Umzug Wochenmarkt

Eine Mitteilung aus dem Rathaus:

„Ab Freitag, den 15. November 2019 findet der Söckinger Wochenmarkt künftig von 8 bis 13 Uhr auf dem Parkplatz der Pfarrkirche Sankt Ulrich in der Prinz-Karl-Straße 3 statt. Dort ist an diesem Tag eine Wochenmarktfeier mit kleinem Rahmenprogramm geboten. Außerdem besuchen der Irmgard- Stadler-Kindergarten sowie die Vorschulgruppe des Maria-Kempter-Kindergartens den Söckinger Wochenmarkt und lernen dort einzukaufen und sich gesund zu ernähren.

Der neue Standplatz kommt dem Wunsch der Söckinger Wochenmarkthändler nach einem attraktiveren Standort nach und bietet viele Vorteile. Der Platz liegt zentral in der Nähe der Andechser Straße, einer der Hauptverbindungsstraßen zwischen Starnberg und Söcking, Perchting und Andechs. Der Parkplatz der Pfarrkirche Sankt Ulrich ist außerdem großzügig geschnitten mit ausreichend Parkmöglichkeiten für die Kunden. „Ich danke der Pfarrei Söcking für die gute Zusammenarbeit und freue mich sehr, dass wir für den Wochenmarkt in Söcking einen neuen Standort realisiert haben, der Wochenmarkthändlern und Kunden entgegenkommt“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Die Händlerzahl beim Söckinger Wochenmarkt kann durch den neuen Platz aufgestockt werden, weshalb ab sofort neue Händler, auch für den Starnberger Samstagsmarkt, gesucht werden. Wir suchen Fieranten und Direkterzeuger vorzugsweise aus der Region. Interessenten wenden sich bitte an ordnungsamt(at)starnberg.de oder 08151 772-106.“

Sankt Stephan kann saniert werden

Im Bau- und Kulturausschuss des Stadtrates sind die Weichen dafür gestellt worden, dass die Sanierung der Söckinger Kirche Sankt Stephan sowie die Herstellung des dafür seit langem gewünschten barrierefreien Zugangs beginnen kann. Der Kulturausschuss sicherte der Katholischen Pfarreiengemeinschaft einstimmig einen Zuschuss in Höhe von maximal 380000 Euro zu, unter dem Vorbehalt, dass die Diözese Augsburg sich ebenfalls an den Sanierungskosten beteiligen wird. Die Arbeiten sollen zwischen 2020 und 2022 ausgeführt werden. Der Zuschuss wird nach Vorlage der entsprechenden Verwendungsnachweise ausgezahlt. Der Bauausschuss hatte zuvor den Entwurf für den barrierefreien Zugang gebilligt, der Verwaltung den Auftrag erteilt, Städtebaufördermittel für das Projekt zu beantragen, die Maßnahme auszuschreiben und vor der Vergabe der Arbeiten das Ausschreibungsergebnis nochmals dem Bauausschuss vorzulegen. Die Kosten für die neue Rampe, angrenzende Grünbereiche, den Umbau des Gehwegs, der Fahrbahn und Herstellung der Barrierefreiheit belaufen sich geschätzt auf rund 500000 Euro (siehe auch Barrierefrei zu Kirche und Friedhof). Angelika Wahmke (UWG) wollte sparen und beantragte, nur die Rampe, nicht aber die Treppe zur Kirche zu bauen, hatte jedoch alle anderen Mitglieder des Bauausschusses gegen sich.

Nach den Worten von Bürgermeisterin Eva John sieht der Statiker dringenden Handlungsbedarf bei der Kirche. Ein sehr renomierter Architekt mit viel Erfahrung im Denkmalschutz habe sich dem Gotteshaus angenommen und den Sanierungsbedarf mit 1,1 Millionen Euro beziffert. Die Pfarreiengemeinschaft selbst habe nach der gerade abgeschlossenen Renovierung der Söckinger Kirche Sankt Ulrich nun fast kein Geld mehr, aber dennoch 75000 Euro aus Eigenmitteln angeboten. „Ständige Praxis ist bei der Stadt, bei solchen Maßnahmen bis zu 40 Prozent der Kosten als Zuschuss in Aussicht zu stellen“, sagte John. Das sei Voraussetzung dafür, dass auch andere Zuschussgeber Zusagen machen könnten.

