine Rücklage betrug am Jahresende rund 3,1 Millionen Euro, der Schuldenstand sank von 13,82 auf 12,15 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 520 Euro entspricht. Diese liegt damit unter der des Landesdurchschnitts vergleichbar großer Gemeinden (557 Euro, Stand 31.12.2017).

Nach Abschluss der Rechnungsprüfung muss der Stadtrat entscheiden, ob er Verwaltung und Bürgermeisterin für das Haushaltsjahr 2018 entlastet. Für die Vorjahre hatte die Ratsmehrheit dies verweigert (siehe Entlastung zum dritten Mal versagt). Im Disziplinarverfahren gegen John, das am 3. Juli 2019 vor dem Verwaltungsgericht München verhandelt wurde, haben diese Dinge jedoch nicht die von der politischen Mehrheit erhoffte Rolle gespielt (siehe Verwaltungsgericht: Tenor des Urteils und Verwaltungsgericht: Die Verhandlung). Der Bericht über das Ergebnis der vom Kommunalen Prüfungsverband durchgeführten überörtlichen Prüfung der Haushaltsabschlüsse für 2015 bis 2017 wurde einstimmig von der Tagesordnung der Stadtratssitzung vom 31. Juli 2019 genommen, weil die Aufbereitung für den Rat noch nicht abgeschlossen war.

Seebad erwartet Besucherrekord

Das neue, der Stadt gehörende Seebad Starnberg läuft ausgezeichnet und erfreut sich seit seiner Eröffnung im Juli vergangenen Jahres enormer Beliebtheit. Das ist Ergebnis des ersten Erfahrungsberichtes, den der Chef des Seebades, Christian Herrmann, jetzt vor dem Hauptausschuss des Stadtrates über die zehn ersten Betriebsmonate abgab. So kamen im Mai dieses Jahres 15623 Besucher ins Hallenbad und 4412 Gäste nutzten die neue Saunalandschaft. Im Januar waren es noch mehr: 16481 im Hallenbad und 5665 in der Sauna. Verglichen mit dem alten Wasserpark vor dem Umbau und der Erweiterung ab dem Jahr 2015/2015: Im Hallenbad 9519 im Januar (9808 im Mai) und 2460 im Januar  (1327 im Mai) in der Sauna. Ohne die kalkulatorischen Kosten wie Abschreibung und Zinsen betrug der Einnahmenüberschuss im Zeitraum seit der Eröffnung 94100 Euro. Auch die Besucheranzahl im Strandbad ist seit Inbetriebnahme des Seebades gestiegen: Auf 43245 Gäste gegenüber 22036 vor der Schließung für den Umbau des Bades, während dem das Strandbad jedoch reduziert weiter laufen konnte. Herrmann sprach von deutlichen Steigerungen, mahnte jedoch auch, man komme mit diesen Zahlen an die Kapazitätsgrenze. Bürgermeisterin Eva John: „Man kann sich über die positive Entwicklung nur freuen.“

Freude war allerdings nur seitens der Fraktionen BMS, WPS und FDP zu vernehmen. So dankte Christine Lipovec (BMS) den 22 Teammitgliedern des Seebades dafür, „dass sich alle so toll ins Zeug legen“. Verglichen mit dem alten Wasserpark könne man nun „wesentlich mehr Leute glücklich machen“ und habe obendrein ein viel geringeres Defizit. Markus Mooser (FDP) nannte die Zahlen „außerordentlich erfreulich“. Das komme eben daher, dass alles funktioniere, und weil das Team freundlich zu den Gästen sei. Mooser zeigte sich froh, dass sich das „bashing (öffentliche Beschimpfung) in den sozialen Medien“ inzwischen auch gelegt habe. Anton Wiesböck (FDP) sagte, er sei von den Zahlen positiv überrascht.

Winfried Wobbe (UWG) bemängelte dagegen, dass das Seebad nicht mehr den ganzen Vormittag den Schulen zur Verfügung steht, sondern stets nur eine Anzahl von Bahnen in den Schwimmbecken. Auch der Sportverein TSV habe eine Warteliste für 60 Schwimmer, die mehr Zeit im Hallenbad benötigten, betonte er. Herrmann sagte, sein Team werde alles versuchen, so lange es keine großen Einschränkungen bei der Nutzung durch die Öffentlichkeit gebe.

Franz Heidinger (BLS) verlangte, eine Familien-Jahreskarte neu einzuführen. Herrmann will das kalkulieren lassen. Eine Absage erteilte er Heidingers Forderung, die dürfe nur für Starnberger Familien gelten. Das widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz.