Martina Neubauer (Grüne) verwies auf weitere renovierungsbedürftige Kirchen im Stadtgebiet (Hanfeld, Sankt Maria in Starnberg) und verlangte, den städtischen Zuschuss unter den Vorbehalt zu stellen, dass sich die Diözese Augsburg beteiligt. Mit Blick auf den Finanzplan der Stadt für die nächsten Jahre müsse man die erheblichen Kosten im Kopf behalten.

Markus Mooser (WPS) äußerte sich dankbar, dass die Diözese Augsburg anders als andere Diözesen sich noch so für die Kirchen engagiere und „diese Kulturdenkmäler erhält“. Auf seine Nachfrage, sagte die Bürgermeisterin, es sei zunächst die Herstellung der neuen Erschließung geplant, danach die Sanierung des Gotteshauses. Über den Zuschuss entscheide wegen seiner Höhe auch noch der Stadtrat, so John.

Im Bauausschuss war man sich über die Notwendigkeit einer schnellen Ausschreibung für die Erschließung einig gewesen. Gerd Weger (CSU), der immer wieder auf dieses Projekt gedrungen hatte, wollte jetzt nicht zustimmen, weil ihm die Umgestaltung des Straßenraumes an der Kreuzung Bismark-/Andechser Straße als zum umfangreich erschien. Hier ist geplant, den Gehweg zu verbreitern. John fragte: „Den bisher 70 Zentimeter breiten Gehweg beizubehalten – das können Sie nicht wollen?“ Vielmehr solle die Stadt den Umstand der hohen Zuschüsse nutzen, jetzt etwas zu verbessern. Laut Stadtbauamt ist die Verbreiterung auf knapp zwei Meter auch Teil der Herstellung der Barrierefreiheit.

Angelika Kammerl (DPF) unkte, es werde bei den 500000 Euro sowieso nicht bleiben, und im Ürigen halte sie die Kosten auch gar nicht für gerechtfertigt. Franz Heidinger (BLS) machte den Vorschlag, die Treppe zu streichen. Die Rampe reiche als Zugang aus. Das rief Annette von Czettritz (Grüne) auf den Plan: „Das wäre dann ein schräger und verdammt langer Fußweg. Der bisherige Überweg über die Bismarkstraße sei gefährlich, weil Autofahrer dort Angst hätten, am Berg nicht wegzukommen und deshalb viel aufs Gaspedal drückten. Dort seien aber auch Schulkinder unterwegs, warb sie für den verbreiterten Fußweg.

Für Ludwig Jägerhuber (CSU) reiht sich der Umbau in die Reihe der Maßnahmen, die die Ortsmitte von Söcking nach der Abstufung der Andechser-/Söckinger Straße zur Ortsstraße verkehrsberuhigen sollten. Für ihn überwögen die Vorteile, sagte er. Allerdings wollte er alles zunächst zur Probe für ein Jahr als Provisorium umsetzen. Dem widersprach die Bürgermeisterin. Man müsse das jetzt zügig und komplett machen, weil ein Grundstückstausch nötig und schon vereinbart sei und es zeitliche Absprachen mit der Kirche hinsichtlich der Sanierung gebe.

Josef Pfister (BMS) erinnerte daran, dass es bisher nur einen Zugang für sportliche Kirchenbesucher gegeben habe: „Diese schwere Geburt sollte endlich mal das Licht der Welt erblicken“, forderte er eine schnelle Umsetzung.