Eine längere Diskussion gab es noch über den Antrag von Stefan Frey (CSU), den Aktiven der Feuerwehr den kostenlosen Zutritt zum Seebad zu ermöglichen. In der Sitzung dehnte Frey diesen Antrag auch auf Angehörige der Ortsgruppen der Wasserwacht, des BRK-Rettungsdienstes und des THW sowie der DLRG aus. Trotz Bedenken bei zahlreichen Stadträten, ob dies wiederum der Gleichbehandlung Ehrenamtlicher widerspreche und die bisher schon bayernweit ausgegebene Ehrenamtskarte für ermäßigten Eintritt nicht ausreiche und die bessere Lösung sei, sprach sich der Ausschuss am Ende einstimmig für eine solche Sonderregelung aus. Allerdings muss die Verwaltung dafür die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen versuchen, bevor der Stadtrat endgültig eine Entscheidung trifft.

Inzwischen hat das Rathaus eine Pressemitteilung zu ihrer neuen Einrichtung und deren Erfolg herausgegeben:

‚„Wir sind sehr zufrieden“, fasst Erste Bürgermeisterin Eva John die Jahresbilanz des neuen Seebads Starnberg nach der Wiedereröffnung vor gut einem Jahr zusammen. 140.000 Besucherinnen und Besucher sprangen im Hallenbad von Juli 2018 bis Mai 2019 in die Fluten – ganze 57.658 Gäste mehr als im selben Zeitraum in der Saison 2014/2015 vor Sanierung des Bades.

Auch das Angebot der neuen Saunahütten direkt am Seeufer lockte zahlreiche Saunaliebhaber an. Im Zeitraum von Juli 2018 bis Mai 2019 nutzten 48.425 Gäste das Saunaangebot des Seebads, im vergleichbaren Zeitraum von 2014 bis 2015 waren es vergleichsweise wenig Gäste, nämlich ca. 15.838 Saunagänger. Im beliebten Saunamonat Januar besuchten 5.665 Gäste die Saunahütten im Seebad, vor der Sanierung waren es im Januar mit 2.460 Besuchern weniger als die Hälfte.

Auch das Strandbad hat eine gestiegene Besucherzahl zu verzeichnen: Von Juli 2018 bis Mai 2019 tummelten sich dort 43.245 Sonnenanbeter, von Juli 2014 bis Mai 2015 waren es insgesamt 22.036.

„Die gestiegenen Zahlen sind auf das vielseitige und wirklich attraktive Angebot unseres neuen Starnberger Seebads zurückzuführen. Es freut mich, dass mit dem neuen Seebad eine Freizeiteinrichtung geschaffen wurde, die viele Zielgruppen vor Ort anspricht. Großen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seebads Starnberg, die mit viel Einsatz für unsere kleinen und großen Besucher da sind und die Gesichter unseres Seebads sind“, so Erste Bürgermeisterin Eva John. Die Gastronomie, das Strandhouse Starnberg, rundet mit den vielen und leckeren Köstlichkeiten das Angebot des Seebad Starnberg ab.‘

John entschuldigt sich für Verwaltung

Auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung stand der Punkt „Vergaben von Bauaufträgen und Beauftragung von Nachträgen“, die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Seebad Starnberg in der Zeit von 2016 bis 2018 standen. Hier mussten während der Bauzeit vom Rathaus dringliche Anordnungen getroffen werden, damit der Bauablauf nicht gefährdet wird. Bürgermeisterin Eva John sah sich harscher Kritik ausgesetzt, weil solche dringlichen Anordnungen nicht entsprechend der gültigen Geschäftsordnung von ihr im Rat bekanntgegeben worden waren, was sie jetzt nachholte. Die Liste umfasste 14 Posten und die Benennung der Nachträge. Die Behandlung von Fünf davon hatte der Rat selbst immer wieder vertagt.

Es ging zum Beispiel um das Tiefersetzen von Pflanztrögen, die sonst die Sicht von der Sauna auf den See beeinträchtigt hätten, um Ersatzarbeiten weil der Ursprungsfirma gekündigt worden war, um nachträglich nötig gewordene Dachabdichtungs- und Beckensanierungsarbeiten sowie die Entsorgung kontaminierten Aushubs. John wies im Stadtrat darauf hin, dass die Liste bereits dem Rechnungsprüfungsausschuss vorgelegen und der sich damit befasst habe.

Martina Neubauer (Grüne) bestätigte, dass sich einzelne Punkte im Ausschuss aufgeklärt hätten. Sie forderte aber, diese Praxis sofort abzustellen und dringliche Anordnungen auf ein Minimum zurückzuführen. Es gehe darum, dass nicht an den Stadtratsausschüssen vorbei entschieden werden dürfe. John möge solche Dinge in Zukunft sofort bekannt geben. Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass die Verwaltung diesen Fehler im Rechnungsprüfungsausschuss schon eingeräumt habe. Fälschlicherweise seien teilweise auch Punkte nicht im politischen Ausschuss behandelt worden, obwohl dies nötig gewesen wäre. Sie entschuldige sich für die Verwaltung.