 

LTE ergänzen

Wie Bürgermeisterin Eva John in der jüngsten Bauausschusssitzung bekannt gab, wird die Mobilfunkgesellschaft Telefonica auf dem bestehenden Sendemast am Höhenweg technische Vorrichtungen für den LTE-Standard ergänzen. Eigentlich hätte im nächsten Jahr ein neuer Sendemast an der Friedhofstraße gebaut werden sollen, doch dagegen sind fast in letzter Minute denkmalschützerische Bedenken vorgebracht worden. Noch gibt es keine Klarheit, ob und wo ein Alternativstandort gefunden wird. „Wir akzeptieren die Ergänzung am Höhenweg als Provisorium, bis eine Lösung gefunden ist“, sagte John. Von Seiten der Stadträte kam kein Widerspruch (siehe auch Genehmigung für Funkmast verlängert).

Holzkreuz restauriert

Eine Mitteilung aus dem Starnberger Rathaus:

 

„Das aus dem Jahr 1930 stammende Holzkreuz auf dem Friedhof in Söcking erstrahlt in neuem Glanz.

Auf Hinweis einer Söckinger Bürgerin und der Kirchenverwaltung Söcking hat sich die Stadt der Sanierung angenommen.
Die Holzverkleidung des Daches war in keinem guten Zustand, ebenso die Jesus-Figur selbst. Am Kreuz hatte der Zahn der Zeit sehr deutlich genagt.

Der von der Stadt beauftragte Restaurator Markus Pfister aus Heinrichshofen hat ein neues schützendes Kupferdach angefertigt. Die Jesus-Figur selbst wurde ebenfalls restauriert und hat einige Schichten Schutzlack erhalten.
Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs haben den Restaurator beim Abbau und nun auch beim Wiederaufstellen des massiven Eichenkreuzes unterstützt.

In Anwesenheit des Restaurators Markus Pfister, Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann und Eugen Hartmann von der Kirchenverwaltung wurde das Kreuz nach mehrwöchigen Restaurierungsarbeiten wieder aufgestellt. „Ich danke allen Beteiligten für die gute und nachhaltige Arbeit. Es ist mir sehr wichtig, dass wir dieses Stück Söckinger Geschichte durch die Restaurierung bewahren können. Das Kreuz in unmittelbarer Nähe zur Grabstätte von Pfarrer Hindelang ist ein bedeutender Bestandteil des Friedhofes in Söcking und für viele Friedhofsbesucher immer einen Blick und ein Innehalten wert“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.“

Bushaltestelle in Söcking verlegt

Viel Wirbel gibt es vornehmlich dann, wenn etwas verändert wird. So führte jetzt die Verlegung der Bushaltestelle „Söcking Mitte“ zu viel Aufregung und entsprechenden Berichten in den Medien. Es wird nicht die letzte Änderung im Bereich der Söckinger-/Andechser Straße gewesen sein, denn die gehört seit diesem Jahr der Stadt und ist statt bisher Staats- nun Ortsstraße. Wie berichtet hat es schon Verbesserungen in Sachen Schulwegsicherheit gegeben. Für die Grundschüler wurden Hol- und Bringzonen eingerichtet (siehe Söckinger Straße gehört der Stadt). Das Starnberger Rathaus hat zur Verlegung der Haltestelle und dem damit verbundenen Verzicht auf eine bisher teils fremdgenutzte Busbucht eine Stellungnahme herausgegeben, die unten im Wortlaut abgedruckt ist:

 

„Die Bushaltestelle Söcking Mitte befand sich auf der Andechser Straße im Bereich der Lichtsignalanlage. Sie ist beidseits angelegt.

Die Haltestelle wird von den Buslinien 903, 950 und 951 bedient.

  • Die Buslinie 903 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 46, samstags alle zwei Stunden, Sonn- und Feiertags ist kein Betrieb.
  • Die Buslinie 950 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 00, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden..
  • Die Buslinie 951 hält im nördlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 14, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden.

 

  • Die Buslinie 903 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 16, samstags alle zwei Stunden, Sonn- und Feiertags ist kein Betrieb.
  • Die Buslinie 950 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 18, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden..
  • Die Buslinie 951 hält im südlichen Fahrbahnbereich Montag-Freitag 1 mal stündlich zur Minute 48, Samstag, Sonn- und Feiertage alle zwei Stunden.