Angelika Kammerl (DPF) behauptete, es gehe um 1,4 Millionen Euro. Ihr werde es da langsam „unheimlich“. Sie stelle deshalb den Antrag, die vom Rathaus vorgelegte Liste nicht zur Kenntnis zu nehmen, sondern bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt sowie bei der Disziplinarbehörde – Landesanwaltschaft – vorstellig zu werden. Das solle Vizebürgermeister Klaus Rieskamp (DPF) für den Stadtrat tun. „Da sollte sich der Stadtrat tunlichst zurückhalten bei der Beurteilung der Dringlichkeit solcher Anordnungen“, meinte Kammerl und äußerte, es sei im Rechnungsprüfungsausschuss ihrer Ansicht nach nicht möglich gewesen, die Dinge nachzuvollziehen. Ob das so ist, wird sich eventuell in der nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses am 15. Februar 2019 zeigen.

Die Bürgermeisterin konnte die Äußerungen von Kammerl nicht nachvollziehen. Die Hälfte der Fälle habe auf der Tagesordnung früherer Stadtratssitzungen gestanden, sei von dem Gremium jedoch vertagt worden, weil die nähere Prüfung dem Rechnungsprüfungsausschuss übertragen worden sei (siehe Der Stadtrat und die Tagesordnung und Seebad und Ufermauer und  Volle Kraft voraus gegen das Rathaus und Im Mai kommt Wasser ins Becken). Schon damals seien alle Unterlagen für die Stadträte einsehbar gewesen. „Angesichts des Umfangs der Baumaßnahme Seebad (22,5 Millionen Euro) halte ich diese Fälle für unbedeutend“, so John, die den Rat aufforderte: „Der Kenntnisnahme sollten Sie sich nicht entziehen.“ Acht Stadträte verweigerten sich dem trotzdem (18:8). Dem Antrag von Kammerl, die Liste „nicht zustimmend“ zur Kenntnis zu nehmen, folgte die Mehrheit mit 18:8 Stimmen. 17:9 lautete das Abstimmungsergebnis über die Beauftragung von Rieskamp, die rechtlichen Fragen durch die Rechtsaufsicht und die Landesanwaltschaft klären zu lassen.

Schwimmen für Schulen und Vereine

In nichtöffentlicher Sitzung hat der Stadtrat am 22. November 2018 entschieden, welche Nutzungkonditionen künftig im neuen Seebad Starnberg für Schulen und Vereine gelten sollen. Diese hat Bürgermeisterin Eva John in der Sitzung am 10. Dezember 2018 öffentlich bekannt gegeben.

Festgelegt ist, die folgenden Vereinbarungen zu schließen:

Von Vereinen wird ein Nutzungsentgelt in Höhe von 100 Euro netto je 90 Minuten Nutzungszeit erhoben. Es können auch je einzelner Bahn im Becken 20 Euro je 90 Minuten Nutzungszeit vereinbart werden.

Schulen bezahlen ein Nutzungsentgelt in Höhe von 150 Euro netto beziehungsweise 30 Euro pro Bahn, jeweils für eine Unterrichtsdoppelstunde.

Sportvereine, die Wassersport betreiben, wie die Wasserwacht, der TSV Starnberg oder der Polizeisportverein können bei einem nachgewiesenen Bedarf einen Zuschuss zur Finanzierung der Nutzungsentgelte beantragen und gewährt bekommen.

Mit Ehrenamtskarte ins Seebad

Das Rathaus teilt mit:

„Auch im neu eröffneten Seebad dürfen sich ehrenamtlich Engagierte wieder über einen Preisvorteil freuen. Wie auch schon vor der Sanierung im Wasserpark üblich, dürfen Besitzer einer Ehrenamtskarte zum ermäßigten Eintritt das Seebad nutzen. Das entspricht in etwa einem Rabatt in Höhe von 30 Prozent bei Besuch des Strand- und Hallenbades.

Erste Bürgermeisterin Eva John freut sich das Ehrenamt auch auf diese Weise unterstützen zu können und den zahlreichen Ehrenamtlichen aus Starnberg und der Umgebung so für ihren Einsatz zu danken.

Ob Hallenbad oder Strandbad: seit Montag, den 17.09.2018 gilt die Regelung für alle Besucher, die ihre Ehrenamtskarte den Mitarbeiterinnen an der Kasse des Seebads vorlegen.“