 

Die Beförderung der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Söcking ist durch eine eigene Ein- und Ausstiegshaltestelle direkt vor der Grundschule an der Kempterstraße sichergestellt. Die Buslinie 903 (Perchting/Hadorf) hält dort täglich um 7.50 Uhr zu Schulbeginn und nach Schulende um 11.51, 12.36, 13.06 und 15.50 Uhr.

 

Im Norden der Fahrbahn war die Haltestelle direkt am Haltebereich der Lichtsignalanlage angelegt. Sie verfügte über keine Aufstellfläche. Die Busgäste haben im Bereich von Garagenvorplätzen auf Privatgrund gewartet.

Im Süden der Fahrbahn war die Haltestelle direkt im Haltebereich der Lichtsignalanlage in einer zwischen Fahrbahn und Gehweg angelegten Bucht eingerichtet. Die Busgäste haben auf dem dahinterliegenden Gehweg gewartet.

Beide Haltestellen sind im Rahmen der routinemäßigen Überprüfung der Bushaltestellen im Stadtgebiet als besonders mängelbehaftet aufgefallen.

u.a. vorhandene Mängel:

Fehlende Aufstellfläche
Lage im direkten Bereich der Lichtsignalanlage
zu schmale und zu kurze „Bus“-Bucht, deshalb keine gerade Anfahrt möglich
„Bus“-Bucht oftmals zugeparkt
keine geeignete Bordsteinkante zum Einstieg

Die Verlegung der Haltestelle auf der südlichen Fahrbahnseite wurde auch im Zusammenhang mit der anstehenden Umgestaltung des Straßennebenraums durch die Anlage des barrierefreien Zugangs zur Kirche St. Stephan geprüft. Die Verwaltung hat deshalb in Abstimmung mit Polizei und Landratsamt Starnberg die Verlegung der beiden Haltestellen geprüft und durch Straßenmarkierung und Versetzung des Haltestellenmastes umgesetzt.

Die Haltestelle am nördlichen Fahrbahnrand wurde um ca. 30 m nach Westen verlegt. Der dort ca. 2 m breite Gehweg dient als Aufstellfläche.

Die Haltestelle am südlichen Fahrbahnrand wurde ebenfalls um ca. 30 m nach Westen verlegt. Der dort ca. 1,50 m breite Gehweg dient als Aufstellfläche.

Die Sichtbeziehungen auf der Strecke sind einwandfrei, auch aus dem Kreuzungsbereich Luitpoldstraße/Andechserstraße sind die erforderlichen Sichtbeziehungen möglich.

Das Parken ist auf den markierten Flächen nicht erlaubt. Dies war auch bisher in diesem Bereich nicht möglich (Grundstückszufahrten) bzw. durch die Anordnung eines eingeschränkten Halteverbotes nicht möglich. Die Zufahrt zu privaten Grundstücken über die markierte Fläche ist selbstverständlich erlaubt. Die schmale Bucht am Fahrbahnrand bietet Parkmöglichkeiten für ca. 4 Fahrzeuge. Sie ist aufgrund ihrer zentrumsnahen Lage sehr gut für die Erreichbarkeit der angrenzenden Geschäfte geeignet.“

Handwerkerhof: Flächenbedarf prüfen

Der Antrag der Bürgerliste (BLS), die Möglichkeit zu prüfen, ob und wie zwischen dem Pförtnerhaus und der Wohnbebauung ortseinwärts an der Andechser Straße in Söcking ein Mischgebiet inklusive Handwerkerhof realisiert werden könnte, ist gegen die Stimme von Franz Heidinger (BLS) vom Bauausschuss des Stadtrates abgelehnt worden (siehe BLS: Handwerkerhof in Söcking). Erfolg hatte die Fraktion insofern, als danach  von Bürgermeisterin Eva John zu Protokoll genommen wurde, dass die Verwaltung gebeten ist, den bei Söckinger Betrieben vorhandenen Erweiterungs- und Flächenbedarf zu ermitteln und Vorschläge für geeignete Flächen zu machen.

Laut Heidinger fürchten diverse Kleinfirmen, die ihren Sitz in Wohnbereichen haben, um ihre Existenz, weil sie immer mehr eingeengt werden. Seine Fraktion hoffe, es lasse sich ortsnah eine Fläche finden, die man für diesen Bedarf ausweisen könne, was wegen der dann vorhandenen Nähe von Arbeiten und Wohnen helfe, weniger Verkehr zu erzeugen.

Gerd Weger (CSU) meinte zu Heidinger: „Sie sind mutig. Die Volksseele in Söcking würde hochkochen, wenn man auf dem von Ihnen vorgesehenen Areal so etwas ausweist. Da tun wir uns keinen Gefallen.“ Man solle besser wo anders etwas finden, denn „dieser Hang ist eine heilige Kuh.“

Franz Sengl (Grüne) fand, der BLS-Vorschlag sei prinzipiell sehr zu begrüßen. Die Handwerksbetriebe brauchten rechtliche Grundlagen dafür, dass sie keine Probleme bekommen. Sengl mahnte, bisher mache man es falsch, wenn man die Wege zwischen Arbeiten und Wohnen verlängere, wie zum Beispiel mit der von seiner Fraktion abgelehnten Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn.

Patrick Janik (UWG) sieht zwar ein, dass Gewerbe im Wohngebiet „meist stark stört“, aber die von BLS ausgesuchte Stelle sei ungünstig und unglücklich. Besser sei es, wenn die Verwaltung nach Alternativen suche.

Laut Iris Ziebart (FDP) plädiert auch die Bayerische Architektenkammer dafür, Wohnen und Arbeiten mehr zusammenzubringen. Sie freute sich, dass es einmal ein Thema gebe, bei dem es unter den Stadträten keine Lagerbildung gebe, sondern man zusammen nach Lösungen suchen wolle.

Heidinger verwies auf Hanfeld, wo Wohnen und Arbeiten nebeneinander gut funktioniere. „Wenn man einen geeigneteren Platz findet, ist es mir auch recht“, schloss er.

Genehmigung für Funkmast verlängert

Gegen die Stimme von Franz Heidinger (BLS) hat der Bauausschuss des Stadtrates die seit 2013 schon bestehende, jeweils befristete Baugenehmigung für einen temporären Funkmast mit einer Basisstation für das Mobilfunknetzt nochmals um ein Jahr verlängert. Der Standort liegt auf dem städtischen Grundstück südlich des Höhenweges in Söcking, gegenüber dem Kinderhaus von FortSchritt, und der Mast soll 26,50 Meter hoch werden. Der Mast ist laut Stadtbauamt erforderlich, bis der an der Friedhofstraße geplante neue Mast errichtet und in Betrieb genommen worden ist. Im Bauausschuss rechnete man noch damit, dass dies bis zum Frühjahr 2020 gelungen sein wird. Presseberichten war kürzlich jedoch zu entnehmen, dass der neue Mast an der Friedhofstraße eventuell aus Denkmalschutzgründen dort nicht gebaut werden darf und ein neuer Standort gesucht werden muss.

BLS: Handwerkerhof in Söcking

Der Fraktionssprecher der Bürgerliste (BLS), Michael Mignoli, hat bei Bürgermeisterin Eva John die Schaffung eines Handwerkerhofes in Söcking zur Prüfung vorgeschlagen. Gedacht ist an eine Fläche an der Andechser Straße zwischen Pförtnerhaus und der Wohnbebauung ortseinwärts. Mignoli schreibt, hier sollten die Betriebsinhaber die Möglichkeit erhalten zu arbeiten und zu wohnen. Die Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn allein befriedige bisher nicht die Nachfrage nach „kleineren gewerblichen Zellen“. Auch aus Söcking selbst gebe es Bedarf, Betriebe fit für die Zukunft machen zu wollen. Die ins Auge gefasste Grundstücksfläche eigne sich für ein Mischgebiet, weil sie gut an die neue Westumfahrung angebunden sei. „Die BLS ist überzeugt, dass durch die Kombination aus Wohnen und Gewerbe an diesem Standort ein positiver Beitrag zur innerörtlichen Entwicklung des Starnberger Ortsteils Söcking geschaffen wird“, endet Mignoli.

 

Söckinger Straße gehört der Stadt

Auf Nachfrage hat Bürgermeisterin Eva John bestätigt, dass die bisherige Staatsstraße – Söckinger-/Maximilian-von-Dziembowski-/Andechser Straße – im Bereich zwischen dem neuen Kreisverkehr an der Einmündung in die Westumfahrung vor Perchting und der Bundesstraße 2 am Beginn des Weilheimer Bergs seit dem 31. März 2019 Ortsstraße ist und somit die Straßenbaulast bei der Stadt Starnberg liegt. Das bedeutet, dass diese ab sofort für den Straßenunterhalt und und auch für die Anordnung verkehrlicher Maßnahmen zuständig ist.

Umgehend wurden deshalb die schon vom Stadtrat abgesegneten ersten Maßnahmen zur Einrichtung einer Hol- und Bringzone für die Grundschule Söcking und den Kempter-Kindergarten umgesetzt (siehe Hol- und Bringzone soll 2019 fertig werden und Hol- und Bringzone sicherer machen). Die entsprechenden Markierungen wurden angebracht und Tempo 30 im fraglichen Bereich angeordnet. Die weiter beschlossenen baulichen Maßnahmen wie zum Beispiel der Zebrastreifen sollen in den nächsten Monaten realisiert werden.

Wieder versetzt wurde das Ortsschild für Söcking in Richtung Perchting. Seit langem gab es eine Auseinandersetzung zwischen Stadt und Landratsamt. Die Kreisbehörde war bisher für die Straße zuständig, solange sie Staatsstraße war. Versuche der Stadt, das Ortsschild im Bereich des Kreisels am Beginn der Westumfahrung aufzustellen, wurden mehrfach einkassiert und das Schild dann stets im Bereich der Gaststätte „Pförtnerhaus“ aufgestellt. Hintergrund sind  unterschiedliche Definitionen des Begriffs „Ortsanfang“, mit dem natürlich auch die Tempobeschränkung auf 50 Kilometer pro Stunde innerorts einher geht. Nach Ansicht des Landratsamtes verlangt die Rechtslage das Schild dort aufzustellen, wo geschlossene Bebauung mit Straßen an die Andechser Straße angebunden ist. Das wäre erst an der Einmündung Fichtenweg/Bründlwiese der Fall. Die Stadt steht auf dem Standpunkt, dass auch ohne Straßenanbindung die fast bis an den Kreisverkehr heranreichende Bebauung auf der Südseite der Andechser Straße vor Lärm geschützt werden muss und für Fußgänger und Radfahrer Sicherheit durch ein herabgesetztes Tempo notwendig ist, zumal es auf diesem Stück zwischen dem Fichtenweg und dem Kreisverkehr keinen Geh- und Radweg gibt. Durch das Versetzen des Ortsschildes Richtung Perchting gilt nun wie schon in früheren Zeiten wieder Tempo 50 statt der vom Landratsamt angeordneten 70 oder 80 Kilometer pro Stunde. Allerdings hat die Kreisbehörde in Lokalzeitungen bereits angekündigt, erneut gegen diese Anordnung der Stadt vorzugehen.

Der Stadtratsausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität hat übrigens in seiner letzten Sitzung keine Einwände dagegen gehabt, dass die Stadt entgegen bisherigen Plänen die Einbahnregelung auf der Kempterstraße in Söcking, also vor der Grundschule, nun doch nicht in Ost-West-Richtung ausprobiert. Einen Änderungsvorschlag hatte laut John die Besprechung der Maßnahme mit den Anliegern ergeben. So soll jetzt getestet werden, dass es keine Einbahnstraßenregelung gibt, dafür aber die Einfahrt von der Bismarkstraße in die Kempterstraße verboten wird, in der dann Flächen für das Parken markiert und vorgeschrieben würden.

Ratsmehrheit erneut auf Seiten von Roth

In einem Punkt kann sich Landrat Karl Roth sicher sein: Im Starnberger Stadtrat gibt es immer eine Mehrheit für seine Vorhaben, auch dann, wenn ansonsten von den Räten recht hoch gehängte städtebauliche Grundsätze eigentlich zu anderen Lösungen raten. So geschehen vorgestern im Bauausschuss. Die Mehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD und DPF verhinderten, dass das Vorhaben des Landkreises für den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern an der Andechster Straße 57 in Söcking über einen Bebauungsplan bestimmten Regeln unterworfen wird. Über Bord geworfen haben die Mehrheitsfraktionen dafür ihre eigenen Grundsätze für den Erhalt des Aussichtspunktes „Trambahnbergl“. Eigens dafür hatten sie im September 2017 nach einer Ortsbesichtigung einen Bebauungsplan aufgestellt. Jetzt lehnten sie es jedoch ab, das Landkreisgrundstück in den Umgriff der Bauleitplanung einzubeziehen. Stattdessen gaben sie grünes Licht dafür, dass zumindest ein Gebäude, das die Maßstäbe der Umgebungsbebauung nach Ansicht des Starnberger Rathauses hinsichtlich seiner Höhe und des Masses der baulichen Nutzung überschreitet, so gebaut werden kann.

Einigkeit bestand im Bauausschuss, dass es ein lobenswertes Ziel des Landkreises sei, Wohnungen für die eigenen Bediensteten zu bauen.  Insgesamt 13 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 37 und 87 Quadratmeter sind verteilt auf zwei Mehrfamilienhäuser geplant. Von den insgesamt 20 Stellplätzen sollen 14 in einer Hanggarage untergebracht werden, sechs bleiben oberirdisch anfahrbar. Baubeginn soll spätestens im Frühjahr 2020 sein. Das Projekt kostet insgesamt 6,1 Millionen Euro. An staatlichen Zuschüssen winken 1,8 Millionen Euro. Bezugsfertigkeit ist für 2021 anvisiert. Von dem 2015 vom Landratsamt erteilten Vorbescheid weicht die jetzige Planung ab, weil entgegen den damaligen Plänen nun auch das Dachgeschoss für Wohnungen genutzt werden soll. Im Rahmen der Vorbescheidserteilung waren die Nachbarn nicht gefragt worden. Die haben sich jetzt aber an die Stadträte gewandt, weil ihnen zumindest einer der Neubauten zu nah komme und außerdem zu hoch werde, berichtete Stadtbaumeister Stephan Weinl in der Sitzung. Seiner Feststellung nach liegt das Gebäudevolumen weit über dem üblichen Wert in der Umgebung, und die Wandhöhe überschreite den Gebietsmaßstab ebenfalls. Weinl empfahl, korrigierend einzugreifen, in dem der schon 2017 aufgestellte Bebauungsplan rund um den Grünzug des Trambahnbergls um die Grundstücke des Landkreises erweitert werde. Der Landkreis könnte die Höhe des Gebäudes dann um 1,50 Meter reduzieren, was auch durch Geländeanpassungen gelingen könnte. Eine Zeitverzögerung beim Baubeginn müsse das nicht bedeuten, wenn man sich einig sei.

Winfried Wobbe (UWG) verglich das Trambahnbergl mit dem neuen Haus und befand zunächst noch: „Das Trambahnbergl ist dann ein kleiner Ameisenhaufen im Vergleich zum neuen Gebäude.“ Später stimmte er jedoch gegen die Aufnahme in den Bebauungsplanumgriff. Franz Heidinger (BLS) wollte den Neubau um ein Stockwerk kürzen, damit es besser in die Umgebung passt. Das bedeute aber bis zu drei Wohnungen weniger, warnte Bürgermeisterin Eva John. Sie erinnerte daran, dass Genehmigungen an dieser Stelle den Maßstab für Forderungen an anderer Stelle im Gebiet setzten, so lange es keinen Bebauungsplan gebe. Patrick Janik (UWG) befand: „Die Nachbarbedenken werden bei 1,50 Meter weniger auch nicht geringer. Ich würde das Einvernehmen erteilen.“ Für Gerd Weger (CSU) sind die Nachbarn „nur ein bissel beeinträchtigt“. Hier gehe es doch um einen Arbeitgeber, der für seine Bediensteten Wohnungen schaffe, was für ihn, Weger, Priorität habe. Auch sein Fraktionskollege Ludwig Jägerhuber sah keinen wirklichen Gewinn in einer möglichen Höhenreduzierung und wollte dem Bauantrag wie gestellt zustimmen. Weinl meldete sich nochmals zu Wort: „Sie müssen sich ernsthaft Gedanken machen, weil hier eine Höhenlage des Geländes und eine gewichtige Höhe zusammenkommen. Es ist technisch machbar, das Gelände besser an das Gebäude anzupassen, auch wenn es für den Bauherren etwas teurer wird. Ohne Bebauungsplan haben Sie jedoch keine Möglichkeit der Steuerung mehr.“

Josef Pfister (BMS) wollte es wenigstens versucht haben, eine Höhenreduzierung zu erreichen, denn es nicht zu tun, bedeute eine ähnliche Entwicklung in der Umgebung, warnte er. Sein Vorschlag, der Landkreis könnte von sich aus zumindest zustimmen, zunächst die Baumasse mittels eines Phantomgerüstes auszustecken, damit den Stadträten die Beurteilung leichter falle, wurde vom im Zuhörerraum anwesenden Landrat Karl Roth persönlich abgelehnt. Dieser Zwischenschritt hätte eine nur kurze Zeitverzögerung bedeutet. Der Landkreis hätte seinen Antrag zurückziehen müssen, damit der Ausschuss wegen drohendem Ablauf der Zwei-Monats-Frist – danach hätte ohne Entscheidung der Antrag als genehmigt gegolten – nicht am selben Abend noch entscheiden muss. Pfister zeigte sich enttäuscht. Er erinnerte an die zahlreichen Beschlüsse der Stadt zu Gunsten von Landkreisvorhaben wie Erweiterung des Landratsamtes und Verzicht auf Stellplätze sowie höhere Baumassen bei der Fachoberschule mit ebenfalls Stellplatzproblematik und meinte: „Soweit reicht es in der sonst immer so betonten kommunalen Familie dann scheinbar doch nicht.“ Klaus Huber (WPS) warnte vor der Schaffung von Präzedenzfällen in Söcking. Janik betonte,  der Paragraph 34 Baugesetzbuch erlaube die Baumasse. Anderes sei nur die Ansicht des Stadtbaumeisters. Im Übrigen sei es nicht rechtens, mit einem Bebauungsplan etwas zu verhindern, was zulässig sei. Heidinger sagte: „Bei aller Liebe, der Landkreis hat so viele Grundstücke, wo er höher bauen kann. Hier ist das Gelände zu extrem und es ist eine Unverschämtheit gegenüber den Nachbarn. Entweder man geht 1,50 Meter tiefer oder es geht nicht.“ Christiane Falk (SPD) kündigte ihre Zustimmung an, denn: „Die 1,50 Meter bringen den Nachbarn nicht so viel, wie für den Landkreis Aufwand dagegen steht.“ Angelika Kammerl (DPF) stellte fest: „Immer wenn das Landratsamt bei uns anfragt, gibt es eine Höhendiskussion. Verdichtung in Starnberg kann eben nur über das Bauen in die Höhe gehen.“ Anton Wiesböck (FDP) plädierte demgegenüber für das „Eingraben um 1,50 Meter“. Ohne Erfolg. Den Vorschlag der Verwaltung, die Grundstücke in den Bebauungsplanumgriff einzubeziehen und die Höhenentwicklung damit zu regeln, lehnte die Mehrheit mit 6:7 Stimmen ab. Das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag erteilte der Ausschuss dann mit 8:5 Stimmen.